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Werden jetzt die Särge knapp? – Lieferengpass und Horror-Preise

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Nicht allein die weltweite Pandemie ist wieder einmal schuld daran. Auch der Material- und Rohstoff-Hunger der Volksrepublik China sorgt weltweit für Knappheit an Metallen und jetzt auch beim Holz. Zimmerleute beklagen sich seit Monaten, dass sie bereits abgegebene Angebot nicht einhalten können, weil die Materialkosten um 50 % bis 100 % gestiegen sind. Wenn überhaupt etwas zu bekommen ist…

Auch Heimwerker und Häuslebauer bemerken es schon eine ganze Weile, selbst in den Baumärkten herrscht Mangel an vielerlei Dingen, angefangen bei Ziegelsteinen über Zement bis hin eben zum Holz. In der Möbelindustrie steigen die Lieferzeiten.

Woran kaum jemand denkt: Auch die Sargindustrie hat mit dem oben beschriebenen Problem zu kämpfen.

Einer der bekanntesten Bestatter am Niederrhein berichtet:

Die Sargpreise gehen gerade total in die Höhe. Wir haben nun in einem halben Jahr die zweite Preiserhöhung bekommen. Jeweils eine Erhöhung um ca. 25 % je nach Holzart. Wir zahlen also nun um die 50 % mehr als im letzten Jahr.
Bislang haben wir das noch so verrechnet, aber jetzt ist der Punkt gekommen, an dem ich die Preiserhöhung an die Kunden weitergeben muss.

Scheinbar kaufen andere Nationen (z.B. China) alles Holz, das zu bekommen ist. Bisher kauften sie, so unser Sarglieferant, nur fertig bearbeitetes Holz, mittlerweile kaufen sie die frisch gefällten Bäume, laden Container voll und bearbeiten dann selber weiter.

Der überwiegende Teil der Särge stammt aus Polen und der Tschechei. Aber auch dort besteht der Engpass. Unser Lieferant sagt, dass es den Polen egal ist, ob man 10, 100 oder 1000 Särge ordert, einen Mengenrabatt gibt es nicht.

Bestatter scheuen sich im Allgemeinen, ihre Preise anzuheben. Stehen sie doch im Ruf, ohnehin zu viel zu berechnen. Außerdem müssen bei dauerhaften gravierenden Preiserhöhungen auch die Preise für bereits abgeschlossene Vorsorgeverträge neu kalkuliert werden. Übersteigt das ein gewisses Niveau, müssen eventuell sogar Nachzahlungen auf die Vorsorgen geleistet werden.

Einige Bestatter sprechen von „Horror-Preisen“ und einer „fast schon ausweglosen Situation“. Noch sind Särge in ausreichender Zahl verfügbar, wenn auch zu erhöhten Preisen. Mit einem tatsächlichen Mangel an Erdmöbeln ist derzeit nicht zu rechnen, der Verbraucher wird aber tiefer in die Tasche greifen müssen.


Peter Wilhelm 1. Oktober 2021


9 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich frage mich immer „warum soll etwas knapp werden?“, denn eigentlich ist es doch meist so: jemand anders ist einfach nur bereit mehr für eine Ware zu zahlen. Wenn man genug zahlt, dann bekommt man auch die Ware. Wenn sie einem das nicht wert ist, dann ist es eine persönlich Entscheidung. Und angeblich sind unsere Sägewerke sogar zu 100% ausgelastet (deswegen geht der Kram mittlerweile schon ungesägt ins Ausland). Die Sägewerke bekommen vom Ausland einfach bessere Preise geboten. Das ist wie mit den Impfstoffen vor einigen Monaten, wer besser zahlt wird halt früher beliefert.

    Und nur weil mal etwas günstiger war, heißt es ja nicht das es ewig so bleibt.

  2. Ich würde mir ja nur einen Sarg für die Aufbahrung wünschen.
    Gibt es Leihsärge?
    Ins Krematorium genügt eine grosse Kartonschachtel.

  3. Ich meine mich zu erinnern, dass Kremierungsöfen darauf ausgelegt sind, dass da auch Holz mitverbrennt. Kann aber auch sein, dass sich das nur auf den Preis der Verbrennung auswirkt, muss ja mehr Gas verwendet werden, wenn kaum Holz verbrennt.

  4. Logisch! Je höher die Nachfrage, desto höher der Preis. Wer erwartet etwas anderes bei so viel Impftoten?

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