Was ist von der Urne noch übrig?

Hallo, habe gerade diese Seite entdeckt und freue mich, dass es so etwas gibt.

Ich suche gerade auf eine Antwort, was den Verfall von Urnen betrifft. Deswegen möchte ich nun hier mein Anliegen schildern und hoffe auf eine Antwort.

Meine Tochter wurde 1990 tot geboren. Es gab eine Urnenbestattung. Wir hatten keine Überurne, sondern nur eine kupferfarbene Urne, also wahrscheinlich eine Aschenkapsel.

Ich weiß nicht, aus welchem Material sie bestand. Da die Urne im Grab meiner Uroma liegt und die Ruhezeit im Februar abgelaufen ist, habe ich das Bild, die Urne könnte im Müll landen. Deswegen versuche ich, herauszufinden, ob die Urne womöglich schon zerfallen ist.Auf der damaligen Rechnung steht kein Materialhinweis und die Bestatterfirma gibt es nicht mehr. Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

Da die Bestattung über 20 Jahre zurück liegt, dürfte die Urne inzwischen soweit korrodiert sein, daß sie höchstwahrscheinlich zerfallen ist.
Nun ist es stets von den Bodenverhältnissen und dem Material der Urne abhängig, wie lange sich Metall im Boden hält, bis es zerfällt. So gibt es Boden-/Materialkombinationen, die innerhalb weniger Jahre zum Zerfall der Urnen führen, an anderen Stellen hingegen sind die Urnen auch nach 15 Jahren noch fast intakt.


Sie brauchen sich aber keine Sorgen zu machen.
Sollten bei der Neuanlage von Gräbern alte Urnen gefunden werden, landen diese dennoch nicht auf dem Müll. Entweder sie verbleiben an Ort und Stelle, werden evtl. etwas tiefer vergraben oder aber es gibt auf dem Friedhof eine Stelle an der solche Resturnen beigesetzt werden und für immer verbleiben.
Auch nach Ablauf der Ruhezeit gehört nichts, was in einem Grab war auf den Müll.

Wenn auch Sie eine Frage aus dem großen Themenbereich Bestattung, Friedhof, Bestatter und Trauer haben, dann stelle Sie sie mir! Ich antworte Ihnen gerne.

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  • Veröffentlicht am: 4. Januar 2013
  • 4 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Frag den Bestatter

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

4 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. „Auch nach Ablauf der Ruhezeit gehört nichts, was in einem Grab war auf den Müll.“

    Wenn ich bedenke wie vor ca.30 Jahren als ich auf dem Platten Land lebte mit den Knochen dort auf dem Friedhof umgegangen wurde,kann ich nur schreiben es gehört nicht auf den Müll aber es hängt auch von den Mitarbeitern ab wie sie das handhaben.

    • Ja, das kenne ich auch so. Ich bin auf einem Dorf im Schwabenland aufgewachsen und der Sohn des dortigen Friedhofsgärtners/Totengräbers sammelte Totenschädel, die er auf einem Regal in seinem Zimmer lagerte.
      Rechtens war das sicher nicht, aber wo kein Kläger, da kein Richter.

  2. leider werden solche Auswüchse zu Zeiten der Political correctness immer weniger.

    Nein ich finde es auch etwas daneben, aber gerade dass macht uns Menschen aus, dass wir nicht alle gleich sind und es eben auch solche mehr oder weniger Entgleisungen gibt. Totenschädel alt Trophäe im Kinderzimmer.

    Meine Mutter ist vor 40 Jahren gestorben. Wenn man als Kind Krankheit und Tod der Mutter erlebt, bekommt man in mancher Hinsicht einen anderen Blick auf den Tod und auf Totensitten.Ich weiß, dass vermutlich nichts mehr vorhanden ist, aber selbst wenn noch was da wäre, dann ist das ein Knochen und nicht meine Mutter!
    Und ob der abseits wieder verbuddelt wird, ind der Biotonne landet oder im Müll – es ist egal!!!

    • Es ist schon ein Unterschied, vor allem ein emotionaler, ob man „nur“ seine Eltern beerdigt (Todesursache und Leidensweg hin oder her) oder eben sein Kind gehen lassen muss.

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