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Dank Bestatterweblog Opa gut verabschiedet

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LESERZUSCHRIFT:

Ich war acht als mein einer Opa starb und habe deutlich geäußert, dass ich mich verabschieden möchte und durfte es nicht, weil man mich beschützen wollte. Zur Beerdigung durfte ich auch nicht mit, weil meine Oma eine Tour durch Norddeutschland daraus gemacht hat (drei Stationen, 250 Kilometer Fahrt, mitten im tiefsten Winter… Es wäre organisatorisch nicht gegangen uns mitzunehmen).

Ich habe da SEHR lange dran geknuspert. Als besagte Oma gestorben ist, war ich im Krankenhaus bei ihr. Ich war überfordert, die Schwester in Eile. Ich habe mich dann nur getraut den Arm freizulegen und ihre Hand zu halten. Aber auch das war besser als nichts.

Bei meinem anderen Opa haben wir (jetzt gerade) einen ganz tollen Bestatter, bei dem ich die Möglichkeit hatte mit ihm zusammen Opa anzuziehen, einzusargen und zu kämmen. Das war erst gestern und ich merke trotz all des akuten Schmerzes wie gut mir das getan hat. Ich hätte das im Nachhinein bereits beim ersten Opa gerne gemacht. Und wenn es vielleicht nur die Socken gewesen wären oder kämmen. Aber halt mithelfen.

Das ist genau das gewesen, was ich mir als Kind schon gewünscht habe, aber erst dank dieses Blogs so formulieren konnte

Peter Wilhelm 19. September 2020


3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Oh, das war eigentlich nur ein Kommentar auf einen alten Beitrag 😀 Danke, dass du das für „artikelwürdig“ hälst

  2. Als mein Vater gestorben war – leider war nicht einmal ich dabei, meine Kinder hätten ohnehin nicht auf die Intensivstation gedurft-, habe ich meinen Kindern freigestellt, ob sie OPA noch mal sehen wollten und sich verabschieden. Alle Leute haben gesagt: Mach das nicht. Die sind noch viel zu jung. Mein Daniel war damals 7 Jahre und mein Karina 6 Jahre.
    Sie wollten beide Opa noch einmal sehen, und ich muß sagen, ich habe es bis heute nicht bereut, es ihnen erlaubt zu haben.

  3. Und meine verstorbene Mutter sah immer noch so schön aus und ich hatte ihr noch viel zu erzählen und sie ,,lächelte“ dabei.
    Wenn jemand plötzlich und unerwartet stirbt ist so ein Abschied so wichtig. Während der Krankenhauszeit war auch immer viel zu wenig Besuchszeit. Das tut den Kranken und Angehörigen gar nicht gut.
    Also muss man diese Zeit nachholen und Abschied nehmen.
    Entgegen aller ,,Horrorgeschichten“ sehen verstorbene noch sehr lange gut aus.Und schade, dass mit dem Anziehen dabei sein, hätte ich auch gerne gemacht.
    Ich brachte schöne Sachen mit. Wer an den lieben Gott glaubt, weiss dass die Seele noch da ist und erst verschwindet oder….wenn man beerdigt ist.
    Ich werde bei der nächsten Abschiednahme (brauche noch eine) fragen, ob ich mit anziehen darf.
    Wenn man einen geliebten Menschen verliert, muss man ihn vor der Beerdigung nochmal sehen, denn danach geht es nicht mehr.
    Es löst was innerlich und hilft sehr.So eine Abschiedskultur ist so wichtig…Und Bestatter wissen wie man jemanden noch gut zurecht macht.
    Meine Mutter war für mich noch wunderschön und ihre Hände genauso weich wie vorher.

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