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Schuhe, Chef, Schuhe!

„Sandy, Du hast dreckige Füße!“

Ich sage das zu meiner Mitarbeiterin, weil ihre Fußsohlen schmutzig sind und das sieht man, wenn sie läuft, aber vor allem wenn sie ihre Füße auf meinen Schreibtisch legt, während sie sich im Sessel zurücklehnt und wegen der morgendlichen Hitze stöhnt.
Jeden anderen würde ich auf der Stelle mit meinem Hitzeblick einschmelzen, aber Sandy darf das…

„Nee, der Boden ist dreckig, ich habe heute Morgen erst geduscht und da waren meine Füße sauber.“

„Ja, aber Du bist barfuß von zu Hause bis hierhin gekommen. Wahrscheinlich hast Du auch noch den Wald, das Moor und sämtliche Bauernhöfe auf Deinem Weg durchquert.“

„Nee, nee, da läufste hundert Meter und schon sehen Deine Füße so aus.“

„Na ja, mir egal, aber im 10 Uhr hast Du einen Termin bei Familie Röder. Da ziehste dann bitteschön schon vernünftiges Schuhwerk an.“

„Um 10 Uhr?“

„Ja, genau.“

„Geht nicht.“

„Was geht nicht? Hast Du dann keine Zeit, hast Du eine andere Familie zum Termin gebeten?“

„Nein, das ist es nicht, aber bis um 10 Uhr sind es noch zwei Stunden und bis dahin sind meine Füße durch die Hitze so dick geworden, da passe ich in meine Hochhackigen nicht hinein.“

„Du mußt ja auch keine Nutten-Highheels anziehen, irgendwas nicht ganz so Nacktes reicht schon.“

„Hab‘ ich nicht dabei, bloß die wildledernen Pumps, die mit den kleinen Verzierungen oben und dem…“

„Ja, ja, erzähl‘ mir nix über Frauenschuhmode, zieh‘ einfach Schuhe an!“

„Chef, ich komm da nicht rein! Nicht bei dem Wetter!“

„Dann leih Dir ein paar Schuhe, von Antonia, von Frau Büser, egal!“

„Häh? Frau Büser trägt Bequemschuhe für Omas und Antonias Schuhe ziehe ich auf keinen Fall an, da holt mich der heilige Schuhsalamander sofort und zieht mich in die Hölle der ewigen Schuhfinsternis. Ich würde erblinden, nie wieder schöne Schuhe erkennen und müßte mein Leben lang in diesen komischen Schuhen herumlaufen, die Antonia immer trägt, diese Miss-Marple-Dinger. No way!“

„Egal, ich habe keine Lust mich jetzt länger über Deine geschwollenen Füße zu unterhalten, mach irgendetwas, Hauptsache Du hast Schuhe an, wenn die Leute nachher kommen.“

Zwei Stunden später kommt die Familie und ich höre ein Stampfen und Rumpeln auf dem Flur. Ich schaue nach. Es ist Sandy, die sich von Manni oder irgendwem im Betrieb ein Paar dicke Halbstiefel geliehen hat. Rammbumm! Stampf! Stapf!
Obenherum ist Sandy adrett, ihr Office-Outfit hat sie immer in ihrem Büro hängen und bringt es stets fertig in Sekunden umgekleidet zu sein.
Eine weiße Bluse, eine schwarze Weste, so weit, so gut…
Doch dann wird es abenteuerlich: Ein, für meinen Geschmack etwas zu kurzer Rock und diese Netzstrümpfe. Netzstrümpfe!!!
Ja und diese Boots!

sandy-boots

Sandy grinst, wackelt mit dem Hintern, winkt mir über die Schulter lasziv zu, deutet auf die Schuhe und ruft mir zu: „Schuhe, Chef, Schuhe!“

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Peter Wilhelm19. Juni 2013

14 Kommentare von 140455.

  1. Und was mußte ich da sehen? Sie hatte nur noch Schuhe an; Sie hatte nur noch Schuhe an; Sie hatte nur noch Schuhe aaahh ahhhhh an…

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