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Nachtrag Umbettung

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Bezüglich Umbettung: Was ist denn ein „wichtiger Grund“, der das Stören der Totenruhe (wegen einer Anfrage der Angehörigen) zulässig werden lässt? Doch sicher nicht der Wunsch, eine neue Grabstelle einzurichten, damit „alle beieinander liegen“ können? Bei so einer Anfrage kann ich eine Ablehnung seitens der Kommune nachvollziehen, auch wenn die Angehörigen das sicher anders sehen.

Und ich möchte auch nicht derjenige sein, der eine halbverweste Leiche wieder ausgraben muss. Knochen schrecken mich nicht, hatte ich schon in der Hand (Schädel und alles – kommt halt vor, wenn auf alten Friedhöfen Erdarbeiten gemacht werden). Aber eine verwesende Leiche? So stabil ist mein Magen glaube ich nicht.

Es ist doch eigentlich ganz einfach: Wenn der Leichnam längst vergangen ist und nur noch ein paar Knochen und Bretter übrig sind, ist eine Umbettung kein Problem und wird dann auch gemacht, um z.B. aus vielen Einzelgrabstellen ein Familiengrab zu machen. Ganz regelmäßig werden Umbettungen gemacht, wenn die Ruhezeit eines Reihengrabes abgelaufen ist und die Familie sich zum Fortführen der Friedhofsbesuche an einem neuen Familiengrab entscheidet.

Ein weiterer wichtiger Grund kann in der Tat der Wegzug der ganzen Familie sein. Man möchte dann den/die Verstorbenen bei sich am gleichen Ort auf dem Friedhof haben.

Ob diese Wünsche als wichtig genug angesehen werden, hängt im wesentlichen von der Liegezeit ab.
Je wichtiger der Grund, umso weniger bedeutend ist die Liegezeit.

Was das Personal anbetrifft: Ich habe es schon erlebt, daß eine Friedhofsverwaltung gesagt hat: „Wenn ihr jemanden habt, der das macht…“

Peter Wilhelm 23. September 2012


5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Gibt es eigentlich einen Zeitpunkt bzw ein Stadium, bei dem sowas schlicht unmöglich ist? Z.B. Sarg schon zerfallen, Leiche aber noch mit viel Gewebe dran und würde wohl auseinanderfallen, wenn man sie ausgräbt oder so? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemandem was ausmacht, einen stabilen Sarg aus einem Grab zu holen, also dürfte die kritische Zeit wohl die sein, wo der instabil oder schon kaputt ist? Ich dachte immer, in dem Moment ist die Leiche schon ziemlich stark verwest…

  2. Wuhu! Ich bin endlich up-to-date und kann die wunderbaren Cliffhanger LIVE genießen. Go me! ^^

    Ab jetzt werd ich mich auch mal gelegentlich an den Kommentaren beteiligen.

    Gute Arbeit Tom! Bitte nicht aufhören. Dieses Blog ist einfach Gold wert… 😉

    /end of späm

  3. Wenn es nur Knochen wären. Die kann man sortieren und wieder richtig hinlegen. Hier muß ich aber an die Wachsleichen denken, die es auf vielen Friedhöfen gibt. Die bekommt keiner so richtig am Stück heraus. Da wird eben mit dem Bagger gearbeitet.
    Entsprechend ist das Ergebnis, das mich da schaudern lässt. Also lass ich Oma am liebsten da wo sie ist. In Ruhe und unversehrt. Erst recht, bei abgelaufenem Grab. Dann lieber bei Wegzug eine Grabplatte. Persönlich ist für mich die Totenruhe uneingeschränkt heilig.

  4. @MacKaber: Obwohl: Besonders Wachsleichen müssen ja hin und wieder mal umgebettet werden. Wenn sie wieder ein Stück gewachsen sind, wird das Grab sonst bald zu klein.

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