Wir haben gar kein Telefonbuch mehr. Das war früher anders. In der Zeit vor der Verbreitung der Mobiltelefone war das Telefonbuch unverzichtbar.
Die meisten Telefone konnten keine Nummern speichern. Wenn man also jemanden anrufen wollte, kannte man die Nummer auswendig oder man musste dessen Nummer irgendwo aufgeschrieben haben oder eben im Telefonbuch nachschauen.
Da man meist nur das Telefonbuch der eigenen Stadt parat hatte, gab es noch die Auskunft, die man anrufen und nach ortsfremden Nummern fragen konnte.
Da damals nahezu jeder ein Festnetztelefon besaß und der Eintrag ins Telefonbuch verpflichtend war, waren Telefonbücher auch eine sehr verlässliche Recherchequelle.
Für ein Unternehmen, in dem ich gearbeitet habe, war es wichtig, alle Telefonbücher Deutschlands zu besitzen. Deshalb waren die bei der Post abonniert und regelmäßig kamen Pakete mit den neusten Ausgaben an. Die einzelnen Bücher waren nicht teuer, aber bei einem bundesweiten Abo läpperte sich das.
Aber auch für uns Bestatter war es damals wichtig, zumindest die Telefonbücher der umliegenden Städte zu haben.
Es war ja immer schon ein beliebter Spaß, nachts beim Bestatter anzurufen und den zum missliebigen Mathelehrer oder sonst jemandem zu schicken, den man ärgern wollte.
Da es noch keine Rufnummernanzeige gab, konnte der Bestatter nicht sehen, wer da anrief.
Deshalb fragte man besonders eindringlich nach dem Namen des Anrufers und nach der Telefonnummer.
Durch einen Rückruf oder eine kurze Recherche im Telefonbuch konnte dann ganz gut verifiziert werden, ob der Anruf „echt“ war.
Aber auch sonst waren die Telefonbücher unverzichtbar. Es gab ja keine andere Möglichkeit, die Telefonnummern von Ärzten, Krankenhäusern, Krematorien usw. herauszubekommen.
Ich glaube, Bestatter waren auch mit die Ersten, die Organizer verwendeten. Jene kleinen computerähnlichen Speichergeräte mit Display, in denen man Termine, Adressen und Rufnummern verwalten konnte.
Ich war immer stolz auf meine Rotationskartei Rolodex auf dem Schreibtisch. Da hatte ich mir mal aus Kanada eine besonders schöne und stabile Version und massig leere Kärtchen mitgebracht.
Wer so eine Kartei gut pflegte, war anderen oft um eine Nasenlänge voraus.
Und dann?
Dann kamen zuerst die Telefonbuch-CDs. Auf einmal konnte man sich alle Telefonnummern Deutschlands auf einer kleinen silbernen Scheibe ins Haus holen.
Es folgte das Internet mit seinen Online-Suchmöglichkeiten.
Und danach? Dann kam die rasante Verbreitung des Mobiltelefons.
Ich erinnere mich noch daran, dass ich damals Leute von unterwegs angerufen habe, und diese verschreckt aufgelegt haben, weil sie dachten, sie müssten bei Annahme eines Mobilgesprächs besonders hohe Gebühren bezahlen.
Es klingt mir noch in den Ohren, wie mein Schwiegervater alle Besitzer eines Mobiltelefons für verrückt erklärte. Heute, mit fast 90 ist das Smartphone auch sein ständiger Begleiter.
Mit der Verbreitung der Mobiltelefonie wandelte sich aber auch das ganze Bild. Viele haben heute gar keinen Festnetzanschluss mehr. Ganz viele wollen auch nicht mehr im Telefonbuch aufgelistet werden.
Da alle Nummern im Smartphone gespeichert sind und die ja schon auf Zuruf des Namens wählen können, kennt auch kaum noch jemand Telefonnummern auswendig.
Ich kann nichts dagegen machen, aber ich kenne die Rufnummer, die wir damals in meinem Elternhaus hatten, heute noch auswendig. Und käme es darauf an, wüsste ich auch noch die Telefonnummern meiner Freunde von damals aus dem Kopf.
Meine eigene Handynummer? Manchmal weiß ich sie, meistens muss ich selbst nachschauen…
Ich weiß gar nicht, wo man heute noch Telefonbücher bekäme. Früher wurden die frei Haus geliefert. Eine Zeit lang gab es die dann immer zum Mitnehmen in den Postfilialen und später sogar in Supermärkten.
Wie ist das bei Dir?
Bildquellen:
- rolodex_800x500: Peter Wilhelm KI

















Bei Telefonbüchern ist bei mir in der Erinnerung der Typ verankert, welcher bei Wetten Das? Fette Telefonbücher von Großstädten in kurzer Zeit zerreißen konnte.
Ansonsten bin ich manchmal auch in Telefonzellen gegangen um eine bestimmte Nummer aus anderen Städten zu finden. Zu Hause hatten wir nur das Telefonbuch aus der Kleinstadt in welcher wir wohnten, und den fetten Brummer von Köln.
Ich vermisse die fetten Bücher mit den winzig abgedruckten Telefonnummern absolut nicht.
Und Ja ich kenne die Telefonnummer meiner Kindheit/Elternhaus aus noch auswendig.
Ich hab die auch nie vermisst. Der Ersatz, also die Online-Suche, war ja vor der Einstellung der massenhaften Verteilung längst etabliert.
Viele Ältere haben den Büchern nachgetrauert und sich lange noch darum bemüht. Aber inzwischen sind die Bücher weitestgehend nutzlos geworden, auch für die Älteren.
Geht mir ähnlich, ich nutze viele Telefonnummern von damals noch heute als Passwortergänzungen oder PIN Nummern. Da kann ich ganz frech Pins notieren Name/Tel oder PLZ/Jahr, und nur wenige Eingeweihte kennen meinen Wohnort zu der Zeit, oder eben noch die alten Rufnummern. Von Person xy.
Ich staune auch immer wieder wenn ich uralte Rufnummern hier von Firmen aufm Dorf sehe die DREIstellig sind. Wir hatten früher eine sechsstellige, kannte aber auch viele mit fünfstelliger Nummer. Heute ist siebenstellig normal, und auch achtstellig würde mich nicht wundern.
Ha, ich habe noch eine fünfstellige Rufnummer.
Nur die neuen MSN-Nummern sind sechsstellig.
Interessant auch: Ein Bekannter ist mal in eine Wohnung gezogen, zu der eine Nummer gehörte, die so ähnlich war wie 440044.
Solche Nummern sind bei Unternehmen sehr gefragt.
Immer hatte ich Lust, diese Nummer für mein Bestattungshaus zu bekommen. Aber das ging damals nicht so ohne weiteres.
Als der Bekannte mir erzählte, dass er dort ausziehen will, hatte ich eine Idee. Pro forma ist er an die Adresse gezogen, wo das Bestattungshaus war. Im Rahmen einer Rufnummernmitnahme konnte er die Nummer dann tatsächlich mitnehmen.
Schon drei Tage später wurde die geile Nummer bei uns aufgeschaltet.
Nur die Frau auf dem Meldeamt hat sich gewundert, dass er sich innerhalb einer Woche zweimal umgemeldet hat.
Ja sehr geil… ich hab ja auch eine Vanity Rufnummer als Traumnummer, war aber nie bereit dafür ca 1000€ über 24monate zu investieren… wäre 01NACHNAME gewesen als Handynummer 🙂
Mittlerweile juckt mich das alles nur noch wenig, ne geile Emailadresse ist mittlerweile irgendwie wichtiger. Mag die Apple Adressen @mac.com oder @me.com noch immer sehr gerne (schön kurz), abgesehen natürlich noch von der eigenen Domain mit gehostetem Mailserver… ohne könnte ich mir nicht mehr vorstellen.
Ich weiß genau 2 Handynummern auswendig.
Jetzt beim Nachdenken über den Text von Peter denke ich, daß ich noch weitere 2-3 Handynummern in den Geldbeutel legen sollte. Für den (Not-)Fall dass meins mal keinen Strom mehr hat oder nicht dabei ist.
Festnetznummern von früher habe ich auch noch im Kopf.
Alte, ausgediente Telefonbücher konnte man auch gut zum Pressen von Blättern (von Bäumen) nehmen.
Ich bin ja kein Mitglied der Klimasekte. Aber ich habe immer schon gedacht, was das für eine Papierverschwendung war. Vor allem in den letzten beiden Jahrzehnten der Telefonbücher.
Ich habe mal in den 1980er-Jahren eine nette Paketbotin beim Ausliefern der Telefonbücher unterstützt. Das machten die nämlich nebenbei und gegen vergleichsweise gute Bezahlung.
Es waren Tonnen, die da durch die Gegend gefahren und in jedes Haus geliefert wurden. Und neben den amtlichen Büchern, die von der Post herausgegeben wurden, gab es ja noch die örtlichen Bücher von privaten Verlagen. Und dann noch die Gelben Seiten. Und Gemeinden in komischen Grenzgebieten zwischen zwei Städten bekamen oft zwei Bücher.
Neben den Telefonbüchern waren da noch der IKEA-Katalog und die ADAC-Motorwelt, die für eine tonnenschwere Altpapierlast gesorgt haben.
Noch ein jährliches Ereignis – der Quelle-Katalog. Heutzutage ist die Quelle ja auch nicht mehr existent, das Haupthaus in Nürnberg ist teilweise fertig mit dem Umbau, unten sind schon ein paar Geschäfte offen. Die Wohnungen brauchen wohl noch ein wenig, bei den Ämtern weiß ich den Stand gerade nicht. Soll aber alles dieses Jahr fertig werden.
Stimmt! An den hatte ich gar nicht mehr gedacht. Und, was waren das für Wälzer!
Von der Stecknadel, über scharfe Waffen und auch Fertighäusern, bis hin zu den Massagestäben, die sich die Frauen im Katalog immer an die Wange hielten, alles gab es da.
Neckermann-Kataloge gab es auch noch.
Und den Conrad-/Voelkner-/Reichelt-/Pollin-Katalog, wenngleich ich davon schon an die 10 Jahre keinen mehr gesehen habe (ewig nicht dort bestellt). Aber den Butinette-Katalog haben wir regelmäßig im Haus – und die Kinder suchen sich dann Stoffe aus, aus denen ich etwas nähen soll.
Ich habe jahrelang an mehreren großen Genehmingungsverfahren mitgearbeitet (Flughafenerweiterungen etc.). Da gab es z.T zehntausende Einwendungen von Städten, Institutonen, aber auch von Privatpersonen.
Alle Einwendungen mussten korrekt erfasst werden – der Aussagekraft der Argumente wegen, aber auch, um fakes auszuschließen, die gar nicht selten waren.
Es mussten extra etliche Leute damit beschäftigt werden, (unleserliche) Adressen zu verifizieren, zu ergänzen oder gar zu finden.
Dass die Telefonbücher dabei keine zuverlässige Hilfe mehr waren, hat das Ganze sehr sehr erschwert und auch verteuert. Bei weitem nicht alle Leute sind über das Internet etc. zu finden. Es war abenteuerlich, über welche Wege Adressen eruiert werden mussten.
Ich weiß weder meine Festnetz- noch meine Mobilfunknummer mehr auswendig. Wozu auch? Beide Telefone übermitteln ihre Nummer, also sieht der Angerufene die sowieso oder meinen Namen, falls er mich im Telefonbuch hat.
Wenn mich übrigens jemand nach meiner Handynummer fragt, muss ich die nicht auswendig wissen, weil er sie nicht bekommt. Email-Adresse kann er haben, dann markiere ich den Absender als „Junk“, wenn er mich nervt, und habe meine Ruhe. Außerdem benutze ich mein Handy sowieso nur als Mobiltelefon im Wortsinn: Zuhause bleibt das ausgeschaltet.
telefonbuch.de oder gelbeseiten.de habe ich seit Jahren nicht mehr benutzt. Wenn ich etwas suche, ist es meistens ein Händler für irgendwas in meiner Gegend, den findet Google, und Händler haben ihre Telefonnummer auf der Homepage stehen.
Ich vermisse die Telefonbücher nicht, mir ist es immer gelungen im Internet fündig zu werden.
Die erste Version der Telefonbuch-CD konnte noch Rückwärtssuche – ein Aufschrei ging durch Deutschland. Bei Kenntnis der Nummer den NAMEN dazu finden, das darf ja GAR NICHT SEIN!
Und dann gab es da noch die Sache mit der großen Halle voller Chinesen, die für eine CD-ROM-Ausgabe alle Telefonbücher händisch abgetippt haben sollen.
Ja stimmt, da war die Aufregung groß. Genauso wie bei Google-Streetview als vor allem in Deutschland viele Leute ihre Häuser auspixeln ließen.
Und heute? Heute filmen sich die Leute sogar beim Toilettengang und stellen das online…
Ausgepixelte Häuser gibt’s heute noch. Ganz selten, wie ich finde, aber wenn, fällt das auf wie ein bunter Hund, und man fragt sich inzwischen, was da so Spezielles verborgen bleiben soll. Und das, obwohl ich durchaus jemand bin, der die Badtür beim Duschen zumacht.
Schöne Erinnerung an etwas, das ich völlig aus dem Gedächtnis verdrängt hatte.
Wir haben uns damals noch verabreden und Treffen einhalten können, ohne SMS und Facebook und so was.
Hat alles reibungslos geklappt.
Telefonnummern hat man ausgetauscht oder im TB nachgeschaut. Ohne ging es gar nicht.
Heute habe ich alle Nummern in meiner Kontaktverwaltung, die sich automatisch mit dem Handy synchronisiert und umgekehrt.
Ich vermisse die TB nicht. Aber ich habe mich gerne daran erinnert. Schöner Artikel,danke!!!
Telefonbücher – da hab ich in meinem ganzen Leben vielleicht 50 mal reingeschaut.
Nummern meiner Freunde und engen Verwandschaft kannte ich auswendig, Ärzte und so waren handnotiert im „Adressbuch“ am Telefon.
Bis auf zwei Nummern kenne ich alle meine alten und aktuellen Festnetznummern (noch immer) auswendig; die eine Nummer war nur 8 Monate geschaltet, weil die Wohnung nur ein „Zwischenstop“ war, die andere ist meine Zweitnummer hier, die ich nur für das Home-Office nutze.
2-3 Nummern von früheren Schul- und Uni-Freunden habe ich auch noch im Kopf, eine ist sogar noch immer aktuell…
Meine Handynummer und die meiner Frau kenne ich auch auswendig – wir haben die seit über 20 Jahren.
Die von meinem Sohn aber nicht, obwohl die Nummer sehr repetativ ist. Würde mir wahrscheinlich recht leicht fallen, die auswendig zu lernen, kann vielleicht doch mal wichtig sein…
Ich kenne sogar Nummern von Leuten auswendig, die gar nicht mehr leben.
Verschwendung von Gehirnkapazität! Wo ist die Löschtaste?
Dann bin ich ein Fossil.
Meine Nutzung ist etwa wöchentlich und eine KlickTel-CD plus eigene Datenbank ist mit Rufident per PowerISDNMonitor in meine ISDN-Anlage eingebunden.
Auswendig kenne ich nur wenige historische Nummern von inzwischen Verstorbenen.
So ähnlich hatte ich das auch mal.
Ich muss aber sagen, dass bei uns privat so gut wie niemand mehr übers Festnetz anruft.
Die Festnetzanrufe, die noch eingehen, sind über die Rufnummern unter denen Menschen mich aufgrund meiner Einladung in meinen Blogs um Rat fragen.
Ich selbst rufe fast nur noch übers Handy an. Und das hat seinen Grund darin, dass ich schwerhörig bin und Hörgeräte trage. Die sind mit dem Smartphone gekoppelt, sodass ich freihändig direkt über die Hörgeräte telefonieren kann. Das geht zwar auch mit dem Festnetz, ist aber umständlicher.
Das Telefonieren bei uns hat rapide abgenommen.
In Zeiten, als das noch anders war, da habe ich es auch so ähnlich wie Du gehabt.
Das kannst du, wenn du es nicht mehr benötigst, so wie es ist an ein Museum übergeben.
Wenn ich an Telefonbücher denke, dann denke ich an enge Telefonzellen, in denen es streng nach Urin riecht, und wo in den aufgehängten Telefonbüchern immer genau der Teil rausgerissen ist, den ich gebraucht hätte.
Bei uns zu Hause gab es nur ein kleines, ganz dünnes gelbes Telefonbuch, weil das hier so eine kleine Gemeinde ist. Zusätzlich gab es dann immer noch das große dicke von der großen Nachbarstadt.
Aus dem Papier von Telefonbüchern konnte man besonders gut Pappmaché machen.