Es gibt so Dinge im Leben, die einem auch nach vielen Jahrzehnten noch wehtun oder einen ärgern. Bei mir ist das die Geschichte um das kaputte Sommerkleid. Eine große Ungerechtigkeit! Ich will sie Euch erzählen. Und ich möchte Dich einladen, mir Deine große Ungerechtigkeiten-Geschichte zu erzählen.
Frau Seegers war eine Kindheitsfreundin meiner Mutter. Die beiden hatten schon im Sandkasten miteinander gespielt. Nach der Schule haben sich die jungen Frauen aus den Augen verloren. Dann kam der Krieg, dann die Aufbaujahre, und so dauerte es fast 40 Jahre, bis sie sich eines Tages zufällig auf dem Markt über den Weg liefen.
Ich musste die Frau Tante Seegers nennen und konnte sie auch ganz gut leiden. Eine höfliche, respektvolle und vielleicht etwas zu betuliche Dame, die immer elegant gekleidet war und ein gutes Benehmen hatte.
Tante Seegers war Kriegerwitwe und bewohnte immer nur kleine Einzimmerwohnungen oder gar Mietzimmer bei anderen Leuten. Für Führer, Volk und Vaterland einzutreten, ist man nur dann gut entlohnt worden, wenn man rechtzeitig Gold nach Argentinien geschafft hatte oder nach dem Krieg Beamter oder Richter geworden ist. Die armen Frauen der Gefallenen hingegen hat man mit einem Almosen abgespeist.
Da die beiden Frauen verabredet hatten, sich von nun an regelmäßig zu besuchen, kam Tante Seegers immer mittwochs zu uns zu Besuch. Meine Mutter war eine von den Frauen, die sich durch Besuch nicht stören ließ. Sie machte einfach ihr Ding, wie man heute sagen würde. Lina Seegers saß dabei, half mit oder machte eben ihr eigenes Ding. So backten die beiden zusammen Plätzchen, häkelten, schauten Fernsehen oder tranken einfach Kaffee oder Likörchen. In der Hauptsache wurde gequatscht.
Um nicht immer nur zu uns zu kommen, und uns eventuell zur Last zu fallen, oder auch, um die vielen Besuche bei uns auszugleichen, lud Lina meine Mutter ein- bis zweimal im Jahr auch zu sich ein.
Einmal musste ich mitgehen. Da war ich vielleicht 5 Jahre alt.
Wir kamen in eine schreckliche Wohnung. Küche, Waschgelegenheit und Wohnzimmer in einem Raum, kaum Möbel und alles viel zu aufgeräumt. Das Klo war eine halbe Treppe tiefer.
Durch einen Vorhang abgetrennt, gab es noch ein weiteres, „halbes“ Zimmer, das Schlafzimmer mit Bett und Kleiderschrank.
Oft genug hatten die Frauen was zu tuscheln. Das war dann der Fall, wenn so ganz „schlimme“ Themen, wie Scheidung, Mann und Frau, der homosexuelle Schwager Fritz oder andere, nicht kindgerechte Sachen zur Sprache kamen. Wenn es ganz schlimm wurde, etwa, wenn besprochen wurde, dass Helmut, „der Bruder von der Jutta ihrer Schwägerin ihren Onkel“, eine Geliebte hat, dann wurde ich auch schon mal zum Spielen nach nebenan geschickt.
An einem heißen Sommertag war das auch wieder so. „Peter, geh mal in Tante Seegers Schlafzimmer, und spiel watt mit den Wollknäuls!“
Ich habe lieber mit einem Matchboxauto gespielt.
Nach einer Viertelstunde war das heikle Thema besprochen und es gab Kaffee und Kuchen.
Auf dem Rückweg spendierte Mutter noch ein Hörnchen mit Eis von Bertram’s Eisdiele.
Vier Wochen später waren wir überraschenderweise schon wieder bei Tante Seegers eingeladen.
Doch dieses Mal wartete dort Gottes schlimmstes Strafgericht auf mich.
Mit einer unbeschreiblich pikierten Jammermiene präsentierte Frau Seegers ein geblümtes, mittellanges Sommerkleid, das auf einem Bügel hing.
„Das hat mir der Peter beim letzten Mal mit einer Schere zerschnitten!“, lautete ihr Vorwurf.
Ich sei, so behauptete sie, in den Kleiderschrank geklettert, habe dort aus dem Handarbeitskorb die teure Stoffschere genommen, und habe dann an die 20 lange Schnitte in das hübsche Kleid geschnitten.
„Bestimmt, weil der nicht alleine im Schlafzimmer sein wollte.“
Ich kannte es nicht anders, als dass meine Mutter mir in solchen Situationen niemals beistand, sondern jedwede Schuldbehauptung immer für bare Münze nahm, und mich bestrafte.
Damals wurde noch geschlagen.
Ich konnte tagelang nicht richtig sitzen.
Der Kleiderfrevel wurde zur Matrize für alle möglichen anderen Vergehen.
Egal, was mir vorgeworfen wurde, egal, was auch abseits meines Einflussbereichs passierte, Mutter argumentierte immer: Das muss der gemacht haben, der war das ja auch mit dem Kleid.
Ich habe gezetert, geweint, beteuert, geschworen – nichts hat geholfen. Nichts war mir je ferner gelegen, als Frauenkleider zu zerschneiden. Ich fühlte mich so zu Unrecht beschuldigt und bestraft.
Es gibt kaum etwas, das so an einem nagen kann, wie erlittene Ungerechtigkeit. Dabei kommt es überhaupt nicht darauf an, wie schwerwiegend der Vorwurf oder die Strafe sind. Es kommt darauf an, dass der kleine innerfamiliäre Leumund zerstört wird, dass man per se als Lügner vorverurteilt wird.
Später in meinem Studium musste ich dann von einem Freudianer-Professor erfahren, dass dem Zerschneiden von Frauenkleidern oder dem Abschneiden von Frauenhaaren der tiefe, unerfüllte Wunsch innewohnt, Frauen zu zerstückeln.
Mit ein Grund, dass ich in meinem Studium, meiner Forschung und Lehre immer ein Anhänger und Verfechter des Behaviorismus1 gewesen und geblieben bin und mit dem steilen Thesen des bärtigen Österreichers nichts anfangen konnte.
Bis heute hatte ich auf jeden Fall noch nie den Wunsch, eine Frau zu zerstückeln. Wozu auch? Am Stück sind sie doch viel praktischer und schöner.
Und falls ich jemals den Wunsch verspüren sollte, Hackepetra zu machen, dann drehe ich die Psychologie um, und werde vor Gericht behaupten, die ungerechtfertigte Schuldzuweisung, ein Sommerkleid zerschnitten zu haben, habe mich zu dieser Tat getrieben.
Los, was ist Dir passiert, das Du uns erzählen könntest?
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Bildquellen:
- schere_800x500: Peter Wilhelm KI-Kunst
Fußnoten:
- Der klassische große Gegenpol zum Freudianismus ist der Behaviorismus (z. B. B. F. Skinner). Während Freud innere, unbewusste Prozesse betont, konzentriert sich der Behaviorismus ausschließlich auf beobachtbares Verhalten und dessen Konditionierung – ohne Tiefenpsychologie, Triebe oder Unbewusstes. (zurück)
Hashtags:
Ich habe zur besseren Orientierung noch einmal die wichtigsten Schlagwörter (Hashtags) dieses Artikels zusammengestellt:
#beschuldigt #Freud #Psychologie #schuld #Schuldzuweisung #Sigmund Freud #ungerecht #Ungerechtigkeit #Zerschneiden #zu Unrecht verurteilt
















Das war nicht fair von Deiner Mutter! Und die komische „Tante“ hatte bestimmmt beginnende Demenz (wurde ja Damals noch nicht erkannt) u hat ihr Kleid im „vergessenen Moment“ selbst zerschnippelt.
Als ich Kind war, hatten wir einen Hund der Katzen hasste und einmal durch eine Einfachglasscheibe (Terrassentür) gesprungen ist, um eine Katze zu verfolgen. Der Hund war unverletzt, die Scheibe nicht mehr.
Einige Wochen danach, waren meine Eltern unterwegs, mein großer Bruder schließt mich in meinem Zimmer ein, schlägt mit dem Hammer die neue Scheibe an der Terrassentür ein (ich konnte es aus meinem Fenster sehen!) und hat meinen Eltern gesagt, ich hätte den Hund auf eine Katze im Garten gehetzt und er wäre wieder durch das Glas gesprungen…
War wie bei Dir Niemand glaubte mir, ich bekam den Hintern versohlt, Stubenarrest und mein blöder Bruder feixte mich nur an wenns Keiner sah. Selbst als Erwachsene hat man mir nicht geglaubt… Oh Ja Trauma!
Schöne Festtage!
Es ist schon interessant zu beobachten, wie du, liebe Tia, zu fast jedem Thema zügig, ansonsten fast immer, deine Kommentare besteuerst.
Auffällig finde ich dabei aber, das du ausgerechnet zu den bedauernswerten, tödlich von uns gegangenen Mitmenschen im Nekrolog bisher keinen einzigen Kommentar übrig hattest.
Das ist doch egal. Hier kann jeder, der will.
Interessanter finde ich die Kommentare, die manchmal innerhalb von 3 Minuten nach Veröffentlichung eines Artikels eingehen.
Die ungefähre Lesezeit steht ja unter jedem Artikel drunter. Wenn da sagen wir 8 Minuten steht, benötigt auch ein Schnellleser rund 4-5 Minuten.
Ich habe aber manchmal kaum auf Veröffentlichen geklickt, macht es schon Bingbing und es ist ein Kommentar da.
Das geht seit 20 Jahren so, also komme mir niemand mit Bot oder KI. Ich erkenne auch an den IP-Adressen und der Art, wie die Kommentare geschrieben sind, dass da echte Menschen schreiben.
Ich freue mich über jeden Kommentar. Wirklich.
Das Bestatterweblog hatte ja früher eine ganz andere Dynamik, die dazu beitrug, dass selbst nebensächliche Artikel bis zu 100 Kommentare hatten.
Das hat sich geändert, weil das Blog sich geändert hat, weil ich mich geändert habe und die Leute heute anders interagieren.
Und auch schnelle Kommentare freuen mich. Ich frage mich nur immer wieder, wie die Leute so schnell lesen und antworten können.
Und es gab schon immer Leserinnen und Leser, die hier gerne gelesen und zu allem was gesagt haben, das ist doch okay.
Ich lese den RSS-Feed und habe einen Antworten-Button. Da kann es schon mal sein, dass ich recht schnell antworte. Im Feed sehe ich ja nur den blanken Text und habe den immer schnell gelesen.
Hi, Du schön dass Du ein großes Interesse an meinen Worten hast. Aber immer noch schreibe ich Wann und Wo ich will. Da nehme ich auch keine Rücksicht auf Deine Wünsche! Sorry auch wenn das Weihnachtsfest nahe ist, ich richte mich da nicht nach Deinen Vorstellungen.
Dir schöne Weihnachten und weiterhin viel Spaß beim Lesen meiner Kommentare.
LG
Faszinierend, wie du immer wieder etwas in Anmerkungen hineininterpretierst, was dort eindeutig nicht steht oder behauptet wird.
Oft steckt hinter solchem Verhalten ein psychologisches Phänomen namens Projektion.
Faszinierend, weiter so.
Martin, nachdem Du mich immer wieder bei Kommentaren unnötig und themenbenbefreit „ansprichst“, ist rein Deine Projektion das Problem, von Dir. Das ist sehr Schade für Dich dass Du in Deinem Leben nicht mehr findest u tust als Online zu Trollen. Lebe Dein Leben, treffe Freunde und Freundinnen.
Freude und Friede an Dich, und Liebe die Du entbehrst.
Faszinierend, und wieder daneben. Interessant, wie du auf eine simple Beobachtung im #comment-591098 reagierst.
Ein einfaches „die interessieren mich nicht“ oder „lese ich nicht“ oder ähnliches hätte gereicht.
Wie kommst du nur auf das dünne Brett, jeder müsse da antworten, wo es dir passt? Ich z. B. lese niemals Nekrolog-Einträge (mit dem siebenunddrölfzigsten Schauspieler dieses Jahr, den ich noch nie getroffen habe) und kommentiere da dementsprechend auch nicht. Und das macht mich zum schlechten Menschen? Geh‘ spielen.
Wenn du mich schon von der Seite anquatschst, geh du doch raus auf den Flur, dort liegt dein Spielzeug.
Mit dir sprach ich nicht, oder heisst du auch Tia.
Mann-o-mann, sind die Leute heutzutage egoman.
Oh jetzt habe ich mir auch einen Troll eingetreten, wie nett. Auch dir ein Frohes Fest.
Unser Chef hat vor drei Jahren in der Adventszeit von einem Lieferanten einen kleinen Fresskorb geschenkt bekommen. Mit Leberwurst, Pralinen, Käse und Schnaps.
Am nächsten Tag war die kleine Schnapsflasche halb leer. Irgend einer hat davon getrunken gehabt.
Wir hatten an dem Morgen gemütlich beisammen gesessen und Kaffe getrunken und die nächste Kerze am Adventskranz angesteckt. Dabei habe ich eine Moncherie-Praline gegessen.
Da kam dann der Chef rein und hat sich aufgeregt weil einer an seinem Korb gewesen war.
Ich sag noch, dass wir alle zusammen Adventskranz waren. Da sagt er, dass ich nach Schnaps rieche und das gewesen bin.
Er hat das nur so mehr aus Spaß gesagt und es auch weiter nicht krumm genommen, dass da Schnaps gefehlt hat.
Aber seitdem ist das in unserer Firma so, dass immer wenn irgendwo was fehlt, die Leute sagen: Das war der Thomas, der hat ja auch damals dem Chef den Schnaps geklaut.
Egal ob das Schrauben fehlen oder bei Ware zuwenig geliefert wurde, immer bschuldigen die mich. Das geht mir ziemlich auf die Nerven. Keiner glaubt mir.
Ich habe mir als der Führerschein noch neu war, mal das Auto meiner Mutter ausgeliehen.
Die Fahrt war wunderbar. Sie hat ein Cabrio. Am nächsten Tag hat sie dann eine kleine Beule entdeckt.
Die war definitiv nicht von mir. Ich hab aufgepasst und nichts ist passiert gewesen.
Die blieb aber dabei, dass ich ihr Auto kaputtgefahren habe.
Heute ist sie über 80. Aber vor jeder Fahrt sagt sie: Hanna pass auf, du weisst, dass du damals mein Auto zu Schrott gefahren hast.
Oder zu anderen Leuten: Wenn du nicht so fährst wie die Hanna, dann steig ich zu dir ein. Die fährt ja so riskant. Hat mir damals mein Cabrio kaputtgefahren.
Ich habe noch nie einen Unfall gehabt, noch nie einen Strafzettel bekommen und muss mir das seit Jahrzehnten anhören.
Du, mach Dir einen Spaß draus jedes Mal, wenn Deine Mutter den Spruch bringt, antworte nett „Aber Du magst es doch flott und jauchzt immer bei der Fahrt!“ kommt gut wenn auch Andere dabei anwesend sind, Du kannst nicht mehr ändern dass Deine Mutter ihren Spruch bringt, aber Du kannst einen Running Gag draus machen wenn Du magst.
Schöne Weihnachten!
Habe viele Jahre gebraucht (und bin noch dabei), mein Leben aufzuräumen und seelischen (und auch weltlichen) Ballast abzuwerfen – ich würde mir das nicht länger antun. Lass‘ sie halt nicht mehr mitfahren, bis sie sich das abgewöhnt. Begründung (sofern du dich eine zu geben genötigt siehst neben dem einfachen „ich will das nicht hören“) z. B., dass du ihr in ihrem Alter das nicht zumuten kannst – entweder das rasante Fahren mit eventueller Verletzung, oder ihre Angst mit eventuellem Herzinfarkt. Dürfte schnell gehen. Und so oder so, du würdest den Spruch nie mehr hören müssen.
Als ich 7 war, wurde mein kleiner Bruder geboren.
Bis dahin wuchs ich behütet und von viel Liebe umgeben auf. In unserem Mehrgenerationenhaushalt lebten meine Uroma, meine Großeltern und meine Eltern.
Als mein Bruder geboren wurde, war es mit der Aufmerksamkeit für mich vorbei. Es zählten alte Werte, und der männliche Stammhalter wurde umsorgt, um mich kümmerte man sich nur noch mit Kritik, Forderungen und Strenge.
Mit 18 bin ich dann ausgezogen. Damals war das noch recht früh.
Trotzdem empfand ich es als Befreiung und lebte mein eigenes Leben.
Zu meiner Familie hielt ich Kontakt, Weihnachten, Geburtstage und ab und zu mal am Wochenende.
Das Interesse meiner Familie lebte wieder auf, als ich meinen Sohn bekam. Da wollten sie auf einmal in der Erziehung mitwirken.
Mein Bruder war inzwischen auch ausgezogen. Er hatte die Schule nur mit einem niederen Abschluss geschafft, und wurde deshalb sehr kritisiert. Kein Studium, wie Papa es geplant hatte, sondern eine Lehre.
Dann lernte mein Bruder einige Leute kennen, die mit Drogen zu tun hatten. Er wurde süchtig. Es folgte das übliche Drama aus Entziehung, Rehabilitation, Vergebung, Neuanfang, vielen leeren Versprechungen und Rückfall.
Ich habe alles versucht, um ihm zu helfen. Ich war mit ihm auf Therapie, habe ihn durch ein Suchtprojekt begleitet und mich lange um seine Freundin gekümmert.
Doch eines Tages wurde er tot aufgefunden: Goldener Schuss.
Nun folgte meine Verurteilung. Nicht durch das Gesetz, denn ich hatte ja, außer jeden Tag arbeiten zu gehen, und mich um mein Kind zu kümmern, nichts Schlimmes gemacht.
Nein, die Familie verurteilte mich: Ich sei Schuld am Tod meines Bruders. Ich hätte mich nicht genug gekümmert.
Das geht bis heute so. Meine Eltern sind über 90 und behandeln mich immer noch wie Scheiße.
Man kann sich auch von seinen Eltern trennen. Oder zumindest, ihnen das alles erzählen, was sie einem angetan haben (da ist das mit der Trennung vermutlich eh gleich mit erledigt). Das kann sehr befreiend wirken.
Sollten Deine Eltern pflegebedürftig werden, pflege sie nicht. Sollten Sie Versterben, bestatte sie annonym und gut iss. Nur als Tipp, Deinen Eltern dürfte ihr Scheitern gegenüber ihren Kindern klar sein und Du schuldet ihnen nichts.
Kümmere Dich um Dich selbst und Menschen welche Dir außerhalb von Familie viel bedeuten.
Aber mach wie Du magst am Ende des Tages!
LG
In der Grundschule haben wir was weben müsen und sollten Wolle mitbringen. Meine Mutter hat mir ganz viele kurze Wollreste mitgeben und ich konnte damit -im Gegensatz zu den eintönigen meiner Mitschüler- einen schön bunten Fetzen Stoff machen. Die Wolle aller Schüler war in einem Schubfach, und meine nochmal in einem kleinen Beutel. Eines Tages hatte jemand meinen Beutel ausgekippt, und ich habe sie also wieder zusammengesammelt (wusste ja auch, welche meine ist, habe ich doch immer wieder damit gewebt und hatte sie damit auch vor Augen im bereits gewebten Teil). Fragt mich die &$§&$&$% Lehrerin, was das solle, und dass das keinesfalls meine Wolle sei und ich das sein lassen soll… Grrrr.
In der Grundschule, eine Lehrerin erzählt, dass es für ganz große und ganz kleine Zahlen Wörter (Präfixe) gibt, z. B. kilo (beim Kilogramm), mega, oder auch milli (beim Millimeter) und mikro. Das hatte mir mein Vater auch kürzlich erst erklärt gehabt (und ich hatte wohl auch eine Liste in einem Buch gelesen) und so fügte ich hinzu, da gäbe es noch nano und pico. Sagt doch die &“%§$&$ Lehrerin, nein, das gäbe es nicht, das würde ich mir ausdenken. Fragt man sich a) wieso hat die das nicht selbst gewusst, b) wieso darf ein Schüler nicht etwas wissen, was die Lehrerin nicht weiß, und c) wieso hat sie das nicht einfach nachgeschaut (bereits in der Unterrichtsvorbereitung, oder eben danach)? Leute gibt’s…
Und noch Mal, weil’s so schön war. ca. 7. Klasse, eine Lehrerin (nicht immer die selbe – aber so langsam erkennt man, warum ich eine Abneigung gegen Lehrerinnen habe) gibt uns auf, einen Text zu irgendeinem Thema zu schreiben. Ich hatte gerade von weiteren (neben den im Unterricht drangenommenen) Stilmitteln gelesen, u. A. einen Text, in dem ein seitenlanger Schachtelsatz gebaut wurde. Also habe ich meinen Text ebenso abgefasst – was gar nicht so einfach war. Also DAS war ja das Schlechteste überhaupt, was sie je gehört hatte, das verstieße gegen sprachliche Regeln! Dass ein bekannter Autor das auch mal gemacht habe, sei völlig egal, ich sei kein Autor. Als Schüler kann man sich offenbar nur erlauben, was die Lehrerin gut findet (und, oooooh, was war los, als ich mal nicht in den flächendeckenden Lobgesang auf Goethe einstimmen wollte – Kritik an ihrem Gott war zuviel des Guten).
Ca. 8. Klasse, wieder eine Lehrerin, ich weiß den Anlass nicht mehr, hat irgendwas gemacht, wodurch ich mich sehr ungerecht behandelt gefühlt habe. Mein Gesichtsausdruck dementsprechend – noch ein Fünkchen dazu, und ich hätte Feuer gespuckt. Wirft sie mir vor, ich würde dämlich grinsen. Hat die Situation nicht gerade entschärft. Glaube ich bin dann raus gegangen – war ihr auch nicht recht.
Ich war im Grundschulalter, 7 oder 8 oder so.
Wir waren an einem Sonntagnachmittag zu Besuch bei Tante Erna und Onkel Werner (die hießen wirklich so).
Außer meinen Eltern und mir war ein weiteres Ehepaar dort, mit 2 Kindern.
Abends stellte mein Onkel fest, dass eine Hauswand (weiß gestrichener Putz) beschmiert worden war. Mit einem „Gemälde“, wie es unbegabte kleine Kinder halt zustande bringen.
Natürlich war ich es gewesen. Die anderen beiden Kinder waren wahre Engel und würden nie-, nie-, niemals nicht so etwas machen.
Ja.
Mein Eltern waren sich nicht ganz sicher, ob sie mir glauben sollten.
Onkel und Tante waren sich völlig sicher, dass sie mir _nicht_ glaubten.
Hätte ich die Wand tatsächlich „bemalt“, wäre das Resultat mit Sicherheit nicht hübscher gewesen – aber ich war es nicht.
Ach ja, in gerechten Zorn ganz vergessen:
Frohe Feiertage allerseits! 🙂
Wünsche Dir ebenfalls schöne Feiertage.
Danke für Deine Treue.
Geht es darum, wer das schlimmste Verberechen, wer die schlimmste Verfehlung begangen hat?
Nein! Es ist eggal was Du gemacht hast, wenn dich jemand Beschuldigt und du das nicht warst, dann kann dich das kaputtmachen.
Kinderseelen sind so zerbrechlich.
Ich habe seit 1981 den Führerschein. Ich hatte nur zwei kleine Unfälle, einmal eine Rempelei mit einem Opel auf einem Supermarktparkplatz, wo ich Schuld hatte und einmal ist mir im Kreisverkehr eine Oma reingefahren.
Ansonsten jedes Jahr 10000 Kilometer ohne Probleme, seit 43 Jahren.
Dann war ich nach Feierabend bei meiner Kollegin Anti eingeladen. Wir haben in dem Jahr auf Weihnachten und die freien Tage angestoßen.
Ich bin so eine Deppin! Ich habe ein paar Sekt zu viel gehabt und mich ans Steuer gesetzt.
Ich muss dazu sagen, dass Antis Mann Bulle ist.
Als ich zuhause angekommen bin, haben die Polizisten schon auf mich gewartet. Ein Kollege soll sie angerufen haben. Aber Antis Mann will es natürlich nicht gewesen sein…
Mitgenommen, Blutprobe, 1,6 Promille. Ich gebe zu, dass das viel zu viel war, dass ich Schuld habe, dass ich dafür bestraft werden muss. KEINE FRAGE!
Aber ich habe noch nie irgendwas gemacht. Ich trinke auch sonst kaum Alkohol, nur mal am Wochenende oder bei Geburtstagen und so.
Doch der Lappen war weg. 1.500 Euro Geldstrafe obendrauf.
Und dann die MPU. Ich wurde dort behandelt, wie ein Junkie. Niemand glaubte mir, dass das ein Ausrutscher war. Man stellte mich hin wie eine Alkoholikerin, die schon morgends mitr zitternden Händen Schnaps trinken muss.
Ich sag immer wieder, dass das nicht so ist. Antwort: Sie wollen das nur nicht einsehen.
Dann hiueß es, ich sei nicht einsichtig in meine Sucht. Eine solche Sucht gibt und gab es aber nie. Auch meine Leberwerte sprachen nicht für Alkoholdauermissbrauch.
Trotzdem blieb die Gutachterin dabei, dass ich eine gefähgrliche Dauertrinkerin bin, die eine Gefahr für alle anderen ist. Alle meine Schilderungen wurden als Lüge bezeichnet. Alles was ich gesagt habe, auch ganz persönliche Sachem, wurden als Schutzbehauptung hingestellt.
Ich fühle mich so ungerecht behandelt. Es ist einfach nicht so, wie die behauotet. Aber mir glaubt kein Mensch!!!!
Sorry für die Tippfehler, aber das wühlt mich so auf.
Die Medizinisch-Psychologischen-Untersuchungen gehören in staatliche Hand.
Sie sind heute ein Geschäftsmodell, das von Prüforganisationen und Gutachterunternehmen betrieben wird. Geschäftsmodell bedeutet hier, dass damit Geld verdient wird.
Wenn mehr Leute durchfallen, müssen auch mehr Leute die Untersuchungen wiederholen und erneut irgendwas zwischen 600 und 1800 Euro bezahlen.
Leider ist es so, dass eine Approbation, ein Diplom oder ein Doktorgrad dich fast unangreifbar machen und dein Gutachten kaum in Frage gestellt werden kann.
Da urteilen gewerbsmäßig Menschen über Menschen, oft ohne Empathie, oft völlig oberflächlich nach Schema F.
MPU-Vorbereitungskurse basieren oft darauf, dass die Probanden Antworten lernen, in denen sie sich selbst bezichtigen und ihre Läuterung zugeben, obwohl das nicht den Tatsachen entspricht, aber der Erwartungshaltung der Gutachter.
Außerdem sind die Anforderungen bei der MPU, nach allem, was ich gehört habe, so gewählt, dass eine hohe Durchfallquote eingeplant und erwünscht ist.
Ich halte das System für überarbeitungswürdig. So etwas muss eine amtliche Überprüfung sein und nicht ein Geschäftsmodell.