Fundstücke

Eisbaden – Nein danke!

Basejumping

Eisbaden ist nicht mein Ding. Mein Vater hat ja den Russlandfeldzug mitmachen müssen, und der wusste, was Kälte bedeutet. Das hat ihn aber nicht davon abgehalten, zur Abhärtung und zur Stärkung der Abwehrkräfte immer mal wieder kalt zu duschen.

Ich bin auch nicht kälteempfindlich. In meiner Militärzeit habe ich lange Winternächte mit unzureichender Ausrüstung draußen zubringen müssen, und ich habe am eigenen Leib erleben und lernen müssen, wie wärmend und einlullend es ist, wenn man kurz vor dem Erfrieren ist. Es umfängt einen dann auf einmal eine wohlige Wärme, Glücksgefühle durchströmen einen und man hat weder Lust, noch die Kraft, sich zu bewegen. Hätte das Ganze nicht auf einem Militärflughafen stattgefunden, und wäre nicht die Flughafenfeuerwehr mit lautem Getöse angefahren gekommen, wäre ich weggelullt; davon bin ich überzeugt. Mit großen Schmerzen in den Gelenken und Millionen Ameisen in den Adern bin ich hochgeschnellt. Mehrere heiße Tassen Kaffee und eine amerikanische Dosensuppe von den Kameraden haben mich wieder fit gemacht.

Das war aber nichts gegen das, was mir ein Herr einmal erzählt hat, der Stalingrad überlebt hatte. Ihm fehlte nur das Endglied eines kleinen Fingers. Aber er berichtete davon, wie die Hände seiner Kameraden an den Waffen festfroren und abbrachen wie Glas…

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Zurück ins Hier und Jetzt: Ich habe es am liebsten so um die 22 Grad. Viel kühler mag ich es nicht und im Sommer fange ich bei 24 Grad an zu leiden.
Ganz anders meine Allerliebste. Ihr kann es gar nicht warm genug sein. Ich lästere darüber ja auch in meinen Geschichten und Büchern.
Meine Meinung: Gegen echte oder gefühlte Kälte helfen ja auch Pullover und Jacken, da muss nicht jeder Raum auf 28 Grad aufgeheizt werden.

Aber selbst, wenn ich bereit bin, mit niedrigeren Temperaturen auszukommen, als meine Allerliebste, so würde ich mich doch nicht in eiskaltes Wasser stürzen.

Leiche in vereistem Teich entdeckt – Mann stirbt offenbar beim Eisbaden in Wismar

Wismar. Bei der Suche nach einem verunglückten Eisbader haben Einsatzkräfte in Wismar in einem vereisten Teich die Leiche eines Mannes gefunden. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen 40-Jährigen. Ein Zeuge hatte am Montagmorgen beobachtet, wie ein Mann in den zugefrorenen Teich gestiegen war, um dort zu baden. Kurz darauf sei er jedoch nicht mehr an die Oberfläche zurückgekehrt. Der Zeuge verständigte daraufhin die Rettungskräfte.

Vor Ort entdeckten die Einsatzkräfte zwei Öffnungen im Eis sowie eine Kamera. Nach Angaben der Stadt Wismar war diese noch in Betrieb. Das aufgezeichnete Videomaterial zeige den Moment, in dem der Mann in das Wasser springt – und anschließend nicht mehr auftaucht.

Bei dem Gewässer handelt es sich um einen Löschteich im Stadtteil Wendorf. Die Wassertiefe betrug an der betroffenen Stelle nach Schätzungen der Feuerwehr rund 1,75 Meter. Die Eisschicht war etwa fünf bis sieben Zentimeter dick. Die Feuerwehr hatte bereits in der Vorwoche ausdrücklich davor gewarnt, Eisflächen zu betreten. Nach bisherigen Erkenntnissen war der Mann jedoch nicht eingebrochen, sondern hatte zuvor selbst Löcher in die Eisfläche gesägt.

Während der Such- und Bergungsarbeiten waren neben der Feuerwehr auch Taucher im Einsatz. Mit Kettensägen schnitten Einsatzkräfte weitere Öffnungen in das Eis. Die Feuerwehrleute waren dabei mit Sicherungsleinen gesichert. Ein Sprecher der Feuerwehr sprach von sehr schwierigen Bedingungen vor Ort.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nahm den Vorfall zum Anlass, eindringlich vor dem Eisbaden ohne Begleitung zu warnen. Man solle niemals allein in eisiges Wasser gehen, sondern mindestens zu zweit sein, um im Notfall sofort Hilfe leisten zu können. Zudem sei eine vorherige ärztliche Abklärung dringend zu empfehlen, da insbesondere bei Herz- und Kreislauferkrankungen akute Lebensgefahr bestehe.

Spekulationen, wonach es sich bei dem Verstorbenen um einen Influencer gehandelt haben könnte, wurden von der Polizei nicht bestätigt. Am Teich wurde auch das Fahrzeug des Mannes gefunden. Seine Partnerin befand sich ebenfalls am Einsatzort und wurde seelsorgerisch betreut.

Warum der Mann nicht wieder aus dem Wasser zurückkehren konnte, ist derzeit noch unklar. Die Polizei hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Nach ersten Einschätzungen deutet vieles auf einen tragischen Unglücksfall hin.

Quelle und weiterführender Bericht: https://der-farang.com/de/pages/leiche-von-eisbader-gefunden-und-laufende-kamera

Ich weiß nicht, ob so ein tragischer Fall in den Bereich dessen gehört, was für den Darwin-Award zählen könnte.
Traurig ist sowas immer.

Aber ich finde, dass man auch nicht jeden Quark machen muss. Ich meine, wer sich mit einem Lappen auf dem Rücken von Klippen oder Hochhäusern stürzt, sorgt vielleicht für Aufmerksamkeit in den asozialen Medien, bekommt aber wenig Mitleid von mir, wenn sein „Sport“ schiefgeht. Ich würde mir auch kein Hosengummi an die Füße binden und kopfüber irgendwo runterspringen, weil andere das lustig finden.
Jeder soll machen, was ihm Spaß macht, solange er mich nicht zwingt, ihm gleichzutun, solange niemand anders geschädigt wird und solange es nicht mein Geld kostet. Meinetwegen, so sage ich das immer, können sich die Leute Frikadellen an die Knie nageln. Ist mir egal.
Aber bitte, erwartet nicht mein Mitleid, wenn Euch das dann wehtut oder das Leben kostet. Ist so.

Bildquellen:

  • basejumping_800x500: Peter Wilhelm KI

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(©si)