Weil Transparenz kein Luxus, sondern eine Selbstverständlichkeit ist, möchte ich heute offenlegen, was es tatsächlich kostet, mehrere professionell betriebene Weblogs zuverlässig, sicher und rechtssicher am Laufen zu halten.
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- Es geht mich nix an, aber ich frag‘ einfach mal:
- Was kostet es, ein professionelles Blog zu betreiben?
- Server, Hosting und technische Infrastruktur
- Domains, E-Mail und Grundinfrastruktur
- Premium-Plugins und Lizenzen
- Software am Arbeitsplatz
- KI- und Online-Dienste
- Strom und Arbeitsplatzkosten
- Grafik, Gestaltung und Bildmaterial
- Wartung, Anpassungen und Weiterentwicklung
- Rechtliches und Abmahnrisiko
- Weitere oft übersehene Kosten
- Aber Lizzys Schminkseite kostet nur 100 Euro im Jahr
- Die Gesamtrechnung
- Bildquellen:
Nein, das geht tatsächlich niemanden etwas an, aber Deine Frage ist doch trotzdem völlig berechtigt. Denn, wenn ich in einer Spendenanzeige um etwas Unterstützung in Form von Abos oder Geldgeschenken bitte, und dabei eine Summe nenne, dann ist es eine völlig normale Frage, wo denn die Zahlen herkommen.
Es gab vor 12 bis 15 Jahren schon mal eine Infoseite im Bestatterweblog, auf der das alles genau aufgedröselt war. Da konnte jeder sich über Aufrufzahlen, Mediadaten und Kosten informieren.
Das hat aber zu zwei negativen Effekten geführt:
- Ich wurde mit einem Haufen von Ratschlägen überhäuft, wie man Kosten sparen kann. Das ging so weit, dass mir der hohe Stromverbrauch vorgerechnet wurde, verbunden mit der Empfehlung, doch schwächere Glühbirnen einzuschrauben. Bei den Softwarekosten hieß es: „Das Zeug gibt’s doch alles auch umsonst irgendwo.“ Und bei den Kosten für meinen Rechner schrieb eine Tante: „Selbst Schuld, wenn man sich nicht einen PC für 300 Euro kauft, sondern so teuren Luxuskram.“ Das lässt sich beinahe endlos fortsetzen.
- Die geringen Einnahmen aus gelegentlicher Werbung, Eigenanzeigen für Bücher und Kooperationen wurden angezweifelt, weil unterstellt wurde, ich würde tausende Euros damit verdienen. Außerdem sprach aus einigen Zuschriften der blanke Neid.
Was kostet es, ein professionelles Blog zu betreiben?
Weil neulich jemand fragte, wie ich eigentlich auf die Zahl von rund 20.000 Euro jährlichen Betriebskosten für meine Weblogs komme, möchte ich das hier einmal in Ruhe erklären.
Viele Menschen stellen sich einen Blogbetrieb so vor: ein bisschen Webspace, ein paar Texte, vielleicht ein paar Euro im Monat – fertig. Diese Vorstellung ist verständlich, hat mit der Realität professionell betriebener Webseiten aber nur sehr wenig zu tun.
Ich betreibe mehrere Weblogs, die beinahe täglich mit neuen Inhalten versorgt werden. Das ist kein Hobby, das „irgendwie nebenbei“ läuft, sondern eine technisch, organisatorisch und rechtlich anspruchsvolle Infrastruktur. Entsprechend entstehen laufende Kosten in vielen Bereichen.
Server, Hosting und technische Infrastruktur
Ein stabiler, leistungsfähiger Server ist die Grundlage. Dazu gehören Hostingkosten, externe Backupsysteme und in vielen Fällen zusätzliche Dienste zur Beschleunigung der Seitenladezeiten (CDN).
Je nach Anbieter und Leistungsumfang bewegen sich diese Kosten im Bereich von etwa 2.000 bis 2.500 Euro pro Jahr.
Domains, E-Mail und Grundinfrastruktur
Mehrere Domains, professionelles E-Mail-Hosting, SSL-Zertifikate und weitere Basisdienste verursachen ebenfalls laufende Kosten.
Hier fallen realistisch etwa 400 bis 800 Euro jährlich an.
Premium-Plugins und Lizenzen
Professionelle Weblogs kommen ohne kostenpflichtige Erweiterungen nicht aus. Dazu zählen Sicherheitslösungen, Backup-Plugins, SEO-Tools, Formularsysteme, Anti-Spam-Lösungen, Newsletter-Software, Bildoptimierung und Social-Media-Anbindungen.
Je nach Anzahl der Seiten und Lizenzen summiert sich das schnell auf 800 bis 1.500 Euro pro Jahr.
Software am Arbeitsplatz
Für die tägliche Arbeit werden Programme für Textverarbeitung, Bildbearbeitung, PDF-Erstellung, Sicherheit, Backup, Medienverwaltung und vieles mehr benötigt. Hinzu kommen Updates, Versionsupgrades, Schriftlizenzen und Bilddatenbanken.
Hier entstehen leicht 1.000 bis 2.000 Euro jährlich.
KI- und Online-Dienste
Dazu gehören unter anderem Abos für KI-Dienste, Cloud-Speicher und weitere Online-Tools.
Realistisch sind 300 bis 600 Euro pro Jahr.
Strom und Arbeitsplatzkosten
Ein leistungsfähiger Rechner, Monitore, Router, NAS-Systeme, Backup-Festplatten und Beleuchtung laufen viele Stunden täglich. Auch das verursacht relevante Stromkosten.
Je nach Nutzung fallen hier etwa 600 bis 1.000 Euro jährlich an.
Grafik, Gestaltung und Bildmaterial
Eigene Bildproduktionen, Bearbeitung, Illustrationen oder gelegentlich externe Gestaltungsarbeiten sind ebenfalls Teil des Betriebs.
Hier kann man mit 500 bis 1.500 Euro pro Jahr rechnen.
Wartung, Anpassungen und Weiterentwicklung
Auch wenn ich vieles selbst erledige: Plugins müssen angepasst, Fehler behoben, Systeme aktualisiert und Sicherheitslücken geschlossen werden. Würde man diese Arbeiten extern vergeben, lägen die Kosten deutlich höher.
Konservativ gerechnet: 2.000 bis 4.000 Euro jährlich.
Rechtliches und Abmahnrisiko
Was viele unterschätzen: Der Betrieb von Webseiten ist rechtlich anspruchsvoll. Datenschutz, Impressum, Cookie-Lösungen, Anpassungen an neue Vorgaben und im schlimmsten Fall Abmahnungen gehören leider dazu.
Selbst wenn man korrekt arbeitet, kosten anwaltliche Prüfungen und Reaktionen Geld. Erfahrungsgemäß tritt das ein- bis zweimal jährlich auf.
Hier fallen realistisch 1.500 bis 3.000 Euro pro Jahr an.
Weitere oft übersehene Kosten
Dazu zählen unter anderem:
- Hardware-Abschreibung (Rechner, Kamera, Mikrofone etc.)
- Ersatzgeräte
- Telefon- und Internetkosten
- Steuerberatung und Buchhaltung
- Bankgebühren
- Versicherungen (z. B. Medien- oder Betriebshaftpflicht)
- Fahrtkosten
- Beratungskosten
- Steuern, Gebühren, Abgaben
Hier kommen schnell weitere rund 4.000 Euro jährlich zusammen.
Aber Lizzys Schminkseite kostet nur 100 Euro im Jahr
Man muss an dieser Stelle auch klar unterscheiden zwischen professionell betriebenen Publikationsplattformen und reinen Hobbyprojekten. Natürlich kann man ein kleines privates Blog mit einer kostenlosen Subdomain, einem Ein-Euro-Hostingtarif und ausschließlich kostenfreier Software betreiben. Das ist völlig legitim – und für persönliche Tagebücher, Bastel- oder Freizeitblogs auch komplett ausreichend. „Lieschen Müllers Häkelblog“ mit zwei Beiträgen im Monat, ein paar Fotos vom Smartphone und ohne nennenswertes Besucheraufkommen verursacht nun einmal kaum Kosten. Meine Weblogs sind jedoch keine Spielwiese, sondern redaktionell gepflegte Informationsangebote mit hoher Veröffentlichungsfrequenz, großer Reichweite, technischer Absicherung, rechtlicher Absicherung und professioneller Infrastruktur. Diese beiden Welten miteinander zu vergleichen, wäre in etwa so, als würde man einen selbst gebastelten Gartenschuppen mit einem Handwerksbetrieb vergleichen – beides hat seine Berechtigung, aber es ist nicht dasselbe.
Die Gesamtrechnung
Addiert man diese Posten konservativ, ergibt sich:
- Infrastruktur & Technik: ca. 6.000–8.000 €
- Software & Lizenzen: ca. 2.000–4.000 €
- Rechtliches & Abmahnungen: ca. 2.000–3.000 €
- Wartung & Weiterentwicklung: ca. 2.000–4.000 €
- Sonstiges & Abschreibungen: ca. 3.000–5.000 €
Damit liegt man realistisch bei etwa 15.000 bis 22.000 Euro jährlich.
Die im Spendenaufruf genannten rund 20.000 Euro sind also keine Fantasiezahl, sondern eine sachliche Mischkalkulation dessen, was notwendig ist, um mehrere Weblogs dauerhaft stabil, sicher, aktuell und rechtssicher zu betreiben.
Wer mag, darf das gern unterstützen. Wer nicht, darf trotzdem kostenlos mitlesen.
So einfach ist das.
Bildquellen:
- geld_800x500: Peter Wilhelm KI

















