Fundstücke

Trauerrede für einen Kater

Hallo Undertaker,

gestern beim Lesen gefunden, eine Trauerrede von einem Kater für einen Kater in E.T.A. Hoffmanns „Lebensansichten des Katers Murr“. Hier ein interessanter Auszug:

„Es ist gebräuchlich, dass der Trauerredner den Anwesenden die ganze vollständige Biographie mit lobpreisenden Zusätzen und Anmerkungen vorträgt, und dieser Gebrauch ist sehr gut, da durch einen solchen Vortrag auch in dem betrübtesten Zuhörer der Ekel der Langeweile erregt werden muss, dieser Ekel aber nach der Erfahrung und dem Ausspruch bewährter Psychologen am besten jede Betrübnis zerstört, weshalb dann auf jene Weise der Trauerredner beide Pflichten, die, dem Verewigten die gehörige Ehre zu erweisen und die, die Hinterlassenen zu trösten, auf einmal erfüllt. Man hat Beispiele, und sie sind natürlich, dass der Gebeugteste nach solcher Rede ganz vergnügt und munter von hinnen gegangen ist, über der Freude, erlöst zu sein von der Qual des Vortrags, verschmerzte er den Verlust des Hingeschiedenen.“

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Ist das also der Sinn hinter ewig hinplätschernden Trauerreden…?

Mia

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(©si)