Viröse Bröselfruchtigkeit

Aber wo hat unser Nachbar, der neugierige und aufrechtse (sic!) Oberstudienrat, Herr Nasweis-Lästig denn die Krankheit „viröse Bröselfruchtigkeit“ her.
Ich schaue mal bei der Frucht Himbeere im Netz bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia nach und siehe da, dort steht, daß eine bestimmte Sorte Himbeeren besonders anfällig gegen diese geheime Bröselfruchtigkeit sei.

Quelle: Wikipedia

Verlinkt ist die Bröselfruchtigkeit aber erstaunlicherweise dann auf Rötger Feldmann alias Brösel, den Comiczeichner von „Werner“. Da scheint mir doch der Verdacht nahe zu liegen, daß sich da jemand mit der Bröselfruchtigkeit einen Scherz erlaubt hat.

Das ist ja nicht das erste Mal, dass in Wikipedia Artikel auftauchen, die absoluten Schwachsinn beschreiben und reine Fakes sind.
Erstaunlich aber ist, welche renomierten Seiten nun auf eben jene Himbeerkrankheit bei Wikipedia verlinken. Man gebe einfach nur „Bröselfruchtigkeit“ in Google ein.
Da wissen wieder alle, was nur in Wikipedia steht und vermutlich ist das mit der fruchtigen Bröseligkeit blanker Unsinn.
Also für mich sieht das nach einem Blödsinnseintrag aus, den nur jemand da hinein gefuschelt hat, um etwas Spaß damit zu haben. Immerhin sind je genügend Leute und Seitenbetreiber darauf hereingefallen, wie es aussieht.

Ich habe das jetzt mal aus Wikipedia gelöscht. Wenn jemand Quellen für diese Krankheit bringt, kann man sie ja wieder mit hineinnehmen, bis dahin glaube ich eher an einen dummen Scherz so ähnlich wie bei der Homingberger Gepardenforelle, oder wie das Viech hieß.
Gibt es da nicht auch irgendeinen Ausdruck dafür, wenn man versucht so eine Fehlinfo möglichst wirksam in Wiki zu platzieren?

Wer da was weiß, der kann es ja gerne in die Kommentare schreiben.
Ich bin da auch sehr neugierig und würde gerne mehr darüber erfahren.
Ein hochinteressantes Thema, wie ich finde.

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  • Veröffentlicht am: 8. Juli 2012
  • 9 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
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Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

9 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Gut, dass du das gemeldet hast. Dank Wikipedia wird leider viel zu viel ungefragt übernommen. Auch wenn so etwas für den ein oder anderen „lustig“ sein mag, ist es für das Gesamtprojekt doch eher ärgerlich und kontraproduktiv.

    • Was wäre Pschyrembel ohne die Steinlaus?

      http://de.wikipedia.org/wiki/Steinlaus#Die_Steinlaus_im_Pschyrembel

  2. Spannend mal zu schauen, wann sich Wikipedia eigentlich mit der virösen Bröselfruchtigkeit infiziert hat.

    Eingetragen anonym am 24. November 2006 gegen 14 Uhr, jedoch ohne jegliche Verlinkung.
    3 Stunden später von Ayacop als leeren Artikel verlinkt.
    Am 3. Juni 2010 wurde die Verlinkung auf den immer noch nicht vorhandenen Artikel von Summerer22 wieder entfernt.
    Am 17. Juni 2012 21:53 sprich vor 3 Wochen hat Pedisequus dann mal die Bröselfruchtigkeit auf Rödger Feldmann verlinkt.
    Am 8. Juli 2012 9:14 von Peter774 gelöscht.

  3. Wenn man bei Google nach „Böselfruchtigkeit -anfällig“ sucht, findet man tatsächlich quasi gar keine Einträge.

    Ich find’s lustig. So sieht man im Umkehrschluss direkt, wer einfach ungefragt (im Sinne von hinterfragen) die Wikipedia kopiert bzw. deren Wissen auf eigenen, kommerziellen Seiten nutzt – v.a. ohne Verweis auf die Quelle (grob die Hälfte).

  4. Hach, das erinnert mich an den zusätzlichen Vornamen vom Herrn zu Guttenberg. Das war auch lustig, sogar die Tagesschau fiel damals darauf rein…

  5. Hallo,

    kleiner Hinweis am Rande. Die Hommingberger Gepardenforelle war kein Scherz, sondern ein Projekt vom Heise Verlag um die Ausbreitung eines Begriffes in Suchmaschinen zu untersuchen. Da wurde gezielt genau das untersucht, was hier mit der Bröselfruchtigkeit offensichtlich als Scherz geschehen ist.

    Gruß

    Jochen

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