Ich werde den Gedanken nicht los!

Ich lese deinen Blog schon sehr lange und an dieser Stelle erstmal: Dickes Lob!!
Ich würde gerne eine Frage loswerden, die mich schon ein halbes Jahr beschäftigt.
Eine junge Verwandte ist vor einigen Monaten verstorben und ihre Asche wurde in einem Bestattungswald beigesetzt. Mein Mann durfte die Urne zur Gedenkstelle tragen und die Trauerbegleiterin hat den Deckel einmal aufgemacht, damit wir sehen konnten, wie der Name und die Daten dort eingestanzt waren. Dabei sah es für mich so aus, als wäre in der sogenannten Bio-Urne (wegen der Waldbestattung ja vorgeschrieben) noch ein Blechbehälter, auf dessen Deckel die Daten eingraviert waren.

Ist es nicht aber so, dass die Asche bei einer Waldbestattung direkt in der Holzurne sein muss, damit alles zusammen „vergehen“ kann? An dem Tag war ich nicht fähig, danach zu fragen, da waren andere Dinge wichtig.
Aber irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, dass die Asche da für immer eingesperrt ist und sich gar nicht mit der Natur verbinden kann, so wie es doch gedacht ist! Oder kann es sein, dass die Urne nur oben mit einer Blechplatte zugedeckelt war?

Bei den großen Anbietern von Waldbeisetzungen ist es so, daß sowohl die Schmuck- oder Überurne, als auch die darin befindliche Aschenkapsel aus Materialien gefertigt sein müssen, das sich innerhalb von etwa einem halben bis zu einem ganzen Jahr im Boden zersetzt.

In der FAQ eines der Anbieter heißt es dazu:

Woraus besteht die Urne?
In einem RuheForst können grundsätzlich nur biologisch abbaubare Urnen und Aschekapseln beigesetzt werden, welche sich innerhalb weniger Monate im Boden zersetzen

Quelle

Dabei kann es durchaus sein, daß die verrottbaren Aschekapseln durchaus den Anschein einer Blechkapsel haben.

Die Aschenkapsel ist die eigentliche Urne, in die im Krematorium die Asche eingefüllt wird. In der Regel besteht sie auch Blech.
Die darum befindliche Über- oder Schmuckurne kann auch weggelassen werden.
Manchmal muß aber auch die Asche aus der Aschenkapsel entnommen und nur in einer leicht vergänglichen Überurne beigesetzt werden. So z.B. bei Seebestattungen.

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  • Veröffentlicht am: 28. Oktober 2012
  • 1 Kommentar
  • Veröffentlicht in: Frag den Bestatter

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

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  1. Bei „Bio“-Urnen wird z.T. „Kunststoff“ aus Maiscellulose verwendet, die kann auch eine Metalloptik haben, aber es können auch dünne Bleche aus „unedlen“ Metallen verwendet werden, die verrotten unter den Bedingungen im Waldboden auch innerhalb relativ kurzer Zeit. Die verschiedenen Metalle/Metalloxide sind eh in unterschiedlichen Anteilen im natürlichen Boden enthalten, ökologisch bei entsprechender Materialwahl also durchaus o.k..

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