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Das Erdferkel

Ich bin damit nicht einverstanden!
Ich kann das nicht einfach so stehen lassen.

Aber von Anfang an:

Meine drei Damen vorne aus dem Büro sind sehr erfinderisch und flexibel wenn es um den Umgang mit Sprichwörtern und Redensarten geht.
Die drei Damen das sind die erste Bürodame Frau Büser (so um die 50+), die Deutsch-Amerikanerin Sandy (Anfang Mitte 20) und Antonia (die ja als Einzige in den Geschichten älter wird und da so ca. Mitte 20 war).
Lehrmädchen Nadine war zu dieser Zeit im Blockunterricht.

Ich höre drüben aus dem Büro: „Da fällt mir aber ein Stein von der Schulter.“

Aua, das tut mir weh. Wie kann man den Spruch so verhunzen?

Der nächste verdrehte Spruch folgt aber sofort: „Da glück ich ihm mal die Daumen, daß das aber klappt.“

Hallo! Haben die noch alle ihren Docht in der Kerze?

Und dann folgt die Krönung. Man übernimmt eine englische Redensart (übersetzt für ganz viel Regen: Es regnet Katzen und Hunde) und Frau Büser sagt: „Na hoffentlich regnet es dem Hund da nicht wieder junge Katzen ins Maul.“

Ich grunze und stöhne auf und zwar nicht nur innerlich und das müssen die Damen gehört haben, denn Frau Büser sagt: „Ach Gott, der Chef! Ob dem wieder der Kopf gestiegen ist?“

So weit, so gut…

Es klingelt, die Frauen sehen wohl auf den Monitor und Antonia sagt: „Da steht die Birnbaumer-Nüsselschweif draußen. Was die wohl will?“
Sandy sagt: „Das alte Erdferkel.“
Frau Büser fügt hinzu: „Wenn das Erdferkel kommt, das bedeutet nie etwas Gutes.“

So und hier ist der Punkt, wo ich einschreiten muß. Ich kann viel ertragen. Ich kann ertragen, wenn die Morgenstund in die Grube eines anderen fällt. Ich kann ertragen, wenn auf Regen Wüstenstein folgt und ich kann ertragen wenn jemand sagt, das alles sei kein Pappenschlecken.
Aber wenn mir einer mein absolutes Lieblingstier, das Erdferkel, beleidigt, dann frevelt er an Gottes schöpferischer Hand!
Das Erdferkel ist das schönste und drolligste Tier überhaupt.

Wenn Tiger, Rheuma und Zoo im Nachmittagsprogramm kommt, dann warte ich immer auf das Erdferkel. Ich finde das echt klasse!

Bild: Orycteropus afer, Urheber: Scotto Bear from North Beach, MD, USA, Lizenz: w:de:Creative Commons, Namensnennung Weitergabe unter gleichen Bedingungen

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Peter Wilhelm 26. August 2012


24 Kommentare von 140902.

    • Feinheiten…
      Hierzuland regnet es (manchmal) „comme vache qui pisse“, wobei vache „Kuh“ heißt – den Rest darfst du selbst raten. Aber das Bild spricht für sich.

      • Und jetzt, wo ichs abgeschickt hab, fällt mir der Witz ein – aber der paßt hier.

        Ein Engländer hat gefragt, was dieses „comme vache qui pisse“ bedeute, und man antwortet ihm: „sehr stark, sehr intensiv“.
        Und wenig später erklärt er der Dame seines Herzens: „Je t’aime comme vache qui pisse.“ (Muß ich das übersetzen?)

  1. Morgenhund hat Mief im Mund

    – diese olfaktorische Erkenntnis drängt sich mir jeden Morgen auf, wenn meine Schlotterbacke Hund, das renitente Rentnerlein Robin (inzwischen stolze 16 Jahre alt) mir seine Motivation ins Gesicht gähnt.

  2. Ich finde auch, dass so ein impertinenter Missbrauch von Sprichwörtern sich einfach nicht gehört. Besonders diese Verballhornung von „Da fällt mir ein Stein vom Herzen“…also das schlägt doch wirklich dem Fass die Krone ins Gesicht!

  3. Du hast vollkommmen recht – das Erdferkel ist das absolut coolste Tier!!! Wobei der Ameisenbär auch nicht zu verachten ist.

    Termitige Grüße!

  4. Also ihr seid aber wieder albern drauf… allesamt… aber wer zuletzt lacht, den knutscht am ende die gebratene Taube. Ätsch!

  5. Da ich Erdferkel auch so drollig finde, hat mir meine Liebste zum letzten Geburtstag eine Patenschaft für das Erdferkel im Saarbrücken Zoo geschenkt. Fand ich toll…

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