Fundstücke

Ein gestohlener Ehering und ein verzweifelter Witwer: Ein Drama aus München

Wenn sich keiner mehr kümmert, verfallen irgendwann alle Zeichen der Trauer. Bildquellenangabe: Rike / pixelio.de

Helmut Seidl hat seiner Frau Gudrun ein Leben lang die Treue gehalten. Als sich ihr Gesundheitszustand verschlechterte, musste sie aber in ein Pflegeheim ziehen. Doch nur acht Tage nach ihrem Einzug schlief Gudrun friedlich ein.

Leider konnte der Ehemann nicht rechtzeitig bei ihr sein, als sie starb. Später, als er an ihrem Bett saß und ihre Hand hielt, sah er den Ehering, den er ihr vor 58 Jahren angesteckt hatte.

Doch kurz darauf war der Ring verschwunden.

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Ein unerklärlicher Verlust im Pflegeheim

Nachdem Gudrun verstorben war, stellte eine Ärztin den Tod fest und bemerkte dabei ebenfalls den Ring an ihrem Finger. Später wurde die Verstorbene in den Aufbahrungsraum des Heims gebracht, bevor sie vom Bestattungsunternehmen abgeholt wurde. Im Protokoll der städtischen Bestattung München wurde jedoch festgehalten, dass sie keinen Schmuck mehr trug. Helmut Seidl erhielt die persönlichen Gegenstände seiner Frau aus dem Heim zurück – der Ehering war nicht darunter. Als er bei den Pflegekräften nachfragte, konnte ihm niemand erklären, was mit dem Ring geschehen war.

Die Ungewissheit nagte an ihm. Einige Wochen später schrieb Helmut Seidl einen Brief an die Heimleitung, um Antworten zu erhalten. Er wollte wissen, wer Zugang zum Aufbahrungsraum hatte und ob dieser verschlossen gewesen sei. Heimleiterin Mirjam Petruso kontaktierte ihn persönlich und versicherte, dass nur Angehörige den Raum betreten hätten. Sie zeigte Verständnis für seinen Schmerz und versuchte, den Vorfall zu klären, doch auch sie konnte den Verbleib des Rings nicht aufklären.

Zwischen Wut und Trauer: Ein Mann sucht Antworten

Das Pflegeheim steht fest zu seinem Team. Die Heimleiterin betonte, dass es bisher keine Vorfälle von Diebstahl gegeben habe und sie volles Vertrauen in ihre Mitarbeiter habe. Dennoch konnte niemand mehr bestätigen, ob Gudrun Seidl den Ring tatsächlich noch trug, als sie vom Bestatter abgeholt wurde. Die städtische Bestattung München erklärte, dass Schmuck normalerweise vor dem Abtransport abgenommen und den Angehörigen übergeben werde, es sei denn, die Familie wünsche ausdrücklich, dass der Schmuck am Körper verbleibt.

Helmut Seidl ist am Boden zerstört. Für ihn ist der Verlust des Rings nicht nur ein materieller Verlust, sondern ein emotionaler Schlag. Der Ring war ein Symbol für 58 gemeinsame Jahre. Die Erklärungen und das Bedauern der Heimleitung reichen ihm nicht aus. Obwohl die Heimleitung inzwischen angekündigt hat, künftig strengere Regelungen einzuführen, um solche Vorfälle zu vermeiden, bleibt der Fall für ihn eine schmerzliche Erinnerung.

„Ich warte immer noch auf eine Entschuldigung“, sagt er. Der Verlust des Rings schmerzt ihn tief – als hätte er ein weiteres Stück seiner geliebten Gudrun verloren. Helmut Seidls Geschichte ist ein tragisches Beispiel dafür, wie ein kleiner Gegenstand für einen Menschen von unschätzbarem Wert sein kann. Und wie tief der Verlust eines solchen Symbols schneidet.

Mehr hier: https://www.merkur.de/lokales/muenchen/ist-verzweifelt-wer-stiehlt-einer-toten-den-ehering-muenchner-witwer-93478274.html


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Lesezeit ca.: 4 Minuten | Tippfehler melden | Peter Wilhelm: © 3. April 2025

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