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Grabmal für die Ewigkeit

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Der Gedanke das mein Grab nach ein paar Jahren „rausfliegt“ und mein Leichnam verrottet behagt mir nicht. Ich wollte mal fragen ob es möglich ist, sich ein Grab zu besorgen, welches nicht entsorgt wird. Also die nächsten 1000 Jahre steht? Kann man sich mumifizieren lassen, damit der Leichnam so lange wie das Grab erhalten bleibt?

Du könntest versuchen, Pharao zu werden…

Gräber für die Ewigkeit gibt es auch auf jüdischen Friedhöfen. Ansonsten ginge es noch auf die Weise, daß man sich einbalsamieren lässt, einen Metallsarg wählt und einen passenden Friedhof findet, der solche Metallsärge in speziell ausgemauerten Gräbern beisetzt.
Ein andere Methode wäre es, ein Mausoleum auf dem Friedhof bauen zu lassen, also eine überirdische Kammer, in die der Sarg eingestellt wird. Auch das ist in manchen Gemeinden möglich.

Als nächstes muss man die notwendigen finanziellen Aufwendungen für eine 1000jährige Grablaufzeit treffen. Auf großen städtischen Friedhöfen liegen die Kosten für eine maximal mögliche Laufzeit von 40 Jahren schon bei bis zu 8.000-12.000 Euro. Das kann auch wesentlich mehr sein, je nach Wohnort oder auch weniger.
Nehmen wir an, 40 Jahre würden 10.000 Euro kosten, nur um mal eine Berechnungsgröße zu haben, Du kannst Dir die Beträge ja, nachdem Du Dich vor Ort erkundigt hast, entsprechend umrechnen. Für 1000 Jahre kämen wir in unserem Beispiel auf eine Summe von 250.000 Euro, Preissteigerungen für die Grabverlängerung nicht eingerechnet.

Da die wenigsten Friedhofsverwaltungen so lange Verträge abschließen, würde es sich empfehlen, eine Stiftung zu gründen, deren Stiftungszweck, die Erhaltung Deiner Grabstätte ist. Berücksichtige, dass die Anfertigung eines Deinem Zweck entsprechenden Grabmales auch entsprechend viel kostet und dieses Grabmal in 1.000 Jahren ebenfalls mehrfach restauriert werden muss. Die Stiftung wird entsprechenden Verwaltungsaufwand haben und selbstverständlich muss das Grab ja auch gepflegt werden. Insgesamt sollte das Stiftungskapital deshalb deutlich über 1 Million Euro liegen, damit es sich nicht verbraucht, sondern die notwendigen Aufwendungen aus den Zinserträgen bezahlt werden können.

Außerdem muss sichergestellt sein, dass Sarg, Grab und Grabmal auch mehrfach umziehen müssen, falls der Friedhof aufgegeben wird.

Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht doch einfacher, Pharao zu werden.


Peter Wilhelm 28. Mai 2012


16 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. 1000 Jahre Grab?

    Ist das nicht ziemlich illusorisch und irgendwo abstrus?

    Ich überlege gerade, wie oft sich in den letzten 1000 Jahren die Regierung-, Staats- und Gesellschaftsform geändert hat?

    Im Verlauf dessen wurden sicherlich einige für die "Ewigkeit" gemachte Gräber zerstört, weil man Platz brauchte oder bestimmte Orte und Friedhöfe schlicht und einfach verlassen wurden.

    Angesichts der Tatsache, dass der Tod nun mal ewig währt, der Tote davon sowieso nix mehr mitkriegt, finde ich es auch nicht nachvollziehbar, dass es so einen großen Unterschied macht, ob das Grab nun nach 30 oder 300 Jahren plattgemacht wird.

    Es sei denn natürlich die Hinterbliebenen oder Nachfahren "brauchen" das Grab nach dieser langen Zeit noch zum Gedenken.

    Der Anspruch auf eine 1000jähriges Grab erscheint mir jedenfalls recht – nun wie soll ich das ausdrücken – eitel.

  2. @planetologist: Wie wäre es mit einem Grab in einem Atommüllendlager? Dass muss ja auch eine entsprechend lange Zeit einwandfrei bleiben 😉

  3. Wie siehts denn aus mit einem Umzug (meinem – wenn ich mal tot bin) ins Ausland? Meine Frau kommt aus einem Dorf am ADW (Arsch der Welt) im Ostblock. Und dort sind die ältesten Gräber auf dem Dorffriedhof immerhin schon an die 100 Jahre alt. Wohl gemerkt, die ältesten deren Steine ich entziffern kann…

    Geht sowas? Denn das müsste ja wohl finanziell auch knapp unterhalb der Einnahmen eines Pharao möglich sein.

  4. @undertaker

    "Gräber für die Ewigkeit gibt es auch auf jüdischen Friedhöfen. Ansonsten …"

    Nur für Leute, die – nach den Standards des jüdischen Religionsgesetzes – jüdisch sind. Bei einigen jüdischen Friedhöfen ist die Bestattung nicht-jüdischer Partner möglich. Übertritt zum Judentum zwecks jüdischer Grabstelle wäre dann doch etwas aufwändig 😉

    @planetologist

    warum abstrus? Das hängt doch von der eigenen Perspektive auf Leben und Tod ab.

    Da orthodoxe Juden davon ausgehen, daß am Ende der Zeiten der Messias kommt (wobei natürlich niemand weiß, wann das Ende der Zeiten sein wird) und eine leibliche Auferstehung stattfindet, ist es aus dieser Perspektive verständlich, daß ein jüdischer Friedhof ein "Ort für die Ewigkeit" ist.

    Und soweit Juden darauf Einfluß haben, wird das Gelände dann nicht anders verwendet.

    Stellt sich im Nachhinein heraus, dass ein ehemaliger jüdischer Friedhof "umgewidmet" worden ist, hat das – wie vor einigen Jahren in Hamburg Ottensen – sehr heftige Reaktionen zur Folge.

  5. Ich frage mich grade wie das mit Gräbern von berühmten Menschen wie Mozart, Beethoven, Elvis, John Lennon etc ist, diese Gräber werden ja teilweise zu Pilgerstätten… ob da auch die Erben für aufkommen!?

  6. haha wie geil 🙂 so wunderbar geschrieben !!! trotz der ironie, die ständig mitschwingt, hundertprozent korrekt auf alle details bezüglich der kosten eingegangen 😉 mein lob! 🙂 und ja, wahrscheinlich sollte er pharao werden. versuchn es zu werden. und warum sich noch drum scheren was danach passiert? er hat ja eh nix mehr von. 😉 hehe

  7. @randalf: Klasse Idee 😉 Aber irgendwie schwierig mit den Besuchen der Angehörigen.

    @Juebe: Wenn ich daran glaube, dass mein Körper wieder aufersteht, dann kann ich die Frage nach einem "ewigen" Grab halbwegs nachvollziehen

    Aber in der Anfrage war davon nicht die Rede. Dem Frager ist einfach "unwohl" dabei. Ich frage mich einfach, was wohl dahinter steht. Vor allem wenn er dann auch noch die Verwesung aufhalten möchte.

    Apropos Mumien: Jahrundertelang wurden Mumien zu Medizin "verarbeitet".

    (http://de.wikipedia.org/wiki/Mumia).

    Dann gab es noch die berühmt-berüchtigten Auswickelparties und teilweise wurden Mumien sogar als Brennmaterial benutzt.

    Vielleicht sollte er sich das mit der Mumifizierung doch mal überlegen 😉

  8. Die Vorstellung vielleicht irgendwann aus dem Grab wieder aufzusteigen find ich gar nicht so abwegig (mir ist als ausklärter Mensch natürlich klar das dass recht unwahrscheinlich ist, aber nach den Konsum von Tonnen Zombiefilmen denkt man ein bisschen anders). Deswegen ein Interesse am langen bestehen des Grabes.

    Das mit den Gräbern auf verschlafenen Ostblockdörfern find ich ja mal richtig interessant. Die hamm ja genug Platz und die letzte Ruhe ist dann mal wirklich ruhig…

    Da ist es ja dann bestimmt wahrscheinlicher das der letzte ansässige Bewohner stirbt und keine Sau mein Grab weggmachen will (bzw es komplett in Vergessenheit gerät), anstatt da irgendwelche Fristen ablaufen oder der Platz knapp wird.

    Also die Pflege meines Grabes wäre mir nicht wichtig, es soll nur keiner kommen und es wegschmeißen.

    @Undertaker: wäre es dann möglich sich in ein Ostblockdorf karren zu lassen oder geht das nicht? Wie sehen da die Kosten aus?

  9. @veni: Suche Dir einen passenden Friedhof aus und besorge Dir von der dortigen Verwaltung eine Beisetzungsgenehmigung die besagt, daß dieser und jener Person dort eine Grabstätte zur Verfügung steht.

    Dann können Sarg oder Urne dorthin überführt werden. Wir machen so etwas ein paar Mal im Jahr.

    Die Kosten gliedern sich in die normalen Kosten, die hier anfallen und die dortigen Kosten, die natürlich höchst unterschiedlich sein können. Hinzu kommen die Kosten für den Transport. Im Falle einer Urne ist das stets wesentlich günstiger.

    Einen Sarg ins Ausland zu transportieren ist komplizierter. In vielen Fällen muss dann eine Einbalsamierung erfolgen und der Verstorbene zusätzlich in einen luftdichten Zinksarg eingelötet werden.

    Dieser kommt dann in den normalen Sarg und dieser wiederum in eine sogenannte Flugkiste, (Für den Fall dass der Sarg beispielsweise nach Übersee geflogen werden muss.) Luftfracht ist teuer.

    Ist der Zielort auf dem Landweg erreichbar, kann eine Fahrt günstiger sein. Hierzu beauftragen wir einen Subunternehmer, der nur solche Überführungen durchführt. Die Kosten liegen bei etwa 1,50 Euro pro Kilometer.

    Am günstigsten wäre es, dort vor Ort zu sterben.

  10. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich interessiere mich für eine Sarg-Bestattung in einem Mausoleum. Ist dies in Deutschland möglich und an welchen Orten? Haben Sie Informationen, ob und in welchen Staaten im Ausland dies möglich und von Ihnen organisierbar ist?

    Mit freundlichen Grüssen

    Dr. Keller

  11. Zumindestens das Grab von Elvis sorgt schon von ganz alleine für seinen Unterhalt, liegt es doch im Garten von Graceland und wird tagtäglich von zahlenden Touristen besucht… (wenn man schon mal in Memphis, Tennessie, ist kann man da auch vorbeischauen… am gruseligsten fand ich irgendwie die Musikberieselung in der Warteschlange am Eingang.)

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