Mein Auto hat ein Multimediadisplay. Und weil ich nicht so viel Geld habe und mir die größere Variante nicht leisten kann, habe ich mir nur die Ausstattungsvariante mit dem kleineren Multimediasystem bestellt, das mit Apple-CarPlay läuft. Aber mir reicht das.
Man kann mit dem Ding eigentlich alles, was man mit dem größeren und teureren Modell auch kann, nur muss man eben immer ein Smartphone dabei haben, das die Quelle für das CarPlay ist.
Und im iPhone ist Siri eingebaut, jener stiefmütterlich behandelte Sprachassistent von Apple. Während andere Sprachassistenten Dir die Welt erklären können, kann Siri die meiste Zeit nur sagen: „Dazu musst Du zuerst Dein iPhone entsperren und ich zeige Dir die gewünschten Informationen dann dort an.“
Was Siri aber gut kann, das ist telefonieren. Auf Zuruf wählt sie Nummern, ich kann während der Fahrt wunderbar Gespräche annehmen, und Siri kann sogar Kurznachrichten vorlesen. Alles über die Freisprechanlage, ohne dass man irgendetwas berühren muss.
Das Tolle: Siri fragt mich auch, ob ich gleich antworten möchte. Dann muss ich nur die Antwort auf die SMS sagen und Siri macht eine Textnachricht daraus, liest sie mir zur Kontrolle noch einmal vor und schickt sie dann ab.
Das funktioniert klasse.
Das heißt, es würde klasse funktionieren, wenn nicht meine Allerliebste neben mir sitzen würde.
SMS: „Nachricht von Werner. Ich lese vor: Du, am Wochenende um den 28. Februar habe ich Zeit, kann ich da kommen?“
Ich diktiere Siri: „Ja, herzlich gerne, wir freuen uns…“ und die Allerliebste quatscht dazwischen: „Da hat mein Vater Geburtstag, da schauen wir doch bestimmt bei Vater rein:“
Siri: „Hier die passenden Angebote zu Vater Rhein. Ein Lokal in 53 Kilometer Entfernung. Möchtest Du, dass ich die Route dahin berechne?“
Ich: „Nein, stopp!“
Siri: „Soll ich einen Tisch in Vater Rhein, 53 Kilometer entfernt, reservieren?“
Ich: „Nein!“
Siri: „Das Lokal Vater Rhein hat von 14.30 bis 23 Uhr geöffnet. Biegen Sie an der nächsten Möglichkeit rechts ab, die Fahrtzeit beträgt 45 Minuten.“
Ich: „Navigation abbrechen.“
Siri: „Navigation gestoppt.“
Ich zur Allerliebsten: „Schatz, wenn Siri gerade auf eine Antwort wartet, ist es nicht gut, wenn Du da reinquatscht.“
Ich zu Siri: „SMS an Werner. Hallo Werner, Du kannst am 28. gerne kommen, wir freuen uns…“ Die Allerliebste: „Doris kommt bestimmt auch zum Geburtstag.“
Siri schreibt an Werner: „Wir freuen uns, wenn Du bei Doris kommst.“
Ich (bemüht, nicht genervt zu klingen): „Schatz, bitte lass mich doch eben die SMS an Werner sagen, dann unterhalten wir uns über den Geburtstag Deines Vaters.“
Die Allerliebste: „Ich weiß gar nicht, was Du hast. Du machst das doch jetzt zum dritten Mal, der wird schon wissen, dass er kommen kann.“
„Sei einfach mal einen Moment ruhig, bitte.“
„Siri, SMS an Werner: Du kannst am 28. kommen, wir freuen uns…“ Die Allerliebste: „Du kannst Papa ja Dein neues Buch schenken, das hat er noch nicht. Obwohl, der hat es ja so mit den Augen, ob wir ihm nicht besser das Hörbuch schenken? Aber Doris könnte es ihm ja auch vorlesen. Immerhin wird der 90.“
Siri: „Die Nachricht lautet: Doris wird 90 und liest Papa das Buch vor, Du kannst auf ihr kommen und wir freuen uns, wenn Du das vorliest. – Soll ich das senden?“
Ich: „Nein.“
Siri: „Okay, die Nachricht wurde gesendet.“
Werner antwortet einige Minuten später und Siri liest das vor: „Alles klar, wie sieht Doris aus?“
Die Allerliebste: „Männer! Dreibeine! Typisch!“
Ich: „Ich geb’s auf, ich schreib’ dem später.“
Die Allerliebste: „Funktioniert wohl nicht so richtig, Dein Siri-Quatsch, oder?“
Ich: „Doch, das funktioniert tadellos, wenn nicht immer einer dazwischenquatschen würde.“
Allerliebste: „Ach, jetzt bin ich es wieder! Der feine Herr ist ja nie was schuld, nein, Dein Scheiß funktioniert ja immer, und wie war das gestern Abend? Da wollte ich nur umschalten und auf einmal wurde der Fernseher ganz laut.“
Ich: „Ja, Du hast die Fernbedienung verkehrt herum gehalten.“
„Ja klar, immer schiebst Du alles auf andere, Du kannst nie zugeben, wenn Du was schuld bist.“
Das Telefon: Klingelt
Siri: „Werner ruft an.“
Ich: nehme das Gespräch an.
Werner: Hi, was’n los bei Dir? Kann ich nu‘ am 28. kommen oder nicht?“
Die Allerliebste: „Da hat mein Vater Geburtstag.“
Ich: „Du kannst aber trotzdem kommen, wir gehen da nur kurz hin und geben ein Geschenk ab.“
Werner: „Gut, wenn’s da was zu essen gibt, gehe ich mit.“
Die Allerliebste: „Werner, wo Du gerade dran bist: Kann man mit einer verkehrt herum gehaltenen Fernbedienung den Fernseher lauter machen? Mein lieber Mann will das wieder nicht zugeben. Der wäscht seine Hände immer in Unschuld, wie Pontius Pilatus.“
Siri: „Du möchtest einen Pilates-Kursus besuchen? Hier gibt es die passenden Angebote in der Nähe.“
Ich: nehme die Hände vom Lenker, schließe die Augen und lasse den nächsten Straßenbaum auf mich zukommen.
Bildquellen:
- siriii_800x500: Peter Wilhelm

















Mein Handy ist ein uraltes Android-Teil. Und mein ebenfalls altes Auto schafft es gerade so, die darauf gespeicherte Musik abzuspielen (was ich aber auch nicht nutze). „Sprachassistent“ ist für beide ein Fremdwort.
Nach Lesen dieses Posts kann ich nur Klaus Wowereit zitieren: „… und das ist gut so!“
Ich habe in meinem Leben 35 Autos gehabt. Das am einfachsten ausgestattete war ein Polo I mit Pappe als Türverkleidung.
Bis auf 2 waren das alles gebrauchte bis tote Fahrzeuge. Habe nie eingesehen, den hohen Anfangsverlust hinzunehmen.
Für mich waren Autos, auch wenn sie schon 10 Jahre auf dem Buckel hatten, persönlich immer neu, wenn ich sie bekommen habe.
Bis auf einen Opel Kadett habe ich alle supergerne gefahren.
Einmal hatte ich das riesengroße Glück, einen ganz tollen Jaguar haben zu dürfen. Das war auch mit Abstand das luxuriöseste Fahrzeug. Der hatte auch schon ein Multimedia-System, das sehr gut funktionierte.
In einem VW-Passat war auch so was, aber damals war das noch nicht ganz so weit.
Das Auto jetzt ist zum zweiten Mal in meinem Leben ein Leasing-Fahrzeug. Ich bin vom Leasingverfahren nicht ganz so überzeugt. Aber dieses Angebot für Journalisten konnte ich nicht ausschlagen.
Und dieses moderne Fahrzeug hat natürlich eine Menge elektronischer Sachen. Die meisten davon würde ich, wenn man es abbestellen könnte, gar nicht haben wollen. Es sind aber z.T. EU-Vorschriften, die dafür sorgen, dass neue Autos mit so vielen Assistenzsystemen ausgestattet und auch so teuer sind.
Ich mag ja die Produkte von Apple und habe mich da ganz arg dran gewöhnt. Mit Windows und Android komme ich nicht zurecht, weil ich damit eben keine Erfahrung habe.
Von Shift habe ich vor einiger Zeit mal ein ganz, ganz tolles Smartphone zum Testen bekommen, das ich für einen schmalen Betrag auch hätte behalten können. Aber ich tat mich mit Android schwer.
Ein Auto, das Apple CarPlay gut unterstützt, macht es möglich, dass Multimedia ganz einfach geht. Navigation, Telefonieren und Hörbuchhören, Radio usw. geht echt einfach und ohne große Ablenkung.
Sprachsteuerung ist für mich als behinderte Person im Alltag sowieso sehr wichtig. Wenn ich im Auto dann auch bestimmte, sonst sehr ablenkende Sachen, per Sprache machen kann, ist das ein Plus an Sicherheit und Bequemlichkeit.
Anders als im Beitrag dargestellt, funktioniert das auch wirklich gut und zuverlässig. Die Geschichte fasst Erlebnisse aus anderthalb Jahren zusammen.
Aber ich bin da voll auf Deiner Seite. Wenn ich mir wieder mal ein Auto kaufen werde, wäre es mir vollkommen egal, ob das Auto so etwas hat/kann.
Mir ist es sogar lieber, wenn das Auto so wenig elektronischen Scheiß wie möglich hat. Mein Papa hat immer gesagt: „Was nicht dran ist, kann auch nicht kaputtgehen.“
>> Das am einfachsten ausgestattete war ein Polo I mit Pappe als Türverkleidung.
Das kann ich noch toppen. Mein erster war ein Scheunenfund eines Freundes, der erst nach 300 Stunden Bastelei wieder fahrbereit war: ein 2cv Baujahr 1968 mit 16PS und 95km/h Höchstgeschwindigkeit. Und den ich habe sowas von geliebt!
>> Sprachsteuerung ist für mich als behinderte Person im Alltag sowieso sehr wichtig.
Die Sprachsteuerung wollte ich keinesfalls madig machen. Ich musste nur einen launigen Kommentar loswerden und das Wowereit-Zitat unterbringen.
Es ist auch wohl so, dass man etwas, was man noch nie hatte, auch nicht vermisst. Mein aktuelles Auto ist das erste mit einem Tempomat. Den benutze ich jetzt ständig, obwohl ich den zuvor für völlig überflüssig hielt.
> Es ist auch wohl so, dass man etwas, was man noch nie hatte, auch nicht vermisst.
Das stimmt definitiv. Wir hatten kürzlich ein Werkstattauto – einen Fabia als Basismodell (die nicht gerade für ihre üppige Motorisierung und Ausstattung bekannt sind – trotzdem musste ich dafür unterschreiben, damit nicht an motorsportlichen Veranstaltungen teilzunehmen). Was da so alles passiert, wenn man nach langer Zeit E-Auto-Fahrens wieder mal in einen ausstattungsfreien Verbrenner steigt, ist schon ziemlich peinlich.
Reingesetzt – erstmal fast den Kopf gestoßen, weil der so niedrig ist. Überlegt, wie das Auto angeht – ach, ich muss den Schlüssel aus der Hosentasche nehmen und in’s Schloss stecken. Ok, Auto ist an… Gang eingelegt, Kupplung raus, Gaspedal drücken – nix passiert. Hä? Ach, erstmal den Motor starten (fehlendes Motorgeräusch waren wir ja gewohnt). Also, losfahren. Geht schlecht. Handbremse lösen vergessen… Gleich darauf, abgewürgt beim Anfahren an der Kreuzung. Geht immerhin von selbst wieder an, sehr gut. Fahren dann weiter, auf den Parkplatz des Einkaufsmarktes. Auto abstellen, aussteigen. Mist, Auto rollt etwas, Handbremse nicht angezogen. Motor war zwar aus, aber dass man einen Gang drin lässt, war komplett verdrängt. Also, Handbremse gezogen, ausgestiegen. Wie bekomme ich das Auto zu? Hm. Kein Knopf an der Tür – ich brauche den Schlüssel! Wo ist der eigentlich? Noch im Zündschloss. Später ist mir dann noch eingefallen, dass ich auch das Lenkradschloss nicht habe einrasten lassen. Am nächsten Morgen geärgert, Eis abkratzen zu müssen. Normalerweise taut das Auto das von selbst weg.
Luxusprobleme, wohin man schaut. Dabei bin ich noch vor 4 Jahren ein Auto gefahren, bei dem all das völlig normal war. Aber es geht echt schnell, das alles zu vergessen. Hat sich wie eine Zeitreise angefühlt. Die fehlende Ausstattung, und auch der Verbrennermotor mit Schaltgetriebe. Nicht einfach zügig losfahren zu können, sondern rumzuhampeln mit Gang, Kupplung, Gaspedal, und wenn man mal zügig in eine Lücke im Verkehr will, weiß das die ganze Nachbarschaft. Verbrenner, ultraanstrengend, kann von mir aus beerdigt werden.
Hat Siri keine Stimmerkennung? Meine Alexa hat sowas, da musste man ein paar Wörter wiederholen, also vorsprechen, und damit war das Stimmmuster gespeichert. Besonders zuverlässig ist das nicht, aber eine männliche von einer weiblichen Stimme unterscheiden, das klappt. Das war’s dann mit der weiblichen Solidarität, auf Frauen hört sie nicht mehr.