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Bewerbungen beim Bestatter

Gleich zwei Kollegen haben in diesen Tagen Kopien von Bewerbungen eingesandt, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte:

Guten tag Herr NN.,
Ich interessiere mich sehr für den Beruf Bestatter und wollte mal fragen wie es bei Ihnen mit einer Ausbildung aussieht?
Zur zeit bin ich Hausfrau und Mutter.
Ich habe vor einen Monat geholfen eine Leiche umzubetten und finde es sehr interessant.
Ich habe eine Realschule besucht,aber durch die Schwangerschaft nur einen Hauptschulabschluss erreicht.
Ich besitze noch keinen Führerschein. Möchte diesen sobald wie möglich machen.
Würde mich über eine Antwort sehr freuen!
Mit freundlichen grüßen M.

Sehr geehrter Herr Bestatter,

ich würde mich Gerne für eine ausbildung zum bestatter Bewerben. FührerscheinB ist vorhanden, Arbeits Einsatz auch.
Bin fleissig pünktlich und Komme nie Zu spät.
Als Bildung habe ich den Mittlerenhauptschule und kann ab sofort mit der ausbildung anfangen.Die anforderung des Berufs sind Mir aus einem Parktiikum bereits Bekannt!
Bin jetzt 21 Jahre alt und war stellensuchend seit Schule was sehr schwer war.Im Beruf des bestatters sehe ich Große Chancen weil diese Arbeit So wie So keiner machen will, nicht freiwillig.
Tag und nacht arbeit ist für MIch kein problem, aufstellen ist möglich.
Für eine einladung zu einem bewerbung würde ich Mich sehr freuen.

Mit netten grüßen
B.

Danke an Michael und Timo für die Übersendung

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Peter Wilhelm14. November 2013

64 Kommentare von 140455.

  1. Wow, na da würd ich doch sagen unbedingt mal persönlich vorstellen lassen. „Sehr geehrter Herr Bestatter“ is ja schon kaum zu toppen

  2. Zitat
    weil diese Arbeit So wie So keiner machen will, nicht freiwillig.
    Zitatende
    also ist er auch gezwungen, sich für diesen Job zu bewerben, weil er nichts anderes findet, oder wie ist das zu interpretieren?

    • Wenn die Bewerbungen relativ aktuell sind, sind das evtl. die „Spätbewerber“, die noch keine Stelle gefunden oder die „Hauptwelle“ der Ausschreibungen verpennt haben …

        • … oder abgebrochene Ausbildungen (die verschwiegen werden), oder Kinder, oder Hilfstätigkeiten, oder … Ich habe ja nicht gesagt, dass sie direkt nach dem Schulabschluss die „Hauptwelle“ verpennt haben. ;)

  3. „Im Beruf des bestatters sehe ich Große Chancen weil diese Arbeit So wie So keiner machen will, nicht freiwillig.“

    Spätestens da wäre das aber doch „Ablage P“!? Oder?

    Nichtsdestotrotz ist es mir absolut fremd, dass Leute – wenn sie sich in der Rechtschreibung nicht sicher sind – nicht einmal jemanden Korrektur lesen lassen. Ich bin auch nicht perfekt, aber bei diesen beiden Schreiben stehen mir die Haare zu Berge!

      • Ich kenne eine Menge Leute, die dem „Prekariat“ zugeordnet werden und die sowas im Leben nicht abschicken würde.

        Und ich kenne studierte Leute aka Lehrer, deren Rechtschreibung in offiziellen Schreiben so schlimm ist, dass man sich manchmal fragt, wie die es durchs Referendariat geschafft haben.

        Ich finde es auch immer wieder sehr spannend, wie toll das Modell „Teile und herrsche“ doch funktioniert.

        Solange man eine „Unterschicht“ hat, über die man sich hier erhaben fühlen kann und wo man jede Zumutung als Recht empfindet, weil die ja auf unser aller Kosten leben, solange wird sich hier in Deutschland auch nicht wirklich viel ändern.

        • Danke! Mache ähnliche Erfahrungen, insbesondere mein Ex war da ganz super, mit klar zu machen, das ich „ohne ihn nichts bin“. Gehöre jetzt für scheinbar 80 % der Bevölkerung zur „schmarotzenden Unterschicht“. Es ist egal, was man vorher gemacht hat, aber schneller als man gucken kann, rutscht man ab und hat mitunter das Gefühl, manchen Leuten wäre so ein erweiterter Suizid ganz lieb, weil das dem Staat Geld spart. Irgendwann geht es hier wie mit den Tieren in manchen Tierheimen in anderen Ländern, wer nach einer bestimmten Zeit nicht selbst für seinen kompletten Lebensunterhalt sorgen kann, kommt weg vom Fenster, damit die selbsternannte Oberschicht mehr zu fressen hat.

  4. Um Himmels Willen! Da wird einem ja ganz anders.

    Und wieder denke ich, dass ich (nach 10 Jahren als Personalchef und Büroleiter) statt meines jetzigen Jobs Bewerbercoaching als selbstständige Tätigkeit anbieten sollte.

    Offene Frage an die Mitleser, vielleicht kennt sich ja jemand damit aus:

    Gibt es eine Möglichkeit, dass man als solcher Bewerbercoach vom A-Amt bezahlt wird, und wenn ja, wie geht das vonstatten und was erhält man dafür?

    • Mach doch mal n Termin mit der entsprechenden Bitte bei deinem Amt. Selbst auf die Aussage kannst du dich dann nur so halb verlassen. Ob wir hier was schreiben oder der berühmte Sack Reis umfällt…

      Aber eins versprech ich dir: Reich wirst du damit nicht und nach dem dritten Schwung sinkt auch deine Motivation.

    • Das läuft bei denen, die es wirklich nötig haben, meistens über Bildungsträger (berufliche Reha, Erwachsenenbildung etc.), die von der Arge (und anderen) beauftragt werden. Selbstständige sind (hier vor Ort zumindest) eher auf Selbstzahler angewiesen.

      Ich möchte aber darauf hinweisen, dass bei Selbstzahlern auch die Motivation zur Mitarbeit deutlich höher ist. ;) Einige KollegInnen, die bei Reha-Trägern arbeiten und genau so etwas machen, erzählen regelmäßig von 100-Teilnehmer-Seminaren, zu denen dann weniger als 10 erscheinen, von denen die Hälfte dann auch nur rumnörgelt. Kann man ja sogar verstehen: Wenn man zum 50. Mal in so eine Maßnahme gesteckt wird, hat man eben keinen Bock mehr (vor allem wenn der Schulabschluss im Weg steht). Dem Amt werden die Ausfälle nicht immer offiziell gemeldet, weil der Träger ja dann kein Geld bekommt …

      Mit den Ämtern zusammenzuarbeiten ist in diesem Bereich ein zweischneidiges Schwert.

      Viele selbstständige Trainer/Coaches bilden sich weiter (es gibt bestimmte Trainerscheine/anerkannte Ausbildungen) und kombinieren dann Bewerbungstraining mit Beratungsformen. Meist bietet es sich an, das erst einmal stundenweise nebenberuflich zu machen, um Fuß zu fassen und sich auszuprobieren. Wenn du eine entsprechende grundständige Ausbildung hast, kannst du z.B. bei Stressbewältigungskursen auch mit den Krankenkassen zusammenarbeiten. Es kommt also immer ganz genau darauf an, welche Ausbildung du hast und welche zusätzlichen (anerkannten) Zertifikate. Hierzu gibt es eine Vielzahl von Weiterbildungsinstituten, bei denen man jeweils darauf achten muss, ob sie überhaupt diese Zertifikate ausstellen dürfen.

      Berufserfahrung ist vor allem für die praktische Arbeit gut, hilft dir aber nicht unbedingt, wenn es darum geht, ob Ämter oder Kassen mit dir zusammenarbeiten wollen, weil es dafür bestimmte Richtlinien gibt. (Außer sie sind verzweifelt genug, dann ist das auf einmal fast alles egal …)

      • Den Abschnitt zur Bezahlung hab ich jetzt irgendwie gelöscht – deshalb nochmal als Nachtrag:

        Die Bezahlung variiert je nach Ort, Teilnehmern, deiner Qualifikation und Inhalt des Trainings stark. ABO/AWO-Psychologen werden gut bezahlt und sind gefragt, Pädagogen liegen meistens im mittleren Bereich, BWLer sind oft weniger gefragt (zu viele, keine fundierte diagnostische oder didaktische Ausbildung) – außer sie können irgendeine besondere Quali vorweisen. Kranken- und Rentenkassen zahlen zwar feste Beträge, die aber z.T. doch wieder Verhandlungssache sind. Deshalb ist diesbezüglich keine klare Aussage möglich. ;)

    • Hab ich eine Zeit lang als Notlösung in Wesel und Oberhausen gemacht.
      In Wesel BWC mit ca 20 TN pro Kurs. 8 Std/Tag, 12-16€/h
      In Oberhausen Kurse mit offiziell 25 TN, von denen teils gar keine erschienen. 12€/h. Als das auf 9€/h gesenkt werden sollte hab ich wieder Hartz IV beantragt denn davon kann man ja kaum als Arbeitnehmer und schon gar nicht als gewerbetreibender überleben.
      Teils sehr lange Wartezeit auf Zahlungen. Musste teils erst klagen.

      • Mit 9EUR pro Stunde liegst du ja noch echt gut.

        Ich war nach dem BWL-Studium als Teilnehmerin in so einer Maßnahme und habe mich über die Qualität beschwert. Daraufhin wurde mir gesagt, das die für mich zuständige ARGE für kombinierte PC und Bewerbungskurse weniger als 2 EUR pro Tag und Teilnehmer an den Bildungsträger zahlt. Das das zu Klassen mit 40+ Teilnehmern führt, vor denen sich wenig qualifiziertes Personal mühsam abstrampelt, ist klar.

        Ich hätte eine Einführung in gängige Buchhaltungsprogramme gebraucht, bekommen habe ich einen einfachen „das ist ein PC, da geht er an“ – Kurs. Symptomatisch für den Excel-Teil des Kurses war, das noch nicht mal der Kursleiter die Prozentrechnung (MwSt/VSt brutto/netto) korrekt hinbekommen hat. Der Kursleiter für den Word-Teil sollte mit uns Bewerbungen schreiben. Also hat er einfach das Internet angemacht, damit wir Stellen raussuchen können. Das wars dann aber auch! Kontrolle was wir wirklich gemacht haben, gab es nicht.

        Kurz, das Ganze war der absolute Witz, wobei der Unterricht nur noch durch die Bandbreite der Kursteilnehmer getoppt wurde.

        Da war die eine Frau über 50, die überhaupt nicht schreiben konnte. Der Mann aus Westafrika, der seit zwei Wochen in Deutschland lebte und kein Wort Deutsch sprach, nur Französisch. Der 60jährige Ingenieur, der einen Fortgeschrittenen-Kurs für Excel gebraucht hätte. Die ordinäre Rockerbraut, die ständig auf Speed/Ecstasy/etc war, lauthals gackerte und mit der Lautstärke eines Düsenjets die vermeintlichen Vorzüge ihres kriminellen Motorrad-Mackers anpries – inklusive sekundengenauer und detaillierter Beschreibung, was am Vorabend im Bett gelaufen war. Die psychisch kranke Frau, die erstmal jeden Morgen mit Alufolie und Klebeband die Fenster zugepflastert hat „wegen die Strahlen von die Aliens“.

        Ich habe mich gefühlt wie in einem Irrenhaus. Das tollste aber war: Ich hatte meinen PC-Kurs ja bekommen, also hatte ich für mehr als 2 Jahre keinen Anspruch mehr auf einen anderen, mehr für mich geeigneten PC-Kurs den ich dringend gebraucht hätte. Ich bin fast vor Wut und Ohnmacht geplatzt.

  5. Ich verstehe die Aufregung nicht so ganz, der Sinn ist doch zu entnehmen. Sie wollen Arbeit. Dafür gibt es heute vom Lehrer einen Smiley Stempel, neuerdings auch das Fratzebuch „Daumen hoch“ Zeichen.

    Das wird noch schlimmer:
    http://www.dw.de/streit-ums-schreibenlernen/a-16975813

    Einige Eltern wollen heute auch nur noch ihre Ruhe und gute Noten von den Lehrern- dann kommt so etwas dabei raus.

    • Wenn jemand etwas abliefert, das einen guten Ersteindruck machen soll, dann ist von Ihm aber mehr zu erwarten als „der Sinn ist verständlich“. Das wurde ja nun nicht aus deren Kopf gefunkt, da hätte problemlos jemand drübersehen können. Das EINZIG UND ALLEINE eine Sorgfaltsfrage.
      Wie soll denn das erstmal werden, wenn sie angestellt sind?

      • Das war alles etwas ironisch gemeint. Wir uns nicht wundern, dass solche Dinge passieren, eine naturgegebene Evolution findet ja nicht mehr statt.

        Es findet auch keine schulische Siebung mehr statt, heute macht doch jeder Abi. Den Lehrern sind die Hände gebunden, können selbst Kinder nicht loswerden, die auf andere mit dem Zirkel einstechen oder den Kopf des Nachbarn solange auf die Tischplatte schlagen, bis der aus dem Auge blutet. Der Junge hätte eine „natürliche niedrige Hemmschwelle“ und sei provoziert worden, weil ein anderer ihn nicht mit aus einem Buch gucken lassen wollte.

        Kinder sagen heute ganz normal zu Erwachsenen „Ich *ick dich!“ Da freue ich mich über jeden anständigen Menschen, es ist traurig, aber ich habe keine großen Ansprüche mehr.
        Wer kommt heute denn noch pünktlich oder zuverlässig? Es gibt junge Leute, die sagen direkt, ich muss jetzt wieder xy Wochen arbeiten, damit ich wieder zum Amt kann.

        • Wenn die Brötchen auf einem Blech zählen sollen, dauert das ewig……sie zählen nämlich tatsächlich, statt die Reihen (6×8) mal zu nehmen.

  6. …unsereins lacht oft darüber, dass die Agenturen so viele Leute zum „Bewerbungstraining“ schicken – offensichtlich haben es sehr viele sehr nötig!

    @Claudia: Das mit dem Korrekturlesen ist eine gute Idee – nur meist kennen solche Leute nur ihresgleichen.

    • Bewerbungstraining bringt nur dann was wenn der Dozent auch nachschaut was die Leute so schreiben.Ich hatte das Vergnügen eines mitmachen zu dürfen bei dem für Migranten auch gleich Deutschkurse mit angeboten wurden,wenn dann gefragt wurde ob das so in Ordnung sei schaute der Dozent nur kurz, sagte alles OK und kümmerte sich wieder um die weiblichen Kursteilnehmer,ich hatte aber den Drucker an meinem Platz stehen und konnte daher sehen das nichts OK war.Für diesen Mist hat das Jobcenter auch noch 7400 Euro bezahlt,die hätte ich erstatten müssen wenn ich ohne triftigen Grund diesen Kurs abgebrochen hätte.

  7. Also ich verstehe die Aufregung nicht ganz.

    Das sind 2 Leute die arbeiten wollen und sich scheinbar vor der Totenthematik nicht scheuen.
    Solange da kein „Ey Alta, tote schubsen iss voll krass, da kann ich elend lang rumhocken“ rauskommt, ist das doch okay.

    Sieht ja auch ausbildungswillig aus und nicht als ob die das alles schon können und der Rest pippifax ist.

    Noch ist die Gesellschaft nicht da angekommen, das jeder ein Warpkerningenieur sein muss und wer Probleme hat oder sich in der Jugend nicht die nötige schulische Bildung reingezogen hat, muss nicht unproduktiv sein.

    Was mir dazu einfällt ist dann immer der tolle IQ, dabei soll ja 100 der Durchschnitt sein. Das heißt nun mal das links und rechts der Kurve auch eine Menge Leute sind.
    Früher sagte man ja „Der da ist einfach gestrickt, aber ranklotzen kann der“.

    Das gerade im Bestatterberuf die lebende Kundschaft nicht grad von „Jugendlichen“ bedient werden will ist auch verständlich. Reife kommt ja auch meist mit den Jahren, ob nun das eigene Alter oder im langjährigen Umgang damit.

    • Ich gebe dir insofern recht, als dass früher die Jugendlichen entweder mit „ich habe mit Maler Müller gesprochen, morgen kannste dort deine Lehre anfangen“ zu genau jenem geschickt wurden, oder die Jugendlichen eben NUR hin sind und sich vorgestellt haben, was es genau jenen leichter machte, die nicht so toll in Deutsch waren.

      Andererseits wird kaum ein Unternehmen für eine gewerbliche azubi-Stelle eine Bewerbung wie für den Managerposten erwarten. Aber einigermaßen richtig sollte es schon sein.

    • Diese 2 Bewerbungen sind mehr als nichtssagend und hätten für sämtliche andere Berufe und Jobs GENAU IN DIESER FORM abgeschickt werden können.
      Ich meine, les dir nur mal die eine Begründung durch: „weil den Job ja sonst freiwillig niemand machen will“ – ähm, ja. -.-

      • Ähmm, das war eher nicht so mein Eindruck.
        – Die junge Mutter ist sich bewusst, das sie mangels abgeschlossener Schulausbildung(also mehr als Hauptschule) es sehr schwierig hat. Das Toten umbetten, hat ihr gezeigt das der Umgang mit Toten eben nicht „eklig“ ist und das sie für sich eine Chance sieht auch ohne höhere Ausbildung, Computerkenntnisse oder was auch immer einen interessanten und erreichbaren Beruf zu erlernen. Nicht nach dem Motto wenn ich nicht Boss werden ohne was zu tun, dann mach ich lieber nix.

        – Bei dem jungen Mann hapert es halt etwas am Ausdruck aber für mich klingt das nicht nach „Das will eh keiner machen, und ich auch nicht“, sondern „Das wollen ja viele Leute nicht machen, aber ich sehe ja kein Problem damit“.

        Für viele Leute gilt ja das MinMax-Prinzip, minimaler Aufwand und maximales Ergebnis. Und die beiden klingen eher so als ob sie eben auch bereit wären, hart zu arbeiten in einem Beruf der nicht jedem geheuer ist.

        Aber ich bin auch selbst kein Chef und beim richtigen Bewerbung einschätzen etwas unbeschlagen.

        Natürlich ist Bildung und Ausdruck wichtig, aber man kann ja nicht die Leute wenn sie aus irgendeinem Grund etwas verpasst haben sagen: „Du hast nur Hauptschule und wars als Schüler nicht so pfiffig, dann leb doch im Wald oder unter der Brücke.“

        Coaching und Training ist ja dann auch so eine Sache. Das endet dann ja meist in einer ununterscheidbaren Einigkeit, das eigentlich nur noch der Name unerschiedlich ist. In größeren, straff durchorganisierten Unternehmen mag das ja passen, da Personal nun mal ein Rädchen in der Maschinierie ist. Im Handwerk ist das ja meist flexibler.
        Techniken und Umgang kann man mit der Zeit erlernen wenn man bestrebt ist.

  8. Wenn selbst Bestatter schon ein Einser-Abitur verlangen … diese Häme und diese Arroganz hier in den Kommentaren finde ich unpassend. Es muss auch Jobs geben für Menschen, die im Schriftverkehr nicht perfekt sind, nicht jeder Job erfordert es, schriftlich mit dem Kunden zu kommunizieren. Letzendlich hilft wohl nur der persönliche Eindruck, anhand dieser beider Briefe würde ich nicht werten wollen.

    • eine Bewerbung sollte aber schon einen guten Eindruck hinterlassen und keine Schreibfehler beinhalten. Soviel Zeit sollte man haben finde ich

    • Werten würde ich auf jeden Fall, ob jemand zu faul oder einfach nicht fähig ist, zu sehen was ihm die Rechtschreibkorrektur unterstreicht.
      Da mag man durchaus Faulheit, Desinteresse oder sogar mangelnden IQ unterstellen.

      Mal ganz abgesehen von den eher fragwürdigen Motivationen der Bewerber, die Begründung war in beiden Fällen recht schräg.

    • Naja, ein Einserabibur muss es ja nicht gerade sein, aber selbst von einem Hauptschüler sollte man eine Bewerbung erwarten können, die fehlerfrei ist.
      Bewerbung zwei wirkt auf mich wie von einem Nichtmuttersprachler, aber selbst der könnte hergehen und sich jemanden suchen, der das Ganze mal korrekturliest.

  9. Das problem ist nicht das es zuwenig Jobs gibt, sondern die falschen. Es gibt halt Leute welche, wenn du ihnen sagst „mach mal ein Loch“ voll in ihrem Element sind und ein 1A Loch zaubern.
    Bei der Aufgabe „mach mal ein Schild VORSICHT LOCH“ jedoch dumm gucken. Bei uns im Ruhrpott waren das Kandidaten für Zeche oder Stahlwerk. Wir brauchen jobs wie „Stell dich mal dahin und guck Böse“.

    • Früher gab es Arbeiten für jede Bevölkerungsschicht. Da wurden im Straßenbau auch ein paar Leute gebaucht, die ihren Lebensunterhalt damit verdienten, daß sie mit Picke und Schaufel arbeiteten. Heute gibt es für diese Leute keine Arbeit mehr, weil diese Arbeit von einem Mensch mit einer Maschine billiger erledigt werden kann.
      Wobei dies wiederunm nur eine Milchmädchenrechnung ist. Billiger ist es für die Firma, die die Schaufler nicht bezahlen muß (und die Maschiene abschreiben kann). Teurer wird es für die Gesellschaft, da die „Schaufler“ Arbeitslosengeld bekommen, keine eigene Rente erarbeiten…

      Nicht jeder Fortschritt ist unbedingt erstrebenswert, schon gar nicht, wenn er nur der Gewinnmaximierung dient

      • Und was ist mit den Leuten, die die Maschinen bauen und warten? Man kann jetzt schön den alten, einfachen Zeiten nachtrauern, aber DAS ist die eigentliche Milchmädchenrechnung. Ich habe lieber 10% Leute, die keine Arbeit haben, weil sie zu dumm sind für alles, was es noch gibt (und das ist die positive Formulierung: für Dummheit kann man nix, für Faulheit und Desinteresse schon), als 80% Leute, die sich unter ihrer Begabung abrackern und nicht genug Kapazitäten übriglassen für sichere Warenversorgung (vulgo Überproduktion), Forschung und Entwicklung (das heißt auch und vor allem medizinische Geräte!) usw.

        Klar: Man kann sich das frühe 19. Jahrhundert zurückwünschen. Wenn man auch an die Lebenserwartung/Kindersterblichkeit und die Lebensumstände denkt. Alles andere IST eine Folge der Automatisierung.

      • Deswegen sollte man auch Sozialabgaben für Maschinen einführen. Wenn die Maschine für 10 Leute „arbeitet“ soll der Unternehmer auch die Sozialabgaben für 10 Leute bezahlen. :-)

  10. Großer Gott!

    Also mich wundert nicht, dass viele Betriebe keine Azubis einstellen können, weil diese zu unqualifiziert sind.
    Und wenn man es mit der deutschen Sprache nicht so hat, könnte man ja wenigstens ein Rechtschreibprogramm über die Bewerbung drüber laufen lassen.

  11. Dazu muss man erst einmal eines haben bzw. den Umgang damit könnnen.

    Das Grundploblem scheint hier vor allem im deutschen Bildungssystem (oder besser in den 16 verschiedenen deutschen Bildungssystemen zu liegen), welche leider so manchen Menschen scheitern lassen.

    Liebe Politiker,

    schafft das unsinnige Betreuungsgeld ab und investiert die Kohle lieber in die Verbesserung unserer veralteten Bildungskultur

  12. Und außerdem sieht die erste Bewerbung eher wie eine unverbindliche Kurzanfrage aus, die man auch ganz einfach telefonisch erledigen kann; spart Papier und Porto

  13. Ich persönlich würde keine Bewerbung so formulieren und wenn ich sprachlich so unsicher wäre, dann würde ich korrekturlesen lassen. Aber davon ab: die Anforderungen an einen Bestatter (bzw. Helfer) sind ja nicht unbedingt mit einer 1 in Deutsch erfüllt, da gehts viel mehr um gutes Benehmen, Eifer und Herz.

    Ich würde beide zu einem Gespräch einladen, wenn das Interesse so oberflächlich ist das „Bewerbungs“-Geblubber, dann tauchen die zum Termin schon gar nicht auf. Und wer wirklich Interesse hat und arbeiten will, der hat mit pünktlichem Erscheinen schon einen klitzekleinen Pluspunkt gesammelt und man kann sich den Menschen genauer abgucken.

    • … angucken natürlich. Wobei, wenn sich eine Sandy2 bewirbt kann man durchaus auch was abgucken. Ach vergesst es *Tüte-übern-Kopf-zieh*

    • Das Problem ist aber: Wenn jemand schon bei der Bewerbung SO nachlässig ist, dann hat er entweder kein gutes Benehmen, Eifer oder Herz, oder ihm fehlt auch die Restintelligenz die es braucht, selbst um nur den Friedhofsplan zu lesen und sicher an der richtigen Stelle das Grab vorzubereiten.

  14. Oh man…

    Solche Bewerbungen kommen mir so bekannt vor.
    Habe für dieses Jahr einen Azubi gesucht und ich muss sagen, dass die meisten Bewerbungen so aussahen.
    Ich dachte schon an eine Art Verschwörung :D

    • Die andere Alternative ist, dass alle Bewerbungen ähnlich und austauschbar sind weil alle Lehrer die gleiche Fortbildung besucht haben.

    • Als wir in der Schule das Thema durchgenommen haben, mussten die Bewerbungen EXAKT so aussehen, wie es der Lehrer gern hätte. Wir sollten lauter toll klingende Floskeln mit einbauen, die bei einem Azubi-in-Spe komplett fehl am Platz waren. Am Ende hatten alle denselben Text, egal ob Werbedesigner oder Bankkauffrau.
      Damals hab ich auch nur Absagen bekommen.

  15. Ich würde den jungen Menschen auch eine Chance geben. Zumindest ein Gespräch und mal anschauen. Manche haben so einen gesunden Menschenverstand und sind so praktisch veranlagt, die kommen auch ohne gut lesen und schreiben zu können durchs Leben. Ich kenne mehr als eine Person , die früher in der sog. „Sonderschule“ war, und in ihrem einfachen praktischen Beruf gut klarkommt. Warum soll so jemand nicht Särge herrichten und sonstige einfache Leistungen, die im Bestatterhandwerk sicher auch anfallen, tätigen können. Nicht jeder kann Abi haben. ( Ich habs ;-))

  16. Vielleicht befinde ich mich im Elfenbeinturm aber ich verstehe die Aussagen meiner Mitkommentatoren bzgl „Nicht jeder hat Abitur, nun lass den Kleinen doch in Ruhe“ nicht.

    Auch von einem Real- oder Hauptschüler kann man einfache Sätze in fehlerfreiem Deutsch erwarten und die Ausrede „Vielleicht hat der keine Rechtschreibkontrolle“ ist in Zeiten von Open Office und automatischer Rechtschreibkontrolle in jedem kostenlosen Browser doch wohl auch ein Witz.

    • Deine Antwort zeigt, das du es nie mit Haupt- und Realschülern zutun gehabt hast. Ich hatte das Vergnügen, an einer Gesamtschule zu sein. Nach dem, was ich da von den Leuten aus dem Hauptschulzweig gesehen habe, wundern mich die obigen beiden Bewerbungen gar nicht mehr.

  17. Die beiden Schreiber da oben haben beim Verfassen der Bewerbungen die roten Wellenlinien im Schreibprogramm bestimmt als richtig empfunden. „Ah, das sieht ja nett aus, so schön rot unterstrichen, cooles Programm!“

    • Was sagte mal eine Studine zu mir, als ich sie wegen mehr als 30 Fehlern pro Seminarabeitsseite rund machte?
      „Diese Ringel nerven so, ay, hab ich ausgemacht, wissense.“
      Eine andere schwor Stein und Bein, dass sie die Kontrolle zwar anhätte, aber bei ihr würde höchstens mal ein Name markiert, isch schwör!

    • Wer sagt denn das die beiden eigene Rechner haben und da drin dann auch noch firm sind.
      Bei dem jungen Mann unterstell ich auch mal das der öfters schon mit dem Arbeitsamt zu tun hatte.
      Ist nun die Frage sind die Nachlässigkeiten Folge von ungenügender Bildung, Desinteresse oder war das dem Sachbearbeiter immer egal mit der Rechtschreibung?

  18. Also ich finden die beiden Bewerbungen schon auch ziemlich krass, aber andererseits steckt darunter vielleicht doch jemand, der geraden diesen Job mit Leib und Seele macht.
    Man schaut halt doch nicht dahinter.

    Als ich einmal in einem Fachgeschäft Bewerbungsmappen ( für eine Lehrstelle) für meine Jungs gekauft habe und sagte, dass ich das schon ziemlich aufwändig und teuer finde, antwortete die Verkäuferin mir, dass sie gerade eine Bewerbung bekommen hat, die einfach nur geheftet ist – ohne Mappe und drumherum – DIE SCHAUT SIE SICH GAR NICHT ERST AN ?!?!?!?!?!?!

    Wie arrogant ist das denn?!?!? Das hab ich ihr dann auch gesagt, aber die Reaktion war Gleichtgültigkeit.

    Also anschaun würde ich die beiden schon, dann sieht man weiter!

  19. In anderen Ländern ist es wahrscheinlich auch nicht besser. Bewerbungen schreiben ist eine Kunst, die einem nicht in die Wiege gelegt wird. Das muss man lernen.

  20. Wenn heute nur Jugend gefragt ist, wie ich bei meinen Bewerbungen erfahren habe, muss man mit solchen Bewerbungen rechnen! Alte erfahrene Leute möchte man nicht mehr haben. Natürlich gibt es auch jede Menge gut ausgebildete junge Menschen, solche krassen Sachen sind bestimmt eine Ausnahme.
    Liebe Grüße.

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