Darf man die Asche eines Verstorbenen verstreuen?

Darf man die Asche eines Verstorbenen verstreuen?

Nein, es gibt nur wenige Ausnahmen, die das Ausstreuen der Asche erlauben.
So ist das geltende Recht in Deutschland. In anderen Ländern können aber andere Gesetze gelten.

Aussortierte Metallteile, Prothesen, Nägel, Schrauben, künstliche Hüftgelenke…

Das Verstreuen der Asche ist in Deutschland nur in drei Bundesländern möglich.
In Mecklenburg-Vorpommern und in Bremen (seit Anfang 2015 nur unter bestimmten Voraussetzungen) ist das oberirdische Verstreuen der Asche möglich. In Berlin gibt es zwar die Aschenverstreuung, jedoch geschieht die auf den Friedhöfen, die das anbieten, nicht wirklich oberirdisch, sondern die Asche wird lediglich ohne umhüllende Urne in ein kleines Grab gegeben.

Es gibt eine illegale Möglichkeit, eine Aschenverstreuung durchzuführen, indem man die Urne mit der Totenasche zunächst ins Ausland zur Beisetzung überführen, und sich dann wieder nach Hause zurücksenden läßt. Diese Versandwege sind so gut wie nicht kontrollierbar und man kann dann mit der Asche theoretisch machen, was man will.
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Dominic -5-

Ich habe mir den Mund fusselig geredet, um Dominic klarzumachen, dass er den jungen Mann anständig bezahlen soll. Und dieses Gespräch war auch das erste Mal, daß ich mich über sein Verhalten nicht nur wunderte. Er schlug mit der flachen Hand auf den Tisch und brüllte: „So wie ich das mache, ist es richtig, da lasse ich mir von niemandem reinreden!“

Gut, gut, gut… Immer mit der Ruhe! Ich nahm Abstand davon, Dominic in seine Angelegenheiten reinzureden, ich hatte es ja nur gut gemeint. Aber gut gemeint ist ja bekanntlich die häßliche Schwester von scheiße gemacht.

Es blieb dabei, ich besuchte Dominic alle paar Wochen, mal kochte ich was, mal backofte er uns was.
Im Laufe der Zeit lernte ich alle Personen kennen, die zu seinem Hofstaat gehörten.
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Dominic -4-

Excel-Tabellen führen, das ist eine von Dominics Hauptbeschäftigungen. Will man wissen, wie sich der Verbrauch an Klopapier in seinem Haushalt in den letzten 12 Jahren verändert hat, und wie der Verbrauch in 344 Jahren einmal sein wird: Dominic hat eine Excel-Tabelle, die genau das ausrechnet. Nun ist Dominic aber ein Internet-Ausdrucker. Von jeder Mail, von jeder Bestellung, von jeder Excel-Tabelle fertigt er Ausdrucke an. Stapelweise.
Und um diese Unfluten an unnötigem Papier bewältigen zu können, dafür gibt es Kevin.

Kevin wohnt in der Nachbarschaft, ist leise, schüchtern und von einem eher devoten Naturell. Wie sich die beiden kennenlernten, entzieht sich meiner Kenntnis, jedenfalls ist Kevin so etwas wie der Laufbursche von Dominic. Kevin hier, Kevin da, Kevin dort…
Der Junge schreibt jeden Tag die Stände der Wasserzähler, des Stromzählers und der 126 Thermometer in Dominics Wohnung auf, Dominic verarbeitet das zu Excel-Tabellen und Kevin heftet das dann ab. Auch Einkäufe, Geldholen am Automaten, Wege zur Apotheke und diverse andere Besorgungen übernimmt der Junge.
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Dominic -3-

Seine Lebensmittel bezieht Dominic über einen Tiefkühlheimlieferdienst und REWE. In schöner Regelmäßigkeit bestellt er online dort, was ihm beliebt, und nette Männer liefern ihm das dann geschwind ins Haus.
Sagte ich geschwind? Nun ja, diese Dienste liefern schnell, aber keiner dieser Männer kam je unter einer Stunde wieder von Dominic los. „Machen Sie dies! Machen Sie das bitte so! Möchten Sie einen Kaffee? Habe ich Ihnen schon erzählt…? Wären Sie bitte so freundlich…? Könnten Sie eventuell…? Habe ich Ihnen schon erzählt…? Ach, seien Sie doch so nett…, Und Habe ich schon erzählt…?“

Ja, und mit diesen Bestellungen und dem Aufbau dieser Onlineshops offenbart sich ein ziemliches Problem.
Betrachten wir uns doch einmal, wie ich oder unsereins so einkaufen geht.
Wir haben in der Küche eine Kühl-Gefrierkombi mit weißen Türen. Daneben baumelt ein abwaschbarer Filzstift und alles, was uns so an Bedarf in den Sinn kommt, wird auf dem Kühlschrank notiert. Davon macht Papa dann samstags ein Foto und geht dann mit Töchterlein die Sachen kaufen.

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Dominic -2-

Über die langen Abende mit Dominic schrieb ich ja schon.
Begonnen hatte alles damit, daß er mich eines Tages zum Essen eingeladen hatte. Wie viele Ältere, die noch einen regen Umgang mit dem Computer pflegen, neigt Dominic dazu, seine Mails überaus aufwendig zu gestalten. Mit der Auswahl der richtigen Schriften, dem Heraussuchen passender Bilder und der Formulierung muß er Stunden zugebracht haben.
Dazu paßt, daß er eines Tages zu mir sagte: „Ich war heute voll im Stress, ich mußte drei Mails schreiben, da bin ich den halben Tag nicht vom Computer weggekommen.“

Seine erste Mail an mich war aber denkbar knapp: "Rotwein oder Weißwein? Gerne Montag Abend, es gibt Fisch."

Ich nahm die Einladung an, war neugierig und wurde auf das Beste bewirtet. Fisch und Beilagen kamen aus dem Backofen, der Rosé-Wein (ich hatte mich nicht entscheiden können) war klasse und zum Nachtisch gab es Eis, damit kriegt man mich immer.
Die Welt wäre, meiner Meinung nach, um nichts ärmer, gäbe es beispielsweise keine Zimtkaugummis mehr, ich könnte auch auf Schweinsfüße in Aspik, Pepsi-Cola, rotbittere Salatblätter, Burger King und grobe Leberwurst prima verzichten, aber Eis – Eis muß sein.
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Leichenschmaus

platte mit schnittchen

Es muß nicht immer Kaviar sein.

Hallo,

folgende Frage: Meine Mutter ist vor geraumer Zeit gestorben und eingeäschert worden. Die Urnenbeisetzung sollte ohne Familie erfolgen. Darum kümmern wollte sich meine Schwester.
Allerdings ist sie bei der Organisation irgendwie auf halbem Weg steckengeblieben. Jedenfalls hat die Friedhofsverwaltung sich nun gemeldet, daß sie wieder Platz im Regal brauchen und wann denn nun mal die Beisetzung der Urne wäre?
Nein, natürlich haben sie das nicht so gesagt, aber das ist das Problem: Seit Mai steht die Urne dort und ist noch nicht im Grab gelandet!
Da ich normal nicht an Gräber gehe, sondern so an meine Verstorbenen denke, wußte ich das nicht. Dachte, das sei längst passiert.
Nun habe ich alles in die Hand genommen und Ende des Monats ist nun die Beisetzung.

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Warum sind da Käfer auf dem Grab?

Guten Abend Herr Wilhelm,

heute war ich am Grab meiner verstorbenen Großmutter.
Dort krabbeln ein Haufen rote Käfer rum. Sie starb Ende 2001. Was ist da los? Ist da was eingebrochen oder liegt das an dem Efeu oder Erde auf dem Grab?
Muss man da etwas gegen machen?

Vielen Dank, wenn Sie mir antworten.

Mit freundlichen Grüßen

Ps: Habe herrausgefunden, das es keine Leichenkäfer oder sowas waren, sondern Feuerswanzen

Du hast Recht, es sind wahrscheinlich Feuerwanzen.

Von André Karwath aka Aka – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=205430

Diese Tiere sind harmlos. In Obstplantagen oder im Garten können sie lästig werden, aber auf dem Friedhof sind sie sicherlich keine Schädlinge.
Sie kommen oft in großen Gruppen vor und zeigen sich dann meist sehr aktiv.
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Verstorbener war 20 Tage lang im Wald

Sehr geehrte Damen und Herren,

toll, dass es so eine Plattform hier gibt. Ich habe nur eine interessante Frage an Sie:
Vor kurzer Zeit gab es bei einem Bekannten von mir einen Suizid durch Erhängen. Diese Person hang bei 25-30 Grad Außentemperatur mitten im Wald genau 20 Tage lang.
Wie sieht so ein Mensch nach so einer Zeit bei solch einer sommerlichen Temperatur aus?

Besten Dank in Voraus

Herzlichen Dank für Ihre Anfrage.
Verstorbene verändern sich abhängig von Zeit, Aufbewahrungsbedingungen, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Weiterlesen