Krebs vom Chinamann

Was soll nicht alles krebserregend sein!
Zigaretten, Schnaps, dunkel Gegrilltes, rotes Fleisch, Gene, Volkswagen und was weiß ich noch alles.

Daß man aber in der chinesischen App gleich den Krebs auswählen kann, das war mir neu:

krebs

Ganz neu aber war mir auch, das was beim Griechen gestern Abend vom Nebentisch an mein Ohr drang:

„Sie, kommen Sie mal her!“

„Ja, bitte, waß ßie gerne möchte?“

„Da steckt ein Spieß in meinem Fleisch!“

„Ja, habbe ßie Souzukakaflaki beßtellt.“

„Ein SPIESS in MEINEM Fleisch!“

„In Souzukakaflaki isse imma ein Spieß.“

ouzoo

„Ja, meinen Sie, ich bin blöd?“

„Waß?“

„Ich weiß, daß im Zukizuki immer ein Spieß ist.“

„ßehen ßie, ist Souzukakaflaki immer mit Spieß. Ist Schweinefleiß in kleine ßtücke mit schöne Spieß. Gegrillt, lecker!“

„Der ist aber aus Holz! – AUS H O L Z!“

„Ja?“

„Hören Sie nicht, was ich sage? Der ist aus HOLZ!“

„Ja, Spieße sind auß Holß. Große Rinderspieß ist auf Metallspieß. Kleine Schweinefleiß ist auf Holz.“

„Wo haben Sie denn Gastronomie gelernt?“

„Ich? Ich habe 40 Jahre schon drei Restaurants gehabt. Immer voll. Nicht ich! Aber meine Restaurant immer voll. Hahaha.“

„Hören Sie doch auf! Sowas können Sie vielleicht Ihren Pleitebrüdern auf dem Pelopopones (sic!) anbieten, aber hier bei uns kommen sie damit nicht durch.“

„Waß bitteßön ist falsch? Wenn wir in Küche waß falsch gemacht, dann bekommen ßie Ersatz. Kein Problem!“

„Der ist aus Holz!“

„Holzspieße bei uns sind immer auß Holz!“

„Ja, aber wissen Sie denn nicht, wie krebserregend das ist?“

„Holz? Krebserregend?“

„Ja, sicher!“

„Nein, nie gehört. Wer sagt das?“

„Hab ich im Internet gelesen. Ging so eine Mail rum, bei Facebook und auch in Whatsapp. Holz ist giftig und macht Krebs.“

„Holz iße Natur, reine Natur.“

„Bitte, diskutieren Sie nicht mit mir herum. Stehen Sie doch mal zu Ihrem Fehler. Aber so seid Ihr, Ihr Griechen, immer nur nehmen, nehmen, nehmen… und dann Holzspieße servieren. Sowas aber auch!“

„Meine liebe Dame. ßie ßind Gast in meine Lokal. Ich ßerviere Ihnen gerne alles, waß auf Karte steht. Und ßie bezahlen anschließend. Daß machen tausende Leute seit 40 Jahren bei mir. Und seid 40 Jahren ßahle ich von diesem Geld Steuern, hier in Deutschland. An jede Pommesbude bekomme ßie Schaschlik mit Holzspieß. Eine Milliarde Chinesen essen täglich mit Holzstäbche‘. Jetzt könne ßie wähle: Entweder ßie essen meine leckere Souzukakaflaki oder ßie lassen es bleiben. ßie könne auch was anderes beßtelle. Kein Problem. Aber ßie zahlen für Ihr Essen, auch für den Souzukakaflaki. Ich hab nix falsch gemacht. ßie habbe Spieß bestellt und Spieß bekomme‘. Alles klar? Will jemand eine Glaß Ouzo?“

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Peter Wilhelm14. Oktober 2016

18 Kommentare von 138942.

  1. Holz spielt unter Umständen wirklich eine Rolle bei der Entstehung von Nasenschleimholzkrebs: Nämlich bei mit Chemikalien (Formaldehyd, Chromate, PCB, etc.) belastetem Holzstaub.
    Aber wie das in sozialen Netzwerken halt so üblich ist, wird ein vermutlich differenzierter Artikel auf eine Click-Bait-Überschrift reduziert, tausendfach geteilt ohne die Hintergründe zu hinterfragen. Und schon wird aus einem potentiellem Gesundheitsproblem für einige Berufsgruppen (147 registrierte Fälle der Holz-Berufsgenossenschaft von 1985 bis 1998) ein globales Desaster.

    Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Hartholzstaub

  2. Wenn es doch bei Fratzenbuch zu lesen war dann muss es auch stimmen,weiss doch jede/r Fratzenbuchnutzer/in.Was dort steht stimmt immer,das ist Gesetz !!!!

  3. Es geht nichts über ein gesundes Halbwissen! Hilfe, habe eben mal nachgeschaut, mein Einrichtungshaus hat mich betrogen! Meine ganzen Möbel sind aus Holz!!!!! Ich musste eben schon niesen, der Nasenschleim Holz Krebs wird mich dahin raffen!!
    :)

    • @Josef:
      Der Krebs wird Dich sicherlich kriechend von Seiten des verwendeten Leims sowie Lösungsmitteln usw. des „Holzes“ ereilen. Denn Deine „Holzmöbel“ bestehen sicherlich zum größten Teil aus Span-, MDF- oder ähnlichen Platten. Da wird das dünne, häufig sogar „Echtholz-Furnier“ bestimmt das kleinere Übel sein.

  4. Ich schmeiß mich weg! Die Leute werden echt immer bekloppter! Und wenn man denkt, das geht noch nicht, belehrt einem jeden Tag ein neuer Depp eines Besseren.

  5. Na, ich finde es gut wenn jemand auch mal Kontra gibt, nicht immer dieses Kuschen vorm Gast und sich entschuldigen müssen für Fehler die keine sind. Manche Leute muss man mal „geraderücken“
    Nicht nur im Restaurant, auch beim Einkaufen und sogar im Krankenhaus benehmen sich manche Leute als wenn sie der Nabel der Welt sind und werfen mit ihrem Halbwissen um sich, das es sich die Fußnägel hochrollt. Da wird gepöbelt weil sich jemand im Recht fühlt, wo sich jeder mit einem bisschen Menschenverstand nur an denKopf fasst und Fremdschämt.

    • @Nicole:
      Gepöbelt wird auch gern, wenn man genau weiß, dass man *nicht* im Recht ist, einfach nur aus Frust, dass man seinen Kopf nicht durchkriegt.

      Bei irgendeiner Ausgabe von GTA erschien so ein Jüngling im Kreise seiner Freunde bei mir und wollte triumphierend seine Bestellung von Amazon abholen, die es (vermutlich mit falscher Altersangabe) bis direkt vor seine Nase geschafft hatte. Kriegte er natürlich nicht ausgehändigt, da er sich ausweisen musste. Der hat verbal ziemlich tief ins Klo gegriffen, ich hab ihn zusammen mit seinen Freunden umso genüsslicher ausgelacht.

    • @Nicole:
      Die Ironie an der ganzen Sache ist, dass man sooooo vieles, was „nicht geht, haben wir noch nie gemacht und überhaupt“ eben doch geht, wenn man mal ein bisschen Freundlichkeit vorschießt. Wo ich öfter hingehe, geht prinzipiell fast alles, was menschenmöglich ist, weil ich mir Mühe gebe NETT zu den Leuten zu sein.
      Ich will das nicht ausnutzen, aber wenn doch mal was ist, hilft es sehr… sowas wie… oh, Brötchentüte beim Bäcker liegen lassen… doof… Nochmal vorbeigegangen… tada, ist nicht nur noch da, sondern wird auch stolz und erleichtert überreicht.
      Service IST möglich. ;)

  6. Es ist ein Drama. Allgemein im Dienstleistungsgewerbe denken viele Leute, dass sie sich mit der Dienstleistung zusammen den Dienstleister quasi mit als Sklaven gekauft haben. Erst gestern hatte ich solch einen Kunden: Direktor einer großen Bank, feinste Biedemeiermöbel, aber keinen Benimm. Ich bin so froh, wenn ich endlich die Rechnung schreiben darf und ihn dann hoffentlich erst wieder als meinen Endkunden wiedersehe.
    Da nehm ich das Angebot doch glatt an und nehme auch einen Ouzo, aber bitte einen großen:

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