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Wenn die Bestattung am Ende teurer wird

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Beim Trinkgeld nicht geizen

Ich beantworte jede Woche bis zu 70 Mails von Menschen, die Fragen rund um das Thema Bestattung haben. Nicht alle Mails, die ankommen, kann ich beantworten, oft muss der Hinweis auf bereits im Blog erschienene Artikel genügen.

Am häufigsten geht es um die Frage, weshalb die endgültige Bestatterrechnung so hoch ausgefallen ist.

Meist sind die Fragesteller erzürnt bis stark verärgert und nicht selten fallen Wörter wie Betrug, Abzocke, Täuschung und Wucher.

In den weitaus meisten Fällen kann ich bei den eingesandten Bestatterrechnungen überhaupt keine Fehler feststellen. Aber selbstverständlich sind auch immer wieder einmal Ungeschicklichkeiten, Rechenfehler oder Missverständnisse feststellbar. Absichtlich überzogene Rechnungen sind aus meiner Sicht eher selten.

Eine ganz häufige Ursache für nachträglichen Ärger über die Bestatterrechnung ergibt sich aus einem oder mehreren der folgenden Punkte:

  1. Es wurde seitens der Angehörigen während der Abwicklung des Sterbefalls noch einiges dazubestellt. Dadurch weicht der abschließende Betrag deutlich vom ursprünglich genannten Betrag ab.
  2. Immer wieder „vergessen“ Bestatter, die Preise inklusive Mehrwertsteuer zu nennen. Dadurch schönen sie anfangs ihre Preise, und am Ende sind die Verbraucher erstaunt, dass noch ein erheblicher Batzen an Steuern hinzukommt.
  3. Auch kommt es vor, dass unausweichliche Nebenkosten (oft die Hauptkosten!), wie Friedhofsgebühren, Grabgebühren usw. nicht mit erwähnt werden. Diese Kosten verursacht der Bestatter zwar nicht, aber die Angehörigen müssen sie am Ende dann doch tragen. Bestatter sollten alle zu erwartenden Kosten nennen.
  4. Die Angehörigen haben sich nicht gleich nach dem ersten Gespräch etwas Schriftliches aushändigen lassen. Man geht nie ohne Kostenvoranschlag oder wenigstens einer Kostenaufstellung aus dem Verkaufsgespräch. Bei den vielen genannten Kosten und Optionen kann man sich sonst nicht daran erinnern, was vor Tagen oder Wochen vereinbart wurde.
  5. In der ersten Trauer ist man freigiebiger als man es eigentlich sein wollte, oder als der Geldbeutel eigentlich hergibt. Hinterher reut die hohe Ausgabe und man sucht nach Fehlern und Kleinigkeiten, um weniger bezahlen zu müssen.

Meine Empfehlung ergibt sich aus den o.g. Punkten. Lassen Sie sich immer einen Kostenvoranschlag oder wenigstens eine grobe Kostenaufstellung gleich nach dem ersten Gespräch geben. Notieren Sie darauf auch alle Bestellungen und Änderungen, die Sie nachträglich noch tätigen. Fragen Sie nach allen Kosten, die noch hinzukommen.

Wird das Budget knapp, sprechen Sie mit dem Bestatter so schnell wie möglich. Oft kann noch was in eine günstigere Variante geändert werden.


Peter Wilhelm 1. Dezember 2021

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