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Der Brockhaus ist tot

Von

Auch ein „Celebrity Death“?

Der Brockhaus ist tot! Über 200 Jahre ist er geworden. Aber jetzt ist Schluss!

Vielleicht ist das ja was für den Blog.

Liebe Grüße
Klaus

Es ist verständlich aber zum Weinen. Bücher haben doch was Besonderes, finde ich.


Peter Wilhelm 28. Mai 2012


20 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich muss auch sagen, dass ich gerade bei vielbändigen Lexika der Druckversion keine Träne nachweine, weil die wie schon erwähnt im Nu veraltet sind. In solchen Fällen sind Online-Versionen wirklich sinnvoller.

    Man könnte es ja mal nachtesten: Wie viele hier haben in den letzten 2 Jahren wenn sie schnell mal was wissen wollten im Brockhaus (o.ä.) nachgeschlagen und wie viele haben sich mit der ungesicherten Information auf Wikipedia begnügt?
    Für’s „schnell mal nachschlagen“ reicht die Wiki meiner Ansicht nach. Wenn man sich dann vertiefen und gesicherte Fakten haben will, tut’s ein Brockhaus auch nicht mehr, da muss dann Fachliteratur ran.

  2. Schade. Doch so ist nun mal der Wandel in Zeit. wie ich schon seitJjahren sage:
    Das Ende der alten Zeit, ist der Beginn der neuen zeit.
    In diesen Sinne : sachliche Bestattung allerseits.

  3. Das war abzusehen – wer plagt sich heute noch mit einem vielbändigen Monster von Lexikon herum, das in zwei Jahren sowieso veraltet ist? Bei den meisten Leuten war er sowieso bloss angeberische Zierde im Bücherschrank.

  4. Für „geschichtliches Allgemeinwissen“, unveränderliches wie die alten Griechen, Römer, Weltkrieg 1+2 etc. taten es der Brockhaus, Knaurs usw. noch lange bei mir. Ansonsten kann man sich immer noch an einer Bibliothek (z. Bsp. Uni o. ä.) einschreiben. aber das Blättern, Hin-und-Herspringen bei Querverweisen, das „Buchgefühl“ kann mir nicht der Computer geben, WWW und Wissen-CD-Roms hin oder her. Fühl` ich mich alt heute…
    Sentimental, Lechthaler

  5. Ich liebe Bücher wirklich sehr. Habe auch diverse Lexika (wie z.B. Meyers) und andere Nachschlagewerke zu Hause zu stehen. Aber bei Wiki steht halt häufig einfach viel mehr, wenn auch „ungesichertes“ drin. Lest mal den ganzen Artikel, da steht sogar drin, was die großen Lexika sich für Dinger geleistet haben. Obwohl ich Bücher sehr liebe, diese großen Lexika haben sich überlebt…leider.

  6. Der ganz große Brockhaus verkauft sich auch eher schwer. Bei meiner Zeit in einer Buchhandlung haben wir den Sekt rausgeholt als wir die zwei Dinger weghatten 😀

  7. Wem genau soll das Ding denn auch was bringen, dass es die exorbitanten Anschaffungskosten rechtfertigt? Abgesehen vom Prestige die Dinger im Bücherregal stehen zu haben, versteht sich.
    Wenn ich etwas aus privatem Interesse wissen will, reicht mir meistens ne nicht 100% korrekte Information aus der Wikipedia. Schneller, einfacher, weniger Aufwand. Wenn ich mich genauer damit beschäftigen will, finde ich im Internet mit etwas Recherche ziemlich sicher mehr und genauere Informationen als ich jemals im Brockhaus finden könnte.

    Selbst auf den zigtausenden Seiten lässt sich eben kaum mehr als nen Überblick über das jeweilige Thema geben..

  8. Ja, ich habe mein 10bändiges Taschenlexikon bereits vor Jahren entsorgt (es gab sogar noch jemanden, der es geschenkt haben wollte).
    Aber bis heute erinnere ich mich wehmütig an die Abende, an denen mein Vater und ich am Wohnzimmertisch saßen – einen beliebigen Band von „Meyers Universal Lexikon“ aus dem Regal zogen und ich dann einfach anfing zu blättern und nach Zufallsprinzip einzelne Artikel las. Und wenn ich auf einen Querverweis stieß, dann den entsprechenden Band aus dem Regal holte und dort weiterlas…vom Hundertsten ins Tausendste, sozusagen. Ziellos, nicht mit der Suche nach konkreten Informationen. Das war wie eine Reise um die Welt mit einer Zeitmaschine, nur daß ich meinen Kinderpopo nicht vom Wohnzimmertisch wegbewegen musste.

    Hach ja 🙂 Sentimentale Erinnerung ist in Ordnung; die muss jeder Mensch haben. Aber ich denke – so verändert sich die Zeit. Heute können das Väter oder Mütter halt online mit ihren Kindern machen. Das Medium verändert sich – aber die Bereitschaft, die Eltern brauchen, um ihre Kinder auf diesen virtuellen Reisen zu „begleiten“ ist dieselbe. Insofern ändert sich auch wieder nichts….

  9. Ich habe seit fast 20 Jahren einen Computer.
    Ich habe soviele Datentypen kommen und gehen sehen.
    Die Sachen, die ich vor 10 Jahren am Rechner gemacht habe, kann ich heute nicht mehr ansehen.
    Die Buecher, die ich als Kind bekommen hab, kann ich immer noch lesen.

  10. Ja sehr sehr schade …

    Falls jemand noch interesse hat, ich hab noch mein Auststellungsstück in der Buchhandlung stehen. 😉

    Die Folgen dieses „Untergangs“ sind eigentlich noch garnicht absehbar, denn der Inhalt des 30bändige Brockhaus war die Grundlage für manch andere Publikation. Wahrscheinlich werden auch diese nun verschwinden.

    Die Marke -Brockhaus-, die immer ein Zeichen für Qualität und objektives Wissen war wird nur noch als Name weiterexistieren.

    Tja, was soll man noch sagen außer : R.I.P. Brockhaus

  11. @11: Also ich kann 15 Jahre alte PDFs noch heute wunderbar lesen und werde das ziemlich sicher auch noch viele, vieeele Jahre machen können, während einige tolle Bücher inzwischen außer Druck und verdammt schwer zu bekommen sind.

    Schlechtes Argument – die wichtigsten Standards sind inzwischen so weit verbreitet, dass man selbst in 30 Jahren ein Programm dafür runterladen kann (im schlimmsten Fall braucht man halt ne VM um es zu verwenden – wo is das Problem?).. wer seine Daten in proprietären Files sichert ist einfach nur selbst Schuld.

  12. @Nihilistin: So hab ich es als Kind auch immer gemacht. Mit dem Bertelsmann Lexikon. Mit dem Web kann ich nur gezielt nach etwas suchen. Beim Blättern jedoch fällt mein Blick auf einen Begriff, bleibt da hängen, und plötzlich bin ich beim Umblättern wieder auf etwas gestoßen, worüber mir sicher sonst nicht im Traum eingefallen wäre, darüber nachzugugeln, wenn dies damals schon möglich gewesen wäre.

  13. @ alle, die gleich den Abgesang einläuten: Der Brockhaus ist nicht tot, er wird nur viel effektiver, da schneller auf den aktuellen inhaltlichen Stand zu bringen, auf eine Online-Version beschränkt. Das einzige, was verschwindet, ist eine Druckversion, die schon bei der Auslieferung keine korrekten Daten mehr enthält.
    Der Untergang des Abendlandes ist also noch eine Weile hin, man muss noch nicht zu weinen beginnen.

    Im übrigen, weil weiter oben jemand gemeint hat, es gebe Wissen, das sich nicht mehr verändert und dabei die Alten Römer erwähnt hat: Ich bestreite das. Die Archäologie und Geschichtsforschung kommt immer wieder auf Neues drauf, nur wird das medial nicht so breitgetreten wir Politik und Wirtschaft, und natürlich ändert es sich nicht so rasend schnell. Ich würde aber behaupten, dass man auch in archäologischer Hinsicht einen 20 Jahre alten Brockhaus nicht mehr verwenden kann, auch hier hat sich der Wissensstand erweitert.

    Des weiteren passiert es mir immer wieder mal, dass ich im Zuge einer Suche auf der Wikipedia über einen internen Link von einem Beitrag zum nächsten „blättere“, und das im Gegensatz zu einer Druckversion nicht nur innerhalb ein und desselben Buchstabens.

    Nein, ich muss sagen, was Nachschlagewerke angeht, ob nun allgemeiner oder spezifischer Natur, sind Online-Ausgaben WESENTLICH sinnvoller.

    Das „Buchgefühl“ hol ich mir lieber bei richtigen Lesebüchern, auch Sachbüchern, aber bei Nachschlagewerken will ich in erster Linie Aktualität.

  14. @ Nina.
    Vielleicht ist in 200 bis 300 Jahren ein papierener Brockhaus archäologisch interessant?
    Ob man dann etwas mit einer gleichalten CD-Rom anfangen kann?
    😉 Lechthaler

  15. Lechthaler,
    der papierene Brockhaus wird „dank“ des Säuregehalts des heutigen Papiers in 200 Jahren derart zerfallen sein, das wir nur noch die eingescannten Seiten auf books.google oder seinem Nachfolger online lesen können, (wer kann in 200 Jahren überhaupt noch lesen, was wir geschrieben haben?)
    und für die heutigen CDs wird es allenfalls in technischen Museen noch geignete Lesegeräte geben, ganz abgesehen davon, das die als Informationsträger dienenden Lackschichten in diesem Zeitraum auch instabil geworden sind.
    Wer kann heute noch Schellackplatten mit 78 abspielen, wieviele Celluloidfilme sind heute schon unrettbar verloren?

  16. @ Undertaker J. A. Fox: Ich habe ein Grammophon und 2 Plattenspieler für 78er-Platten! Yeah! Schellack-Fan! 🙂

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