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Kranz und Krawatte bei der Beerdigung

Von

Hallo Tom,

in der kommenden Woche wird ein guter Freund von mit beerdigt, dazu habe ich 2 Fragen und als Stammleser deines Weblogs würde ich mich freuen von dir eine Antwort zu bekommen.

Frage 1: Ich habe einen Kranz gekauft und nehme diesen mit (Beerdigung ist ca. 200 km entfernt, daher vor Ort nicht möglich), wie ist es auf der Beerdigung? Kann man nach vorne gehen und diesen ablegen oder sollte man da etwas beachten?
Frage 2: Ein schwarzer Anzug mit weißem Hemd ist vorhanden, kann ich dazu eine blaue Krawatte tragen oder kann man die auch gänzlich weglassen?

Vielleicht sind die Fragen etwas banal aber auch als Leser des Blogs und nun mit dieser Thematik konfrontiert ist das alles sehr ungewohnt und schwer. 🙁

Liebe Grüße
S.

Das sind überhaupt keine banalen Fragen und deshalb beantworte ich sie Dir gerne.

1. Das ist durchaus üblich, daß man einen Kranz von seinem Wohnort mit zur Beerdigung bringt. Einfacher wäre es, wenn man die Trauerfamilie fragt, welchen Bestatter sie haben und dann den beauftragt, einen Kranz zu besorgen oder den Gärtner zu benennen. Dann hätte man sich den Transport des Kranzes gespart.
Andererseits kann es sein, daß man aus dem Rheinland kommt, wo Kränze ab 80 Euro kosten und nach Süddeutschland fährt, wo die Kränze ab 200 Euro kosten, und dann spielt natürlich auch die Kostenfrage eine Rolle.

Wenn man also einen Kranz mitbringt, dann sollte man natürlich etwas Extrazeit einrechnen, damit man den Kranz auch rechtzeitig platzieren kann. Man sollte es vermeiden, mit dem Kranz überm Arm durch die volle Trauerhalle zu hecheln.

Oft ist vor der Kapelle ein Kranzwagen vorhanden, an dem man (an den daran befindlichen Haken) seinen Kranz aufhängen kann. Zu Beginn der Trauerfeier werden die Kränze vom Wagen in die Halle geräumt und anschließend wieder zurück.
Ist man sich nicht sicher, fragt man am Besten einen der Bediensteten des Bestatters oder Friedhofs vor Ort.

Ansonsten legt man den Kranz zu den anderen in der Halle, streicht die Schleifen glatt und entfernt sich wieder.

2. Es ist nicht unbedingt nötig eine Krawatte anzuziehen, jedoch ist es im Moment ja nicht so besonders heiß, sodaß man es ruhig tun könnte, es sieht doch irgendwie besser aus, finde ich.
Zu einem schwarzen Anzug und einem weißen Hemd passt fast jede Krawatte,
Aber grundsätzlich geht es heutzutage auch ohne Krawatte.

Peter Wilhelm 8. Juni 2012


25 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Gute Krawatten für wenig Geld gibt es ja in vielen Kaufhausketten. Gerade bei C & A (Das ist keine Werbung, sondern ein positiver Erfahrungsbericht!) gibt es wirklich ein super Preis-Leistungsverhältnis. Bei 200 km Anreise und Kranz sollte es wahrscheinlich an den 10,- EUR für eine schlicht schwarze Krawatte nicht scheitern…
    Ich vermute, man fühlt sich einfach wohler, wenn man das „passende“ um den Hals hat. Außerdem wird so eine Krawatte nicht schlecht/zu klein/unmodisch und so traurig es ist: In der Regel wird man sie ja leider mehrfach im Leben brauchen 🙁
    Dunkelblau und schwarz finden viele Frauen schwierig zusammen 😉 Aber wie wäre es mit weiß oder grau?

  2. Die leidige Klamottenfrage… auch ich überlege bereits intensiv. Ihr Männer habt es fast immer leichter, seht im Anzug plus einiger weniger Accesoires grundsätzlich gut und passend aus. Ja, dunkelblau und schwarz aufeinander schaut nicht soooo toll aus.

    Übrigens, ich fand die Fragen absolut nicht blöd. Ganz im Gegenteil!

  3. er schreibt ja Schwarzer Anzug mit weißem Hemd ist vorhanden… Also blaue Krawatte auf weißem Hemd mit Scharzem Jackett. Von mir aus kannste das anziehen, bin aber auch ein Mann. Aber eine schwarze Krawatte wird dich auch nicht umbringen.

  4. Wenn es eine dunkelblaue Krawatte ist, warum nicht? Stahl- oder hellblau wäre eher unpassend. Wobei ich Blümchen recht gebe: warum nicht ein paar Euro in eine schwarze Krawatte investieren?

    Als die Mutter meiner Ex-Schwägerin vor Weihnachten gestorben ist, haben meine Eltern über einen Blumenversandservice einen Kranz mit Schleife bestellt der dann in einem Blumengeschäft vor Ort gebunden wurde und dann zur Kirche gebracht wurde.
    Hier in meinem Lieblingsblumenladen habe ich auch schon mitbekommen, dass sie Kränze/Gestecke zu dem entsprechenden Friedhof (natürlich nur in der näheren Umgebung) liefern.

  5. Ich würde eigentlich als erstes die „Organisatoren“ (meist die nächsten Angehörigen) fragen, wie das gehandhabt wird. Muss ja nicht sein, dass man der einzige mit bzw. ohne Krawatte ist. Und wenn’s ganz blöd läuft, gab es noch irgendwelche Sonderwünsche der Angehörigen, und man ist auf einmal der einzige in schwarz auf einer Beerdigung mit weiß gekleideten Trauergästen oder der einzige im Anzug…

  6. Liebe/r S, mein Beileid zum Trauerfall.

    Ich glaube mit einem schwarzen Anzug kann man nichts falsch machen, aber ich denke heute geht auch eine dunkle Jeans mit schwarzem Sacko, dunklem Mantel und schwarzen Schuhen.
    Ich finde es auf Friedhöfen immer so kalt, da zieht es immer irgendwie aus einer Ecke und wenn das Wetter dann auch noch so ist wie hier heute, mit Nebel und es friert, dann würde ich mich warm anziehen.
    Wenn man nie einen Anzug anzieht, würde ich es dann auch nicht tun, Hauptsache dunkel gedeckte Farben, was harmoniert und wo man nicht erfriert und gut ist.
    Was ziehen Männer eigentlich unter so einer dünnen Anzughose an? Ich meine, für uns gibt es Strumpfhosen und Co.

  7. Liebe Smilla,
    ich trage, wie viele andere auch, unter dünnen Anzugshosen lange Unterhosen, würde dies aber, wie viele andere auch, niemals zugeben. 😉

  8. Gut, dass beruhigt mich. Mein Mann friert sich alles ab bei dem Wetter, ich konnte mir nicht vorstellen, dass das alle so machen, bzw die Vorstellung auf dem Friedhof so zu stehen, das geht ja gar nicht….hier ist es eklig neblig und richtig knackig kalt.

    Dann hätten wir das mit dem „untendrunter“ ja auch geklärt. 😉

  9. …vor einiger Zeit war ich bei einer Beerdigung,wo der Witwer einen hellgrauen Anzug trug.Ich bin (eigentlich)nicht konservativ veranlagt,aber irgendwie hat mich das irritiert…Alle anderen Trauergäste trugen sehr dunkle bis schwarze Kleidung,und er „stach“extrem hervor.War schon seltsam…
    Bei einer kürzlich vorgenommenen Urnenbeisetzung
    hatte ich schreckliche Probleme,ernst zu bleiben.Eine lutherische Pastorin,(nicht gerade sehr schlank)veerenkte sich zu einer merkwürdigen Musik,die wohl nur sie hören konnte,zwischen den bereits vorhandenen anderen Urnengräbern.Ihre Bewegungen hatten was von Voodoo,und ich rechnete damit,dass sie mit ihren praktischen Halbschuhen,Größe ca.45,jeden Moment in die kleine Grube stolpert…Ach ja,sie trägt außer den großen Schuhen auch noch einen Doppel-Namen… 😉

  10. wenn schon die Konvention bedient werden soll, wie wär’s mit dem guten alten Rollkragenpulli oder einem Pulli mit Stehkragen?
    ausserdem gibt es noch den schwarzen Trauerflor am Revers (im Übrigen auch am Mantelkragen zu tragen).

  11. @dkTF:
    … besser als die Ministranten bei der Hochzeit einer Freundin, bei denen die bunten klobigen Turnschuhe unter der beigen Ministranten“tracht“ nicht nur ein bißchen hervor lugten…. *fg*

  12. man kanns auch päpstlicher sehen als der Papst selbst. Wenn mal irgendwas nicht sooooo ganz stimmt an der Klamottenzusammenstellung ists doch in Ordung, niemand ist perfekt.
    Und wenn ein Witwer bzw eine Witwe durch etwas andere Kleidung / Farbe aus der Masse heraussticht ist doch auch alles in Ordnung.Vielleicht wars Absicht um als Witwer erkannt zu werden – wer weiß das schon.

    Ich will mal „Highway to hell“ auf meiner Beerdigung 😀

  13. @ Rockige Ich war ja nicht schockiert,sondern nur irritiert…Übrigens möchte ich nicht mit dem Papst auf eine Stufe gestellt werden… 😉
    Auf meiner eigenen End-Party können alle bunt erscheinen,oder auch gar nicht.Mir ist das(dann)egal… 🙂

  14. in unserer region stehen üblicher weise die mitarbeiter des bestattungshauses vor der kirche/trauerhalle und fragen alle die sich mit kranz oder gesteck nähern, ob sie ihnen das abnehmen und am sarg platzieren sollen.
    da erkennt man dann auch wunderbar die leute mit dem aufgeblasenen ego, die unbedingt selbst schnaufend nach vorn wanken müssen, den kranz ungekonnt schief über andere kränze legen, und dann gleich der witwe in der ersten reihe noch kondolieren müssen, damit auch ja jeder sieht was für ein wichtiger und enger freund man ist.

    mir würde das im traum nicht einfallen, nichts ist peinlicher als schwitzend mit so einem schweren kranz zu einer bergkirche hinaufzukriechen und dann durch den verdammten anzug und die hemdsärmel behindert für das ding da vorn verzweifelt einen platz suchen zu müssen ohne andere kränze zu zertrampeln. nee, lass das mal die bestatter machen, die verdienen sich ja eh dumm und dämlich an dem sterbefall 😉

  15. ja hallo !!!!
    ich bin aus „süddeutschland“ – und bei uns gibt es auch kränze für € 100.– !!!
    es kommt halt drauf an welche blumen und wie gesteckt – und bitte an alle die einen kranz selbst mitbringen wollen – bitte 2 stunden vor der beisetzung abgeben ! der bestatter richtet in der trauerhalle her und freut sich ungemein, wenn er fertig ist und alles fotografiert hat, dass noch so trollos ihre kränze oder schalen selbst bringen und dann so trappieren, dass andere schleifen überdeckt sind – solche menschen gibt es immer wieder und ich frage mich immer „wieso“?
    “ hallo hier komme ich“ ????
    ach was reg ich mich auf – ich allein kann die welt nicht verändern – trollos gibt es überall – dann halt noch mal bücken und richten und ein neues foto machen – und immer freundlich bleiben.

  16. Ich danke dir für deine Antwort Tom und den Lesern für ihre Kommentare. Die Krawatte ist kein dunkles blau sondern eher dezent, überlege aber gerade ob ich mir Heute eventuell noch eine schwarze hole.

    Das mit dem Kranz werde ich befolgen. Mal schauen, auch wenn ich Angst vor Mittwoch habe ;(

  17. 2 stunden vorher? da ist ja meist noch nichtmal der tote anwesend 😉

    was die krawatte angeht: ich habe meist zum schwarzen sakko ein schwarzes hemd an, aber das dann ohne krawatte. sieht meines erachtens ausreichend feierlich aus und sollte für den privaten rahmen völlig reichen.
    oft genug haben selbst angehörige des verstorbenen auch nur graue anzüge von der stange an, wer kauft denn heutzutage wirklich noch trauerkleidung für die 45 minuten? danach tragen selbst bei uns auf dem lande nur noch beinharte fanatiker für längere zeit schwarz, üblicherweise trägt man meist 3-4 wochen lang gedeckte farben und gut ist.

  18. [quote=Stiefmütterchen]Was bitte mache ich 2 Stunden vor Beginn der Trauerfeier auf dem Friedhof?[/quote]

    Die Quallen dieser Republik finden es immer toll, wenn man so frühzeitig kommt. Sollte man nur einige Tage im Voraus ankündigen, damit die sich drauf einstellen können.

    Du bekommst dann einen Spaten und zwei Stunden Zeit 😉

  19. Ich werds wohl nie verstehen mit der Trauerkleidung – ich ziehe an, was mir passt – muss ja nicht grad knallpink sein – blaue Jeans und ein Shirt/Pullover sind für mich völlig genügend – Jacken habe ich eh nur schwarze – im Sommer war ich auch schon mit einem lindgrünen, wadenlangen Kleid an ner Beerdigung.

    Sollte mein Partner sterben, werde ich den Teufel tun und dunkle Kleidung tragen – dann erst recht nicht.

    Als mein Vater starb, sind wir erst mal in die Kneipe und haben auf ihn angestossen – das hätte ihm gefallen – auch da war ich in Jeans (vor knapp 4 Jahren) – mein Vater hatte nie einen Anzug zur Hochzeit trug er einen seines Bruders und hätte, wäre es nicht 1970 gewesen wahrscheinlich eh auch lieber Jeans getragen.

    Sollte einmal jemand auf sehr formal bestehen, habe ich genug schwarze Hosen, Röcke, Kleider und Oberteile um elegant zu wirken – doch das wäre nie ich und hat für mich auch nichts mit Ehrerweisung oder Respekt zu tun.

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