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Gefährliches Bestatterweblog

Am Wochenende bekamen einige Leser beim Aufrufen des Bestatterweblogs eine Warntafel angezeigt, die in etwa besagte, daß das Bestatterweblog ein ganz gefährliche Seite sei, die den Computer kaputt machen kann.
Schuld daran war das eingebundene Banner der Aktion Deutschland Hilft, mit dem Spenden für die Flutopfer in Pakistan gesammelt wird.

Offenbar wurde die Seite dieser Hilfsorganisation das Opfer von gezielten Störungen, die wohl zum Ziel hatten, ein Wochenende lang die Menschen zu verunsichern und vom Spenden auf dieser Seite abzuhalten.
In der Folge wurde diese PC kaputt Warnung auf nahezu allen Blogs angezeigt, die einen solchen Spendenaufruf eingebunden haben.

Es bestand aber wohl zu keiner Zeit die Gefahr, daß vom Bestatterweblog, irgendein Computer kaputtgemacht wurde.

Hier kann man mehr nachlesen.

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Peter Wilhelm7. Januar 2015

19 Kommentare von 140271.

  1. „Mein Geld könnte Taliban finanzieren, also spende ich nicht“
    @Matthias: und genau so spielt man den Jungs in die Hände.

    Bist du einer der Schwarmintelligenzler?

    Wenn keine KOhle da unten ankommt, dann ist das natürlich *DIE* Hilfe für die Leute da und vor allem straft man die Taliban damit unglaublich ab.

    Du hast es denen gegeben.

    Fakt ist: Da ist ein unglaubliches Elend. Da sind Millionen Menschen obdachlos, Familien wurden auseinandergerissen, weil jeder, als die Fluten kamen, nur noch sich selbst retten konnte. Kinder, die vielleicht noch eltern haben, diese aber nicht mehr finden können. Und umgekehrt. Die Ernte wurde weggespült, eine Hungersnot droht. Durch den Wegfall aller Infrastrukturen dort drohen Seuchen. Durch das verseuchte Wasser drohen Bilharziose-Infektionen und ähnliche unschöne Dinge.

    Ich kann nicht runterfliegen und direkt helfen. Ich bin kein ausgebildeter Helfer und wäre vielleicht Gutwillig, würde aber das Elend wahrscheinlich nur verschlimmern und könnte höchstens punktuell was machen, nicht aber flächendeckend.

    Das einzige, was ich tun kann, ist: Die entsprechenden Hilfsorganisationen vor Ort mit dem Finanzpolster ausstatten, damit die in der Lage sind, Hilfe zu leisten. Und nicht das Feld den Taliban überlassen müssen, die derzeit offenbar die einzige organisierte Ordnungsmacht in dem Land sind.

    Und zum Thema Taliban: Mit dem Thema mal bitte beschäftigen. Die Taliban sind weder eine homogene Gruppierung noch sind alle Taliban so durchgeknallt wie die Hardliner. Und bitte mal informieren, wo die herkommen, warum die gegründet wurden und wo die Söldner rekrutiert wurden. Hint: Guck mal nach Saudi-Arabien und in die USA.

    Und wenn du schon mal bei Youtube bist: Guck dir auch gleich nochmal Dieter Nuhr an: „Wenn man keine Ahnung hat…“

  2. Und der nächste Vollhonk, der quäkt, dass Tom doch nur Geld mit dem Elend anderer Leute verdienen will:

    So wie ich Tom kennengelernt habe, glaube ich das keine Minute. Viel wahrscheinlicher ist, dass er die Kohle, die er fürs Banner bekommt, gleich mit weiterleitet als eigenständige Spende.

    Boah Leute, legt euch doch mal echt gehackt. Jedesmal wenn hier was steht kommen diese Kritikaster, deren Tellerrand so eng ist, dass da selbst ne Erbse runterfallen würde.

    Wie lebt es sich eigentlich als hauptamtlich diplomierter Stinkstiefel? Ich würd mich ja selbst nicht mehr ausstehen können…

  3. Danke für die Erleuchtung Tante Jay. Es ist immer schön zu wissen, dass es Leute gibt die nicht nur Ahnung von allem haben, sondern es auch noch selbst wissen. Was wäre das Bestatterweblog, ach was wäre die Welt nur ohne die heilige Weisheit der wenigen Auserwählten, die Tölpeln wie mir in liebervoller, aber strenger, kurzum väterlicher Weise auf die Finger klopfen, wo wir mit unserem beschränkten Horizont die süßen Früchte der Erkenntnis nicht zu erkennen vermögen. Lang sollst du uns in deiner Weitsicht erhalten bleiben und den rechten Pfad aufzeigen. Hirte, führe uns. Wir Schafe folgen dir.

  4. @Tante Jay:
    Im anderen Thread hat da schon jemand was gutes zu geschrieben. Es ist in der Tat eine schwere Situation. Spendet man nicht, ist natürlich keinem geholfen. Spendet man aber, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass in Gebieten ohne Regierungspräsenz die Taliban die Verteilung der Hilfsgüter beaufsichtigen. Es wäre naiv zu glauben, dass eine Hilfsorganisation dort schalten und walten kann, wie sie will. Das ist ein Trade-Off, über den jeder selbst entscheiden kann. Durch Hilfsgüter entstehen ja nicht sofort neue Terroristen.

    Was mich wirklich ärgert ist, dass die pakistanische Regierung mehr helfen könnte, aber sich doch merklich zurückhält. Gleichzeitig wird aber Hilfe aus dem Ausland verlangt.

  5. @Matthias: Na bitte, geht doch. Warum dauert das denn immer so lang? :)

    @Jörg:
    Letztlich ist es so, dass die Hilfsorganisationen die Situation vor Ort kennen. Die wissen, was sie wo am besten machen. Und wo sie möglicherweise auch machen lassen müssen, weil es anders nicht geht. Und die arbeiten ja nicht zum erstenmal auch mit Buhmännern zusammen. Eben weil die andere Prioritäten haben. Erste Priorität ist für die: „Helfen“. Auf Platz 1000 kommt dann irgendwann „Politik“. Und so muss das *vor Ort* auch sein.

    Ich glaube auch, dass es einem Obdachlosen, der sein Hab und Gut und möglicherweise auch Familie in den Fluten verloren hat, ziemlich wumpe ist, woher er jetzt die Mittel für einen Neuanfang oder auch nur fürs nackte Überleben bekommt. Ob da jetzt ein DRK-/THW-Mitarbeiter steht oder ein Taliban dürfte dem primär egal sein. Er hat, was er braucht, er kann möglicherweise einen weiteren Tag überleben und seine Familie suchen. Der wird erstmal nicht denken „oh, das kommt von den Taliban, die sind aber toll.“

    Was jetzt Islamabad angeht: Da spielt ein Haufen mit rein. Klar könnten die helfen – wenn sie denn noch die Autorität dazu hätten. Haben sie aber nicht. Nicht mehr. Und daher sind die jetzt erstmal am eigenen Machterhalt interessiert und halten die Armee darum in den Kasernen. Die befürchten offenbar wirklich einen Aufstand und sichern sich dafür ab. Wie es Autokraten, die Bange haben, den Arsch für ihre Taten vollzukriegen, halt immer tun.

    Was bleibt, ist Pragmatismus: Helfen, wo es geht. Und notfalls auch nen Pakt mit dem Teufel schließen, um Hilfsgüter da hinzukriegen, wo sie hinmüssen.
    Manchmal auch mit einem Gutteil Gottvertrauen, dass die auch weiterverteilt werden.

    Man kann immer nur sein bestes geben. Und niemand, wirklich niemand, sagt, dass das bedeutet, fehlerfrei zu arbeiten.

  6. „Gezielte Störungen“ und „es bestand keine Gefahr“:
    Als attackierend gemeldete Webseiten werden zB von Google oder stopbadware.org automatisiert erfaßt. Das Bestatterweblog an sich kann durchaus keine Schadsoftware enthalten, sollte jedoch über ein Script Werbung (wie das Banner von Deutschland hilft) eingeblendet werden und diese Werbung enthält schädigende Software (weil deren Server kompromittiert wurde), verteilt das Bestatterweblog eben auch die schädigende Software, auch wenn die Schadsoftware von einer anderen Seite kommt.

    Siehe
    http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?answer=163633&hl=de

  7. @Zero the Hero: Wenn ich die Berichterstattung richtig interpretiere, sind aber grad bei Google recht häufig „False Positives“ dabei, also Fehlalarme.

    Und dafür werden z.b. die Hersteller von Antivirenprogrammen recht häufig und zu Recht kritisiert.

  8. Es werden zweifellos nicht alle Spenden da ankommen, wo sie gebraucht werden – das liegt leider in der Natur der Sache. Auch die politische Ausnutzung der Situation ist unvermeidlich.

    Dennoch hoffe ich, dass genug Spenden von außen im Nachhinein den positiven Effekt haben, dass die Betroffenen ein bisschen dankbar sind – und Dankbarkeit gegenüber den internationalen Hilfsorganisationen ist da besser als den Taliban gegenüber.

    Ich habe nach den Bildern, die zu sehen waren, den Eindruck, dass weite Teile des Landes lange Zeit oder gar auf Dauer unbewohnbar bleiben – wenn das so ist, dann wäre ein Krieg um die verbleibenden Ressourcen wahrscheinlich unvermeidlich. Das ist aber nun das Letzte, was diese Region gebrauchen kann, weil dann jegliche politische Stabilität flöten geht, was im Zweifel eher den Extremisten nützt.

  9. Es gibt immer Leute, die nicht sicher sind, ob sie spenden sollen, weil sie Angst haben, damit die Taliban/Terroristen/außerirdischen Verschwörer/Hitler zu unterstützen. Das sind vermutlich die gleichen, die einem Obdachlosen die paar Cents nicht gönnen, weil sie befürchten, er könnte sich Schnaps davon kaufen – und die es dann für eine gute Idee halten, ihm statt dessen ein belegtes Brötchen zu geben.

    Wenn ich jemandem Geld überlasse, dann tue ich das, damit er damit machen kann, was immer er will. Zweckgebunden kann ich an Großunternehmen spenden. Versucht man das mit Almosen, dann kratzt man damit am moralischen Lack der Spende.

  10. @15, Thomas R.: Nö. Ich gönne liebend gerne einem Obdachlosen ein bisschen Kohle, spendiere auch ungefragt mal ein Bier und gebe grundsätzlich gerne was. Nur: beim Obdachlosen kann ich sicher sein, dass es ihm Wurst ist, dass ich Atheist bin. Und ich kann ziemlich sicher sein, dass er weder jugendliche homosexuelle aufgeknüpft, noch Frauen gesteinigt oder sonst einen Schabernack getrieben hat. Sorry, aber habt ihr die brennenden Flaggen vergessen, wegen einer Zeichnung von Westergaard?
    Nö, die Probleme dieser Leute sind definitiv nicht mein Bier. Altruismus ist eine feine Sache, spielt hierbei jedoch den falschen Leuten in die Hände.

  11. @Typograf

    Ich nehme an, Sie wollten nur ein Beispiel geben, wie die Verallgemeinerung von Stereotypen aussehen kann.

    Deshalb gehe ich auch nicht davon aus, dass Sie aussagen wollten, es sei eine gute Idee, Hilfe für Menschen in Not politisch zu instrumentalisieren mit der auf diffusen Ängsten beruhenden Begründung, die Gegenseite würde genau das auch tun.

  12. Hi Tom!
    Bin noch nicht lange dabei und habe eben grade den Troll entdeckt. Deine Seite ist “ voll cool „,würden meine Kinder sagen, ich sag`klasse.Ich lese jeden Tag und freue mich, habe auch Dein Buch gekauft und gelesen. Wann kommt das nächste?
    LG von Elke

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