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Top 10 der unnötigsten Versicherungen

Von
orgel

„Die Welt“ hat jetzt wieder einmal die Hitliste der unnötigsten Versicherungen aufgestellt. Alle Jahre wieder, könnte man sagen.
Die Zeitung listet folgende Versicherungen auf:

Glasbruchversicherung
Brillenversicherung
Krankenhaustagegeldversicherung
Reisegepäckversicherung
Handyversicherung
Hochzeitsrücktrittskostenversicherung
Versicherung gegen häusliche Notfälle
Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr
Insassenunfallversicherung

Und auf Platz 1 setzt die zuständige Journalistin die Sterbegeldversicherung und schreibt:

„Mit ihr wollen umsichtige Menschen die Kosten ihrer eigenen Beerdigung absichern, damit nicht die Angehörigen darauf sitzen bleiben. Tatsächlich bekommen die Hinterbliebenen oft weniger Geld heraus als der Versicherte eingezahlt hat. Ein Sparkonto wäre da eindeutig besser.“

Da muß ich als glühender Verfechter der Sterbegeldkassen jedes Mal aufheulen, wenn ich das lese.
Ersten weiß kein Mensch, ob und wann ihm mal eine Glasscheibe zertrümmert oder das Reisegepäck gestohlen wird, über den Sinn solcher Versicherungen kann man also wirklich getrost nachdenken.
Zweitens zahlen manche Versicherungen tatsächlich nur den lächerlichen Zeitwert des versicherten Gutes (Handyversicherung) oder können überflüssig sein (Insassenunfallversicherung).
Doch drittens: JEDER MUSS STERBEN.

Und die Kosten eines Todesfalls sind bekanntermaßen hoch, setzen sie sich doch neben den Kosten des Bestatters auch aus den immensen Kosten der Friedhöfe, Kirchen, Steinmetze, Gärtner und Zeitungen zusammen.
Was alle Journalisten falsch machen, das ist die Überlegung, eine Sterbegeldversicherung sei so etwas wie eine Geldanlage. Da wird die Rendite ausgerechnet und oft anderen Finanzprodukten gegenübergestellt.
Außerdem gehen die Journalisten immer davon aus, daß jeder Mensch 86 Jahre alt wird und somit ewig lange in die Sterbegeldversicherung einzahlt.

Fakt ist aber: Jeder kann jederzeit sterben. Auch junge Menschen, auch Familienväter, auch Mütter von 35 Jahren, auch Kinder und Jugendliche. Jeder.
Es ist die klassische Aufgabe einer Versicherung, daß der Kunde dann möglichst alle seine Kosten ersetzt bekommt, wenn der Versicherungsfall eintritt. Dabei spielt es für die Versicherung keine Rolle, ob der Kunde erst wenige Jahre einen geringen Beitrag bezahlt hat und nun Anspruch auf eine hohe Summe hat.

Natürlich gibt es andere Möglichkeiten, für seine Bestattung vorzusorgen, als nur die Sterbegeldversicherung. Man könnte einfach z.B. in anderen Bereichen Verzicht üben und einen entsprechenden Betrag ansparen.
Man kann sich die Mühe machen, verschiedene anderen Finanzprodukte miteinander zu kombinieren, um den Effekt einer Sterbegeldversicherung nachzubilden.
Und sicher finden sich zahlreiche Modelle, die vom Gesichtspunkt der Rendite her noch attraktiver sind.

Aber sind wir doch einmal realistisch. Wer verfügt über so viel Kompetenz im Bereich der Finanzprodukte, um das wirklich bewerkstelligen zu können? Im Regelfall hat man es doch sehr häufig mit recht einfachen Menschen zu tun, die oft nicht einmal ihre Steuerklasse kennen oder denen ein Lohnsteuerjahresausgleich schon zu kompliziert ist.
Man muß doch auch mal an die denken, die sich über Finanzen ansonsten gar keine Gedanken machen und die den Begriff Vorsorge im Bestatterweblog zum allerersten Mal lesen.

Hier ist die klassische und bewährte Sterbegeldversicherung ein einfaches und bezahlbares Produkt, das jeder versteht.

Bestatter können ein Lied davon singen, wie verzweifelt Menschen sein können, wenn sie im Büro des Bestattungsinstitutes sitzen und auf einmal mit hohen Rechnungsbeträgen konfrontiert werden.
Angehörige sind oft todunglücklich, weil sie erst im Nachhinein erfahren, daß man schon ab etwa einem Euro im Monat eine solche Versicherung hätte haben können.

Es gibt doch nur wenige Arten von Kunden. Das sind einmal die, die sich eine Bestattung sowieso leisten können, die genügend Geldmittel haben, um auch einen unerwarteten Sterbefall bezahlen zu können.
Dann gibt es die Kunden, die es irgendwie auf die Reihe bekommen, sei es durch Inanspruchnahme eines Überziehungskredites, Zusammenlegen in der Familie oder Abschöpfung des Erbes.
Und es gibt die, bei denen schon im ersten Beratungsgespräch klar wir, daß sie sich eine Bestattung, so wie sie es sich vorstellen, nicht werden leisten können.
Ja und zu guter Letzt gibt es die, die irgendwie vorgesorgt haben.

Und genau an die Zielgruppe wenden sich meine Aufrufe: Die Leute, die aus welchen Gründen auch immer, noch nichts unternommen haben und die im Falle eines Falles mittellos da stehen würden.

Ob man nun sein Geld einfach nur auf ein Sparbuch legt oder in andere Finanzprodukte investiert, das bleibt unterm Strich aus der Sicht des Bestatters gleich: Der Kunde verfügt bei einem Sterbefall über Mittel, um die Bestattung zahlen zu können.

Aus der Sicht des Kunden sieht es aber etwas anders aus. Sparbücher werden oft schon zu Lebzeiten geplündert. Andere Finanzprodukte werden bei Pflegebedürftigkeit und Altersarmut oft aufgezehrt.

Bei vielen anderen Sparplänen und -verträgen ist vor allem aber nicht gesichert, daß zum Zeitpunkt des Todes überhaupt schon genügend Geld angespart wurde.
Die Sterbegeldversicherung zahlt nach einer kurzen Wartezeit auch dann, wenn man erst ein paar Mal seinen Beitrag bezahlt hat und bietet deshalb eben einen Versicherungsschutz.
Das ist doch der springende Punkt!

Das Risiko zu sterben liegt bei jedem Menschen bei 100%. Die allermeisten von uns werden eines Tages tot sein (Vampire, Messiasse und Zombies ausgenommen).
Da gibt es kein Vielleicht, so wie bei der Brillenversicherung.

Nach wie vor ist die Sterbegeldversicherung die beste Möglichkeit, um in kleinen Beträgen finanziell für seine eigene Bestattung oder die eines lieben Angehörigen vorzusorgen.
In den weitaus allermeisten Fällen wird man weniger einzahlen, als am Ende heraus kommt und das was an Überschüssen und Gewinnanteilen erwirtschaftet wird, ist oft bei weitem höher als die mickrigen, inflationsgeschluckten Zinsen eines Sparbuchs.
Nur in ganz wenigen Fällen kann es, vor allem bei sehr teuren Gesellschaften, die sich nicht auf das Produkt Sterbegeldversicherung spezialisiert haben und einem eine Art Risiko-Lebensversicherung als vermeintliche Sterbegeldversicherung verkaufen, dazu kommen, daß man im Laufe des dann recht langen Lebens etwas mehr einzahlt, als dann an die Hinterbliebenen bezahlt wird. Dafür hatte man aber den lebenslangen Schutz mit eingekauft.

Man zahlt doch auch in eine Hausratversicherung nicht nach dem Gedankenmodell ein, daß man sagt: Ich habe so und so viele Jahre eingezahlt, es ist mir noch nie was passiert, also habe ich mehr bezahlt, als ich bekommen habe.
Nein, man bezahlt für den Schutz, für das Versprechen der finanziellen Absicherung.
Bei der Sterbegeldversicherung ist es aber so, daß man nicht auf einen eventuellen Einbrecher, auf Hochwasser oder einen nie eintreffenden Rohrbruch warten muß, der Tod kommt ganz bestimmt und genauso bestimmt, wie der Tod eines Tages kommt, genau so bestimmt zahlt die Sterbegeldversicherung!

Die wird auch bei langer Krankheit, Pflege, Heimaufenthalt, Hartz IV, habgierigen Verwandten, verbrecherischen Betreuern usw. nicht, wie ein Sparbuch, auf einmal aufgelöst, sondern die zahlt dann wenn es gebraucht wird, wenn man stirbt.


Veröffentlicht von

Hier veröffentlicht der Publizist Peter Wilhelm Informationen und Geschichten rund um den Bestatterberuf.
Mehr über den an Allerheiligen geborenen Autor finden Sie u.a. hier und hier.
Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Texte rein zur Unterhaltung. Keine Rechts-, Steuer- oder Medizinberatung!


    



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Peter Wilhelm 16. April 2013

43 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Kleine Korrektur: auch Zombies können von einer Sterbegeldversicherung profitieren, denn sie müssen erst mal sterben, um danach untot zu werden. Messiasse soweit ich weiss ebenfalls, wobei diese vermutlich bei der Bestattung ein wenig sparen können, z.B. muss der Sarg nicht allzu bequem sein (da nicht für längeren Aufenthalt gedacht). Nur bei Vampiren wäre die Sterbegeldversicherung ganz überflüssig, da sie via Biss direkt vom Normal- in den Unsterblichkeits-Zustand übergehen. Daher würde die Versicherung vermutlich nicht einmal den künftig als Schlafstätte zu nutzenden Sarg übernehmen.

      • EINSPRUCH – natürlich sterben Vampiere! Pflock ins Herz, dann zerfallen sie zu Asche. Spart sogar die Kremierung…

        • Wenn man das an einem geeigneten Ort macht (Auf hoher See oder im Fesselballon) kann man vermutlich sogar die Beerdigung als solche sehr günstig halten. Allerdings wäre es dann vermutlich billiger, das geld auf ein tagesgeldkonto mit gutem Zinsatz anzulegen.

    • Gehen Vampire direkt in den unsterblichen Zustand über? Bei einem Fitzelchen Tod und sie es auch würde ich die Ansprüche gegenüber der Versicherung durchsetzen. 🙂 Hat man deswegen jetzt auf den Hirntod als Kriterium abgestellt?!

      Was passiert eigentlich, wenn ein Zombie von einem Vampir gebissen wird und umgekehrt?

  2. Wer erst mit 80 Jahren merkt, dass er mal sterben muss und dass sowas Geld kostet, wird um eine Sterbegeldversicherung nicht herumkommen. Die ersten drei Jahre (Aufbauzeit) gibt’s gar kein Geld, werden die 90 überschritten, kommt weniger raus als einbezahlt – rein unter Gesichtspunkten der Verzinsung betrachtet. Er stirbt also am ertragreichsten zwischen 83 und 89.

    Besser wäre es, schon in jungen Jahren statt 100€ in eine Sterbegeldversicherung zu zahlen, für 10€ eine auf fünf Jahre befristete Risikolebensversicherung abzuschließen und die übrigen 90€ auf ein Sparbuch fließen zu lassen. Nach Ablauf der fünf Jahre geht der junge Mensch (wenn er nicht zwischenzeitlich vom Mopped gefallen ist) mit diesem Sparbuch zum Bestatter seines Vertrauens und schließt eine Bestattungsvorsorge ab. Das ist Funeral prepaid statt Versicherungslotto.

    • Selten so einen Blödsinn gelesen.
      In jungen Jahren kostet eine solche Versicherung nur ein paar Euro und mit 65 ist Schluß mit der Zahlerei.
      Über 80jährige bekommen meist gar keine Sterbegeldversicherung mehr.

  3. jaja, die Journalisten… müssen jeden Tag eine Reportage abliefern und dabei im Lauf der Zeit so ziemlich alle Themengebiete abdecken, von denen sie dann zwangsläufig selbst meist so was von keine Ahnung haben… Nur wer da wirklich über ein Arbeitsethos verfügt, recherchiert auch ausreichend. (liest die betroffene Journalistin eigentlich mit? 😉 )

  4. …mit 80 eine Sterbegeldversicherung – tja, ich weiß nicht.

    Hast Du Dir die Tarife der Solidar angeschaut? Da ist die Wartezeit sechs Monate und mit 65 ist mit Zahlen Schluss!

    Da muss man sich ganz doof anstellen, um mehr zu zahlen als rauskommt; habe jetzt nicht geprüft, ob das da überhaupt geht.

    • @Chris:
      Und das, was man mehr rausbekommt als zu zahlen (insbesondere bei unerwartet frühem Tod) spendet die Versicherung dann aus reiner Menschenfreundlichkeit?
      Oder kommt das nur aus den Zinsen, die man nicht bekommt – das heißt also, man steckt inflationsbereinigt doch ganz schön viel Kohle rein?

      • Die Versicherungen wirtschaften mit dem Geld der Versicherten und erwirtschaften einen Gewinn, daraus werden die Rendite gezahlt und deshalb bekommt man in den allermeisten Fällen mehr heraus, als man einzahlt. Wer ganz sicher gehen will, der macht es mit einem Einmalbetrag. Da zahlt man einen fest definierten Betrag ein und bekommt im Todesfall einen ebenfalls fest definierten höheren Betrag wieder heraus, bzw. der fließt an die Hinterbliebenen.
        Kein Risiko, kein Lotto und keiner muß etwas spenden.
        Du schreibst nicht besonders logisch.

  5. Das Prinzip einer Versicherung ist: Mann wettet, dass etwas passiert. Die Versicherung wettet dagegen. Selbstverständlich haben Versicherer auf Grund der großen Datenbasis ganz gute Möglichkeiten, die Spielregeln so zu bestimmen, dass ihre Chancen bei der Wette sehr gut stehen – und das, obwohl sie natürlich selbst laufende Kosten erzeugen, die am Ende von Kunden zu tragen sind. Insofern ist es generell erstmal keine besonders gute Idee, sich so einer Wette zu stellen.
    Es gibt natürlich zwei Ausnahmen:
    1) Fälle, die sehr unwahrscheinlich sind, im Eintrittsfall aber massive Konsequenzen haben. Beispiel ist die Feuerversicherung. Die allermeisten Häuser brennen nicht ab, deswegen sind die Prämien verhältnismäßig gering. Brennt es aber doch, steht man nicht vor den Trümmern seiner Existenz, die sich bei den meisten durch keinerlei individuelle Vorsorge abfedern lassen. Das gleiche Prinzip gilt für besonders teure Behandlungen im Gesundheitsystem.
    2) Vor allem bei Pflichtversicherungen gibt es zwei Begründungen, die aber nur noch wenig mit „Versicherung“ zu tun hat: Das Flatrateprinzip und das Solidarprinzip. In gewissen Grenzen will man verhindern, dass die Leute am falschen Ende ihrer Gesundheit sparen und sich Arztbesuche verkneifen. Außerdem will man solidar umverteilen.

    Was besagt das nun über die Sterbegeldversicherung? Das Tom selbst das stärkste Argument liefert, warum sie Unfug ist: Wir alle müssen sterben. Da bleibt nur zu wetten wann, das passiert und welche Folgen das hätte. Ich behaupte, es ist immer noch für die meisten Deutschen das kleinste Problem, die 3k€ für die Beerdigung aufzutreiben, wenn Papa jung stirbt. Das ist nicht existenzbedrohend.
    Und diejenigen, für die es existenzbedrohend ist, die sollten sich erst recht vom Glücksspiel fernhalten.

    Insofern ist das Artikel absolut korrekt: Sterbegeldversicherungen sind Blödsinn.

    • bist Du Bankmanager, FDP-Politiker oder EU-Beamter? Auf jeden Fall zu abgehoben um zu wissen, dass für manche Leute 30 € Handyrechnung ein Problem sind.

      Drehen wir Dein Argument mal um: Würde ich nicht ERST RECHT eine Feuerversicherung abschließen, wenn es GANZ SICHER wäre, dass mein Haus irgendwann einmal abbrennt???

      • Mensch Leute, es ist doch völlig klar, dass man nicht jeden Menschen (aka „Fall“) über einen Kamm scheren kann. Für den einen sind 3 TEUR existenzbedrohend, für den anderen nicht.

        Natürlich sollte vor der Frage, ob ich eine bestimmte Versicherung abschließe, eine klassische Risikoanalyse stehen: a) Wie wahrscheinlich ist, dass Ereignis x eintritt? b) Wie groß ist mein Schaden, wenn Ereignis x eintritt?

        Nun können wir im Fall der Sterbegeldversicherung tatsächlich von 100% Eintrittswahrscheinlichkeit ausgehen, aber Frage b) ist sehr individuell zu beantworten. Im Prinzip stellen sich 3 Fragen: 1. Ist mir überhaupt wichtig, wie ich bestattet werde? 2. Wie teuer ist die Art der Bestattung, die ich mir wünsche? 3. Kann mein Nachlass/können meine Angehörigen das relativ problemlos aus den vorhandenen flüssigen Mitteln finanzieren oder nicht?

        @ Chris: Wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit des Hausbrandes 100% wäre, wäre die Versicherung so teuer, dass sie sich nicht lohnen würde, es sei denn, Sie verfügen über Informationen, die die Versicherung nicht hat. Das wäre dann aber wahrscheinlich Betrug.

        @ Caron: Die Bezeichnung „Flatrate“ für die Krankenversicherung finde ich durchaus treffend. Aber: Das System kombiniert Flatrate- und Versicherungsprinzip (und, im Fall der GKV, Solidarprinzip). Für die alltägliche medizinische Versorgung eines durchschnittlichen Menschen ohne schwerere chronische Krankheiten trifft es das Flatrateprinzip tatsächlich. Es gibt jedoch auch Krankheiten, die jeden treffen können und deren Behandlungskosten schnell in für Durchschnittsverdiener existenzbedrohende Höhen steigen. Da ist die Bezeichnung „Versicherung“ durchaus treffend.

      • Wenn es ganz sicher wäre, dass Dein Haus irgendwann abbrennt, wären die Versicherungsbeiträge genauso hoch wie die monatlichen Raten zum Abbezahlen des Hauses.

        • Ich versteh was du meinst, aber es kommt drauf an wie regelmäßig die Hütte abbrennt. 1x alle 100 Jahre ist durchaus bezahlbar. Alle 10 Jahre nicht, Wellblechhütten mal außen vor.

          • Wellblech braucht man nicht gegen Feuer zu versichern. Das brennt nicht. dagegen sollte man Bretterbuden eventuell schon versichern.

      • All das nicht. Ich kann nur rechnen. Deswegen hat meine Handyrechnung auch regelmäßig nur 15€.

  6. Caron trifft es mit seinem letzten Kommentar meiner Meinung nach auf den Punkt, ich kann mich nur auf ganzer Linie anschließen.

    • Ich finde den Kommentar von Caron unpassend, weil er Äpfel mit Birnen vergleicht und sehr unsachlich ist.
      Es wird ja so getan, als spiele man Lotto.
      In Wirklichkeit kann ich auf den Seiten der Sterbegeldversicherung klipp und klar nachrechnen, wie viel ich einzahle und wie viel ich herausbekomme.
      Ein Lotterierisiko gehe ich da nicht ein, speziell bei der Sterbegeldversicherung nicht, denn Tom hat wirklich recht, wir müssen alle sterben und da ist es nicht falsch vorbereitet zu sein.

      Insofern ist der Kommentar von Caron nicht korrekt und absoluter Blödsinn.

      • Reg dich nicht auf, solche Kommentare kommen immer sofort reflexartig wie beim pawlowschen Hund der Sabberfluß, wenn das Wort Sterbegeldversicherung genannt wird.
        Die wollen es nicht wahr haben, daß man da eine Absicherung bekommt.

        • pawlowscher Hund, Sabberfluß… toll, wenn sachliche Diskussionsbeiträge eine so Antwort erfahren!

      • Wenn klipp und klar gesagt wird, wieviel ich im Endeffekt einzahle, muss da stehen, wie alt ich werde. Ich bezweifle, dass jemand mit einer derart guten Glaskugel es nötig hat, Sterbegeldversicherungen zu verkaufen. Versciherungen SIND Glücksspiele (außer in den genannten Sonderfällen, die hier nicht zutreffen).

        Nochmal: Es mag Euch überraschen, aber niemand hat etwas zu verschenken. Die meisten können vermutlich einfach keine Zinsrechnung. Bei monatlicher Einzahlung und monatlicher Verzinzung mit einem Jahreszins von 3.5% (bei so festen Anlagen zur Zeit vielleicht gerade schlecht, generell aber problemlos möglich) hat man nach 20 Jahren fast 50% der eingezahlten Summe an Zinsen raus. Anschließend verdoppelt sich diese Summe alle 20 Jahre. Wer also mit 20 eine Sterbegeldversicherung abschließen und innerhalb von 20 Jahren 1200 Euro einzahlt (5€/Monat), sollte bei einem durchschnittlichen Lebensalter von 75 Jahren schon seine 5800€ rausbekommen. Sonst geht die Wette zugunsten der Gegenseite. Mit höheren Zinsen steigt das übrigens teilweise rapide. Bei 4,5% Jahreszins müssten schon 9000€ dabei rausspringen.

  7. Ich habe vor zwei Jahren auf Toms Anraten hin eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen.
    Eine für mich und eine für meinen Mann.
    Als mein Mann vor acht Wochen gestorben ist, war ich heil froh, dass ich diese Versicherung gemacht hatte.
    Die Zeit ist auch so schwer genug für mich. Ohne die Hintergrunderkenntnisse aus dem Blog hier und der Sterbegeldversicherung hätte ich das weder psychisch noch finanziell geschafft.
    In den zwei Jahren hätte ich niemals auch nur im entferntesten den notwendigen Betrag ansparen können.

    • Mein Beileid, liebe Margy9, und ich stimme Dir aus vollem Herzen zu … wir geben im Laufe unseres Lebens viel zu oft Geld für irgendwelchen Blödsinn aus … Sterbegeldversicherung ist sinnvoll – meine Tochter hat eigene finanzielle Interessen und Probleme, da muß ich ihr nicht noch solche Kosten aufdrücken. Man weiß ja nie, was mal mir dem Gesparten wird und für was das noch draufgeht … also … vorsorgen ist besser als nachsehen … DAS wußte meine Oma schon !!!

      • ja – bei meinen Eltern kam in den 60ern und frühen 70ern jeden Monat eine nette Dame oder Herr vorbei, die/der ungefähr vier Mark kassierte (zuzüglich „Hebegebühr“ von 10 Pf.) Wenn ich mich recht erinnere, liefen die Zahlungen bis 55 damals. (Ganz am Ende dann bargeldlos.)Ein paar Quittungsmarken habe ich heute noch!

        Es hätte uns natürlich nicht umgebracht, aber bei der Bestattung meiner Mutter waren aus diesen „Peanuts“ ein ordentlicher, vierstelliger €€€ Betrag geworden, der uns unheimlich gefreut hat! Danke, Mama!

  8. Was bei der Sterbegeldversicherung – meines Wissens – ein grosser Vorteil gegenüber der freien Geldanlage ist: Sie wird bei Pflegebedürftigkeit und nach Aufbrauchen des Kapitals nicht automatisch aufgelöst und aufgezehrt – das ist im Regelfall mit Aktienfonds, Sparbüchern und Lebensversicherungen anders. Ist auch irgendwie logisch: Man ist ja nicht selbst Begünstigter, sondern die Bestattungspflichtigen. Anders herum frage ich mich gerade – müssen die ggf. auf den hier ersparten Betrag Erbschaftssteuer zahlen? Oder entfällt diese ohnehin auf den Betrag, den die Beerdigung aufbraucht?

    Wer nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“ lebt oder vielleicht keine Angehörigen hat und keinen Wert auf die Bestattung legt, der kann natürlich sein Kapital im Leben verbrauchen und die Kosten der (minimalen) Beerdigung vom Nachlass begleichen oder der Allgemeinheit überlassen – der braucht daran zumindest keine Gedanken zu verschwenden.

    • Selbst wenn, wäre das wohl noch im Freibetrag mit drin. Und falls der überschritten wird, war wohl eh genug da.

  9. was auch gut sein könnte, dass viele eingezahlte Versicherungen niemals abgerufen werden.

    Wenn ich keine nahen Verwandten habe, muss der Versicherungsschein nach meinem Ableben erst mal gefunden werden, bevor meine Habe im Container landen!

    Komme ich vorher in ein Pflegeheim, kann er auch schon bei dieser Gelegenheit versehentlich entsorgt worden sein.

  10. Ich finde Toms Artikel schlüssig und absolut in Ordnung.
    Er bemüht sich seit Jahren, den Menschen den Vorsorgegedanken in den Kopf zu hämmern. Offenbar ist es den Bestattern grundsätzlich ein Anliegen, dass die Leute vorsorgen, damit sie hinterher nicht überfordert sind, auch in finanzieller Hinsicht.

    Leute, wer sich auskennt, der kann doch in Silber investieren oder sonst eine tolle Finanzierung für seine Beerdigung austüfteln, aber die allermeisten Menschen haben doch noch nicht einmal genug Sachverstand um zwei Reiseanbieter vergleichen zu können.

    Da ist Toms Ratschlag, auf ein ganz bekanntes und einfaches Produkt zu setzen, genau goldrichtig.

  11. Ich habe so eine Versicherung, zahle keine 4 Euro im Monat und müsste 130 Jahre alt werden bevor ich mehr rein gezahlt habe als raus kommt.

    • siehe meinen Beitrag weiter oben! Ich weiß von einer Bankerin im Ruhestand, dass es nicht wenige gut gefüllte Konten gibt, deren Besitzer schon über 100 sein müssten und sich seit 40 Jahren nix bewegt hat…

      Was die Bank wohl damit macht…???

    • Meine ist auch nicht teuer. Habe jetzt extra mal nachgerechnet. Wenn ich älter als 93 würde und bis dahin bezahlen müsste, dann würde ich mehr einzahlen.
      Aber mit 65 ist Schluss! Da muss ich gar nichts mehr bezahlen. Effektiv eingezahlt habe ich an die 3.000 Euro und heraus kommen 5.850 Euro.
      Im vergangenen Jahr lag die Bonuszahlung bei 10 %, wenn die dann noch hinzukämen, wären es noch mal 580,50 Euro mehr.

      Lasst euch keinen Bären aufbinden!

  12. Einige Kommentarverfasser begreifen gar nicht um was es geht.
    Die rechnen und rechnen, jonglieren mit Zins und Zinseszins, nur um zu beweisen, wie schlau sie sind.
    Das echte Anliegen haben sie aber nicht verstanden.

    • Dem kann ich mir nur anschließen. Wer das hier nur als Zahlenjonglieren, Glücksspiel und Rechnen versteht, der hat den eigentlichen Grundgedanken nicht verstanden.

      Und großspurig zu sagen „wenn ihr ehrlich seid, könnt ihr euch das doch sowieso leisten“ halte ich für vollkommen weltfremd.

      Es geht hierbei
      – um die finanzielle Sicherheit
      – auch um die Geldanlage
      – die organisatorischen Erleichterungen, wie Tom schon oft erklärt hat, geht ja oft mit der Vorsorge auch eine Absprache einher, wie derjenige nun bestattet werden will

      daraus folgen Erleichterungen der Zahlung seitens der Kunden, Abrechnung seitens des Bestatters, Sicherheit bezüglich des Ablaufs seitens des Bestatters UND Kunden.

      Es ist ein Komplex aus mehreren Vorteilen, der mit Zinsrechnung nicht annähernd befriedigend erklärt werden kann.

  13. Was an der Stelle auch nicht zu vergessen ist: Eine Sterbegeldversicherung ist kein Kapital an sich. Kein Amt kann jemanden dazu zwingen diese aufzulösen. Und der Bedarf nach Leistungen kann im Krankheits-/unfallfall^^ sehr schnell gehen.

    Falls das schon in den Kommentaren steht, hatte keine Lust so viel zu lesen

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