Home Kontakt Impressum/Datenschutz Service-Portal Shop

Wenn der Tag für Silke mit einer kalten Dusche endet

Ein langer Tag im Bestattungshaus lag hinter mir. Etliche Verstorbene abgeholt, viele Touren gefahren. Jetzt noch die Wagenpflege. Ich hatte gerade die Motorhaube von unserem Bestattungswagen zugemacht, als mein Dienst-Handy bimmelte.
Der Chef war dran, und meinte kurz, dass ich doch mal reinkommen sollte. Ein schlechtes Zeichen, normal erklärte er immer länger, warum ich denn zu ihm kommen sollte.

Als er mir die Tür öffnete, strahlte er über das ganze Gesicht und schmauchte vergnügt an seiner Pfeife. Ich erfuhr nun, dass er ganz vergessen hat, mich in die Pläne bezüglich seines Kurzurlaubs einzuweihen.
Eine Woche würde er sich erstmal gönnen. Mir schwante nichts Gutes.

„Du müsstest schon größtenteils alleine fertig werden“, meinte er. „Und wenn es nötig ist, nimmst du die Telefonistin mit, die freut sich über ein bisschen Abwechslung.“
Weiterlesen

Leichengeruch – Theorien

Wie ich schon sagte, empfindet jeder den Leichengeruch etwas anders. Ganz wichtig und richtig ist der Aspekt einer Leserin, nämlich die Vergleichsmöglichkeit.
Man versucht ja, den Geruch zu beschreiben. Und hierbei beruft man sich auf Gerüche, die man als ähnlich empfindet.
Der eine wird zu einem bestimmten Geruch sagen, er rieche wie eine Mischung aus Äpfeln und Marzipan, ein anderer wird sagen, nein, das riecht eher wie Hundekotze.

Nun kann man aber den Geruch, den eine tote Maus von sich gibt, überhaupt nicht mit dem einer menschlichen Leiche vergleichen. Modermäuse habe ich schon öfters erlebt und gerochen und echte Tote auch.
Auch verwesende andere, größere Tiere habe ich schon gerochen. Ich finde, auch das riecht anders.

Beim menschlichen Geruch habe ich meine eigene Theorie, die überhaupt nicht wissenschaftlicht untermauert ist, die m.W. aber auch noch nicht wissenschaftlich untersucht wurde.

Wir Menschen haben auch zu Lebzeiten einen sehr eigenen Geruch.
Dieses ist der Geruch, den witternde Wildtiere schon über Kilometer wahrnehmen können. Wir selbst nehmen diesen Geruch nicht wahr, weil wir ständig von ihm umgeben sind. So wie man sich an das selbstaufgetragene Parfüm binnen kürzester Zeit gewöhnt.
Man trägt das schönste Duftwasser auf und schon nach einer halben Stunde riecht man sebst davon nichts mehr. Andere die man fragt, nehmen den Geruch aber noch nach vielen Stunden wahr. Diesen Effekt kennt jeder.
Weiterlesen

10 goldene Regeln beim Bestatter, die Ihnen Geld und Ärger ersparen

Mit diesen 10 goldenen Regeln bei der Auswahl des Bestatters kann Ihnen mancher Ärger erspart bleiben.

  1. Sie haben die freie Wahl, welchen Bestatter Sie beauftragen. Sie müssen nicht den Bestatter vor Ort nehmen.
  2. Bei günstigen Angeboten aus dem Internet sollten Sie vorsichtig sein. Oft dienen Paketpreise nur als Lockangebot und hinterher wird es teurer.
  3. Holen Sie ggfs. mehrere Angebote ein. Auch im Todesfall ist ein Preisvergleich keine Schande.
  4. Gehen Sie zum Preisvergleich hin, Auskünfte am Telefon taugen nichts.
  5. Nehmen Sie immer eine weniger von Trauer belastete dritte Person mit (Nachbar, Freund/Freundin, Verwandter).
  6. Ein scheinbar teurerer Bestatter kann trotzdem die bessere Wahl sein. Letzendlich geht es darum, daß Sie sich wohlfühlen und gut betreut werden.
  7. Erteilen Sie niemals einen Auftrag, ohne eine schriftliche Kostenaufstellung in Händen zu halten!
  8. Bestatter müssen Bruttopreise nennen! Kommt irgendwo noch Mehrwertsteuer drauf, wechseln Sie den Bestatter!
  9. Fragen Sie immer nach den Komplettkosten inkl. Grab, Krematorium, Friedhofsgebühren und aller sonstigen Kosten!
  10. Lassen Sie sich die Rechnung genau erklären. Abweichungen müssen begründet werden können.

Weiterlesen

Unterschiedliche Gebühren bei ärztlichen Leichenschauen

Thema Leichenschau: Für mich ist es nicht verständlich, warum man die Angehörigen in dem Zeitpunkt noch schröpfen muss oder handeln so „In der größten Not darf man sich nehmen was man will“.
Mein Vater ist vor 13 Jahren gestorben und wie ich jetzt in den Unterlagen die Rechnung fand, zahlte meine Mutter 100 EUR an den Hausarzt. Ich als Steuergehilfe machte eine Buchhaltung von einem allgem. Mediziner da stand immer 30 EUR im Kassenbuch für die „Leichenschau“ und da ist keine 5 Jahre her. Bei meiner Mutter die dieses Jahr verstarb wurde mir von meiner Hausärztin – da der von meiner Mutter im Urlaub war – keine 20 EUR berechnet.
Eine Bekannte sagte: Ich bekam eine Rechnung von 120 EUR und das im gleichen Jahr. Ich habe das Gefühl, dass da wohl in der Region jeder Arzt verlangt was er will und das kann es wohl nicht sein.

Es ist weniger von der Region abhängig. In der Tat ist die Gebühr, die die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) da hergibt, sehr niedrig angesetzt. Schließlich muß ein Akademiker oft nachts ausrücken, um eine hieb- und stichfeste Todesanalyse abzugeben. Da kostet einmal Händeschütteln beim Augenarzt schon mehr.
Aber so ist es nunmal. Die Gebührenordnung ist nicht das Problem der Kunden. Hier müssen sich die Ärzte über ihre doch gar nicht so machtlosen Standesvertretungen eben dafür stark machen, daß die Leichenschauen anständig vergütet werden.
Weiterlesen

Nachbarin lag wochenlang tot in der Wohnung

Guten Tag Herr Wilhelm,

ich bin erst gestern auf Ihren bemerkenswerten Blog gestoßen und habe mich bereits hier regelrecht festgebissen. Ich finde ihre Berichte einfach wahnsinnig intressant und bin absolut begeistert von Ihrem Schreibstil!

Meine Nachbarin, eine sehr dünne alte Dame, wurde gestern tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Vor einigen Wochen habe ich einmal im Treppenhaus einen leichten, etwas unangenehmen Geruch wahrgenommen, der am nächsten Tag wieder weg war. Es roch irgendwie nach verstopftem Abfluss.
Als ich dann gestern das Haus betrat, wurde ich vom selben muffigen Geruch regelrecht erschlagen! Sofort klingelte es bei mir. Ein Rettungsteam hatte kurz zuvor die Wohnung der Nachbarin geöffnet.
Ich habe zuvor immer gehört, dass der „Tod süßlich“ riechen soll. Doch das wäre wirklich nicht das erste Wort mit dem ich diesen Geruch beschrieben hätte…

Die Nachbarin muß bereits 2-3 Wochen tot in der Wohnung gelegen haben. Sie soll abends ins Bett gegangen und morgens nicht mehr aufgewacht sein. Heute sah es so aus als würden Angehörige von ihr die Wohnung räumen/putzen. Ich frage mich, wie es möglich war den extremen Geruch so schnell aus der Wohnung zu bekommen?
Und wieso andere Nachbarn und ich den Geruch zuvor nicht oder nur kurzzeitig und schwach wahrnehmen konnten?
Ebenso frage ich mich wie der Zustand der Leiche wohl war, wenn sie wie angenommen zugedeckt wochenlang im Bett lag?

Ich danke Ihnen sehr herzlich für’s Durchlesen und freue mich über Antwort von Ihnen.

Weiterlesen

Fruchtspende

Sehr geehrter Herr Wilhelm,

angeregt durch Ihren Artikel von vorgestern bin ich zu dem Entschluß gekommen, auch meine Orange zu spenden. Nach meinem Tod brauche ich sie nicht mehr.

Liebe Grüße aus dem Saarland

W.

Lieber W.,

das ist eine wirklich sehr gute Idee.

Weiterlesen

Schnuffel

Eine örtliche, kaufmännische Initiative hatte mich eingeladen und ich war dieser Einladung gerne gefolgt. Es hatte geheißen, es gäbe da etwas Leckeres zu essen.
Und mit der Aussicht auf was Leckeres kann man mich immer locken.

Ich bin ja nicht unbedingt ein so verfressener Sack, wie immer alle meinen, aber ich mache keinen Hehl daraus, daß man mir mit einem leckeren Essen (oder Spaghetti-Eis!!!!) immer eine Freude machen kann (BITTE SCHICKT MIR KEIN SPAGHETTI-EIS!!!!).

Die Adresse und der Name des Restaurants klangen gut und so freute ich mich auf ein leckeres Schnitzel oder ein Rumpsteak. Vielleicht gibt es da ja auch irgendeine besondere Spezialität, die mir lange unvergessen bleiben wird, dachte ich im Vorfeld.

„Lassen Sie mich bitte etwas Besonderes für Sie bestellen!“ sagte der gastgebende Vorsitzende und schon nahm das Unheil seinen Lauf.
Weiterlesen

Der Gedanke an den Tod macht mich so glücklich

Lieber Herr Wilhelm,

ich lese Ihren Blog schon einige Jahre. Begonnen habe ich mit 16, als ich noch zur Schule ging. Heute bin ich 20.
Ich wohne immer noch zuhause, habe meine Ausbildung als Goldschmiedin geschafft. Finanziell geht es mir gut, denn im Gegensatz zu meiner Schwester kann ich gut mit Geld umgehen.
Wir haben genug zu essen, wohnen in einem schönen Haus und mein Vater hat meiner Mutter und uns beiden Geschwistern Autos vor die Tür gestellt.
Eigentlich haben wir alles, was wir brauchen.
Aber mir wird das Leben zu kompliziert.

Wenn ich sehe, was mein Vater täglich an Briefen bekommt, um was er sich alles kümmern muß und welche Verantwortung er trägt, das wäre mir zu viel.
Heute kann ich ihn wegen allem fragen, aber was wird sein, wenn er mal nicht mehr ist oder nicht mehr kann?

Ich finde das Leben, so wie es auf mich eindringt, als anstrengend, kompliziert und stressig. Der Umgang mit Whatsapp, Snapchat, Instagram und Facebook stellt sich mittlerweile für mich nur noch als Stress dar.
Wer da alles was von mir will, wer da alles beleidigt ist, wenn ich nicht so reagieren, wie er es sich wünscht!

Wenn ich abends so in meinem Zimmer sitze und Musik höre, dann denke ich oft daran, wie schön es wäre, tot zu sein. Diese Ruhe, diese Entspanntheit, niemand will was von einem.
Dieser Gedanke macht mich glücklich.

Haben Sie so etwas schon mal gehört? Ist das nicht ein schlimmer Gedanke? Was meinen Sie?

Eva (Name geändert)

Liebe Eva,

viele Menschen sagen ja, wenn sie so etwas hören: Das Leben ist doch so schön!
Ich sage Dir, das Leben ist nicht schön. Zumindest nicht immer.
Trennen wir mal die Begriffe Leben und Alltag auf.
Weiterlesen