Verpackungswahnsinn

Ich benötige mal wieder eine Ladung Versandtaschen, um Bücher oder CDs versenden zu können.
Dafür habe ich mir bei einer Firma, die solche Sachen im Internet anbietet, zwei Muster bestellt.
Das ist ganz praktisch, denn so kann ich ausprobieren, welche Sorte am besten geeignet ist.

Heute kam das Paket von dieser Firma an. Es hat die Ausmaße 50 cm x 30 cm x 21 cm (ca.), ist also sehr groß.

Und was ist drin?

Nur meine beiden Muster und der Katalog der Firma, sonst nix. Gut, mehr habe ich ja auch nicht bestellt. Aber mir stellt sich die Frage, ob man nicht einfach einen Bogen Packpapier hätte nehmen können, statt eines solch großen Kartons? Absolute Verschwendung und ich muß den halbmeterlangen Dongo jetzt auch noch entsorgen.

Das größte Packstück war nur gut 26 cm lang…

Wahrscheinlich wäre es zu teuer gewesen, was Billiges zu nehmen!
Das Muster passte nicht mehr in den nächstkleineren Karton, also nimmt man dann so einen Riesenbrotzko.

Den Vogel schießt ja regelmäßig der Männerladen ab! Also ich meine Conrad-Elektronik.
Die liefern nämlich die Ware auf Wunsch und gegen geringe Zuzahlung nicht im schnöden Pappkarton, sondern in einer praktischen Kunststoffbox mit Deckel:

Die Dinger habe ich eigentlich ganz gerne, weil man da prima alles Mögliche drin aufbewahren kann und sie stapelbar sind.

Nur, wenn man bei Conrad was bestellt, dann kann man eventuell im Katalog oder im Internetshop noch lesen, wie groß der Artikel an sich ist, um ermitteln zu können, ob der überhaupt in diese Versandbox hineinpasst. Was man nicht erfährt sind die Packmaße. Ist also beispielsweise ein sehr kleiner Artikel in einer Riesenverpackung, die vielleicht etwas höher als diese graue Box ist, dann packen einem die Conradleute nicht den kleinen Artikel mit seiner etwas höheren Verpackung in eine passende Versandschachtel, sondern sie packen einen Riesenkarton, in dem ich übernachten könnte (!) und tun da den bestellten Artikel und die leere Versandbox hinein.
Man müßte bei Conrad ankreuzen können: „Versand in Kunststoffbox (falls Artikel passt)“.

In letzter Zeit habe ich häufiger so Riesenverpackungen für ziemlich kleine Artikel bekommen, offenbar sind Pappkartons zu billig.

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  • Veröffentlicht am: 16. März 2011
  • 36 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
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Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

36 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Ich habe auch mal einen Karton bekommen der so groß war, dass man sich da nen Zimmer drin hätte einrichten können :o)
    Das ganze Luftpolster Füllmaterial zu entsorgen war vielleicht in Akt

  2. …große Kartons überlasse ich meinen Hunden zum Spielen.Nach ca. einer Stunde sammel ich die Reste auf und entsorge sie in der „blauen Tonne“.Wir haben hier den „Luxus“der kostenlosen Papierabfuhr. :-)
    P.S. Katzen spielen auch gerne mit/in/auf/unter
    Kartonagen. ;-)

  3. Wie es zu solchen Riesen-Kartons für kleine Lieferungen kommt, ist recht schnell erklärt: Firmen, die öfter Ware verschicken, wissen irgendwann, welche Karton-Größen am meisten benötigt werden. Weil sie davon viele kaufen, bekommen sie Mengenrabatte.

    Warum sollten sie – nur weil dreimal im Jahr jemand zwei Muster anfordert – extra kleinere Verpackungsmittel lagern, bis sie mal gebraucht werden? Zumal der große Karton wahrscheinlich das gleiche Porto kostet…

  4. Bei uns in der Firma wurde mal ein Speicherriegel (RAM ca. 10 cm ‚* 2 cm) von DHL abgeholt.
    Der arme Mensch kam mit einer Sackkarre und einem riesigen KArton.

  5. ganz einfach, Tom:
    nichts bei big C kaufen. Es gibt genügend andere Lieferquellen und die preiswertesten sind die Hirschauer auch nicht.

    BTW: das sind Oberpfälzer …. :-)

  6. Stimmt Tom, das ist wirklich nicht sehr fachmännisch verpackt worden.

    Da fehlen noch mindestens 30 Liter Styroporchips…

    *duck-und-weg*

  7. Ja, das ist so ein Kreuz. Wir hatten früher auch früher fünf oder sechs unterschiedliche Kartongrößen. Leider war das ein teurer Spass. Den ob ich 15000 Stück von einer Größe bestelle oder je 2500 Stück in sechs Größen, macht preislich einen gewaltigen Unterschied. Auch der Arbeitsaufwand ist mit einheitlichen Größen geringer. Früher war das so: Man sucht sich einen passenden Karton aus, fängt an zu packen und bemerkt dann daß der Karton zu klein ist. Also den nächsten Karton. Heute nimmt man den einen Karton und wenn der mal voll werden sollte wird die Lieferung auf zwei Pakete aufgeteilt.

  8. Weiste, ich denke eher das die Hersteller dir auch mal Ihre günstige Art von „Pappsarg“ zeigen wollen. ;)

  9. Ich hab´vor kurzem auch einen Schlag bekommen, als mit unser Postbote mit einer Sackkarre mit einem Riesenkarton entgegenkam! Ich habe erstmal fieberhaft überlegt, was ich denn wieder bestellt haben könnte, aber da war auch etwas Winziges riesig verpackt. Wir haben ein Kartonhaus für Kind und Katze draus gemacht, aber es war so groß, dass war einfach im Weg, nach 3 Tagen kam es auch weg.
    Die Styroporchips sind eine Katastrophe, unsere Katze „Private Paula“ frißt die immer und ist anschließend verstopft. Möchte mal wissen, was da drinne ist.

  10. Naja, die meisten größeren Versender haben Rahmenverträge mit den Paketdiensten, die sich nach Gewicht richten – egal was man bestellt, es kommt alles im 60l Karton

  11. Wäre wahrscheinlich eine ganz gute Idee, die Styroporchips sicher zu entsorgen, bevor die Katze sie „immer“ frisst.

  12. 31x13x30cm bei 6x3x3,5cm Inhalt ist mein Lieblingskarton. Ohne zusätzliches Verpackungsmaterial.
    Habe das damals genauer ausgerechnet: 63m^3 zu 12090m^3, sprich, ich könnte noch knapp 191 zusätzliche Warenpakete (waren 6 Artikelchen gleicher Größe) reinlegen – also 1145 Stück. Und die wollen keine kleineren Verpackungsmöglichkeiten haben? Ein Briefumschlag hätte nämlich auch gepasst.

  13. Es gibt schöne Beispiele für Verpackungswahn auf
    http://www.theregister.co.uk/2009/07/29/aboxalypse_now/

    Ein Mitarbeiter eines IT-Grosshändlers erzählte mal, dass die an ihren Paketdienst im Wesentlichen nach Gewicht bezahlen. Dann lieber mehr Luft verschicken, wenn die eventuelle Beschädigungen reduziert…

  14. Es gibt auch Verpackungschips aus Maisstärke, die könnte man – theoretisch – essen. Zumindest können sie im Biomüll entsorgt werden. Wenn sie feucht werden, lösen sie sich auf.

  15. @Smilla:
    Nicht alles was wie Styroporchips aussieht ist auch aus Styropor. Mittlerweile gibt es die Dinger auch schon aus extruiertem Maisgrieß. Biologisch unbedenklich, können kompostiert werden und sind ggf. wohl auch eßbar (wer es denn mag). Google mal nach „Farmfill“.

  16. Die Frage ist: Warum benutzen die für Kleinigkeiten nicht ein paar der Versandtaschen die sie verkaufen?

  17. Tom, du hast bloss das noch nicht gesehen…

    [url]http://thedailywtf.com/Articles/%28Less%29-Screwedup-Packaging.aspx[/url]

  18. Die meisten _großen_ Versender und besonders z.B. Büroartikler haben die Verpackung weitestgehend automatisiert, und die entsprechenden Maschinen können nur gewisse Standardkartonagen verwenden, die dann automatisiert oft auch den Inhalt auf einer Seite des Kartons fixieren, den Karton verschließen, ggf. reifen und adressieren. Hier individuell an die Artikelgröße angepasste Verpackungen zu verwenden, wäre um ein Vielfaches teurer.

  19. @Chatwoman: Man kann sie auch praktisch essen. Einfach Mund aufmachen, Verpackungschip reinschieben und Mund schließen. Unter Auf- und Abwärtsbewegungen des Kiefers den Chip zwischen den Zähnen zerkleinern, dann schlucken.

    Schmeckt ein bisschen wie Erdnussflips.
    Vorsicht: Nicht die gefärbten oder gebleichten nehmen, die schwachgelben sind okay :)

  20. Wer mag, kann diese Dinger sogar als Spielzeug kaufen „Playmais“. die sind dann auch gefärbt als Nahrungsmittel unbedenklich – ist ja für Kinder und so

  21. Also erstmal vorneweg: der Katze geht es gut, die ißt noch ganz andere Dinge, das liegt aber an ihrem Vorleben, dazu schreibe ich drüben später noch etwas.
    Wir haben ein Unternehmen, also kommen und gehen auch die Kartons mit unterschiedlicher Füllung, es sind mal Teile drinnen, die gelblich sind und aussehen wir Chips (da wird Paula ganz bekloppt), dann gibt es welche, die aussehen wie Fischchen oder Aidsschleifchen und diese farmfills habe ich auch schon gesehen, die verwendet mein Kaffeedealer- nun weiß ich, warum die keine Probleme machen, obwohl die etwas klebrig sind, wenn sie feucht werden. Hier war es noch nie so aufgeräumt, wie „vor Paula“, aber Paula ist ein Rambo und sie macht auch verschlossene Kartons auf, auch Schubladen. Dazu setzt sie sich auf die Küchenanrichte und drückt gegen die Haltegriffe. Es kommt aber bisher immer wieder raus und seid Euch sicher, dass ich darauf achte, dass sie keine erwischt.

  22. Zum Verständnis: Die meisten Massenversender haben eine handvoll Kartongrößen und i.d.R. schlägt der Computer den Karton vor. Da wird dann alles reingepackt und geht aufs Förderband. Dort füllt dann eine Maschine alles mit Flocken oder Luftkissen und klebt den Karton zu und das Versandetikett auf. Der Frachführer wird anhand der Paketparameter (Größe, Gewicht, Zielland, Geschwindigkeit) vom Computer ausgewählt.
    Und die Massenversender haben für Pakete i.d.R. eine Versandflatrate, Pauschalpreis für alle Pakete bis XX kg. Die Rabatte sind übrigens höher als man denkt.

  23. at Smilla

    Ich habe auch so eine Paula mit entsprechendem Vorleben. War wirklich abenteuerlich, hat sich aber schon sehr gebessert. :)

    Pass nur auf, dass Paula nicht mal mit in den Versand geht!

  24. @Gloria
    Ich musste schmunzeln, bei dem Gedanken, dass es jemandem noch so ergeht oder ergangen ist. :-) Sag´jetzt nicht, ihr könnt Eßbares herumliegen lassen?

  25. @Smilla
    Vielleicht solltest du dein(e) „Private Paula“ bei ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten zum „Corporal Paula“ befördern?

  26. @11: man könnte auch daran denken, die Katze kurzfristig zu entsorgen, bis das Material aus dem haus ist :-)

    Konni,
    der immer noch in der Küche steht und die Feier am Wochenende vorbereitet.

  27. Ingo, sie heißt ja mehr aus Jux Prv. Paula , ich dachte an den Film full metal jacket:

    -ist eine mutige Irre
    -frißt ständig
    -ist ein modernes Kunstwerk
    – ist ständig da, wo man sie nicht vermuten würde und wo sie defintiv nichts zu suchen hat und Scheiße hat sie in ihrem Leben schon genug gefressen…

    Deswegen bleibt es wohl bei Prv Paula. :-)

  28. Smilla, na, da wünsche ich als selber Bediensteter und Personal eines Katers deiner Paula aber ein deutlich längeres Leben und angenehmeres Ende als dem Pvt. Paula im Film.

  29. Das sparen wir aus, hier gibt es ein gutes Ende. Obwohl unsere Küche manchmal wie das Bad nach dieser Szene ausssieht- wenn sie wieder erfolgreich gewesen ist. Wir kennen den Anblick ja, aber newbies hier zuhause kriegen schon mal große Augen. Das Letzte, was sie weggeschleppt hat, war eine Tüte mit Bohnen, die ich auftauen wollte. Das hinterließ eine grün-gelbliche Spur. Ich bin ja neugierig, wie heißt denn dein Kater? Unsere große Tigerdame heißt „Tom“ von Tom Jones, „the tiger“. Sollte eigentlich laut Tierheim ein Kater sein..

  30. @Smilla
    Der Kater ist ein mittelgrauer Perser und heißt eigentlich „Teddy“ (weil er auch so aussieht). Genannt wird er meistens „Fellaffe“ oder „TDI“ (Anspielung auf seinen Namen und seine ‚hektischen‘ Bewegungen). Hören tut er natürlich auf keinen dieser Namen. Er hat ja wie gesagt auch kein Herrchen oder Frauchen – sondern Personal. Zur Zeit klaut er gerade die Eier von Osterstrauch und trägt sie als „Beute“ durch die Gegend…

  31. als jemand, der auch grad zwischenzeitlich im Versand beschäftigt ist: nö, bei uns gibts keine Maschine, die klebt oder Adressaufkleber ausspuckt. Karton oder Versandtasche aus einer Vielzahl von Kartongrößen aussuchen, Zeugs rein (zur Zeit erschreckend viele Knut-DVDs, sonst eher Bücher und Tassen), mit Packpapier kämpfen, alles irgendwie so reinknüllen, dass es möglichst weder wackelt noch kaputtgehen kann,- mein Liebling noch immer ist die Knallfolie, muhahahaha,- Inhalt mit Lieferschein vergleichen (möglichst vorher), jenen in ne Lieferscheinhülle stecken, Karton zukleben, Lieferscheindraufkleben, dann alles wichtige wie Adresse, Name, etc. manuell in den Rechner eingeben, Schein für die Post ausdrucken, draufkleben, tadaa.

    Und dort, wo ich arbeite verschicken wir zwar nicht so viel wie bei mazon o.ä., sind aber gut und gern bei 200-400 Sendungen pro Tag. Manuell. Geht also auch anders.
    Aber ja, ich knnte auch eine DVD in einen riesigen Karton stopfen, alles mit Füllstoff befüllen und ja, der Preis für das ganze wäre dank irgendwelchen Vereinbarungen mit der Post krasserweise gleich.

    tii

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