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Asche verstreuen – Aschestreufeld, Aschestreuwiese

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Die Mutter meines Freundes ist schwer krank und macht sich Gedanken darüber, wie sie mal beerdigt werden will.
Er hat mir jetzt erzählt, daß sie auf einen Friedhof will, wo Bäume stehen, wie ein Wald mit einigen Lichtungen, wo dann die Asche der Toten einfach irgendwo hingestreut wird.
Sowas gibt es wohl, das hat sie herausgefunden, sie nannte ihm auch einen Namen, aber den hat er vergessen und will jetzt nicht unbedingt nochmal nachfragen.
Hast Du von sowas schon gehört und weißt Du, wo genau in Deutschland man so etwas finden kann?

Zahlreiche Friedhofsverwaltungen öffnen sich hinsichtlich der Ansprüche und Vorstellungen ihrer „Kunden“. So gibt es mittlerweile auf vielen Friedhöfen sogenannte Aschestreufelder bzw. Aschestreuwiesen.
Sehr schön beschreibt das die Homepage der Stadt Bielefeld unter diesem Link hier wo es auch Bilder zu sehen gibt.

Man muß also u.U. gar nicht in die Ferne schweifen, sondern sich nur bei verschiedenen Friedhofsverwaltungen erkundigen, ob so etwas angeboten wird.

Es ist in der Regel nicht möglich, die Asche nach erfolgter Urnenbeisetzung nachträglich noch zu verstreuen. Das Ausstreuen wird regelmäßig durch Mitarbeiter der Friedhöfe durchgeführt, Angehörige dürfen normalerweise nicht selbst verstreuen, es ist jedoch so, daß es sich lohnen kann -sofern dieser Wunsch besteht- mit dem Friedhofsmitarbeiter ein kurzes, durch ein mehr oder weniger inhaltsreiches Handschütteln geprägtes, Gespräch zu führen und zu fragen, ob man mithelfen darf. Zumeist werden zum Ausstreuen spezielle Streugefäße verwendet, die sowieso zwei Griffe haben und es spricht eigentlich nichts dagegen, daß einer der Henkel in amtlicher Hand bleibt, während ein Angehöriger den anderen Henkel hält.

Wie kommt die Asche dann in/unter die Erde?
Nun, man regnet sie für gewöhnlich mit einem Rasensprenger ein.

Peter Wilhelm 10. Dezember 2014


11 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. und anschliessend kommt der städtische Grünflächenamt-Mitarbeiter mit dem grossen lauten Rasenmäher.
    brumm brumm…

    wobei ich die Möglichkeit an sich sehr schön finde.

  2. Vorsicht!
    Wenn der Friedhofsmitarbeiter ein Beamter ist könnte das „inhaltsreiche Händeschütteln“ als pöhse Bestechung ausgelegt werden.
    Und sowas ist heftig verboten!

  3. Die Sache mit den Baeumen hoert sich fuer mich irgendwie nach Friedwald an, aber da wird die Asche in verrottbaren Behaeltnissen unter ’nem Baum vergraben oder hab ich das falsch in Erinnerung?

  4. @Anita: Hier wurde explizit nach einem Friedhof mit Bäumen und Verstreumöglichkeit gefragt. Du hast aber Recht, es gibt natürlich noch die Beisetzungswälder in denen verrottende Urnen beigesetzt werden.

  5. @wntrmn (#3): Auch der „normale“ Friedhofsmitarbeiter macht sich der Bestechlichkeit schuldig, wenn er sich zu einer (Dienst-)pflichtverletzung verleiten lässt. Dazu muss man kein Beamter in statusrechtlichem Sinn sein – es reicht aus, wenn man „Amtsträger oder für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter“ ist.

  6. Im Allgemeinen gilt aber die Regel, wo kein Kläger, da kein Richter!
    Außerdem, Mitarbeiter des öffentlichen Diensten, gerade in „niederen“ Tätigkeitensrängen und somit auch Gehaltsklassen freuen sich immer wenn ihnen ein Trösttuch gereicht wird.

  7. Er macht ja nichts Verbotenes. Er lässt sich ja nur helfen. Jeder Kellner, Friseur oder Taxifahrer darf sich über eine kleine Aufmerksamkeit freuen. Warum nicht auch ein Friedhofsmitarbeiter?

  8. Es gibt auch die Möglichkeit, den Leichnam an ein Krematorium in den Niederlanden überführen zu lassen. Nach vier bis sechs Wochen darf man dann die Asche in Empfang nehmen und damit machen, was man möchte. Naja – nicht ganz, es ist in Deutschland wohl verboten, die Asche zu verstreuen. Aber wo kein Kläger ist…

    Meine Mutter wollte unbedingt, dass ihre Asche in den Rhein gestreut wird, und uns war wichtig, diesen Wunsch zu respektieren.

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