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Grüne Oase

Hallo Tom,

zunächst einmal schon fast obligatorisch ein großes Dankeschön für die Arbeit die du dir machst und für die vielen netten Geschichten mit denen du einem den Tag wirklich erheitern kannst! Ich hab einen großen Respekt vor dem was du machst, sei es in deiner Arbeit als Bestatter als auch mit dem Weblog.
Nach einem Termin heute war ich fast zwei Stunden auf einem großen Friedhof hier unterwegs. Ich war grad in der Nähe und hatte aus Parkplatznot dort geparkt und bei dem schönen Wetter war mir nach spazieren. Vor deinem Weblog hätte ich mich das glaube ich nicht getraut, denn es schien mir immer unpassend da zu spazieren wo andere trauern.
Durch dich habe ich da allerdings eine andere Sicht gewonnen. Ein Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer und Verzweiflung sondern wie du ja selbst oft genug gesagt hast, auch eine schlichte Parkanlage und wie ich finde ein Ort an dem man an Menschen denken kann, die man gern hat. Ich wollte eigentlich nicht so lange spazieren gehn, aber dieser Friedhof hat mich in seinen Bann gezogen. Diese unglaubliche Ruhe die dort ausgestrahlt wird, dieser Frieden den die Toten hoffentlich auch haben, ist an jeder Ecke zu spüren. So viele Geschichten sind dort verborgen, ein Konsul aus Indien, ein Führer der im Himalya unter einer Lawine begraben wurde, Eltern, Kinder und ganze Familien. Ich war echt beeindruckt. Ich bin noch jung und hoffe es wird mir noch lange erspart bleiben diesen Ort in Trauer zu besuchen und nicht als Spaziergänger.

Mir geht es ähnlich wie Dir und ich freue mich, daß Du durch das Weblog und mich die Scheu vor dem Friedhof als Oase der Ruhe verloren hast.
Mich faszinieren die Geschichten, die man aus Namen, Beschriftungen, Jahreszahlen und der Grabgestaltung ablesen kann und ich finde es schön, daß es noch Grünoasen gibt, in die Jogger, Walker und Radfahrer noch nicht vorgedrungen sind.

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Peter Wilhelm 28. Mai 2012


10 Kommentare von 141208.

  1. Naja, so ganz richtig ist das mit dem Ort, an den Jogger und Radfahrer noch nicht vorgedrungen sind, nicht.

    Ich gehe gern in Ohlsdorf spazieren, da gibt es Radfahrer und Jogger ( und Autos und eine Bushaltestelle) :P

  2. Hm, das mit den Geschichten stimmt schon. Aber ich mag Friedhöfe immer noch nicht sonderlich. Das liegt nicht an der Scheu vor dem dort besonders präsenten Tod, sondern eher an dem gepflegt Kleinparzelligen. Ich mag auch verzierte Steine nicht sonderlich.
    Für mich bitte entweder ursprüngliche Natur oder quirlige Großstadt.
    Auch deshalb wird mein Friedhof vermutlich das Meer, eventuell auch ein Friedwald/Ruheforst sein.

  3. Seit unser Friedhof für teures Geld „umgestaltet“ wurde (sprich, alle Gräber ausgehoben und neu gemacht) und die wunderschönen verträumten alten Bäume und das liebevolle Ambiente inklusive uraltem Steinbrunnen einem Din-0815-Golfrasenschnitt mit einem mikrigen Wasserspender, und Buchs-Hecken weichen musste bin ich dort nicht mehr anzutreffen. Vorher war das einer meiner Lieblingsorte hier in der Gegend.

  4. Ich gehe schon immer gern auf Friedhöfen spazieren. Wenn ich im Ausland bin, schaue ich mir auch immer die Friedhöfe an. Jedes Land hat seine eigenen Traditionen. Besonders beeindruckt haben mich die Pariser Friedhöfe Pére Lachaise und Montmartre. Da liegt die ganze Kunstwelt des 19. Jahrhunderts begraben. Auf dem Montmartre sind wir fast zwei Stunden im Nieselregen spazieren gegangen.

    Friedhöfe sind in der Tat eine Oase der Ruhe. Als ich vor vielen Jahren in Berlin studiert habe, bin ich bei schönem Wetter immer in den nahe gelegenen Friedhof gegangen, hab mich auf eine Bank gesetzt und gelernt. War echt klasse.

  5. @1 Besonders als jemand, der sich gerade in Berlin aufhält kann ich das nur bestätigen. Hier sind die Parks ein einziges Hundeklo, die Friedhöfe sind da nicht so schlimm. Und auch kein wildes Grillen, und ähnliches. Es ist auch nicht so vermüllt.

  6. Hallo Tom,

    mal was ganz offtopic, was den Artikel angeht:

    Danke, daß da oben bei der Navigation wieder die Titel stehen, statt „nächster“/“voriger“! :-)

  7. Ein Friedhof braucht viel Zeit, um sich zu so einer Oase zu entwickeln. Komme ich zufällig auf einen neu angelegten Friedhof, sieht das für die ersten beiden Generationen von Toten eher noch wie ein Lagerplatz aus. Wohin man schaut nur Rechtecke, streng in rechtwinklige Abschnitte unterteilt. Bis die Büsche und Bäume richtig herangewachsen sind vergehen schon mal eben zwanzig Jahre. Da geht man hin zum Unkraut zupfen und giessen. Stimmung, dort zu verweilen, mag da nicht aufkommen.

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