Wie finde ich einen Praktikumsplatz als Bestatter?

Ich hab jetzt schon bei allen Bestattern in der Region angefragt, keiner nimmt einen Praktikanten. Was kann ich denn sonst noch tun? Ich bin stark daran interessiert, diesen Beruf zu ergreifen, möchte aber zuvor ein Praktikum machen. Ist das so ungewöhnlich, weil keiner einen nimmt?

Jaaaa, ich weiß. Es ist sehr schwierig und ich bekomme wirklich jeden Tag Mails wie diese. Ich kann es aber doch auch nicht ändern. Insgesamt mag die Zahl der Bestattungsinstitute (an die 9.000) hoch erscheinen, betrachtet man aber die Größe der Republik, dann sieht man, daß es die nicht wie Sand am Meer gibt. Viele davon sind inhabergeführte Familienbetriebe, die ihr Personal oft aus der eigenen Familie rekrutieren.

Die anderen Beerdigungsinstitute werden auch weitestgehend mit Personal ausgestattet sein und wenn ein Bedarf besteht, wird dieser recht kurzfristig z.B. über Stellenanzeigen gedeckt.
Wenn wir beispielsweise Fahrer suchen, bewerben sich auf eine Anzeige bis zu 200 Leute.

Ein Praktikum zu machen, halte ich dennoch für eine sehr gute Idee und kann Dich nur ermutigen, es weiter zu versuchen. Mache den Bestattern klar, daß Du keine Bezahlung erwartest und das nicht aus einer albernen Laune heraus machen willst. Eventuell müßtest Du es auch mal weiter außerhalb probieren und eine längere Anfahrt in Kauf nehmen.

Grundsätzlich ist das Interesse größer als der Bedarf.

Es ist aber grundsätzlich sehr gut, wenn man fleissig ist und sehr viele Bewerbungen rausschickt und bei Bestattungshäusern anruft.
Man muss auch bereit sein, eventuell einen etwas weiteren Weg in Kauf zu nehmen, oder für die Zeit des Praktikums in die Nähe des Bestattungshauses zu ziehen.
Ein Praktikum dauert ja oft nur ein bis zwei Wochen.
Angesichts der Tatsache, dass Praktikumsstellen sehr rar gesät sind, muss man schon mehr in Kauf nehmen.

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  • Veröffentlicht am: 1. Mai 2009
  • 3 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

3 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Schlechte Praktikumsplatzlage ist mir ein nur allzu vertrauter Begriff. Darf ich fragen, wie Du Dich bisher beworben hast?

    Mein Bruder ist mit vollständiger Bewerbungsmappe bei Betrieben aufgetaucht und hat damit nach knapp drei Monaten auch Glück gehabt. Explizite Begründung für die Schaffung eines Platzes (extra für ihn) waren sein Auftreten und die vollständige Bewerbung, da man „daran sehen konnte, wie ernst es ihm war“.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück!

  2. In der Großstadt dürfte man schon eher Glück haben. Auf dem Land geht das fast nur mit Einheirat, oder sich im Nebenjob als Aushilfsfahrer oder Sargträger langsam hochzuarbeiten.

  3. Es soll sie nicht wie Sand am Meer geben? Da frage ich, ist das regionsabhängig, so wie MacKaber schon andeutete? Ich wohne in Berlin und ich sehe praktisch überall Bestattungsinstitute, auch spezielle wie z.B. solche, die vor allem muslimische (?) Bestattungen anbieten. Das ist mir vorher nie aufgefallen, aber seit ich dein Blog kenne, achte ich natürlich mehr drauf und das ist schon extrem, wie viele es gibt. Aber vielleicht ist das ja auf dem Land das genaue Gegenteil, weit und breit nichts…? Großstadtleben ist schon was Schönes =)

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