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Der Tod – Das Entsetzen

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Ich bin sehr froh auf ihre Seiten gestossen worden zu sein. Schuld daran hat mein Freund Helmut, der mich auf sie gestossen hat.
Wir waren heute mit den Kindern nach dem Stuhlkreis im Kindergarten noch am Waldpark spielen. Da sind pädagogisch wertvolle Holzspeilzeuge für Kinder auf dem Spielplatz.
Mit grossem Schrecken haben wir aber gesehen, dass in der Strasse gegenüber, also auf der anderen Seite, dann ein silber grauer Leichenwagen angefahren kam. Ich habe Tobi die Augen zu gehalten weil so was möchte man seinem Kind ja nicht ersparen müssen.
Dann aber hat der Wagen von der Firma noch angehalten und die Klappe auf gemacht. Die Männer haben dann zu unserem aller Entsetzen einen Sarg ausgeladen und sind einfach in dem Haus verschwunden. Abartig! Entsetzlich!
Wir konnten das unseren Kindern nur dadurch nicht ersparen den Sarg noch ein mal anschauen zu müssen indem wir sofort die Städte des Wirkens entsetzt verlassen haben.
Man sollte auch in diesem Gewerbe Rücksicht auf Mütter mit Kindern nehmen. Wirklich! Wenn Kinder zu früh mit diesen Tehema konfrontiert werden können sie Schaden nehmen und es können unliebsame Fragen auftauchen die nicht notwendig sind.
Ist es üblich dass Bestatter auch tagsüber fahren und Särge wie wild durch die gegend tragen?
Ist es nicht sinnvoll so etwas auf die Nachtstunden zu verlegen?
Kann man nicht eventuell ganz normale Autos nehmen, die vielleicht bunt beklebt oder als Staubsaugerwagen verkleidet sind?
Ist es notwendig ein Sarg zu nehmen, ginge da nicht was Farbenfroheres?
Ich meine unsere Welt ist trist und grau und da wäre es schön wenn nicht noch durch Leichen und Särge das Kinderlachen erstorben würde.

Mir ist auch gerade was erstorben.

Hören Sie mir einfach mal ganz aufmerksam zu!

Der Tod gehört zum Leben. So wie durch die Geburt Menschen auf diese Welt kommen, so gehen sie durch den Tod auch wieder von ihr. Das ist einfach so, seit jeher und wird vermutlich auch so bleiben.
Man kann also mit Fug und Recht sagen, daß der Tod etwas vollkommen Normales ist.

Deshalb gibt es auch überhaupt keinen Grund, Kindern nicht beizeiten klar zu machen, daß Menschen eines Tages sterben müssen.

Möglicherweise sind die Kinder bis zu einem gewissen Alter für derlei Erkenntnisse noch zu klein, weil sie sie nicht verstehen würden. Dann aber werden sie auch in einem silbergrauen Bestattungswagen nichts Schlimmes sehen und auch nicht erkennen, daß es sich bei einem Sarg um etwas handelt, das mit dem Tod eines Menschen in Zusammenhang steht.

Sind die Kinder jedoch schon so groß, daß sie diese beiden Gegenstände und die damit befaßten Menschen als Bestattungsfahrzeug, Sarg und Bestatter erkennen können, dann wird es langsam Zeit, daß Sie als verantwortungsvolle Mutter sich mal mit ihren Kindern hinsetzen und ihnen die wichtige Erkenntnis der menschlichen Vergänglichkeit vermitteln.
Sollten Sie dazu nicht in der Lage sein, was ich Ihnen keinesfalls unterstellen möchte, wovon ich aber ausgehe, davon dürfen Sie ausgehen, dann versichern Sie sich doch der Hilfe und Beratung einer Person, die das besser kann.

Man kann über die Themen Tod, Trauer und Bestattung durchaus kindgerecht sprechen, ohne Angst und Schrecken zu verbreiten.
Es ist auch überhaupt nicht schlimm, wenn jemand sagt, daß er das nicht kann. Es gibt Leute, Seelsorger, Pädagogen, Sozialarbeiter, Erzieher usw. die das können. Dann muß man sich aber als aufgeklärter und um die Belange seines Kindes besorgter Erwachsener darum bemühen, dort entsprechende Hilfe zu finden; für sich selbst und für die Kinder.
Wenn einen erwachsenen Menschen der Anblick von Bestattungswagen und Sarg in schieres Entsetzen stürzt, dann stimmt was nicht.

Ich kann verstehen, daß diese Dinge, die einem die eigene Vergänglichkeit unvermittelt vor Augen halten, einem düstere Gedanken verursachen und nicht gerade froh stimmen. Aber es ist nun einmal so, wir alle müssen sterben, eines Tages, irgendwann.
Ach ja, es gibt keinerlei Garantie dafür, daß irgendwann unbedingt sehr weit in der Zukunft liegen muß. Dieses irgendwann kann schon in 30 Minuten sein.

Besser also man stellt sich den Tatsachen und bereitet sich mal in erwachsener Weise auf diese Thematik vor, damit man den Kindern was Gescheites zu dem Thema sagen kann. Vielleicht bekommt man es dann hin, daß die Kinder sich in Bezug auf diese Thematik so entwickeln, daß sie später, wenn sie selbst einmal Kinder haben werden, nicht so abartig entsetzt sind, wie Sie.


Peter Wilhelm 4. Februar 2014


117 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. *KopfaufTischkante*
    Ich kann solchen Vollkorneltern nur wärmstens empfehlen, sich und ihren Lütten das KINDERbuch „Die Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren zuzulegen… was erzählen die ihrem Nachwuchs eigentlich über die Herkunft von Chickenwings und Fischstäbchen?

    • Die Brüder Löwenherz würde ich im Kindergartenalter eher noch nicht empfehlen – das hat mir noch als ich alt genug war, um es selbst zu lesen, ein kleines aber anhaltendes Trauma verpasst. Aber vielleicht auch deswegen, weil ich schon als Kind ungern über Ängste geredet und das eher mit mir selbst auszumachen versucht habe 🙂

      • Und auch nicht „Mio, mein Mio“. Und auch nicht „Pippi Langstrumpf“. Und auch keines ihrer Märchen. Hm, genau genommen darf man ja gar nichts von Astrid Lindgren anschaffen, die behandelt ja in so gut wie *jedem* Buch den Tod. Manchmal sogar Krankheiten, die zu anhaltenden Behinderungen führen! Ohgottogott!
        Am Besten, man liest höchstens noch den Struwwelpeter… ach neee, der geht ja auch nicht.
        Verdammt, alle pädagogisch guten Bücher behandeln das gesamte Leben, ist ja furchtbar!

        Dieser Beitrag *könnte* Ironie enthalten…

        • Pippi Langsocke, das kleine Luder mit den Strapsen. Die redet andauernd vom Tod und flucht. 😉
          Beim Struwwelpeter gibt es das Paulichen, welches verbrennt. Gut, die kann man dann mit dem Kehrblech und Handfeger entsorgen. Erspart die Ansicht des Leichenwagens. Vielleicht könnte Tobi ja noch in der Asche spielen. 😉
          Aber der Suppenkasper im Struwwelpeter der wäre doch was. Eine Familie, bei der es nur Suppe gibt, bis es einen dahin rafft. Mmmh, bon appetit. 😉

        • Mio und die Brüder Löwenherz würde ich auch erst ein paar Jahre später empfehlen. Alle Bücher von Astrid Lindgren sind nicht für dieselben Altersstufen geschrieben, und alle Bücher greifen die Thematik Tod und Leid nicht in derselben Weise auf. Für Pippi ist der Tod der Mutter einfach eine Tatsache, ebenso wie die Abwesenheit des Vaters. Der nahende Tod in den Löwenherz-Brüdern dagegen ist eine sehr konkrete Bedrohung, mit der Vorschulkinder nicht unbedingt umgehen können.

    • Deren Herkunft steht nicht zur Debatte. Bei diesen Freaks gibt es bestimmt nur Gras. Zum Rauchen und Essen. 😉

    • Oh man, das es echt solche Mütter gibt.
      Die Kinder werden wohl kaum ein Problem mit den Bestattungsfahrzeug gehabt haben, sondern ehr die Mutter selbst. Zumindest kann man das aus dem Schreiben herausinterpretieren.

  2. Ich verstehe das ja auch nicht warum die tagsüber mit einem leichenwagen durch die Gegend fahren müssen.
    Ich muss Opa auch immer die Augen zuhalten wenn da diese Autos am Tage fahren!!Opa bekommt da noch was fürs Leben ab und denkt die kommen wegen ihm,grins…
    Ausserdem Tom,der Monatsletzte sollte auch abgeschafft werden,da ist mein Konto so leer…

    Ach herrje wie schwer das Leben doch ist!!!

  3. Wenn man seinen Kindern nicht sagen will, was da gerade passiert, dann sollte man einfach so tun als ob nichts wäre.
    Die Augen zuhalten bringt sie nur dazu, neugierig zu werden! (als ich noch jung war, hätte ich alles getan um doch was zu sehen, wenn man mich so davon abhält!)
    Und wenn man einfach weiter macht als wäre nichts, dann bekommen die Kleinen das doch garnicht wirklich mit. (Zumal da ja wirklich nichts ist)
    Und wenn doch mal die Frage aufkommt
    „Mama, was machen die da?“
    Dann ist es doch ein leichtes zu sagen, die holen jemanden ab.
    Dann wird garnicht weiter gefragt.
    Und wenn doch, dann ist es wohl an der Zrit, das ein bisschen zu erklären.
    Und ein „Da ist jemand gestorben Schatz, die legen den da rein, um ihn wegzubringen, damit er dann woanders fertig gemacht werden kann um in den Himmel zu kommen“ wird bei keinem Kind ein Trauma verursachen.
    Himmel kennt jedes Kind und weiß, das ist was gutes.

    Ich persönlich würde das so machen.
    Und falls man sieht wie die Person dann im Sarg wieder raus kommt, dann würde ich meinem Kind sagen, es darf winken und der Person so eine gute Reise wünschen.
    Aber leise sein, denn die Verwandten könnten anwesend und traurig sein, weil sie selbst noch nicht in den Himmel können und ihn/sie vermissen.

    Ich glaube nicht an den ganzen Quatsch von wegen Himmel, aber ich finde, so wäre das ziemlich Kindgerecht. c:

    • Ich finde man sollte Kindern nicht mit diesem Himmel/Unsinn kommen wenn man selber nicht daran glaubt. Und ja, das gilt auch für den Weihnachtsmann und den Osterhasen.

      • Das sehe ich genauso!
        Woran ich selber nicht glaube, davon kann ich doch nicht dem Kind erzählen. Da werde ich ja völlig unglaubwürdig.

        Ansonsten finde ich den oben gemachten Vorschlag mit dem Himmel und dem leisen Winken ziemlich gut.

      • Warum nicht? Die gesamte Umwelt erzählt’s ihnen doch, und warum sollen sie sich nicht später mal selbst entscheiden, was sie glauben? Nein, ich rede nicht vom Weihnachtsmann/Osterhasen an sich, sondern an dem christlichen Glaubenskonzept, das dahinter steckt. Ich glaube auch nicht ans Christentum und seine Legenden, wenn meine Kinder mich aber gefragt haben, ob es denn Osterhasen/Weihnachtsmann gibt, habe ich immer zurückgefragt: „Was glaubst du denn?“
        Und eine meiner nettesten Erfahrungen war Ostern bei christlichen Mitmenschen, wo meine Große ebenfalls die „Glaubensfrage“ aufgeworfen hat. Entschieden wurde diese dann per wissenschaftlichem Beweis: WENN die Möhre auf dem Fensterbrett morgen angeknabbert ist, DANN gibt es einen Osterhasen!
        Und da die Tochter des Hauses sehr pflichtbewußt 😉 war, war der Ausgang des Experiments klar, oder?
        Kinder brauchen Märchen, und Osterhase und Weihnachtsmann gehören in diesem Kulturkreis doch dazu. Also, warum es ihnen nicht gönnen?

        • Weil man durch so frühkindliche Prägung vieles aus Gewohnheit akzeptiert. Mal ehrlich, tretet mal einen geistigen Schritt zurück und überlegt Euch sachlich, was das Christentum so lehrt. Da fragt man sich regelmäßig „Ihr glaubt WAS???“.
          Dadurch, dass sie das von Kindesbeinen an hören, schaffen viele aber diesen Schritt nicht, und das ist genauso traurig wie sich nie von seiner Angst vor schwarzen Katzen zu erholen.

          Eine vernünftige Entscheidung kann nur dann getroffen werden, wenn sie erstmal von sowas verschont bleiben. -Und das ist auch nicht das andere Extrem. Das wäre, von Kindesbeinen an zu betonen, was das alles für ein Schwachsinn ist.

          • Was genau stört dich denn an der Christlichen lehre? Ich rede von dem was in der Bibel steht und nicht was die Kirchen draus gemacht haben. Und ja Ich Glaube Das! Nun gut bei mir kannst du damit argumentieren das ich von Kindesbeinen an u.s.w.. Aber Punkt eins. Ich habe noch nie etwas einfach so was hingenommen. Ich habe immer eine für mich nachvollziebare Erklärung gebraucht. Punkt zwei Mein Mann kommt aus einem Nichtchristlichen Elternhaus, mein Vater ebenfalls und beide sind als Erwachsene zum Glauben gekommen. Also nichts mit kindlicher Prägung.

            • Warum sollte die Bibel glaubwürdiger sein als ein x-belibiges altes Buch.

              Da steht ja auch drin, daß man seine Kinder erschlagen oder sie verkaufen soll, wenn sie nicht gefügig sind.

                • Also:
                  1° Exodus stimmt nicht.
                  2° „soll ihn verkaufen“ stimmt nicht.
                  3° die Hälfte, die stimmt (also Halbwahrheit) völlig aus dem textlichen – und noch dazu aus dem historischen Zusammenhang gerissen.
                  4° genau wie im „Brief an Dr. Schlessinger“ einiges miteinander vermengt, nur um Hetze gegen Anhänger einer Religion zu betreiben. Das ist nicht so tiefschürfend anders als die Behauptung, gewisse Volks- und Religionsgruppen würden Kinder von anderen stehlen… ob sie nun angeblich sie bei sich aufziehen oder ihr Blut rituell trinken, macht den großen Unterschied nicht.

              • Wo steht das? Mit Stellenangabe: Buch, Kapitel, Vers. Und steht da tatsächlich, man soll das tun – oder steht da nur, daß jemand das getan hat?

                Bis zum Beweis des Gegenteils erachte ich deine Behauptung jedenfalls als freche Lüge.

                • Er hat schon recht das steht da: Todesstrafe für widerspenstige und ungehorsame Söhne!
                  „Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, …“

                  (5. Mose 21,18-21)

                  Allerdings wurde mal wieder nur das gelesen was man wollte. Die alten Gesetze die Tatsächlich ziemlich grausam waren wurden durch Jesus entkräftet. Aber wenn man das auch noch lesen würde, könnte man nicht mehr behauptet das die Bibel und die Gesetze so grausam, Menschenverachtend u.s.w. ist. Das ist das selbe wie viele Männer nur lesen: Die Frau sei dem Manne untertan und tunlichst aufhören bevor sie lesen müssten (direkt darunter) das sie ihre Frauen lieben und ehren sollen.

                • In der Bibel sind sehr viele Stellen, die die Leute jeweils so zitieren, wie es ihnen gerade paßt (Rotfuchsfellis hat das ja schon angedeutet).

                  Daher ist zu behaupten, man redet vom Christentum wie es in der Bibel steht, sehr gewagt, weil da sehr viele teilweise auch widersprüchlche Sachen drinstehen und manche Leute die Bibel sehr wörtlich interpretieren.

                  Abgesehen davon ist, wie schon gesagt, die Bibel auch nichts anders wie ein „altes“ Buch, wie viele andere auch, auch wenn sie für manche Leute mehr als ein Buch sein mag.

  4. „mein Freund Helmut, der mich auf sie gestossen hat.“

    Was für ein Glück, dass der Helmut sie nicht auf Ihnen gestoßen hat.

  5. Wenn ihr Kind mal stirbt beschwere ich mich auch bei Ihnen warum sie den Bestatter Tagsüber angerufen haben und ich das mit ansehen musste wie ihr Kind in den Leichenwagen getragen wurde.

    • Wieso das Kind, der kann am wenigstens dafür. Aber irgendwann wenn das Leben gnädig ist werden ihre Eltern vor ihr sterben wie es der Lauf der Zeit so will. Dann können wir uns auch beschweren.

  6. Prima Idee, eigentlich, ne richtige Marktlücke. Staubsaugerwagen, schön bunt.
    Was macht der da?
    Ach der saugt jetzt die Omi ein, die braucht keiner mehr.
    Wenn das nicht Alpträume gibt 😀

  7. Hallo liebe(r) Mail-Schreiber(in),

    ich will hier gar nicht über Ihre Einstellung zum Thema Tod philosophieren. Die wird ihre Gründe haben.

    Stattdessen einfach meine Geschichte:
    Als ich sechs Jahre alt war starb kurz vor meiner Schuleinführung meine geliebte Herzens-Oma an Krebs. Man ließ damals nicht zu, dass ich mich von ihr verabschiede.
    Mir war damals als Kind schon klar, was tot und sterben bedeuten. Niemand hatte es mir erklärt, ich wußte aber intuitiv worum es dabei geht. Ich habe das nie wirklich verwunden, und trauere heute noch der verpassten Abschiedsmöglichkeit nach.
    Wahrscheinlich hatte meine Seminarfacharbeit für das Abi deshalb den Titel „Der Tod gehört zum Leben“ und war eine Diskussion um Sterbebegleitung.
    Vielleicht habe ich deswegen den Altenpflegeberuf erlernt. Und es war mir immer eine Ehre, Menschen auf dem letzten Weg zu begleiten. Nun studiere ich Pflege, und meine Bachelorarbeit schrieb ich über das Thema Patientensuizid.
    Was ich damit sagen will: Kinder sind autonomer und vernünftiger wie man denkt. Schauen Sie mal nach Kinderbüchern zum Thema. Dort wird es in wundervoller Form aufbereitet. Geben Sie den Kindern eine Chance zum natürlichen Umgang mit dem Thema. Wenn Sie das nicht hinbekommen, dann evtl. über eine andere Person.

    • Das erinnert mich daran, dass mein Liebingsopa starb, als ich sechs war. Da muss ich schon in der ersten Klasse gewesen sein, war aber gerade krank oder so. Jedenfalls erinnere ich mich, dass meine Mutter zu mir ans Bett kam und mir das erzählte. Das war natürlich eine Katastrophe für mich. Ich wusste ganz genau, was das bedeutet. Zur Beerdigung durfte ich dann nicht mit, da hieß es noch, dass das nichts für kleine Kinder wäre. Ich fand das doof. Heute weiß ich, dass mir da die Chance zum Abschiednehmen fehlte. Spätestens in dem Alter wissen Kinder ganz genau, was los ist. Da muss man nicht mehr so einen Zirkus drum machen und sie „schützen“ wollen.

      Bei den Beerdigungen, bei denen ich bisher war, wurde nie offen aufgebahrt, fällt mir dabei ein. Das Argument war dann immer, man solle den oder die Verstorbenen lieber so wie früher im Gedächtnis behalten. Ist das eigentlich regional unterschiedlich?

      • Keine Ahnung. Meine Schwester, die in meinem Beisein durch Unfall verstarb, wurde zuhause offen aufgebahrt.
        Zum Friedhof durfte ich dann aus genannten Gründen nicht mit. Idiotisch.

        • Diese Geschichte in deinem Blog (der mich oft aufgebaut hat, wenn ich Angst hatte, etwas falsch zu machen – man sieht einfach, dass man nicht alleine ist) hat mich lange beschäftigt. Besonders der Teil mit dem Kleid am Ende. Schwer auszudrücken, was es in mir berührt hat.

          Ich hoffe, euch allen geht es gut.

        • Die Gründe kann ich auch nicht nachvollziehen, vielleicht waren sie aber auch nur ein Vorwand. Ansonsten kann ich mir aber durchaus gute Gründe dafür vorstellen, Kinder nicht mitzunehmen – von der furchtbaren Langeweile, gerade bei Gottesdienst und Leichenschmaus, bis zum leider oft allzu früh losgehenden Erbgezanke und Getratsche…

    • Ich war 12 als mein Vater starb. Meine Mutter stellte es mir frei ob ich gehen möchte oder nicht. Ich hatte so eine Angst vor dem Tod das ich nicht gegangen bin. Heute bereue ich das. Meine Einstellung hat sich grundlegend geändert. Meine verpasste Chance hat es mir nicht zurück gegeben. So oft habe ich versucht mich zu verabschieden. Es geht nicht. Als zwei Jahre später mein Freund starb war der 4 Jährige Bruder bei der Beerdigung selber auch nicht dabei. Aber wenige Tage später sind die Eltern mit dem kleinen Extra gefahren. Er hatte sehr an seinem Bruder gehangen. Und die Eltern hatten nur zeit für den kleinen. Finde ich auch ne gute Möglichkeit. Grundsätzlich bin ich dafür das mit dem Thema offen umgegangen wird. Mit einem halben Jahr merkt ein Kind das eine vertraute Person fehlt. Und in der Ausbildung zum Kriseninterventionsberater wurde uns angeraten das die Kinder in diesem alter schon die Möglichkeit gegeben werden sollte abschied zu nehmen, natürlich nur wenn es der Zustand der Leiche zu lässt. Auf der anderen Seite habe ich schon oft gehört, wenn man einem Kind in diesem zusammen hang was vom Schlafen erzählt, das sich dadurch Ängste vor dem Nachtschlaf entwickeln können.

  8. Der gute Helmut hätte sie mal besser kräftig und anhaltend gestoßen, worauf auch immer, sowas stärkt die wahrnehmung für’s leben.

  9. Lese nur ich aus der Mail sehr viel Sarkasmus bzw. einen Troll heraus?
    (Der Unterschied ist oft verschwindend gering)

    • Ich glaube eher, dass das eine TOMsche Geschichte ist mit vielen Ideen und Vorwürfen, die sich so angesammelt haben. Vielleicht hat er eine Mail kräftig ausgeschmückt, vielleicht hat ihn bei der Gemüsefrau jemand angesprochen, vielleicht wollte er auch einfach nur mal (wieder) was dazu schreiben. Er greift ja zur Zeit vermehrt wieder so „Grundsatzsachen“ auf für die neuen Leser, weil der Blog einfach unfassbar viel Text enthält und so neue Artikel mehr TOM sind, als irgendwelche an der Ecke schon leicht schimmeligen Reruns.

  10. „Ich meine unsere Welt ist trist und grau und da wäre es schön wenn nicht noch durch Leichen und Särge das Kinderlachen erstorben würde.“

    Was für eine pessimistische Lebenseinstellung! Nun hat sie schon einen Stuhlkreis im Kindergarten und auch das Spielen am Wald, und kann dem Leben immer noch nichts Buntes abgewinnen. Traurig, sehr traurig.

    N. S. Seine Freunde sollte man sich sehr sorgfältig aussuchen. Und beim Stoßen sollte man/Frau sowieso vorsichtig sein. Da können immer unvorhergesehene Dinge geschehen.

  11. „was ich Ihnen keinesfalls unterstellen möchte, wovon ich aber ausgehe, davon dürfen Sie ausgehen,“
    Eine grandiose Formulierung, die ich hier gerne entwenden und bei ähnlichen Gelegenheiten in meinem Alltag nutzen möchte, auch wenn ich damit hier in den Kommentaren wieder einige „Plagiat“-Rufer wecke.

    • Ja, so oder so ähnlich habe ich mir den Satz auch ins Notizbuch aufgenommen. Man weiß doch nie, wann man so was mal brauchen kann.

  12. Leider gibt es sehr viele Eltern, die selber solche Angst vor dem Thema Tod haben, dass sie nicht mit ihren Kindern darüber reden können – und dann leider auch manchmal nicht wollen, dass andere das tun. So erleben wir das im Kindergarten immer wieder: „Wenn Sie das Thema besprechen wollen, sagen Sie uns vorher Bescheid, mein Kind kommt dann nicht! Das ist nichts für mein Kind…“
    Wir sagen nicht vorher Bescheid, sondern geben am betreffenden Tag einen Elternbrief mit, der die Eltern freundlich ermuntert, sich (auch) dem Thema zu stellen.

    Und die Kinder? Die sind -natürlich! – betroffen und auch mal traurig, wenn wir über den Tod sprechen. Und dann lachen sie zwei Sekunden später und ich selber merke wieder: so ist das. Tod und Leben gehören zusammen.

    • Ja leider. In meiner Familie. Meine jüngste nichte steht bei meiner mutter im Wohnzimmer und fragt was aus all den schönen Sachen wird wenn sie mal stirbt. Meine Mutter antwortet ihr. Die kleine stellt weiter fragen und bekommt antworten auch über meinen Vater, den alle nicht mehr kennengelernt haben da er vor 21 Jahren starb, bis die älteste anfängt mit weinen. Meine Mutter nimmt sie auf den Schoß tröstet sie und gemeinsam schauen sie sich die alten Fotoalben an. Alles ist gut. Mein Bruder erfährt davon und macht ein Fass auf wie meine Mutter sich mit den Kindern über dieses Thema unterhalten kann und das ist seine Aufgabe das will er gefälligst selber machen. Seine Älteste (die die geweint hat) wird nächstes Jahr 18. Da frage ich mich wann er das mal tun will.

  13. > Kann man nicht eventuell ganz normale Autos nehmen, die
    > vielleicht bunt beklebt oder als Staubsaugerwagen verkleidet
    > sind?
    > Ist es notwendig ein Sarg zu nehmen, ginge da nicht was
    > Farbenfroheres?

    Nach meiner Kenntnis werden im Umkreis von Stuhlkreisen Tote mit dem gelben Postauto in blauen Ikea-Taschen abgeholt.

    *scnr* 😀

  14. Also das haut einem doch glatt die Feder aus dem Dutt, wenn man nicht ohnehin schon ne polierte Kuppel hat.
    Mich würde wirklich brennend interessieren, worauf die Schreiberin tatsächlich mit dem Kopf gestoßen wurde.
    Vermutlich wurde sie damals mit dem Klammerbeutel gepudert und ist regelmäßig vom Öko-Wickeltisch gefallen.
    Und wenn sie schon meint und sich bestimmt einbildet sie hätte toll geschrieben, sollte sie sich ihren unsinnigen Schmalz noch mehrmals durchlesen und die unzähligen Fehler beseitigen.

  15. Was passiert, wenn die Anfragerin den Tod der Haustiere ihren Kindern erklären muss? (Nur mal als rein rethorische Frage und falls sich Haustiere im Haushalt befinden.)

    Ich stimme Tom zu: Der Tod gehört zum Leben und umgekehrt. Es gibt Mittel und Wege, den Kindern kindgerecht dieses Thema nahezubringen, auch in Form von Kinderliteratur. Am Besten finde ich es, wenn man den Kindern, wenn sie schon nachfragen können, altersgerecht erklärt, warum da ein so merkwürdig aussehender Wagen vor dem Haus hält. Aber den Kindern die Augen zuhalten? Ich weiß nicht.

    Ich bin eh der Meinung, dass die meisten Kinder eine ganz eigene, positivere Art haben, um den Themen ‚Sterben und Tod‘ umzugehen – ich verweise mal auf einige Blog-Einträge von Undertaker Tom, wo die Schulkameraden am Grabe eines Mädchen standen und viel Weises dazu zu sagen hatten.

  16. Geil. Das ist doch ein Fake. Kann es nur sein.

    „so was möchte man seinem Kind ja nicht ersparen müssen.“

    Genau.

    “ und es können unliebsame Fragen auftauchen“

    Der Kern des Problems.

    „und Särge wie wild durch die gegend tragen“

    Sargtragemeisterschaften in Wohngebieten sind also zu unterlassen.

    „die vielleicht bunt beklebt oder als Staubsaugerwagen verkleidet sind?“

    Da werden sich die Angehörigen aber bestimmt freuen.

    „Ist es notwendig ein Sarg zu nehmen, ginge da nicht was Farbenfroheres?“

    Ein überdimensionales Überraschungsei vielleicht, oder passend einen Staubsauger?
    Traditionell wäre ja der Teppich.

    Sorry Tom, das musste einfach.

    • Oh ja, das ist nur ein besonders schönes Beispiel, das ich hier wiedergebe, weil mich diese Ignoranz aufregt.
      Wenn ich die Anfragen, die sonst noch so eingehen, hier alle wiedergeben würde, würde jeder diese für Fakes halten.
      Erinnere Dich an mein vorletztes Buch „Darf ich meine Oma selbst verbrennen?“.
      Die titelgebende Frage wurde ja tatsächlich so gestellt.

  17. Doch so Vollpfosten gibt es … Trolle leider auch. Zu welcher Kategorie die Schreiberin gehört, wage ich jetzt nicht zu analysieren.

    Aus Erfahrung kann ich sagen: die unliebsamen Fragen tauchen besonders dann auf, wenn man zu einem Thema besonders viel Theater macht. Augen zuhalten ist kontraproduktiv – die Kinder werden dann erst recht stutzig. Einfach weitermachen, womit auch immer. Je weniger Gewese, desto uninteressanter.

    Übrigens sind meine Kinder alle in dem Wissen aufgewachsen, dass der Opa (mein Papa) tot ist. Das gehört dazu, wenn man von den Kindern aufgefordert wird, Familienverhältnisse zu erklären. Soweit ich das beurteilen kann, haben sie dadurch keine bleibenden Schäden. Auch die gestorbenen und begrabenen Haustiere haben zu keinem Trauma geführt … nur zu Tränen und Gesprächen. Wobei beides völlig ok und normal ist.

    • Es gibt so Vollpfosten!
      Jeder, der hier Fake ruft, darf mir seine Telefonnummer schicken, ich verbinde ihm täglich zwei Hohlvollpfosten zum freundlichen Therapiegespräch. 🙂

      • Danke. Ich hab leider zu oft mit solchen Leuten und ähnlichen zu tun.
        Immerhin wirst du dafür bezahlt, über die Telefonrechnung. Ist doch wenigstens ein positiver Aspekt.

      • Danke. Ich hab leider zu oft mit solchen Leuten und ähnlichen zu tun.
        Immerhin wirst du dafür bezahlt, über die Telefonrechnung. Ist doch wenigstens ein positiver Aspekt. 😉

        • Schön wäre es.
          Das Hotline-Angebot ist ein Angebot für diejenigen, die schnelle und unkomplizierte aber auch kompetente Hilfe und Ratschläge benötigen. Wenn man so eine Expertenmeinung einholt, sollte es eigentlich selbstverständlich sein, daß man bereit ist, dafür einen kleinen Obolus zu zahlen.

          Das sehen aber leider viele gar nicht ein und rufen dennoch über die Rufnummer, die im Impressum genannt wird, an oder schreiben lieber eine Mail.
          Ein Verdienst ist durch die Hotline nicht zu realisieren, ich betreibe sie aber dennoch weiter.

  18. Solche Vollpfosten möchte ich eigentlich nur kloppen. Weil sie ihre Kinder mit ihren Ängsten, die sie dann nie auszusprechen lernen, allein lassen. Schon mal daran gedacht, was sich das Kind vielleicht ausmalt, wenn es schnallt, dass die „Staubsaugerautos“ was mit dem Tod zu tun haben? Wie sie sich vielleicht vorstellen, was die Männer mit der geliebten Oma machen, damit sie in den Staubsaugerbeutel passt? Je mehr man in Kind vor sowas abschirmt, um so schlimmer ist der Tiefschlag, wenn ihnen irgendwann klar wird, dass es den Tod gibt. Und dass auch sie selber sterblich sind. Dann nicht zu Mama gehen zu können mit seinen Ängsten, weil die total hysterisch reagieren würde, ist noch viel schlimmer.

  19. Ich schwanke. Stark. Ich WEISS, dass es solche Vollpfosten gibt. Aber mein Hirn WEIGERT sich das als Gottgegeben hinzunehmen und sagt mir immer wieder, dass jemand da schön was zusammengeschreibselt hat um Tom aufzuziehen.

    Fakt ist: eine Geburt ist etwas total natürliches, positives und schönes und sie anzusehen ist tatsächlich richtig traumatisch. Da wird vor Schmerz gestöhnt und geschrien, es fließt nicht grad wenig Blut, da reißt Gewebe, da tritt auch mal anderes Unangenehmes aus, da entstehen eklige Geräusche, da glotzen Fremde auf den Intimsten Bereich und fassen den sogar an, da kippen gestandene Männer gerne mal um und viele die eine Geburt gesehen haben bekommen das absurde Bild der überdehnten weiblichen Intimzone kaum noch aus dem Kopf.

    Aber wegen einem schön gestalteten Holzkasten so ein Tamtam machen… *facepalm*

    • ich spuck gleich… vielen dank, jetzt weiß ich (mal) wieder warum ich nienieniemalsnie kinder will…. würg.

    • Na ja, das mit dem vielen Blut kann dir bei Toten auch passieren. Manchmal treten Körperflüssigkeiten, also Blut, Wasser usw aus, sowie ein nicht zu vergessender beisender Geruch steigt auf, vor allem wenn ein Toter schon mal 2 Wochen in der Wohnung lag. Fliegen und Maden gehen dann schon mal auf Wanderschaft. Somit könnte man diese Leichen doch gut noch ein bischen liegen lassen bis es dunkel wird, ist ja eh schon egal…. und die Bergungswannen würden bunt bemalt sicherlich niedlicher aussehen. Ausserdem wären bunt bedruckte Bergungshüllen sicherlich auch ein Augenschein. *** Sarkasmus pur****

  20. meine tochter hat mit knapp vier jahren das erste mal an einem begräbnis teilgenommen, ziemlich in der ersten reihe der trauernden (mein onkel war gestorben), ganz knapp am grab, mit selber blümchen hinterherwerfen. es war ein riesenbegräbnis, mit ein paar hundert besuchern, feuerwehr, musikkapellen, allem pipapo – ich weiss nicht mehr, wie viele leute beim „grossen“ leichenschmaus waren, beim „kleinen“ waren es schon an die hundert. dauerte alles einen ganzen langen tag. natürlich hat man mich beflegelt und beschimpft, so ein kleines kind mit tod und begräbnis konfrontieren, blablabla.

    und wissen sie, was das kind im kindergarten erzählte?

    richtig: „der mama ihr onkel war schon sehr alt und krank, und dann ist er gestorben, so ist das. und wenn jemand stirbt, dann wird er begraben, auf dem friedhof, der mama ihr onkel auch, im familiengrab bei den anderen. und alle leute aus dem ort und von ganz weit her sind gekommen und haben sich verabschiedet. jetzt tut ihm nichts mehr weh, und man kann zum grab gehen und ihm blumen bringen und, wenn man ganz leise ist, mit ihm reden. man kann nur nicht mehr hören was er sagt.“

    zugegeben, ich habe mit ihr vorher darüber gesprochen, und mit der kindergärtnerin auch. jetzt, mehr als 35 jahre später, haben tod und begräbnisse noch immer keine schrecken, und wir verabschieden uns gerne irgendwie von den menschen, deren lebensweg wir eine zeitlang geteilt haben.

    • Das tut gut zu lesen. So einfach kann das sein. Und wieso zugegeben. Ich finde das super. Und so sollte man das auch machen.

  21. Also, manche Kommentare hier stehen den Artikeln von Peter Wilhelm in gar nichts nach! Vielen Dank für die vielen herrlichen Lachauslöser alleine heute.

    Ich habe in meinem schon länger währenden Leben gerade mit Kindern die tollsten Erfahrungen im Zusammenhang mit Tod und Sterben gemacht. Beispiel gefällig?

    Mein kleiner Bruder (damals Vorschulalter) begleitete unsere Mutter zur Trauerfeier einer langjährigen Hausbewohnerin. Er hatte nur gehört: „die Frau H…. ist gestorben, und jetzt gehen wir in die Kirche und anschließend zu ihrer Beerdigung“. Also hielt er in der Kirche Ausschau nach Frau H. Und weil er sie nicht sehen konnte fragte er – nicht sehr leise – „Wo ist denn die Frau H.?“
    Mutter „Pst, das vorne“
    Bruder „Wo da vorne? In der Kiste?“
    Mutter „Sei still; ich erkläre dir das später!!“
    Trauerzug auf dem Weg zum Grab.
    Bruder „Ist sie wirklich in der Kiste?“
    Mutter „Ja, aber das heißt Sarg“
    Sarg wird abgesenkt. Alle sind traurig und so.
    Bruder „Das ist aber schade, das die jetzt unter der Erde liegt, die hätten wir doch noch gebrauchen können“
    Mutter „Psst, leise. Was meinst du denn damit?“
    Bruder „Och, die hätten wir doch noch als Nubbel gebrauchen können, das wär‘ doch viel besser als unter der Erde“

    Wirklich geschehen. Unsere Mutter hatte auf der Beerdigung große Nöte. Ich konnte mir das lebhaft vorstellen, und wir haben später noch oft darüber gelacht.

  22. Ich finde, dass das doch eine ganz gute Gelegenheit ist über den Tod zu sprechen, wenn man zufällig einen Leichenwagen sieht. Man ist in dem Moment nicht selbst betroffen, und kann das ganze viel sachlicher erklären. Das Kind verbindet in dem Moment auch keine negativen Emotionen mit dem Sarg. Sicher ist die Erkenntnis, dass da ein Mensch für immer geht nicht urkomisch, aber meiner Erfahrung nach nimmt das Kinder auch nicht sehr mit wenn sie den Menschen sowieso nicht kannten. Es ist sicher leichter das Thema zu behandeln wenn das Kind auf der Straße einfach ne Frage stellt über ein seltsames Auto, als wenn gerade die Lieblingsoma gestorben ist.

  23. erinnert mich an die Eltern von Thorben(?). Du hast vor Ewigkeiten mal geschrieben über auch sone Vollkornfamilie mit pädagogisch wertvollen Holzspielzeug…
    waaah. So Herrschaften gibt es halt in real. Ich erlebe da beruflich genug.

  24. Ich empfehle dieser Helikoptermami einen Schnellkurs „Buddhismus“, alternativ mindestens 100 Stunden Psychoanalyse…denn wenn sie den Tod trifft, kann sie sich nicht mehr mit ihm auseinandersetzen.

  25. Liebe Mailschreiberin,

    wenn wieder einmal Ihr fröhlich buntes Dasein durch das ach soo triste und graue Leben bedroht und bedrängt wird, empfiehlt sich immer die Wiedergabe von lustigem Liedgut. Dann können traurige und schmerzhafte Gedanken gar nicht erst entstehen.

    Also, jetzt gleich mal mitsingen (auch die ganzen anderen Kommentatoren hier):

    „Jeeede Zelle meines Körpers ist glück-lich, jeeede Körperzelle fühlt sich wohl…“

  26. Ich selber Bestatter, habe so eine ähnlich situation erlebt. Mein Kollege und Ich hatten eine „Abholung“ aus einem Mehr Familien Mietshaus, der Verstorbene lag schon länger, als wir uns im viel zu engen Treppenhaus um die ecken quälten und es sehr arg nach Verwesung roch, kam eine Mutter mit Kind die Treppe hoch. Sie hat uns so böse angeschaut und drängelte sich an uns vorbei das Kind fragte was wir da machen und Sie sagte das hat dich nichts zu interesieren und Sie versteht eh nicht warum dass jetzt sein muss ob wir nicht warten können, und hielt igm die Augen zu. Ich kann mir doch nicht aussuchen wann die Kripo nich

  27. Das ist ja echt verrückt. Aber ich muss gestehen, unheimlicher finde ich, dass ich keine Leichenwagen mehr sehe. Oder ist gerade nicht die Zeit?

    • Dann komm‘ zu uns. Ich fahr mindestens einmal täglich beim Bestatter vorbei. Dort stehen auch gelegentlich fremde Leichenwagen und auch Lieferanten die Särge bringen.
      Das Schlimmste aber ist der Seitenstreifen davor. Man kann ihn zum Parken nutzen, oder wie extrem häufig für die zivilen/privaten Stadtblitzer, die ja offiziell der Sicherheit dienen. Sucht man die, sieht man auch den Bestatter. 😉

      • Die machen bei euch hinne, wegen der kommenden Feiertagen… 🙂

        Wieso findet man den Bestatter beim Blitzer?!-Kopfkino!!! 🙂 Aber ich geb zu, ich such´ die nicht, ich fahre immer ganz schnell vorbei. 😉

        • Ja, ja, mit ganz schnell vorbei fahren findest Du die am schnellsten. Potz Blitz! 😉
          Aber sind die Blitzer die Du meinst nicht Flitzer? Oder ist ein solcher Blitzer einer, wo nur kurz mal ein genitales (nein nicht unbedingt geniales) Teil rauslugt?

          • Ach, hier gibt´s nur Verrückte. 🙂 Obwohl wenn die Studis mal wieder feiern, gibt´s auch einen Flitzer. Es gab mal einen der putzte immer flitzig, aber der ist wohl mit dem Studium fertig. Wir haben alles getrauert. 🙂

              • Gerne, die ganze weibliche rechte Straßenseite trauert. 🙂

                Der Typ war morgens immer das Highlight zum Kaffee und abends, wenn er seine Bude geputzt hat, war er immer ein netter Anblick, er fehlt mir wirklich.
                🙂 Ein gutgebauter Mitzwanziger, der völlig nackt staubsaugt? Da waren mir ja auch die verwuschelten Haare egal. 🙂

                Aber ich habe hier noch einen Nachbarn, der ist noch ganz jung und unverdorben, gerade 20… der rennt täglich zur Muckibude „pumpen“ und hat nun ein Wahnsinnskreuz und der hilft auch ganz gern im Garten oder beim Auto. Er trägt meist ein schlichte weisses Rippenachselshirt- der Hammer! Wie so ein schlichtes Teil so „wirken“ kann…Das Hemdchen zieht er immer aus, wenn ihm warm wird…aber dafür ist es ja nun zu kalt..ich muss darben *seufz*

                Ich muss hingucken. Ich versuche, es nicht zu tun, aber es klappt nicht…aber so wie der Achselshirttyp immer grinst, weiß er um seine Wirkung. Ich glaube, das ist sogar so gewollt.

                Ist es nicht üblich, dass ältere Damen so junge Spunde unter ihre Fittiche nehmen müssen?…. 🙂

                • Hildegard, für Dich, weil ich das nicht so schön in Worte fassen kann. Ist doch süß, oder? 🙂

                • Danke Smilla. Ich sehe schon, wir älteren Damen müssen zusammen halten. 😉
                  Unten ist kein Platz mehr. Ich glaube, wir kommentieren zu viel.

  28. Es fängt ja schon damit an das jemand rücksichtsloserweise einfach mitten am Tag gestorben ist. Es sollte ein Gesetz geben das man nur noch in der Nacht sterben darf. Zu wiederhandeln wird mit dem Tode bestraft. Und wenn wir schon mal dabei sind, auch Beerdigungen dürfen nur noch Nachts statt finden damit der arme Tobi oder doch nicht eher seine Mutter? nie wieder einen Leichenwagen sehen müssen. … Das arme Kind. Was macht die wenns regnet? Dann ist doch auch alles so trist und traurig.

  29. sterben – wie sag ich es meinem Kind? Meiner hat letztens die Frage gestellt „aus was ist die Wurst gemacht?“ – aus Hühnern, Schweinen und Kühen – „sind die dann tot?“ – ja – „Aha“

    Und dass die Papa-Oma im Himmel ist (auch wenn wir nicht kirchlich sind), ist für ihn auch ok. Weil der dort ja nichts mehr weh tut und sie nicht mehr krank ist. Ins Schleudern komme ich immer dann, wenn er zum hundertsten Mal fragt, wo genau sie denn nun im Himmel ist.

    • Oder später, wenn ich mal im Flugzeug sitzt und das Kind empört krakeelt, wo denn nun die Leute alle hin sind…

      • Das kann man umgehen, wenn man sagt, dass die bei den Sternen sind. Und da es soooo viele Sterne gibt, ist für kleine Kinder völlig logisch, dass jeder Stern ein Verstorbener ist.

        So hat es meine Mama gemacht.

        Wir sollten nicht mit zur Beerdigung, weil das so ein Riesentamtam war mit Reise durch die Republik(Trauerfeier, Beisetzung und Leichenschmaus jeweils etwa eine Stunde Fahrzeit auseinander und Start war nicht in der Nähe von zuhause…), also haben wir Kinder jeder ein Bild für Opa gemalt, die wurden dann zusammen gerollt, an einen Luftballon geknotet und der ist dann zu Opas Stern geflogen. Haben fast alle im Kiga so gemacht, wenn was war

    • Genau diese Frage habe ich mal einem Kind auf einem Grundschulfest (absichtlich sehr deutlich bzgl. bestimmter religiöser Techniken des Tiere tötens) erklärt. Die anwesenden am Tisch waren etwas angepi… aber keiner hat sich getraut etwas zu sagen. Insbesondere, nach dem Hinweis meinerseits, dass das auf dem Lande üblich ist, dass die Kinder alles mitbekommen.
      Meine Erklärung hatte natürlich einen Grund. Der, dem das am wenigsten passte, nämlich dem Vater des Kindes, war und ist (deutscher) Hassprediger (So nenne ich das, ich denke der sieht es anders. Er erzählt immer sachlich ruhig, mit echt guten Beispielen usw. und ich finde der ist sehr gefährlich. (wurde auch vom MAD laut eines TV-Berichts bestätigt)) der oft im TV und insbesondere im I-Net mit eigenem Kanal zu finden war/ist.
      Komisch, das genau diese Leute die Realität verbergen wollen.

    • Kennt jemand noch die Werbung mit Hella von Sinnen, wo sie als Supermarktkassiererin quer durch den Laden plärrt: „Tinaaaaa, was kosten die Kondome?“ Mein herzallerliebstes kleines Mädchen hat es echt gebracht mich inmitten einer langen Schlange vor der Supermarktkasse IN GENAU DIESEM TONFALL zu fragen: „Mamaaaaa, wie kommen die Löcher in den Käse?“

      Ich würde niemals ein Kind ohne ein bisschen Vorbereitung mit auf eine Beerdigung nehmen. Oder zum Beispiel so Zeug veranstalten, einfach ein gleich aussehendes Haustier nachzukaufen wenn eins stirbt oder so ein Krampf. Man, Kinder müssen später mal mit dem echten Leben klarkommen, die Psyche muss auch trainiert werden.

      • Die Werbung mit Hella war super! 🙂

        Ich glaube, dass viele Erwachsene mehr Probleme mit dem Tod haben, als Kinder. Die nehmen viele Dinge noch so als völlig selbstverständlich und logisch hin.

  30. Spritzbesteck auf Kinderspielplätzen, Drogendeals durch irgendwelche Junkies, Saufereien unter Jugendlichen, sowas müssen so manche Kinder mit ansehen, da ist ein Leichenwagen dagegen heilig…

  31. Oh Gott! Denkt doch mal bitte jemand an die armen Kinder … von solch entsetzlichen Eltern 😀

  32. Mein Tip an die Mailschreiberin: bitte wenden sie sich beim nächsten mal an die Hauptzentrale von Mutter Natur, Erdgeschoß, Abteilung Thanatos.

    O.k., genug schwarzer Humor – die Verfasserin dieser Mail kann doch nicht ernsthaft fordern, dass Verstorbene nur in der Nacht abgeholt werden.
    Man stelle sich mal vor: jemand stirbt im Sommer morgens um 8 Uhr. Abgeholt werden darf er aber dann erst um Mitternacht (wenn es nach ihr ginge)…nach einem langen, schwül-heißen Tag…brrrr!

    Sorry, dass mein Tonfall sehr bissig und fies ist – aber wenn ich solchen Stuss (Zitate: „Abartig!“, „Entsetzlich!“, „Ist es notwendig ein Sarg zu nehmen, ginge da nicht was Farbenfroheres?
    Ich meine unsere Welt ist trist und grau und da wäre es schön wenn nicht noch durch Leichen und Särge das Kinderlachen erstorben würde.“) lese, dann bringt mich das auf die Palme *guckt wütend*

    • > Man stelle sich mal vor: jemand stirbt im Sommer morgens um 8 Uhr.

      Warum sollte das nicht machbar sein. Man muß halt gleich morgens früh aus dem nächsten Blödmarkt eine Tiefkühltruhe holen zum Zwischenlagern.

      Oder man läst den fröhlichen BoFrost-Mann abholen. 🙂

  33. Dieser Beitrag hat mich schon sehr verwundert. Hier wird der Tod als Schreckensgespenst für Kinder dargestellt. Wenn sie verantwortungsvolle Eltern sind, lernen sie ihren Kindern dass das Sterben zum Leben gehört. Was konkret an einem Leichenwagen so schlimm sein soll,dass man einem Kind die Augen zuhalten muß verstehe ich nicht. Der Hinweis man solle doch Leichen gefälligst in der Nacht fahren ist schon sehr seltsam. Wenn man das so handhaben würde, müsste die ohnehin nicht schon ganz billige Angelegenheit noch mehr kosten und die Leichen irgendwo einlagern. Das wiederum wäre schrecklich. Denken sie vielleicht auch ma an die Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmen die wohlgemerkt auch „nur“ Menschen sind?

  34. Also ich glaube eher dass das Kinderlachen bei den Kindern der Schreiberin bald erstirbt da diese in einer sehr eindimensionalen Welt zu „leben“ scheinen.

  35. Mein Zwerg war knapp 3 als sein geliebter Opa starb. Wir haben ihn ganz bewusst zur Trauerfeier und Beisetzung mitgenommen. Die Oma hat hinterher gesagt, die Anwesenheit von demZwerg war das beste, er musste mit seiner kindlich freundlichen Art die Trauergemeinde und zeitweise sogar den pfarrer zum Schmunzeln bringen, was die ganze Zeremonie ein bischen leichter für alle gemacht hat.

    Der kleine hat auch schnell akzeptiert, dass der Opa jetzt im Himmel ist und dort auf ihn aufpasst; und jedesmal, wenn er ein Bild vom Opa sieht, weint er nicht etwa schrecklich, sondern freut sich, den Opa zu sehen. Ab und zu guckt er in den Himmel rauf und sagt:“Da oben ist mein Opa aber ich kann ihn nicht sehen aber er sieht mich“

    • So süß. Und ganz ehrlich ich bin 33 Jahre und glaube ganz fest daran. Mein Papa und mein Freund sind im Himmel. Ich kann Sie nicht sehen. Aber sie sehen mich. Und Liebe „Realisten“ bitte lasst uns diesen Glauben. Ich kann nicht beweisen das es Gott gibt. Aber ihr auch nicht das Gegenteil.

  36. könnt mich grad kringelig lachen. Gerade sadt mein Zwerg, weils regnet: „Guck mal, der Opa muss pieseln.“ kein Witz

  37. Da fällt mir noch was ein. Folgte man der Logik der Schreiberin, dann dürften ja auch Bestatter und deren Mitarbeiter keine eigenen Kinder bekommen; wie sollten die ihrem nachwuchs ihren Beruf erklären, ohne, dass der das Trauma seines Lebens kriegt; ergo sollten alle im Bestattungsgewerbe tätigen zwangssterilisiert werden, womit wir also wieder beim guten alten Faschismus angelangt wären.

    • Kann ja nicht mal Kinder zeugen, das Gegenstück haut beim Date ab, wenn sie „Bestatter“ hört. Bestimmt eine Seelenverwandte der Schreiberin da oben, Mädels!! – wir beißen nicht!!!!Sind auch nur Menschen mit Bedürfnissen!

  38. Oha,ich (übrigens der Fotograf dieses beliebten Fotos und selbst Angestellter in einem Bestattungshaus) falle gleich hintenüber! Die Abholung in die Nacht verlegen? Beerdigungen vielleicht auch? Nee!

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