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Kirk Douglas ist tot

Gestern war ein merkwürdiger Tag für mich. Denn obwohl er schon 1986 verstorben ist, denke ich am 5. Februar immer an meinen Vater. Er wäre gestern 104 Jahre alt geworden. Mir kam dann gestern Morgen Kirk Douglas in den Sinn, von dem mein Vater immer sagte: „Der ist in meinem Alter.“

Ich vermisse meine Eltern. Das darf ich ja auch, warum auch nicht? Manchmal denke ich, wie schön es doch wäre, wenn sie dieses oder jenes in meinem Leben noch miterlebt hätten. Auf der anderen Seite glaube ich, dass es gut ist, dass meinem Mutter und meinem Vater die Beschwerlichkeiten eines sehr hohen Alters auch erspart geblieben sind.

Ja und während ich noch gestern Morgen den Wikipediaeintrag von Kirk Douglas studierte, fragte ich mich, ob es wirklich schön und erstrebenswert ist, so hoch betagt, mit geschwundenen Kräften, mit nicht mehr ganz intakten Sinnen zu leben.

Nun, wie immer dem auch sei, es hat mich dann doch die Duplizität der Ereignisse sehr überrascht, als ich jetzt vom Tod des großen Hollywood-Schauspielers Kirk Douglas gehört habe.
Seine Filme, so heißt es in den Medien, würden für alle Zeiten bestehen bleiben. Mag so sein, aber es ist leider auch eine Wahrheit, dass die großen alten Hollywood-Schinken, die damals die Menschen mit bislang nie gesehenen Szenen begeisterten, heute kaum noch jemand hinter dem Ofen hervorlocken. Unsere Sehweise und unsere Sehgewohnheiten haben sich eindeutig geändert.

Selbst Filme, die heute noch zu dem besten jemals gedrehten Filmen zählen, kommen vielen im Vergleich behäbig und ausufernd vor.

Und noch eins: Im Radio hörte ich heute Morgen, dass Kirk Douglas vor allem durch seine Rolle in Ben Hur berühmt geworden wäre. Nein, wurde er nicht, in Ben Hur spielte Charlton Heston die Hauptrolle. Kirk Douglas war Spartakus. Und Kirk Douglas haben wir es zu verdanken, das Stanley Kubrik eine so große Nummer wurde. Und natürlich haben wir ihm seinen nicht minder berühmten Sohn Michael Douglas zu verdanken.

Wie denkst Du darüber? Möchtest Du weit über 100 Jahre leben?

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Peter Wilhelm 6. Februar 2020


19 Kommentare von 141075.

  1. Möchten? Klar… warum soll ich mich von meinen Kindern trennen wollen? Sehen wie sie ihren Weg machen, Kinder bekommen, diese größer werden…

    Auf die Beschwerlichkeiten des Alters könnte wohl jeder gut verzichten, aber das ist nunmal der Preis.

    Und letztendlich ist das Schicksal unerbittlich und jeder geht irgendwann von uns, die einen früher, die anderen später…

  2. ich würde gerne so alt werden, aber nur, wenn „Oben licht und unten dicht“

  3. Na ja, ’ne Zeit lang dachte ich, es klappt nicht mal mit der 50. Nun geht’s Richtung 60 und alles läuft auf Reserve. Montag schon wieder ’ne OP. Aber wie auch immer, einige Jahre würde ich schon noch hier rumlungern. Da ist es mir auch egal, dass es keinen Tag ohne Schmerzen gibt. Solange der Ehrgeiz zum (Über)Leben vorhanden ist, so lange bleibe ich noch hier auf Erden. Und in Zukunft am besten am Schwarzen Meer. :-) Am besten fand ich den Film mit ihm: „Die Wickinger“

  4. Ich kenne da den Spruch „alt werden möchte jeder, alt sein nicht“.
    Wie Cornelia es so schön formuliert: „Oben licht und unten dicht“ ist sicher etwas, was jeder möchte, und dann auch ein hohes Alter erreichen.

  5. Na ja, mein Vater ist letztes Jahr mit 93 Jahren gestorben und war zuletzt schwer krank. Er wollte nicht mehr. Meine Schwiegermutter wird jetzt 94 und ist für das Alter erstaunlich fit. Letzendlich können wir es uns alle nicht aussuchen. Ich habe bei den Alten in meiner Familie erlebt, dass sie zum Schluss nicht mehr wollten und dass es sie auch traurig machte, dass kaum noch einer aus ihrer Generation am Leben war. So lange es einem gut geht mit ein paar altersbedingten Abstrichen, ist Altwerden okay. Aber mit Parkinson und Demenz dahinvegetieren – nein danke.

  6. Ich sehe es ähnlich wie meine VorschreiberInnen: Gerade wenn ich bei klarem Verstand – und günstigstenfalls ohne schwere chronische Schmerzen – hochbetagt würde, so wäre es doch das bitterste, Freunde, ehemalige Kollegen, Bekannte und im schlimmsten Fall die eigenen Kinder / Enkel zu überleben…
    Nein, das wünsche ich mir nicht…

  7. … und … lieber Peter,

    ich habe nachgerechnet… es ist definitiv zu früh, den Vater in jungen Erwachsenenjahren zu verlieren!
    Ich denke an Dich – Mel.

  8. Ich bin schon mein Leben lang gehandicapt und bekam von diversen Ärzten damals eine Prognose von höchstens 12 Jahren. Das Leben war dann nicht so einfach, aber irgendwie ging es immer weiter. Jetzt bin ich über sechzig und schon noch motiviert, den einen oder anderen der früheren Steine-in-den-Weg-Leger zu überleben. Aber so richtig alt werden, damit rechne ich gar nicht. Mir ist jeder Tag recht, und wenn es zu Ende sein soll, dann ist es eben vorbei. Meine Kinder werden ihren Weg auch ohne mich machen, so wie sie selbst es wollen. Der Baum im Friedwald steht bereit, die Wünsche für die Bestattung sind aufgeschrieben, was soll passieren? Blöd nur, dass ich von den so schön geplanten Feierlichkeiten nichts mehr mitkriegen werde.
    Aber zum Trost überlege ich mir schon jetzt, was ich im nächsten Leben alles unternehmen könnte! Hei, da freu‘ ich mich drauf! Und dann geht’s richtig ab!

    • Glückwunsch an dich (und Winnie, siehe oben).
      Ärgert die Prognosen-Statistiker schön weiter, solange es geht. :)

  9. Sofern Geist und Körper funktionieren, sprich auch die Sprache gegeben ist gerne. Wenn nicht, ganz einfach, dann sollte auch ich wenn die Zeit es gibt mich von dieser Erde nehmen. Ähnliches versuche ich auch meinen Nachkommen rüberzugeben.

  10. @ Thomas und MitleserInnen: Aber wie den richtigen Zeitpunkt für einen „freiwilligen“ Abschied finden? Gibt es diesen Zeitpunkt überhaupt?
    Gab es Beispiele im Familienkreis?
    Ernstgemeinte Fragen.

  11. @melancholia: Den „richtigen“ Zeitpunkt wird jeder, der mit seiner Situation nicht mehr existieren mag und kann, für sich ganz alleine finden. Jeder lebt mit seinen Gebrechen anders und geht anders damit um. Ich habe z.B. schwerst pflegebedürftige Menschen erlebt, deren Leiden ICH mir für MICH keinesfalls aushaltbar vorstellen kann, die aber begeistert Pläne für die nächsten Jahre machten und diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch verwirklichten.
    Außerdem ist es eine Sache, bei guter Gesundheit zu sagen „mit dieser und jener Krankheit wöllt‘ ich nicht weiterleben“. Im Fall der Fälle sieht es dann ganz anders aus, man merkt, dass das Leben trotz mancher Einschränkung weiter geht. Der „richtige Zeitpunkt“ kommt dann irgendwann von alleine, ohne eigenes Zutun. Außerdem denke ich, dass verdammt viel Mut dazu gehört, den letzten Schritt selbst zu tun. Ob ich selbst das im Fall der Fälle schaffen würde, weiß ich nicht. Wie gesagt, es ist eine individuelle Sache und – ganz wichtig – muss es auch bleiben.
    Ein direkt erlebtes Beispiel kann ich leider nicht anführen, außer vielleicht einen sehr alten Verwandten, der gegen seinen Willen in ein Altersheim gesteckt wurde und, obwohl bis dahin sehr rüstig und fit gewesen, von Stund an keine Nahrung mehr zu sich nahm und alsbald verstarb. Ob das eine bewusste Entscheidung war, kann ich nicht sagen, aber so wie ich ihn kannte, durchaus möglich.

  12. Mein Vorbild ist meine Uroma. Die wurde 92, lebte bis 6 Wochen vor ihrem Tod allein in ihrem Häuschen und ging immer noch jeden Tag zu Fuß zum Einkaufen.

  13. Ich bin inzwischen Ü50, und mir reicht es. Ich habe keinerlei Verwandschaft mehr, keine Kinder, keine Frau. Meine Kräfte nehmen ab, aber mein Verstand ist voll da. In Jahrzehnten voller Depressionen, generalisierten Angstzuständen und Panikattacken habe ich drei Suizide hinter mir, leider alle erfolglos. Momentan läuft alles ganz gut, aber ich wäre trotzdem lieber heute als morgen tot. Die Lücke, die ich hinterlasse, wird mich voll und ganz ersetzen.

  14. Meine Mutter ist jetzt 92 und seit letztem Sommer im Pflegeheim. Ursache ist ein Sturz und altersbedingte schlechte Knochenheilung, in Folge dann der Rollstuhl. Sie ist „oben klar und unten dicht“ – aber auch bei klarem Verstand scheint es schwierig, sich zu konzentrieren und gedanklich in der Welt, wie sie ist, zu verweilen. Wirklich „schlimm“ sind andere Bewohner des Heims, wie ich sie im Speisesaal bei meinen häufigen Besuchen erlebe: niemand grüßt zurück (mangels Hörgerät?), Kommunikation untereinander findet nicht statt, manche macht bei Tisch ständig monotone und laute Geräusche, viele können nicht mehr selbständig essen oder auch nur im Rollstuhl gerade sitzen. Zu den ständig angebotenen Beschäftigungen von Sitzgymnastik bis Unterhaltung am Nachmittag kommen mitunter nur zwei oder drei Bewohner. Ist das ein Leben? Wäre ich nicht zweimal wöchentlich dort, hätte meine Mutter keinen „normalen“ Ansprechpartner…
    Ich selber bin 62 und chronisch krank, werde wohl so ein hohes Alter eher nicht erreichen. Glück oder Pech? Meine Enkel möchte ich schon gerne noch aufwachsen sehen…

  15. Ich hab schon vor langer Zeit beschlossen, es so hinzunehmen, wie es eben kommt. Beeinflussen kann man es selbst ja doch nur bis zu einem gewissen Grad. Wichtig ist einfach so zu leben, dass man nichts zu bereuen hat, wenn es morgen vorbei ist. Jeden Tag genießen, der es zulässt, die schlechten Tage nicht so tragisch nehmen…

  16. Allein schon aufgrund meiner jetzt bereits bestehenden Erkrankungen rechne ich nicht damit, sehr alt zu werden. Für mich ist es auch nicht erstrebenswert, so alt zu werden, dass man dement und undicht vor sich hinvegetiert. Da sterbe ich doch lieber, so lange ich noch in guter Erinnerung bleiben kann…

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