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Gut und teuer

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Um 5.40 Uhr bin ich meistens schon wach, trinke den ersten Kaffee und lese Zeitung.
Heute Morgen öffne ich die Briefkastenklappe und greife schlaftrunken ins Leere, keine Zeitung da.
Was ist passiert? Ist wieder mal Sonntag und ich blicke es nur nicht? Streiken die Zeitungsleute?

Ich beschließe, etwas zu warten.
Um 6 Uhr ist immer noch keine Zeitung da, normalerweise wird die zwischen 4 und 5 Uhr zugestellt.
Kurz vor 7 Uhr schicke ich eine Mail an den Zeitungsverlag, ob man mich heute vergessen hat.

Wenig später ruft eine Frau von der Zeitung bei mir an. Das täte ihnen furchtbar leid und selbstverständlich würde ich meine Zeitung noch bekommen, es sei heute ein Ersatzzusteller unterwegs gewesen, der den einen oder anderen Fehler gemacht habe.
Man sende nun die fehlenden Exemplare per Taxi nach.

Nein, nein, sage ich, das brauche man nicht, der Weg zum Kiosk sei doch nicht so weit und ich könne ohne weiteres eben meine Zeitung am Kiosk holen.

Das käme ja har nicht in Frage, als Abonnent stehe es mir doch zu und ich solle auf das Taxi warten.
Und tatsächlich wenig später fahren vier oder fünf Taxis durch unsere Straße und jeder Fahrer stellt irgendwo eine Zeitung zu.

Guter Service, aber teure Sache.

Peter Wilhelm 28. Mai 2012


13 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ein Ersatzzusteller ist ganz leicht zu erklären und hat in der Regel gar nichts mit miesen Umgang mit den Zusteller zu tun: Der richtige Zusteller ist vermutlich krank oder hat Urlaub! Jede Tageszeitung pflegt ihre Zusteller gut, denn es ist heutzutage gar nicht mehr so einfach verlässliche Zusteller zu kriegen, die auch länger als ein paar Wochen dann austragen.

    Wundert mich aber, dass die keinen Außendienst hatten, der dann den Straßenzug nachbeliefert hat.

  2. *kopfschüttel*
    das ist wohl nur mit der Angst um den möglichen Verlust eines Kunden, plus komplett miese Logistik, zu erklähren.
    Nu ja, vielleicht mal ein Grund mit den angestammten Mitarbeitern sorgsam umzugehen….
    aber DAS kann sich ja angeblich heutzutage keiner mehr leisten…

    *grummel*

  3. Abonnenten sind eben wichtig für die Zeitung… das merkt man an den ganzen „3 Jahre lang gratis testen!“ und „Zum Abo ein Auto geschenkt“-Werbungen.

    Naja, noch nicht ganz, aber vielleicht bald.

  4. In der Regel bieten die Verlage auch eine Gutschrift an, wenn die Zeitung nicht zugestellt werden soll. Die Zeitung am Kiosk zu holen, kostet den Abonnenten aber mehr.

  5. Da wird sich vehement über die Servicewüste Deutschland beschwert, und wenn ein Unternehmen es begriffen hat, wird darüber der Kopf geschüttelt. Ich nenne so etwas negative Motivation anstelle eines Dankes.

  6. Zeitungen zustellen ist nicht so einfach, wie viele meinen.
    Die perfekte Route zu finden dauert in der Regel 10-20 Zustellungen. Wenn man dann noch den Bereich eines Kollegen mit uebernehmen muss, wirds richtig ekelhaft. Man kennt weder die Umgebung, noch die Hausnummerierung: Ist sie jetzt rechts gerade, links ungerade, oder rechts aufsteigend, links absteigend? Wieso kommt nach der 40 die 20b, und in welcher Seitengasse ist die 56b?
    Ich hatte mir damals, als ich das gemacht hab, die ersten drei Fahrten jedesmal nen Anschiss abholen duerfen, weil ich irgendwo wen vergessen habe :/

  7. Bei uns hier werden nicht erhaltene Zeitungen „per Fahrer“ nachgeliefert.

    Bei mir fehlte neulich auch eine abonnierte Tageszeitung. Ausgerechnet an diesem Tag war eine Todesanzeige drin, die ich gerne gesehen hätte, also hab ich angerufen, und das Fehlen moniert.

    Nachlieferungen per Taxi zustellen … naja, einerseits ist es wahrscheinlich möglich, einen Pauschalpreis dafür auszuhandeln, und die Taxifahrer sind froh um den Auftrag. Andererseits spart sich der Verlag die Kosten für Fahrer, Auto, Sprit …

    Ist schätzungsweise wohl ungefähr gleich teuer …

  8. Ja, ich finde es zum Kopfschütteln wenn sich ein Verlag dumm verhält. Und jedem anrufenden Kunden, der keine Zeitung erhalten hat, eine Zeitung per Taxi zukommen zu lassen, ist stockdumm. Bei einem Austräger, der die Tour das erste Mal fährt, nicht mit „Schwund“ zu rechnen, und vielleicht sowas wie Ersatzzustelltour in peto zu haben, ist dumm.
    Und davon das die Verlage mies mit ihren Ausstellern umgehen würden habe ich nix geschrieben. Guter Umgang mit Angestellten heisst für mich….dafür zu sorgen das sie gern arbeiten, damit die Ausfallzeiten so niedrig wie irgendmöglich sind.
    Mehr nicht….aber auch nicht weniger.

  9. @Tom:

    Darf man fragen, was für eine Zeitung das ist?
    Wenn das eine überregionale ist, hätte ich fast schon Interesse, da ich bei meinem Abonnement einen solchen Service derzeit misse.

  10. Als ich noch den Vertriebsinspektor geben durfte, habe ich solche Meldungen eine Stunde lang gesammelt und bin dann selbst kurz losgefahren um das nachzuliefern. Faules Pack heutzutage.

  11. Als meine Frau noch Zeitungen austrug, hatte sich ein Kunde beschwert, dass unregelmäßig morgens, wenn er seine Zeitung mit zur Arbeit nehmen wollte, diese noch nicht da war, während sein Nachbar seine jedesmal schon hatte.
    Abends wenn er heim kam, war sie da. Das Rätsel löste sich als er sich an einem freien Tag auf die Lauer legte. Der Busfahrer, der vor dem Haus hielt, borgte sich die Zeitung aus, fuhr zum Bahnhof, hatte dort seine Pause, und auf dem Rückweg steckte er sie wieder in den Briefkasten.

  12. Vielleicht hat der Bezirk auch keinen Verlagsinspektor mehr.
    @auch nochda
    Schon mal mit einen Zusteller gesprochen, oder wie kommst du zu der Meinung? Mit Zustellern wird sorgfälig umgegangen, aber da viele Leute nicht mehr für ein paar Euros Nacht aufstehen wollen, herrscht in vielen Bezirken rege Fluktation, da die Leute abspringen, sobald sie einen Fulltime-Job haben. Und man kann den Zustellern nun mal leider keinen 40-Stunden-Job anbieten und es geht ja schon auf Viertel des Zeitungspreises für den Zusteller drauf, also da machste nichts…

  13. nur 1 € zusätzlich im Monat und alle Ausgaben des SHZ (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag mit ca. 10 regionalen Tageszeitungen)sind online lesbar. Ist ein guten Service, um die Todesanzeigen in der Nachbarzeitung zu kontollieren.

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