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Freimaurer und Bestattung

Hattest Du schon mal eine Freimaurerische Beerdigung abgehalten und wenn ja, wie lief diese ab?

Ja, das hatte ich schon ganz oft. Ich habe überhaupt nicht gewusst, dass es so viele Freimaurer gibt.
In der Regel (aber nicht immer) bittet man darum, dass die christlichen Symbole in der Friedhofskapelle abgehängt werden. Wo das nicht geht, werden sie mit Tüchern verhüllt. Es kommt statt eines Pfarrers ein Redner. Entweder ist das ein freier Trauerredner oder ein Logenbruder.

Bei der Auswahl der Musikstücke orientiert man sich im klassischen, nicht-religiösen Bereich. Die Familien tendieren häufig zu schlicht aussehenden, aber hochwertigeren Särgen. Ansonsten unterschieden sich die Feiern nicht sonderlich, außer dass auch am Grab kein Pfarrer spricht.

Auf den Grabsteinen finden sich später oft freimaurerische Symbole, die dem Steinmetzberuf entlehnt sind oder auch mal eine Pyramide mit sehendem Auge usw.

In der Wikipedia steht ganz viel über Freimaurer.

Arme Freimaurer scheint es nicht zu geben…

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Peter Wilhelm28. Mai 2012

16 Kommentare von 140614.

  1. Nochmal ein kleines Lob an dieser Stelle. Mittlerweile gucke ich mehrmals täglich auf deinem Blog vorbei, weil so oft neue Beiträge kommen!

    Ich finde das echt toll. So wird mir nie langweilig :)

  2. Abgehängte christliche Symbole?

    Das halte ich aber eher für die Ausnahme. Normalerweise sollten Freimaurer egal welcher Religion sie angehören gut damit umgehen können, dass dort christliche Symbole hängen.

    Ich glaube fasst, dass die Angehörigen meinen bei einer freimauerischen Bestattung dürften keine solche Symbole auftauchen.

    Auf Grabsteinen findet man dagegen Freimaurersymbole wie schon beschrieben sehr häufig.

  3. Wieso läßt man sich (oder lassen einen die Angehörigen) in einer Kirche / Kapelle das letzte Mal feiern? Daß da christliche Symbole vorhanden sind, ist doch völlig klar.

    Man mag ja über die Organisationen denken, was man möchte, aber wenn ich mich mit den Symbolen nicht identifizieren kann, dann wähle ich (lasse wählen) einen anderen Ort für eine solche Zeremonie.

    Schließlich mache ich meine Geburtstagsfeier ja auch nicht in einem Döner-Imbiß und verlange als erstes, daß alle Spuren türkischer Kultur für diesen Zeitraum verschwinden müssen.

  4. Dieser Blogeintrag hat mich auf meine nächste Frage gebracht :) Sind Friedhöfe christlich? Bzw., darf man da nur Menschen von bestimmten Religionen beerdigen? Was passiert dann aber mit Atheisten? Und ist es nicht ein wenig sinnlos, christliche Symbole abzuhängen bzw. mit Tüchern zu verhüllen wenn sie danach sowieso auf einem Friedhof liegen wo fast jeder Grabstein ein christliches Symbol hat? Fragen über Fragen :D und danke für die Beantwortung von den anderen :)

  5. @Jan: Es ist bei uns genau so, wie ich es schrieb. "In der Regel (aber nicht immer)"

    Dieser Wunsch wurde schon sehr häufig an uns herangetragen und immer damit begründet, dass der Verstorbene das zu Lebzeiten so geäußert habe.

    Mir ist die Toleranz der Freimaurer bekannt.

  6. @German Psycho: Heutzutage sind die Friedhöfe in den meisten Fällen kommunale Einrichtungen. Kreuze und andere christliche Symbole ergeben sich dort aus dem Selbstverständnis des christlichen Abendlandes, sind aber kein Indiz dafür, dass dort nicht auch nicht- oder andersgläubige in würdiger Art von ihren Verstorbenen Abschied nehmen können. Wenn ein Kruzifix beispielsweise stört, haben diese Leute durchaus einen Anspruch darauf, dass es entfernt oder verhängt wird.

    Anders sähe das mit einer Kirche aus, da hast Du Recht. Aber in den seltensten Fällen finden Trauerfeiern überhaupt in Kirchen statt. Särge stehen noch seltener in Kirchen.

    Meistens bedinden sich die Särge in den kommunalen Kühlzellen auf den Friedhöfen. Dort wird auch eine Kapelle oder eine Trauerhalle für jeden Verstorbenen zur Verfügung gestellt, gleich ob und was er geglaubt hat.

  7. @Caro: Es gab Zeiten, da Friedhöfe fast ausschließlich den Kirchen gehörten, weshalb sie regional auch Kirchhöfe genannt werden.

    Da gab es schon Probleme mit Nicht- und Andersgläubigen. Ja auch Selbstmördern usw. wurde die Bestattung in geweihter Erde verwehrt. Sie wurden dann oft auf Flächen außerhalb dem sogenannten Schindacker beerdigt. Aber diese Zeiten sind vorbei. Heute sind die meisten Friedhöfe kommunal und stehen eigentlich allen offen. Christen haben da ebenso einen Anspruch, wie Moslems und Atheisten.

    Juden werden zumeist auf besonderen Friedhöfen oder Abteilungen beigesetzt, da die Gräber hier für immer bleiben und nicht ablaufen.

    Es gibt aber heute noch Friedhöfe in kirchlicher Trägerschaft. Wenn es nicht parallel noch einen städtischen Friedhof gibt, nimmt man auch Andersgläubige auf.

    In den sechziger Jahren, nur mal nebenbei bemerkt, haben die Muslime in Köln während des Ramadans im Kölner Dom ihre Teppiche ausrollen dürfen.

    Gibt es noch einen städtischen Friedhof, sind manchmal die Grabstellen auf dem kirchlichen Friedhof den eigenen Gläubigen vorbehalten.

  8. Ich will da keine Verschwörungstheorien schüren :-) Mir ist nur noch kein armer Freimaurer begegnet. Entweder wird man als Freimaurer reich, oder die unterstützen sich gegenseitig, oder die nehmen nur Reiche. Oder aber ich irre mich, kann auch sein.

  9. Freimaurer kann nur der werden, der ein freier Mann von Gutem Ruf ist. Freier Mann steht für Unabhängigkeit im Finanziellen und Geistigen. Guter Ruf bedeutet, geachtet und von gutem Leumund zu sein. Vorbestrafte können nicht Freimaurer werden.

    Beim Finanziellen sollte man beachten, das die Beiträge und Aufnahmegebühren in etwa bei denen eines beliebten Golfclubs liegen.

    Wer sich weiter informieren möchte, findet unter http://www.freimaurer.org bei den FAQ alles wissenswerte. Nur nicht zum Thema Beerdigung.

  10. Freimaurer-Brüderschaften verstehen sich als Bündnisse fürs Leben. In Not geratene Logenbrüder werden von der Gemeinschaft nach Kräften unterstützt. Selbst ein mittelloser Freimaurer wird deshalb nie ein "Armenbegräbnis" vom Sozialamt bekommen.

  11. @undertaker

    ;-) war ja auch nur so ein Hinweis auf die Toleranz. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass die Angehörigen hier meinen einen guten "Dienst" zu tun.

    @spam

    Unterstützung (!)ja, aber keine Gelder. So etwas banales wird im Normalfall nicht thematisiert – und wer Freimaurer aus monetären Gründen werden will wird es hoffentlich nicht!

    Das erklärt dann vielleicht auch warum es selten (gibt es aber trotzdem in liberalen Logen) arme Freimaurer gibt.

  12. Hier herrscht leider eine große Unwissenheit über Freimaurer. Deshalb zur Erklärung:

    1) Es gibt kein freimaurerisches Beerdigungsritual. (Im Gegensatz zu einem Trauerritual, das im November in den Logen stattfindet und sehr ergreifend ist) Manches ist aber bei vielen freimaurerischen Beerdigungen gleich. So bilden die Brüder am offenen Grab oder um den Sarg die sogenannte Bruderkette. Da sie sich in der Öffentlichkeit niemals "freimaurerisch bekleiden", ziehen sie sich dafür nur weiße Handschuhe über. Manche tragen auch weiße Krawatten. Sie fassen sich bei der Hand und singen mitunter auch ein Abschiedslied. Dann entlassen sie den verstorbenen Bruder aus der Kette der Hände – die Kette der Herzen reißt jedoch nicht ab. Währenddessen legt der Logenmeister zu einem immer gleichen Spruch drei Rosen einer bestimmten Farbe und nach bestimmter Regel auf bestimmte Stellen des Sarges- bzw. wirft sie in die Gruft an bestimmte Stellen. Was es damit auf sich hat, besagt der Spruch, den alle Trauergäste hören können. Mehr wird über die drei Rosen in der Öffentlichkeit nicht bekannt. Sie sind der höchste freimaurerische Gruß. Mitunter wird auch eine Abschiedrede gehalten oder gesungen.

    2) Ich habe viele freimaurerische Beerdigungen erlebt. Christliche Symbole wurden dabei nie abgehängt. Warum auch? Die meisten Freimaurer in unserer Kultur sind Christen.

    3) Auf einer freimaurerischen Beerdigung kann es auch einen christlichen und einen freimaurerischen Teil geben.- So redet erst der Pfarrer – und kündigt dann an, dass die Brüder der Loge von ihrem Bruder nun auf ihre Weise Abschied nehmen möchten- Dann bilden sie die Bruderkette. Selbst am offenen Grab sprechen manchmal Logenmeister und Pfarrer.

    Die evangelische Kirche hat mit den Freimaurern keinerlei Berührungsängste. Ganz anders die Katholiken. So kommt es dann vor, dass ein katholischer Geistlicher selbst die Wünsche der Familie des Verstorbenen ablehnt, einen freimaurerischen Teil zuzulassen. Viele katholische Geistliche fordern eine Entscheidung zwischen freimaurerischer oder christlicher Beerdigung.

    Die Logen haben mit keinem Glauben und keinem Geistlichen Probleme. Wie auch? Viele – auch katholische Geistliche – sind heimlich Mitglieder von Logen, was auch ganz verständlich ist, weil die Logen ebenfalls christliche Wurzeln haben. (werden aber von der katholischen Kirche wohl zu den Deisten gerechnet – oder zu den Gnostikern)

    4) Es gibt sehr wohl arme Freimaurer. Es wird aber selten jemand aufgenommen, der von sozialen Zuwendungen lebt. Das aber deshalb, weil man ihm nicht die Logenbeiträge abnehmen will. Auch ist er dann wohl kein "freier " Mann nach heutiger Ansicht mehr. (Früher stand es für "nicht Leibeigene". Maurer waren Leibeigene. Sie bauten Häuser – Freimaurer bauten Kirchen und Dome und waren "Freie". Sie hatten eine eigen Gerichtsbarkeit (haben sie heute auch noch) )

    Fällt aber ein Freimaurer der Sozialhilfe (Also Arbeitslosengeld II) anheim, wird er nicht ausgeschlossen. Eher hilft man ihm in mancherlei Art – z. B. dadurch, dass andere seinen Logenbeitrag tragen. Das aber ist freiwillig und wird nicht automatisch von den Logen so gemacht. Viele Bedürftigen lehnen diese Hilfe der Brüder außerdem ab.

    Die Freimaurer unterstützen sich jedoch nicht beruflich. Wer sich in den Logen berufliche Vorteile erwartet, ist falsch. Wer in einer Loge versucht, berufliche Vorteile in Anspruch zu nehmen- oder andere zu werben – wird abschätzig Geschäftsmaurer genannt- und gemieden. Dann verläßt er schnell aus eigenem Antrieb die Loge wieder. Natürlich kommt es vor, dass ein Logenbruder z. B. lieber zu einem Arzt geht, der ebenfalls in der Loge ist – oder zu einem Bruder Rechtsanwalt. Das ist aber in keinem Verein anders. Man vertraut halt Menschen eher, die man kennt. Und unter Logenbrüdern findet man weniger Lügner und Betrüger als in der "profanen" Welt (aber man findet sie vereinzelt auch)

    4) Die Logenbeiträge liegen nicht annähernd so hoch, wie in einem Golfklub- das ist völliger Unsinn. Sie liegen – je nach Loge -zwischen 250 und 400 Euro pro Jahr. Hinzu kommen noch Kosten für freimaurerische Veranstaltungen, die gemeinhin zwischen 10 und 40 Euro liegen. Und von den Logenbeiträgen geht ein Teil an die Großloge, die damit z. B. viel eigene karitative Organisationen trägt – so z. B. die Zinnendorfstiftung in Hamburg.

    Wer es nicht glaubt, kann ja mal eine Lage am Gästeabend besuchen. Man findet sie in jeder Stadt – im Telefonbuch. Und Gästeabende finden in Abständen von wenigen Wochen statt.

    • Lieber Sarastro,
      den Ausführungen ist nicht hinzuzufügen. Auch ich habe einige freimaurerische Beerdigungen miterlebt, niemals waren christl. Symbole abgehängt. Und ich kenne auch Freimaurer mit einem geringen Einkommen, für diese werden schon mal Kosten (Beiträge/Essen) von anderen Brüdern übernommen, sofern ein Bruder das überhaupt möchte/zuläßt. Wenn ein Bruder weiss, dass ein anderer an einer Veranstaltung teilnehmen möchte, sich dieses aber nicht leisten kann und man ihm dann vermittelt, dass man ihn aber gerne dabei haben möchte, dann wird diese Unterstützung auch gerne angenommen. Es geht nicht um das Zeigen von „Reichtum“, sondern um das Teilen einer guten, gemeinsamen Zeit ohne Not auf einer Seite.

  13. Ich habe "leider" schon einigen freimaurerischen Totenfeiern beigewohnt. Bei jeder wurde die freimaurerische Totenfeier in die jewils katholische, evangelische bzw. orthodoxe Beerdigung integriert. Kirchliche Symbole wurden dabei nie verhüllt, was auch niemals Intuition der Freimaurer war.

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