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Der Goldfisch -III-

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Es ist ja immer das Leben, das die spannendsten Geschichten schreibt. Vermutlich sitzen jeden Tag tausende von Drehbuchautoren in ihren Kämmerchen, respektive auf ihrer Veranda in Beverly Hills, und saugen sich den Stoff für immer neue Krimi-Folgen aus den Fingern. Und so richtige Einzelkämpfer gibt es in der Branche sowieso kaum noch, heute wird fast alles von Autorenteams zusammengetragen.
Man nehme mal die Sendung „Das perfekte Dinner“, die ich hin und wieder mal ganz gerne gucke.
Sie finde ich vor allem wegen der süffisanten Kommentare des Off-Sprechers sehr witzig.
Nun interessierte es mich mal, wer dieser Sprecher ist und wie er arbeitet und stellte mir vor, das müsse ein ganz besonders humorvoller und spontanter Mensch sein, der vor Ideen nur so sprüht.

Ob Daniel Werner, so heißt der Mann aus Krefeld nämlich, wirklich witzig und spontan ist, weiß ich nicht, für das perfekte Dinner jedenfalls ist er nur ein Sprecher, ein Vorleser und Interpret von vorgegebenen Texten, die von einem Team von bis zu acht Autoren zusammengetextet werden.

Einzelkämpfer sind rar geworden in der Branche.

Zumindest aber beim Bestatterweblog kann man 100%ig sicher sein, daß da einer ganz alleine schreibt und nichts als das wahre Leben und Sterben als Vorlage hat; denn -wie schrieb ich oben so altbekannt und zutreffend- das Leben schreibt die spannendsten Geschichten.

Die Geschichte um Katja, unseren Goldfisch, hat alles was man braucht, um einen abendfüllenden „Tatort“ zu schreiben, finde ich.
Ich fasse noch einmal kurz zusammen:
Katja war unter etwas ominösen Umständen daheim schwer gestürzt und hatte sich dabei tödliche Verletzungen zugezogen. Ihr Vater, Herr Bültgens, war ganz bescheiden bei uns aufgetreten und hatte die Bestattung organisiert und rückte dann, lange herumdrucksend, damit heraus, daß seine Tochter mit einer gewissen Dagmar in einer lesbischen Partnerschaft gelebt hatte.
Das ist für uns nichts Außergewöhnliches, wir nehmen es immer so wie es kommt und machen und über die vormalige sexuelle Orientierung unsere „kalten Patienten“ keine sonderlichen Gedanken. Diejenigen, die damit ein Problem haben, sitzen ausnahmslos auf der anderen Seite des Schreibtisches, es sind zumeist die Angehörigen.

Wir hatten das also zur Kenntnis genommen und waren innerlich darauf vorbereitet, daß also kein Ehemann und keine Kinderschar zum Abschiednehmen kommen würde, sondern eben eine Dagmar.
Kaum hatten wir das aber verinnerlicht, da tauchte mit der Marschgeschwindigkeit eines Intercity-Zuges Hugo Bauer, Chef des größten Autohauses der Stadt, bei uns auf und erklärte in theatralischer Dramatik, Katja sei seine Lebensgefährtin, seine Freundin gewesen.

Ja was denn nun?

Klar, man hat sowas auch schon öfters erlebt und zwischen der einen und der anderen sexuellen Orientierung gibt es viele Spielarten, Schwankungen und Schwankende.
Aber ganz offensichtlich, und das stellte sich gleich am nächsten Tag heraus, schienen sowohl Dagmar als auch Herr Bauer die Verstorbene einzig als Lebensgefährtin zu beanspruchen.

geht gleich weiter

Peter Wilhelm 9. Juli 2012


4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. es soll auch männer geben die mehrere ehen gleichzeitig haben, warum nicht auch frauen

  2. christian, da liegst Du aber vollkommen falsch: wenn man „den Mädels“ Glauben schenkt, sind Männer alles Andere als multitask-fähig, wie soll es also bei Partnerschaften anders sein.
    .. aber hier geht’s ja um eine Frau .. und die ist ja per Geschlecht durchaus prädestiniert für mehrere Wege 🙂
    Tom, was meist Du über eine Kreuzung von Tatort und perfektes Dinner? 😉
    Übrigens denke ich, dass die Kommentare von der Platte kommen, sind doch immer die Selben und dann auch noch mit dem selben Tonfall (Stil????)
    Liebe Grüße
    Hajo

  3. Vielleicht war auch einer der Beiden, entweder Dagmar oder Hugo nicht auf dem Laufenden? Es soll ja auch schon viele Bigamisten, Trigamisten usw. gegeben haben. Es ist einfach nur ein logistisches Problem. Doch mit den heute zur Verfügung stehenden Dienstplangestaltungsprogrammen dürfte die Organisation ein Leichtes sein.

  4. Referenzen zum Tatort? Ich fürchte, da kommt wieder eine Kriminalgeschichte auf uns zu. Insbesondere bei einem „Treppensturz“ mit tödlichem Ausgang könnte doch auch jemand mitgeholfen haben?

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