Was ist, wenn jemand im Hotel stirbt? Tote im Hotel

Ich wollte Dich mal fragen, ob es in Hotels denn besondere Vorkehrungen im Todesfall gibt. Abholung nur bei Nacht? Besonders gründliche Zimmerreinigung? Auslegen eines Kondolenzbuches beim Empfang? Hast du so etwas schon mal erlebt? Erzähl doch darüber bitte mal in Deinem Weblog. (Ich muss ja nicht sagen, dass ich ein riesen Tom-Fan bin!) Es ist ja fürchterlich eklig, wenn man bedenkt, wie viele Menschen da schon gestorben sein könnten.

Es liegt in der Natur des Hotelgewerbes, daß man um verstorbene Gäste keinen großen Wirbel macht.
Die Abholung des Verstorbenen muß stets diskret und möglichst so erfolgen, daß keine anderen Gäste etwas davon mitbekommen.
Lieferanteneingang, Tiefgarage, Personalaufzug oder sogar Lastenaufzug, das sind da die Stichworte.
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Anweisungen für die Bestattung gehören NICHT in das Testament

Anweisungen für die eigene Bestattung sollte man keinesfalls in sein Testament schreiben!

Diesen Satz habe ich immer wieder mal hier im Blog geschrieben und sage ihn auch auf meinen Vorträgen.

Aber immer wieder höre ich im Fernsehen, dass sogenannte Experten genau das Gegenteil sagen. Diese Experten mögen gute Rechtsanwälte oder Finanzexperten sein, vom Thema Bestattung, Vorsorge und Testament scheinen sie aber keine Ahnung zu haben.
Anders ist es nicht zu erklären, dass sie immer wieder diese Fehlinformation in die Welt hinaus posaunen.

Es ist nämlich so:

Vom gewöhnlichen Ablauf her wird das Testament oft erst Tage, wenn nicht gar Wochen nach der Beisetzung eröffnet. Darin enthaltene Anweisungen und Wünsche kommen also immer zu spät.

Besser ist es, bei einem Bestatter eine Bestattungsvorsorge abzuschliessen. In diesen Vereinbarungen können alle Wünsche bis ins Detail aufgenommen werden und der Bestatter stellt sicher, dass auch alles so abläuft.
Man erhält nach Abschluss des Vertrages einen sogenannten Bestattungsvorsorgeausweis in mehreren Exemplaren. Eines davon gehört dahin, wo man auch den Ausweis aufbewahrt und sollte immer mitgeführt werden. Ein weiteres Exemplar sollte man einer Person seines Vertrauens geben, bei der man sicher ist, dass sie in jedem Fall vom Tod erfahren wird.
Weitere Ausführungen dienen als Ersatz und zum Aushändigen an Krankenhaus- und Pflegestationen, falls dort mal was sein sollte.

Auf dem Ausweis steht sinngemäß folgender Text:

Bestattungsvorsorgeausweis

Im Todesfall bitte ich unverzüglich das Bestattungshaus xyz zu benachrichtigen:

Tel. 0x233-555xxx653

Dort sind Anweisungen für meine Bestattung hinterlegt.

Es genügt aber im Grunde schon vollkommen, wenn man seine nächsten Angehörigen über seine Wünsche informiert. Erd- oder Feuerbestattung? Welcher Friedhof? Was für ein Grab?
Diese Informationen sind schon sehr hilfreich, damit wenigstens vom Ansatz her alles so gemacht wird, wie man es sich vorstellt.

Schlafen Mönche in Särgen?

In meiner Kumpel haben wir gestritten dass mönche oder wie die Pastors heissen in Kloster in nen Sarg schlafen müssen.
Kloster ist klar aber sarg kann ich nicht Glauben das ist doch stickick und dunkel imho. Ist da jetzt war oder ist das jetzt nicht war? Schlafen die möche von nen kloster in ein sarg?

Die klösterlichen Gemeinschaften werden kleiner, es fehlt an Nachwuchs. Jedoch gibt es keine Ordensgemeinschaften, die so klein sind, daß alle ihre Mitglieder in einem Sarg schlafen könnten, das würde dann doch etwas eng.

Mir ist kein Orden bekannt, dessen Mitglieder in einem Sarg schlafen. Ich kenne Ordenshäuser, in denen werden die Mönche auf einfachen Brettern bestattet, die (früher) vorher Bestandteil des Bettes waren. Vielleicht kommt dieses Gerücht da her.
Vor allem den Trappisten wird immer wieder nachgesagt, sie würden in Särgen schlafen. Aber das gehört in den Bereich der Legende. Trappisten werden überhaupt nicht in Särgen bestattet, sondern lediglich in ein festes Tuch gehüllt und dann beerdigt.

Diese urbane Legende, Mönche würden in Särgen schlafen, hält sich aber schon sehr lange und sehr nachhaltig.
In manchen Ordensgemeinschaften ist es üblich, daß die Mitglieder sich stets ihre eigene Vergänglichkeit in besonderer Weise vor Augen halten.
Ich habe gehört, daß es Orden gibt, in denen ein ausgestellter Totenschädel ein solches Mahnmal sein soll. Aber auch das mag in den Bereich der Legenden gehören.

Natürlich ist die Vorstellung, in einem Sarg zu schlafen etwas gruselig. Und alles was gruselig ist, lieben die Menschen. Es wird gerne weitererzählt, weil es zum Staunen anregt und etwas Besonderes ist.
Aber wie gesagt, mir ist keine klösterliche Gemeinschaft bekannt, bei der das so ist.

Sollte jemand unter den Lesern hier etwas genauer Bescheid wissen, so kann er mir das gerne in die Kommentare schreiben.

Ich hau Dir gleich ein paar in die Fresse!

Ich trinke ja gerne Kaffee. Sehr gerne sogar. Um ehrlich zu sein…
(Nein, so sollte ich Sätze nicht beginnen, denn sie implizieren, daß ich sonst unehrlich sein könnte.
Also neuer Versuch: )

Um es genauer zu beschreiben: Ich trinke eigentlich ausschließlich Kaffee.

Und wenn ich Kaffee sage, dann meine ich auch Kaffee. Mit einem warmen Cappuccino oder einem femininen Latte Macchiato braucht mir gar keiner anzukommen. Ich will Kaffee und zwar schwarz, heiß und bitter. Keine Milch, kein Zucker und bitte heiß, aber nicht vulkanös.
Der Untergang des Abendlandes ist für mich fast gleichzusetzen, mit dem Aufkommen von Kaffee mit Crema. Welcher Idiot hat da wem ins Hirn geschisssen und diese Mode eingeführt, daß auf Kaffee Schaum schwimmen muß?
Auf ein frisch gezapftes Pils gehört eine Schaumkrone, nicht aber auf Kaffee.

Ja, sagen so Kaffee-Laberheinis, der Schaum komme von den im Kaffee gelösten Fetten, die eine herrliche Crema bildeten. Jau, Fett!
Fett gehört in oder besser in der Form von Fettaugen auf Hühnerbrühe, aber nicht auf Kaffee.
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Ghostbusters im Bestattungshaus

Manche mögen Weihnachten, manche mögen es nicht. Ich glaube, die überwiegende Zahl der Menschen mag dieses Fest. Wahrscheinlich mögen es sogar die Leute, die in Ländern leben, in denen man Weihnachten gar nicht feiert. Zum Beispiel in China. Man darf annehmen, daß die Chinesen unser Weihnachten schon deshalb toll finden, weil sie das meiste, das bei uns unterm Baum liegt, hergestellt haben. Ich stelle mir immer vor, wie in irgendeiner Fabrik in Shezuan chinesische Frauen sitzen und Plastikweihnachtsmännern Bärte unters Kinn löten, und gar nicht wissen, was das für Männlein sind, die sie da zusammenzimmern. Böse Zunge behaupten ja, mittlerweile käme jede dritte erzgebirgische Krippenfigur auch schon aus China. Und wahrscheinlich glauben die chinesischen Frauen, die in riesenrgroßen Hallen Krippen zusammenbauen, es handele sich um Puppenstuben mit Figuren, die uns in zeitgenössischer Kleidung zeigen.

So eine Krippe stand auch in unserem Schaufenster. Daneben ein täuschend echt aussehender kleiner Weihnachtsbaum aus Polyvinylchlorid mit hübschen elektrischen Kerzen und klitzekleinen Kugeln.
Auch in einem Bestattungshaus findet schließlich Weihnachten statt.
Frau Büser hatte schon seit Ende November unsere Büros mit einem weihnachtlichen Hauch versehen. Die Fenster hatte sie mittels Schablonen und Sprühschnee aus der Dose leicht behaucht und über den Türen hingen Tannenzweige mit Kugeln, Glocken und Tannenzapfen aus erzgebirgs-chinesischem Glas.
In der Halle hing ein voluminöser Adventskranz von der Decke, den uns alljährlich Gärtnermeister Humpstein persönlich vorbeibrachte.

Im Laufe der Adventswochen nahm die Beschmückung immer etwas zu, analog zu den Weihnachtsmarktbesuchen vor allem meiner weiblichen Mitarbeiter. Jedes Mal entdeckten sie irgendetwas, kauften es und brachten es zur Schmückung unseres Bestattungshauses mit.
Das liegt ja auch auf der Hand. In unserem Haus gab es Platz in Hülle und Fülle, viele Ecken, Nischen, Decken, Fenster und somit genug Stellen, die man dekorieren konnte, ohne daß es überladen gewirkt hätte.
Daheim war der Kreativität meist eine männliche Grenze gesetzt, die spätestens beim Einsatz der weiblicherseits so beliebten Duftkerzen die Notbremse zog.
Frau Büsers Mann gab immer vor, von Duftkerzen heftige Migräne zu bekommen. Nadines Freund war sowieso einer jener Kevins, die mit allen medizinisch möglichen Allergien auf die Welt gekommen war, die Menschen so haben können. Im Verlauf seiner Kindheit hatte er es dann versäumt, im Dreck zu spielen, weshalb sein Körper auch keine Abwehrstoffe gegen die gefährlichen Umweltgifte Sauerstoff, Stickstoff und Luftfeuchtigkeit entwickelt hatte.
Bei Sandy hingegen war es kein Mann, der den Einsatz von Duftkerzen unterband, sondern jene hübsche Schornsteinfegerin, mit der sie seit einiger Zeit auf ihrer Burg zusammenlebte.

Und ich?
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Krasse Leichen – Wie schafft der Bestatter das?

Hallo Herr Wilhelm,

ich habe da ein paar Fragen an Sie erzähle aber erstmal lieber etwas. Also ich bin Anfang Zwanzig und in einer eine Ausbildung.
Ich bin auch in der Notfallseelsorge tätig. So habe ich auch mit Bestattern zu tun.
Nun spiele ich mit Gedanken eine Ausbildung in diesem Bereich zu machen.
Ich habe heute mit meiner Familie darüber gesprochen, die natürlich nicht begeistert war, da sie mir das nicht zutrauen. Ich habe bisher viel darüber gelesen und mein Interesse daran nicht verloren.
In der nächsten Woche treffe ich mich auch mit einer Bestatterin die mir mehr über den Alltag und die Aufgaben und den Beruf im allgemeinen erzählen möchte.
Jetzt zu meiner Frage. Viele sagen mir und dessen bin ich mir auch bewusst, es gäbe ja auch nicht nur schöne Leichen. Sie meinen damit die Unfallopfer, Menschen die einen Suizid begangen haben und sich vor einen Zug werfen.
Natürlich sind das keine schönen Dinge, es kann ja nicht jede Leiche aussehen wie Omi oder Opi die evtl friedlich eingeschlafen sind. Aber auch ich stelle mir die ersten Begegnungen mit Unfallopfern etc. schlimm vor. Meine Frage dazu ist gewöhnt man sich daran? Ist man irgendwann “ abgehärtet“ oder lernt man damit umzugehen?

Ich würde mich sehr über eine Antwort von Ihnen freuen.
Ich lese Ihren Blog übrigens wirklich sehr gern.

Liebe Grüße
K.

Hallo, Frau K.

herzlichen Dank, daß Sie Ihr Anliegen auch noch mal per Mail formulieren.
Ich finde Ihre Idee, sich dem Bestatterberuf anzunähern, großartig.
In diesem Beruf gibt es zu viele tumbe Handwerker und zu wenig Menschen, die einen empathischen Ansatz verfolgen.
Es ist auch gut, daß Sie sich vorab informieren.

Im Bestatterberuf hat man es in der Tat nicht ausschließlich mit der 89-jährigen Oma zu tun, die friedlich im Bett eingeschlafen ist.
Wie Sie richtig bemerken, haben Bestatter nicht nur schöne, saubere Verstorbene, sondern auch gräßlich zerfetzte Körper, Leichen, die mit Kot und Sekret verschmutzt sind und solche, die sehr alt, sehr häßlich und insgesamt eher unangenehm sind.
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