Gute Unterhaltung

Thalassa hat einen sehr interessanten Kommentar geschrieben, den ich zunächst hier noch einmal wiedergeben möchte:

[zum Artikel „Loslassen“]:
Ernst und ergreifend.
…und wie immer gut geschrieben.

Was mich nur maßlos ärgert sind diese „Sooooo schööööön!“ und „Hach hab ich jetzt aber fein geweint!“-Jahrmarkts-Kommentare. Obwohl vom Verfasser auf keinen Fall so gemeint, scheinen das viele Leser als reine Unterhaltung zu verstehen; als Rührstück, das man sich per Feedreader auf den Rechner lädt und in der Büropause oder beim Nägelschneiden statt einem Groschenroman konsumiert, um sich auf die Schnelle ne Gänsehaut zuholen.

Der Hintergrund des „sich Beschäftigens“ mit den Themen Abschied, Loslassen und Umgang mit dem Verlust (und damit der von mir so erahnte Zweck des Blogs) geht bei dieser Art Geschichte, den ernsten – zumindest in den Kommentaren – zum großen Teil vollkommen unter. Da wird sich auf Kosten anderer (und seien sie noch so anonym) wie in der Geisterbahn gegruselt, statt drüber nachzudenken.

Schade eigentlich.

Ich nehme Thalassas Zuschrift stellvertretend für einige ähnliche Meinungen, die mich per Kontaktformular und Mail erreichten.

Dieses Weblog dient mir, und das habe ich schon ganz oft betont, dazu, meine Gedanken und Erlebnisse zu verarbeiten. Mir gelingt die Auseinandersetzung mit Themen schon seit jeher am Besten, wenn ich die Themen ausformuliere, sei es in gesprochenem Wort oder in schriftlicher Form. Sozusagen ist das Weblog also auch eine Form der selbstsüchtigen Verarbeitung von Erlebnissen und Erinnerungen.

Ein weiterer Aspekt, der mich dazu bewogen hat, diese Erlebnisse nicht nur zu thematisieren, sondern das Ganze auch mit meinen Lesern zu teilen, ist die Tatsache, daß mich schon immer die Leute über meinen Beruf und die damit verbundenen Themen ausgefragt haben. Ich möchte ganz einfach diese latente, aber oft unterdrückte Neugierde befriedigen.

Zuletzt, aber nicht als Geringstes liegt es mir am Herzen, die Themen Tod, Trauer und Bestattung zu enttabuisieren. Ich möchte bewirken, daß sich die Menschen frei und offen mit diesen Themen beschäftigen, damit sie einfach besser vorbereitet sind, wenn denn dann dereinst so ein Fall auf sie zukommt.

Dazu bediene ich mich ganz bewußt des Mittels der Unterhaltung. Die Geschichten sollen über die Ebene des leicht Konsumierbaren ein tieferes Ziel erreichen. Alle Geschichten enthalten, ob nun subtil versteckt oder plakativ herausgestellt, eine mir wichtige Botschaft.
Es war schon immer besser, eine teils bittere Medizin in Zucker zu kleiden.

Deshalb verüble ich es auch niemandem, wenn er den rein unterhaltenden Zuckerguß als einzigen Beweggrund zum Lesen nimmt. Eines der oben genannten Ziele habe ich vermutlich immer erreicht. Ich sehe es aber auch durchaus ein, daß Leser, die sich etwas ernsthafter mit der Thematik befassen, den unterhaltenden Überzug manchmal als etwas zu süß empfinden, mir ist das bewußt.

Nur einen einzigen Beweggrund habe ich nicht, die persönliche Eitelkeit. Ich freue mir ein Loch in Bauch und Rücken gleichzeitig und zwar so heftig, daß der Wind durchpfeifen kann, wenn meine Geschichten den Lesern gefallen. Aber ich kann mich daran nicht emotional hochziehen, wie manche es vielleicht glauben.
Auch ist das Weblog keinesfalls die Goldgrube, die manche unterstellen. Ich sage da nur mal: Selbst machen und wenn wirklich Millionen dabei herumkommen, mir Bescheid sagen, wie das geht.

Ich möchte mit dem Weblog auch eine möglichst große und breite Leserschaft erreichen. (Also nur Leute größer als 1,90 und schwerer als 2 Zentner…) Das gelingt nur über eine gewisse Streuung und Mischung der Themen.

Was ich sagen will: Nehmt es wie es ist und habt Freude daran, jeder auf seine Weise.

Fehler durch Lektorin Anya bereinigt.

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  • Veröffentlicht am: 15. Mai 2008
  • 54 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

54 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Du bist ein schwulen Sacklutscher. Eigebildeten Fazke!

  2. daumen hoch!
    groesse passt fast, nur so schwer bin ich noch nicht!

    lass dich bitte nicht beunruhigen durch die ganzen cliffhaegerschreier und die ichbekommerauswerdubistmenschen

    schreib einfach weiter so schoen wie du es immer tust. denn dadurch, zumindest bei mir, hast du aus dem thema bestattung/tod bei mir schon etwas lockerung gebracht.

    also zweck erfuellt (:

    danke tom

  3. Hmmm.

    Bei „Loslassen“ zB hab ich mich jeglichen Kommentares enthalten, einfach weil ich nicht so richtig in Worte fassen konnte und wollte, was mir dabei durch den Kopf ging. Einerseits mußte ich daran denken, dass es bei meinen Eltern (Mutter Jahrgang 1927, Vater Jahrgang 1928, seit 1953 vh) meinem alten Herrn wohl ähnlich ginge, wenn meine Mutter vor ihm versterben würde, auch wenn ich eher denke, dass er es nicht zeigen würde. Dies war EINER meiner Gedanken, die anderen kann/möchte ich nicht in Worte fassen.

    Meine Motivation, hier zu lesen ist einerseits Neugier. Tod und Bestattungsfragen sind in unserer Gesellschaft, die den Tod in Krankenhäuser, Altenheime und Hospize verbannt hat ein derartiges Thema, dass man darüber ausserhalb des Bestatterweblogs kaum Info findet. Solche Tabus haben mich aber schon immer ziemlich neugierig gemacht.

    Andererseits weiss ich aber aufgrund des Alters meiner alten Herrschaften auch, dass Themen wie „Bestattung“ „Abschied“ etc. irgendwann in der Zukunft auf mich zukommen werden. So erwähnte Tom zB vor einiger Zeit mal eine motivierte Bestatterin, deren Website auf mich einen sehr guten Eindruck machte, und da sie nicht allzuweit entfernt ist, hab ich den Link mal auf Favoriten gelegt, um ihm im Falle der Fälle zur Hand zu haben. Auch aufgrund der Lektüre hier ist es mir nämlich wichtig, nicht an so was wie „Pietät Eichenlaub“ zu geraten. Diesbezüglich bin ich Tom für diesen Weblog wirklich dankbar, wo sonst bekommt man Infos, wie unterschiedlich mit toten Menschen umgegangen wird – und einen Umgang wie „Pietät Eichenlaub“ ihn mit ihren „Kunden“ pflegt, möchte ich meinen Eltern ersparen.

    Zugegebenermaßen ist ein weiterer Grund hier zu lesen auch der Unterhaltungsaspekt, zB in einer Pause zwischen zwei Arbeitsschritten einfach kurz das Gehirn lüften …

  4. Ich habe mich in den letzten Wochen so nach und nach von hinten nach vorn durch das ganze Blog gelesen. Teilweise auch die Kommentare… oft haben sich mir die Zähennägel gekrisselt, wenn man wieder so Obertrolle am Werk waren, aber ich finde, die Mehrheit hat sich auch beschäftigt mit dem Thema, also Ziel erreicht.

    Für mich allein gesprochen hast Du auf jeden Fall das Ziel des Enttabuisierens erreicht. Bisher habe ich mich nie mit dem Tod und allem, was daran hängt (Schicksale, Papierkram, eben alles), auseinander gesetzt. Außer mit dem eigenen, aber das ist ein anderes Thema. Bis dann vor 2 Jahren mein Erzeuger starb und ich da stand wie der Ochs vor’m Berg. Hat aber alles geklappt.
    Dann stieß ich auf dieses Blog und seitdem mache ich mir viel mehr Gedanken und fühle mich ehrlich gesagt gut darauf vorbereitet, wenn es irgendwann mal mit meiner Mutter so weit ist. Ich weiß, was kommt und was ich darf (36 Stunden sag ich nur) und überhaupt. Ebenso mache ich mir Gedanken, wie ich ihren Wunsch (Zitat: Anonym inne Urne und weg, damit Du (also ich) noch was vonne Versicherung hast) mit meinem Wunsch (eben nicht anonym) verbinden könnte…. also jedenfalls denke ich viel darüber nach.

    Es stimmt, dass man vieles besser verarbeiten kann, wenn man darüber spricht (oder schreibt). Dass Du das ganze öffentlich machst, ist deine persönliche Entscheidung, von daher kann ich nicht verstehen, warum andere sich so aufführen, als gäbe es im web nix anderes zu lesen und der Tom müsse immer was schreiben und am besten sofort, ach was, gestern noch Geschichten in 12 Akten und mehr auf einen Schlag raushauen…
    Natürlich ist es schön, dass Du Deine Erlebnisse mit uns teilst, aber schreib so, wie Du willst bzw. kannst und nicht, wie andere das wollen/fordern.

    So, genug gesabbelt. Wünsch Dir noch einen schönen Abend und gute Besserung an die Frau Gemahlin :)

    P.S.: Der Mix aus langen Geschichten und kurzen Anekdötchen gefällt mir übrigens super!

  5. Mal ganz ehrlich: So richtig was zum Lernen ist das hier nicht immer. Das ist überwiegend Unterhaltung. Der Schreibstil (auch mit den Cliffhängern) spricht ganz eindeutig dafür.
    Also bitte nicht beschweren, wenn man es auch als das, was es ist, ansieht.
    Natürlich lernt man zwischendurch – und zwar ganz ohne Zeigefinger und Lehrergehabe – etwas über das Gewerbe.

  6. Die Dama Thalassa soll sich zum Teufel scheren. Ich reagiere hochallergisch auf Leute, die sich anmaßen zu wissen wie ich denke und was ich fühle. Und wenn es so wäre und ich in meiner Ecke sitze und mir auch bei den ernstesten Dingen einen höke, selbst dann ist es in Ordnung, weil es für mich in Ordnung ist. Wem das nicht paßt, der soll mir den Buckel runterrutschen und unten mit der Zunge bremsen.

    Wie sollen denn bitte die Kommentare beschaffen sein, damit sie vor Thalassas Augen Gnade finden? Bislang waren alle Kommentare hier der Sache angemessen. Wenn ich natürlich ein Haar in der Suppe finden will, dann finde ich auch eins.

    Ich für meinen Teil schließe mich Toms Kommentar an: „Nehmt es wie es ist und habt Freude daran, jeder auf seine Weise.“

    Jau, mokt wi.

  7. ich kann der guten frau nur zustimmen. v.a. was die erste hälfte des ersten absatzes angeht. im grund gehts ja darum dass die schreiberin von solchen kommentaren genervt ist. der grund ist ja erstmal zweitrangig. ich kann sie verstehen.
    oftmals sind die ersten zehn kommentare in etwa „ich hab so schön geheult“, „eigentlich weine ich ja nicht, aber…“ oder auch „ach sooo schöööön“. mich nervts. klar, muss ich nicht lesen was da einer schreibt. aber man kann wollen. ich will. und irgendwann nervts einfach tierisch.
    jeder kann es lesen und reagieren wie er will. aber einige male hintereinander lesen zu „müssen“ wie derjenige geflennt hab ist…naja…auf dauer in etwa genauso als wenn zehn leute hintereinander nur „LOL“ oder „ROFL“ reinschreiben. weder das eine noch das andere ist ein sinnvolles kommentar.
    gleich nach den heul-kommentaren stehen bei mir die „du bist ja sooo gemein“, „verdammte cliffhanger“ geschreie bei fortsetzungsgeschichten. das ist in etwa die selbe stufe.
    für mich ist das auch keine frage nach unterhaltung oder nicht. für mich stellt sich einfach die frage wo ein sinniges kommentar aufhört und spam anfängt.
    und nein, meinungsfreiheit zählt nicht. es gibt einfach bestimmte regeln in dem weltweiten netz die man einhalten kann oder nicht. wer diese regeln nicht kennt sollte schleunigst einen internet-führerschein machen *g*
    gute nacht

  8. Tja, also nervt er dem geneigten „Nachdenk-Leser“, wenn man einfach nur seine erste Reaktion und seinen ersten Gedanken niederschreibt? Ich soll, nach dem ich die Tränen getrocknet, also erstmal meine Gefühle analysieren und dann ‚gewählt‘ schreiben, was ich aus der Geschichte gelernt habe?

    Wenn ich was partout nicht leiden kann, dann ist es jemand der mir vorschreibt, was und wie ich zu denken und zu schreiben habe.

    … ich hasse sowas.

    Daher danke an Tom für den letzten Satz: „Was ich sagen will: Nehmt es wie es ist und habt Freude daran, jeder auf seine Weise.“

  9. Zitat: möglichst große und breite Leserschaft erreichen. (Also nur Leute größer als 1,90 und schwerer als 2 Zentner…)
    Yes, endlich bin ich ZIELGRUPPE !

    @Undertaker: Danke für alles was war und alles was sein wird, weiter so !

    zu Tossalossa: Noch nicht mal ignorieren .

  10. Oha! Daß ich mit meinem Einwurf gleich einen ganzen Eintrag bekommen würde, habe ich nun wirklich nicht vorhergesehen und kann das auch nicht nachvollziehen. Wohl aber habe ich geahnt, daß da Gegenwind kommen würde. Tja, jetzt muß ich mich wohl so erläutern, daß es jeder versteht – ein Ding der Unmöglichkeit.

    Daß der Bestatter Tom möglichst unterhalten und einen großen Personenkreis erreichen möchte, ist mir schon deswegen klar, weil er selbst das mehr als ein Mal betont hat und weil auch mir kein anderer Grund einfällt, ein Blog zu eröffnen und mit der Mühe am laufen zu halten, die Tom dankenswerter Weise aufbringt.
    In meinen Augen (und offensichtlich auch denen der überwältigenden Mehrheit der anderen Leser) wird dem Vorsatz der Unterhaltung aufs Vergnüglichste entsprochen. (Ab und an mit dem „fiesen“ Mittel des Cliffhangers, aber wer von uns freut sich in diesem Falle nicht doch auf den nächsten Tag, wenn dann das Rätsel gelöst wird.) Dennoch bin ich mir sehr sicher hier gelesen zu haben, daß ein Grund für diesen Blog unter vielen Anderen auch die Thematisierung des Tods und des Abschiedes ist. (Sorry Tom, ich find’s gerade ums Verplatzen nicht!)

    Wie es dem geneigten Leser vielleicht auffällt, beziehe ich mich in meinem Text ganz bewußt und ausschließlich auf die ERNSTESTEN der geschilderten Episoden. Während ich selbst bei launigen Schilderungen des Autors gerne nach Herzenslust mitgekaspert habe, so erinnern mich die von mir angeprangerten Kommentare (Zitat: „*schnüff*“, „[…] So schön!“ oder „Ach, wie traurig-schön“) an kitschige Diddltassen und lustvoll verdrückte Tränchen, wenn die Romanheldin im Sonnenuntergang auf dem Sterbebett liegend ihrer bis dato verschmähten Liebe ewige Treue schwört und ihm noch schnell das verheimlichte gemeinsame Kind vorstellt, bevor sie ihr Leben aushaucht.

    Was ich damit tapsigerweise zum Ausdruck bringen möchte: Jeder, aber absolut jeder, der schon mal an einem Sarg stand, in dem ein Mensch lag, zu dem man eine tiefere Bindung hatte, wird als allerletztes „Schnüff“ oder „Schöööön!“ denken, egal, ob er den Tod akzeptiert oder sich innerlich dagegen sträubt. Er wird nicht den Hauch einer wie auch immer gearteten „Kitschromantik“ verspüren.

    Insofern habe ich meinem Unmut über die genannten Zwischenrufe Luft gemacht, die – in meinen Augen – weder der Situation des Hinterbliebenen, noch dem Gegenstand des Erzählten gerecht werden, sondern – wieder in meinen Augen – illustrieren, daß das Wiedergegebene wie Popcorn konsumiert wird; eine Gelegenheit, den Alltag durch Emotionalität aufzulockern, die dem Thema einfach nicht gerecht wird und – ich betone es nochmal: in meine Augen – mangelnde Sensibilität wiedergibt. Auch wenn Tom seine – gar nicht so bitteren, sondern einfach zum Leben gehörenden – Botschaften „in Zucker kleidet“, wie er sagt, so sind doch Einige süßer als Andere.

    So, und jetzt nochmal langsam zu mitmeißeln für euer Schiefertäfelchen:
    Das Wort „Kommentar“ bezeichnet die gekennzeichnete Niederschrift einer PERSÖNLICHEN Meinung. Letztere zu äußern steht jeden frei – AUCH UND GANZ BESONDERS jenen Leuchten, die mir hier vielleicht polemischerweise empfehlen, den Blog zu meiden etc. :) Meine Meinung kann man teilen, muß man aber nicht.

  11. Oh, da muß jemand erklären, daß ‚es jeder versteht’… sozusagen zum ‚mitmeißeln aufs Schiefertäfelchen‘.

    … feine Einstellung den Mitmenschen gegenüber…

  12. Also, ich finde das ganz toll, dass Thalassa sich für uns ihren/seinen Kopf zerbricht. Dann kann ich ja demnächst hier das Denken komplett abstellen.

    Doller Service :-P

  13. Liebste Jacky, du interpretierst meine Worte dahingehend, daß du mir eine bestimmte Interpretation vorwirfst.

    Putzig, oder? :)

  14. …und du bist *wirklich* nicht nebenbei noch Journalist oder Buchautor…?

  15. Ich, eine der „Weinattakenkommentatorinen“ empfehle den Leuten die dies nicht nachvollziehen können vielleicht mal einen Therapeuten aufzusuchen.

    Gerührtsein, ist eines der menschlichsten und natürlichsten Gefühle, die es überhaupt gibt.

    Und ich glaube, dass die Gerührtseinsgegner in keinster Weise den individuellen Hintergrund eines jeden Lesers zu analysieren vermögen, woher dieses Gefühl im Kontext seiner persönlichen biographie jetzt gerade bei Geschichte X hochkommt.

    Wem Kommentare nicht passen, der möge sie einfach NICHT lesen.
    Kommentare sind, wie manch ein Vorschreiber schon betonte, eine Möglichkeit den ersten persönlichen Eindruck, die ersten Gefühle zu teilen.

  16. Momo, auch Dir steht es frei, meine Kommentare einfach NICHT zu lesen, aber das nur nebenbei.

    Du spielst hier spaßigerweise die Drama-Karte, indem Du behauptest, ich könne deine Gefühlswallungen nicht nachvollziehen, ich sei ein Gegner von Anteilnahme und Rührung und deswegen therapiebedürftig

    Die beiden ersten Dinge sind falsch, die letzte Behauptung eine unangemessene Frechheit.

    Ich bin nur unglaublich angenervt, wenn jemand meint, er könne immer und überall seine ach so wichtigen Gefühlchen rausplärren und habe dafür das Recht auf Anerkennung.

    Gefühle, Regungen in allen Facetten haben wir hoffentlich alle – nur wissen Einige, wann sie ihre Umwelt taktvoll davon unterrichten können, ohne Aufmerksamkeit zu heischen und Andere eben nicht.

    Trotzdem gönne ich Dir selbstredend die Zerstreuung, die Du aus dem beobachteten Verhalten zu ziehen scheinst natürlich von Herzen.

  17. tom, wie waers, wenn du blog mal kurzzeitig stilllegst, damit sich hier alles beruhigt?
    positiver nebeneffekt, du kannst dich richtig um deine familie kuemmern.

    irgendwie artet das ja hier tierisch aus in den kommentaren.

  18. und du legst fest was taktvoll ist oder welche „gefühlchen“ wichtig sind und wann bzw wie man sie äußern darf?

    mich nerven solche kommentare auch, nur ist deiner nicht besser. ich denke dein zitat passt da ganz gut.

    „Ich bin nur unglaublich angenervt, wenn jemand meint, er könne immer und überall seine ach so wichtigen Gefühlchen rausplärren und habe dafür das Recht auf Anerkennung.“

    wieso denkst du, dass du hier deine „gefühlchen“ rausplärren kannst?

  19. @Momo:
    jeder kann fühlen was er will und von mir aus kann er es auch kundtun wenn er lustig ist. aber man muss es nicht zehn mal hintereinander schreiben ohne jeglichen weiteren kommentar
    nur *heul*, *schluchz* oder *flenn* ist einfach zu wenig und mMn spam der zu löschen ist. weiterer datenmüll den keiner braucht. v.a. wenn es das zehnte kommentar mit gleichem inhalt ist. wie schon gesagt: heul und schluchz ist auf dem gleichen niveau wie lol oder ROFL. „ich hab so geheult“ ist ähnlich. das ist heul und schluchz als satz verpackt (so wie man hab ich mich schlappgelacht für lol oder ROFL). viele kommentare die einzeilig sind und sich auf den gefühlszustand beziehen könnten direkt aus nem (fast) beliebigen IRC channel stammen…

    PS: auch meine arme tastatur oder wer kauft mir ne neue F5 taste…irgendwann sind solche sachen durchgelutscht und weder lustig noch originell. auch das „you made my day“ nimmt inzwischen fast schon überhand (in blogkommentaren allgemein). die liste lässt sich fast beliebig fortsetzen.
    wer nur einen(!) satz zu sagen/schreiben hat, den ein anderer vorher schon geschrieben hat sollte es sich vielleicht nochmal überlegen ob er wirklich auf „kommentar abschicken“ klicken soll.

  20. sorry noch ein wort zu Momo:
    es stellt sich die frage wer einen therapeuten braucht. diejenigen die betroffen sind und es aus welchen gründen auch immer (geltungssucht? ist ne frage keine feststellung) ihre gefühl in einen satz verpacken und in die welt hinausposaunen oder diejenigen die gerührt sind und dies nicht tun. vielleicht brauchen beide einen.
    du behauptest mit dieser aussage, dass denjenigen die sich über weinkommentare aufregen nicht von den geschichten gerührt sind. wie kannst du das behaupten? und selbst wenn sie es nicht sind: wo liegt dann das problem für mich

    wenn dir mein kommentar nicht gefällt noch ein tipp von jemanden der ihn erst letztens anderen gegeben hat: einfach NICHT lesen. ach. zu spät. verdammt!!!11elf
    gibts für dieses „wenn einem die kommentare nicht gefallen dann soll man sie nicht lesen“ eigentlich schon ein law ala godwin??

  21. Wenn ich so les, wer alles da ist,
    – der ganze Stammtisch –
    Redet weiter Jungs und Mädels, wir sind unter uns.
    ( Oder doch nicht ganz? )
    Ich hör Euch noch ein wenig zu.

  22. @mackaber ich bin fleissiger mitleser, aber eher selten kommentierender

    @lesmou
    ganz meine meinung.
    ich bin maennlich, vom bau und flenne nicht.
    nur wenn ich hier lese, dann ueberkommts mich manchmal einfach, aber ich muss das ja nicht bei jedem beitrag von tom kund tun *g*

    wenn ich etwas zum thema zu sagen habe, dann kann ich und jeder andere auch mal sagen, dass es einen zu herzen geht. nur die besagten einzeiler. die kann man weglassen. mit genuegend verstand wird man doch sicherlich wissen, das die geschichten von tom fast jedem leser in die nieren zwicken?!

    5 minuten bevor martina und co der erste teil raus kam, da dachte ich lustiger weise daran wann tom ‚der arsch platzen wuerde‘. wegen den ganzen cliffhaengerrumgejaule und den seltsamen komentaren.
    also ich an meiner stelle haette schon vor einiger zeit das ganze blog aufgegeben wegen eben solchen leuten. gut das tom so ein ruhiger mensch ist.

    also einfach tempo in die hand, traenen ausm gesicht und dann denken, wie man einen sinnvollen kommentar schreiben kann, oder einfach sein lassen.

    @tom mach einfach ne woche pause, damit hier sie angemessene ruhe (pietaet) wieder einkehrt

    kann doch nicht sein, das sich manche leute einfach daran aufgeilen, was mit einem toten passiert.
    ob nun davor oder danach.

    nekrophil, oder sowas in der art nur halt uebers internet. leute, ihr seid pervers.
    aber lustig das keiner von den cliffhaengeridioten(innen) hier rumjault *g*

    hmm, wie hiess er denn, ich glaube Jan. der hatte ja mal anspruch gestellt (martina). und tom hatte ihn zurechtgewiesen, das hier keiner einen anspruch hat.
    ob es nun ein jan war oder nicht, seine meinung waehre fuer mich jetzt interessant.

    was es nicht alles fuer idioten gibt, auch wenn ich selber einer bin (:

  23. Stimmt, Mac Kaber: Da geht man einmal Kaffee und schon trifft sich der ganze Bagage…

    Ich kann verstehen, dass zB LeSmou die zig Wiederholungen nervig findet. Wenn ich erst einmal zwei Seiten den immer gleichen Kommentar wegscrollen muss, bevor mal ein anderer kommt, finde ich das auch ein wenig umständlich. Einige erinnern sich vielleicht noch an den Kommentar-Dialog über die Glückwunsch-Kommentare zum einjährigen Jubiläum.
    Allerdings darf man nicht vergessen, dass es vielleicht der immer gleiche Kommentar, aber eben nicht der immer gleiche Kommentator ist. Jeder hat erst einmal das Recht, hier zu kommentieren und es liegt nicht bei den anderen Kommentatoren zu entscheiden, welcher Kommentar nun im Blog angezeigt werden darf und welcher nicht. Das hat ganz allein der Betreiber, also Tom zu entscheiden.
    Ich bin dankbar dafür, dass er Zensur vermutlich auf der rechtlichen, nicht aber auf der inhaltlichen Ebene auszuüben scheint. Eine vorgefertigte Auswahl von Kommentaren, die ich lesen sollte, brauche und möchte ich nicht.

    Was speziell die Kommentare zu „loslassen“ angeht: Ich denke, hier irrt Thalassa, denn auch ein *schluchz*-Kommentar zeigt doch eine Form des „Sich Beschäftigens“. Auch mir ist diese Geschichte (unter Anderem, weil ich sie so ähnlich auch schon erlebt habe) nahe gegangen und auch ich hatte direkt das Bedürfnis, etwas zu sagen. Eben, weil etwas in mir arbeitete, weil es nicht einfach „einmal Gänsehaut abholen“ war. Nun, ein „heul“ hab ich zwar mir und anderen erspart, aber ich sehe nicht, wo mein Kommentar jetzt lesenswerter oder niveauvoller ist als der davor oder der danach (hab jetzt nicht nachgesehen, ich hoffe, es sind ebendiese emotionalen Einzeiler.)

    Und zur Selbstdarstellung: Ich vermute, ein Einzeiler, der sich inhaltlich nicht von zwanzig anderen zum gleichen Beitrag unterscheidet ist ein schwächeres Indiz für einen gesteigerten Selbstdarstellungsdrang als ein …räusper, räusper, hust, hust… kilometerlanger Kommentar.

    Ich zumindest find´s gut, wenn Leute sich kurz fassen können:-/

    Was ich weniger schön finde ist, wenn sich Kommentatoren innerhalb einer Diskussion vergessen und sich gegenseitig persönlich angreifen oder manche Kommentatoren prinzipiell einen gallig-giftig-herablassenden Grundton anschlagen.
    Aber das gehört wohl auch zu einer hitzigen Diskusion in einem Blog, der so viele grundverschiedene Menschen anspricht.

  24. So viele grundverschiedene Menschen über 1,90m und zwei Zentner.

    Warum hat eigentlich niemand dieses „erster!“-Spiel erwähnt?
    Okay, das ist n bisschen witzig.
    Mmh…

    …Letzter!

  25. Die ach so nervigen und diese Seite unerträglich machenden Kommentare beziehen sich doch auf die Gefühle beim Lesen der Geschichten, und nicht auf den Fall selbst.
    Ich glaube kaum, daß sich hier irgend ein gepostetes „hach wie schön“ auf den Tod eines Menschen bezieht.
    Der Vergleich mit den Gedanken am Sarg hinkt einbeinig. Genauso könntest du dich über Tom´s Kunden aufregen, wenn diese die Beerdigung schön gefunden haben. Drecksäcke, die! Denken die nicht daran, daß für die Beerdigung erst jemand sterben mußte???
    Wenn also hier jemand dem Autor mitteilen möchte, daß ihn eine Geschichte zu Tränen gerührt hat, warum nicht?
    Man muß außerdem nicht gleich ausfallend werden, nur weil man ein generelles Problem mit Gefühlen Anderer hat. Genausowenig ist es angebracht, sich über eine „Frechheit“ aufzuregen, nachdem man kollektiv alle Gefühlsäußerer beleidigt hat.

  26. Bevor da jemand etwas in den falschen Hals bekommt:Ich finde Thalassas Kommentar gut und wichtig. Es liegt mir fern, einen Kommentar -es sei denn, da hat jemand geschrieben, der so doof ist wie ein Blatt Papier- herauszuziehen und damit den Kommentator etwa an den Pranger zu stellen.

    Thalassas Kommentar zeigt doch, wie unterschiedlich die Menschen mit dem Thema umgehen und wie breit die Bandbreite der Leser ist. Ich finde den Kommentar durchaus nachdenkenswert und nehme ihn als eine Meinung zu dem Thema. Es soll keine Empfehlung sein, niemand sollte jemandem etwas vorschreiben wollen und ich denke, daß Thalassa das auch nicht will. Der Kommentator äußert nur seine Meinung zu dem Thema, das steht ihm zu.

    Daß andere eine andere Meinung haben, ist vollkommen normal und gut. Und streiten darf man sich gerne, nur sauber sollte es bleiben.

    Wenn man nicht drüber redet und seine Meinungen austauscht, kommt gar nichts dabei heraus.

    Diskutiert, vertretet Eure Standpunkte, aber behandelt den jeweils anderen in seiner Meinung mit dem notwendigen Respekt.

  27. Polarisierend.

    Aber, so war es sicher auch gedacht.

    In erster Linie finde ich es bedenklich, wie sehr sich manche Leute aufregen und das ist für beide Seiten gemeint. Jeder darf seine Meinung frei kund tun.

    Tom lässt das zu und ist für jede Diskussion offen, wo ich echt von beeindruckt bin.

    Dennoch sollte sich jeder mal an die Nase packen, daß die vermeintliche Anonymität rinrn nicht dazu verleiten sollte, beleidigend zu werden.

    Ich verstehe wirklich nicht, warum man seine Meinung nicht neutral und in einem vernünftigen Ton nieder schreiben kann. Sämtliche Beleidigungen sind kindisch und unnötig und schaden, meiner Meinung nach, dem/der Verfasser/in selbst am meisten.

    Wie gesagt, jeder hat seine eigene Meinung und Gefühle und geht damit unterschiedlich um, aber, bitte, erst denken und rin kleines bisschen Etikette würde uns allen hier das Leben weitaus leichter machen.

  28. Ich lese täglich hier mit, bin aber zumeist nur stiller Leser. Ähnlich wie in Foren sind einzeilige Kommentare/Beiträge grundsätzlich nicht mein Ding, weder zum Lesen (ich scrolle meist drüber hinweg) noch zum Schreiben für mich selbst.
    Ich hab auch oft genug gedacht, wenn solche Kommentare wie „Ich hab so geheult“ oder „Schööön“ kamen, dass ich da persönlich ganz anders denke. Aber: jeder wie er will, denkt und fühlt…
    Ich fand es aber recht interessant, dass sich auch dabei die Geister der treuen Blogleser scheiden, und ich mit meiner Meinung da wohl auch nicht alleine bin. Wobei ich den anderen aber auch gern ihre Meinung lasse, denn zum Streiten ist die Kommentarfunktion ja hier nicht da.

    Ich habe in der „kurzen“ Zeit, die ich hier mitlese, mehr Informationen über das Thema erhalten, als in all den Jahren zuvor. Und das, obwohl zu meinem erweiterten Bekanntenkreis einer der örtlichen Bestatter zählt. Tom hat also bei mir eines seiner Ziele erreicht.

  29. @ Thalassa

    Es ist ok, sich an der Andersartigkeit bestimmter Kommentare zu stören und dies als eigene Meinung kundzutun. Nicht ok in meinen Augen ist es, sich über andere zu erheben und pseudopsychologische Zuschreibungen hinsichtlich dahinter liegender motivationaler Gründe zu treffen. Wenn etwas von Dir als Jahrmarkt erlebt wird, ist das Dein gutes Recht. Allerdings Darüber hinaus den Kommentierenden ihre Nachdenklichkeit abzusprechen und ihnen zu attestieren, es ginge ihnen um einen wie auch immer gearteten Gruselfaktor, rückt Deinen Beitrag nach meinem subjektiven Erleben in die Nähe populistischer Selbstinszenierung. Schade.

  30. Zitat: „Nehmt es wie es ist und habt Freude daran, jeder auf seine Weise.“

    Und genauso halte ich das auch! Dumme Kommentare muss ich mir ja nicht reinziehen. Und ich entscheide ganz allein für mich, welche der Kommentatoren dumm wie „ein Blatt Papier“ sind und welchen Albert Einstein das Wasser reichen kann.

    Dennoch, oder gerade deswegen unterschreibe ich Thalassas Kommentar.

  31. @Tossalossa

    Wer die deutsche Sprache nicht in Wort und Schrift beherrscht, der sollte schon gar nicht mit Beleidigungen um sich shmeißen….

    Dein geradezu unterirdisches Niveau kannst du dir in Blogs über die Beseitigung von Mundfäule von der Seele quatschen und dort über deine Probleme mit deinem EGO berichten.
    Beleidigungen wie:

    Jemand, der sich Tossalossa nennt, schaufelte sich sein eigenes Grab
    und schrieb am 15.05.2008 19:53
    Du bist ein schwulen Sacklutscher. Eigebildeten Fazke!

    haben in diesem Blog keinen Platz und sollten eigentlich durch Tom sofort gelöscht werden und deine IP auf Lebenszeit gebant werden.

    Tut mir leid leid liebe Bloggemeinde, dass ich auf so einen Kommentar eingehen muss, doch lässt mir so etwas keine Ruhe!

  32. Thalassa:
    Ich stimme mit Dir überein (auch wenn mir Deine Art zu argumentieren etwas zu – sorry – arrogant erscheint), jedoch würde ich das Ganze etwas pragmatischer angehen (schont die Nerven ungemein): überlesen! Das geht mit etwas Übung, auch wenn’s widersinnig erscheint!
    Die alte Tante Volksmund sagt schon: „wat dem inen sin Uhl is dem annern sin Nachtigall“
    .. und es gibt halt Menschen, die sich nicht so „gewählt“ ausdrücken können/wollen ..

    Momo:
    richtig: gerührt sein ist menschlich, aber ist es nicht auch ein wenig zu intim als dass man damit so verschwenderisch umgehen müsste?

    Saunapf etc.:
    bestatterweblog vorübergehend stilllegen? so’n Quatsch: habt Ihr nicht richtig gelesen: das ist für TOM (!!!) wichtig, und nur das allein zählt doch!

    Tom:
    Deine „Eigen-Therapie“ ;-) ist klasse und auch der Mix stimmt. Ich glaube, es ist nicht unbedingt notwendig (trotzdem schreib‘ ich’s): mach genau so weiter!

  33. Danke an den Sanitäter für dieses Zitat:

    Jemand, der sich Tossalossa nennt, schaufelte sich sein eigenes Grab und schrieb am 15.05.2008 19:53
    Du bist ein schwulen Sacklutscher. Eigebildeten Fazke!

    Wer im Glashaus sitzt…

  34. Guten Morgen,

    Jahrmarktskommentare? ^

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    Jeder, aber absolut jeder, der schon mal an einem Sarg stand, in dem ein Mensch lag, zu dem man eine tiefere Bindung hatte, wird als allerletztes „Schnüff“ oder „Schöööön!“ denken,…
    ~~~~~~~~~~~~~~~

    Du irrst. Auch in dieser Situation _kann_ man sehr vieles schön finden. Ganz bestimmt ist so ein Moment vom Schmerz geprägt, traurig nur, wenn man keine anderen Dinge mehr wahrnehmen kann. Die entspannten Gesichtszüge, die Lieblingsblumen, der Sonnenstrahl im Fenster, das gesungene Musikstück, die sehr persönlichen Worte eines Freundes, das unbedarfte Plappern eines kleinen Kindes im Hintergrund, … Da kann viel schönes drinstecken.

    Das, was du als Jahrmarktskomentar bezeichnest, ist das Gefühl des Schreibers. Im realen Leben kann ich die Empfindungen meines Gegenüber meist erkennen. Im Netz bin ich auf Geschriebenes angewiesen. Ob nun viele Worte mehr Wert sind als ein einziges? Für mich nicht! Und ich finde es schön zu sehen, das die Geschichte andere genauso berührt, wie mich. Zeigt mir das doch, das unsere Gesellschaft nicht so kalt ist, wie sie gerne dargestellt wird.
    Mich nervt viel mehr das Geschrei um die Cliffhanger. Meine Güte, selbst wenn uns Tom den ersten Teil freischaltet und den zweiten direkt schreiben würde, würde das einen Moment dauern.

    Es wurde alles schon einmal gesagt – nur noch nicht von jedem ;-)

    Aki

  35. Das schöne an einem solchen Blog ist es ja, das man im Rahmen der allgemeinen Höflichkeitsregeln seine Meinung frei kundtun , sich mit anderen austauschen oder auch einmal kontrovers diskutieren kann.

    Was mich ärgert, ist, dass immer, wenn jemand sich Gedanken macht und seine Meinung kundtut, sich immer sofort ein anderer findet, der erstmal unreflektiert draufhaut.

    Im ersten Moment hat mich der Kommentar von Thalassa überrascht und verwundert. Beim zweiten Nachdenken (sowas soll vorkommen und gelegentlich der Meinungsbildung dienlich sein), verstehe ich den Einwand.

    Ein einfaches „heul“ gibt dem Leser nur Raum für Spekulation, warum der Schreiber so empfunden hat, auf der anderen Seite ist es aber trotz alledem ein Feedback, das Tom mindestens belegt, dass er mit seiner Schreibe berührt.

    Es steht aber doch jedem frei, dazu zu schreiben, warum es so empfunden hat oder es zu lassen. Ich kann der Welt mitteilen, dass mich der Artikel an der folgenden Stelle

    “Tschüß, Gretel, bis bald. Ich bleib nicht mehr lange, nur noch ein bißchen. Sei mir nicht böse, wenn ich nicht gleich komme. Ich liebe Dich!”

    berührt hat, weil ich, wenn meine Frau mich einmal zurücklassen sollte, ähnlich empfinden würde und ich es auf der anderen Seite groß und stark finde, dass auch durchklingt, dass der alte Herr auch für den Weg alleine den Mut noch aufbringt nach 63 gemeinsamen Jahren.

    Oder aber ich schreibe „heul“, weil die Erklärung für den Rest der Welt nicht bestimmt oder aus meiner Sicht uninteressant ist.

    Ob ich mich tiefer damit beschäftigt habe, persönlich betroffen bin oder ich mich einfach habe unterhalten und berühren lassen, kann man dann eben nicht ersehen – meine Entscheidung!

  36. Man liest die Geschichte, sie berührt und es drängt einen, das irgendwie zum Ausdruck zu bringen. Daran ,dass es schon 10 andere Vorleser berührt hat und die dieses benfalls zum Ausdruck gebracht habe, und sei es auch mit den immer gleichen Worten, ändert ja nichts am eigenen herauswollenden Gefühlsstau.

    Insofern verstehe ich die „Schön – ich heul“ Kommentare.
    Ich finde es schade, dass jemand sich daran stört.
    Es ist doch nicht „wertvoller“, wenn man sich gewählt ausdrücken kann. Das kann – oder manchmal will – eben nicht jeder.
    Rückmeldungen jeglicher Art geben Tom einfach ein Echo ,wie die Geschichte beim Leser ankommt.

    Unser Herrgott hat eben viele verschiedene Menschen geschaffen – also lasst sie auch so sein ,wie sie sind.

  37. Ich bin vor 3 Tagen aus aktuellem Anlass auf die Seite gestossen und habe mich durch ein paar Geschichten durchgelesen. Und ja, ich habe auch geheult, und bei manchen Geschichten geschmunzelt. Wofür ich Tom aber von ganzen Herzen danken möchte, ist dass er mir den Umgang mit meiner Situation erleichtert hat, da das Lesen der Geschichten mir vor Augen geführt hat, wie schön (ja, schön!) von Herzen kommende Anteilnahme und Trauer um eine geliebte Person sein kann. Vor allem hat Tom für mich das Thema Tod und Bestattung ent-tabuisiert und somit kann ich mit meiner Familie leichter darüber sprechen.
    DANKE!

  38. Meiner Meinung nach Thalassas Kommentar einen aufrichtigen, ehrlichen Kern, indem sie schreibt, wie es ihr selbst mir dem Weblog und den Kommentaren geht. Dieser Teil ist wichtig.

    Weniger wichtig finde ich es, verschiedene Arten zu kommentieren in irgendeiner Art und Weise zu werten und zu wichten.

    Wenn eine Weblog eine gewisse Anzahl an Lesern übersteigt, wird die Diversität von Befindlichkeiten und Kommentaren immer breiter, die Ansichten gehen stärker auseinander. Als Leser dieses Weblogs finde ich es wichtig, diese verschiedenen Ebenen anzuerkennen. Eine Bewertung ist hier für mich nicht angebracht, es sei denn (wie Tom andeutete) es wird aus voller Absicht nicht respektvoll miteinander umgegangen.

    Man hat die Wahl – ob man kommentiert, ob man andere Kommentare liest oder ob man (wie ich sehr oft) nur den reinen Text liest und mit seinen Gedanken allein bleibt.

  39. Also wenn ich schreibe das ich einen Kloß im Hals habe (hatte) oder eine Träne mühsam unterdrücken musste , dann ist das auch so gewesen und ich schreibe das auch so rein.
    Das heißt schlicht und einfach das mich die Geschichte berührt hat und hat nichts mit Rührseligkeit oder gar Romantik zu tun. (Boah wenn meine Ex hört das mir romantisches Verhalten vorgeworfen wird flippt die aus, die sagte immer ich wär so romantisch wie ein Stück Holz ;) )

    Jeder soll seine Gedanken doch so reinschreiben wie er möchte und wenn es ein einfaches *lol* ist oder ein *heul* ist mir das total egal!
    Ich verstehe ehrlichgesagt nicht, was daran so störend ist, das bisschen scrollen kann es doch wohl nicht sein, oder bekommt man davon Muskelkater im Zeigefinger ? :D

    Schlimmer finde ich es, wenn auf anderen rumgehackt, sie beleidigt oder verarscht werden.

    Also immer schön geschmeidig bleiben, Leute! :)

  40. Hmm keiner, aber ich hatte irdenwie auch von Anfang an den Eindruck, obwohl es nirgends explizit steht.

    Aber im I-net ist ja eh nichts gewiß … :)

  41. naja Tom:
    Thalassa (Mythologie) Meeresgöttin der griechischen Mythologie
    Eine Göttin ist idR weiblich ;-)
    auch ohne diesen Hintergrund: Thalassa klingt einfach nicht sehr männlich *g*

  42. Zuallererst: „Thalassa“/„Thalatta“ ist einerseits die Bezeichnung einer griechischen Meeresgöttin und andererseits jedoch auch ein Wort für das Meer selbst.

    Ich danke allen, die meinen Kommentaren mit der nötigen Sachlichkeit geantwortet haben und meinem Geschriebenen ihre eigene Sichtweise entgegen gehalten haben, wie z.B. antagonistin oder LeSmou und Andere.
    Diejenigen, die in meinen Worten beleidigende Grundtöne oder Arroganz zu entdecken glaubten seien versichert, daß wir offensichtlich unterschiedliche Auffassungen von Regeln schriftlicher Kommunikation haben (die durchaus parallele Gültigkeit haben können).

    Es erschreckt mich, daß – trotzdem ich mehrfach wiederholt habe, daß ich lediglich meine Meinung kundgebe – diese als persönlicher Angriff aufgefaßt und teilweise auf unflätigste Weise begegnet wurden. Mit der von allen geforderten Toleranz und Meinungsfreiheit im Netz scheint es also nicht so weit her zu sein, wie ich hoffte.

    Mir war von vorneherein klar, daß ich die von mir als „Kitschkommentare“ bezeichneten Beiträge nicht auch nur ansatzweise werde eindämmen können.

    Wer aber gequält aufschreit, nur weil ich die (vielleicht nur von MIR empfundene) Egozentrik und Dumpfheit solcher Äußerungen angesprochen habe, dem sei gesagt: „Nur getroffene Hunde bellen.“

    Das war’s von mir zu dem Thema.

  43. @Hajo:

    „richtig: gerührt sein ist menschlich, aber ist es nicht auch ein wenig zu intim als dass man damit so verschwenderisch umgehen müsste?“

    Verschwenderisch? Wenn du dir das komplette blog mit allen Kommentaren durchliest wirst du feststellen, dass es max. der 2. wenn nicht der Erste von mir ist.
    Es kann also keineswegs als Verschwendung gelten.

    Sieh mal, im Real Life kann ich anhand von gestik und Mimmik erkennen wie es anderen Menschen geht sowie mitteilen wie ich zu einer Begebenheit stehe.

    Im Internet geht dies nur über Geschriebenes.

    Menschen die sich in Kommentraren tummeln möchten sich austauschen sonst würden sie nur die Gecshichten lesen.

    Wenn nun also im Real Life etwas geschieht was mich berührt (was selten genug geschieht) so auch Andere und man tauscht sich mal mehr mal weniger aus.

    Diese Geschichte hat mich so berührt, dass ich es also gerne mit den Menschen geteilt habe, welche ebenfalls davon berührt waren.
    Es entsteht eine Art Verbundenheit mit den anderen lesern denen es auch so geht.

    @Sam0815: Ja, sein Mut hat auch mich zutiefst gerührt. ich habe eine solche Situiation mit meinen Großeltern erlebt. Sie hat noch einiges geregelt und ist ihm dann gefolgt.

  44. Betrifft mich zwar nicht, da ich hier nur lese, aber jetzt fühl ich doch mal genötigt:

    Leute wie Talassa sind ein gutes Beispiel dafür, wie Kommunikation im Internet von den Leuten wahrgenommen wird … nämlich unterschiedlich. Immer wieder witzig dann Leute wie Talassa, dass andere Leute mit einem Thema nicht so umgehen wie man selbst, etc. pp.. Es sind in der Regel dann nämlich diese Super-User, diese Netz-Aktiven, die sich als Blog- und Foren-Warte (offiziell oder inoffiziell) auftuen gerade das nicht machen, wozu das Internet bestens geeignet ist. Freedom of expression.

    Wer kennt denn alles die Hammer-Theorie? Also die geht so … ist eine kleine Geschichte …

    Mann erledigt gerade kleinere Hausarbeiten an seinem Grundstück, als ihm auffällt das ihm ein Hammer fehlt um seine Nägel in den Zaun zu schlagen. Da überlegt er: Mensch, mein Nachbar hat doch bestimmt einen Hammer, vielleicht sollte ich ihn fragen ob er ihn mir ausleiht.
    Doch dann denkt er weiter: Hm, aber letzte Woche, auf dem Weg vom Lidl zurück, da ist der doch an mir vorbeigelaufen und hat mich nicht begrüßt. Ja wieso hat der mich eigentlich nicht begrüßt? Kann der mich nicht leiden oder was? Was fällt dem eigentliche in, diesem eingebildeten Fatzke … usw., ein Teufelskreis halt. Eine halbe Stunde später klingelt der hauswerkende Mann also an der Tür seines Nachbars, wartet bis dieser aufmacht, und brüllt ihn dann an: „DU KANNST DIR DEINEN HAMMER SONSTWOHIN STECKEN, ICH WILL IHN NICHT MEHR!“

  45. ( oO ich schwöre, ich habe das layout nicht kaputt gemacht *zurechtrück*)

    @topic:
    für mich sind manche geschichten einfach eine art weg in die eigene trauerbewältigung. so vielleicht dumm es klingen mag, wenn man todesfälle in der familie hat, kommt man (resp ich) irgendwie erst später dazu die trauer aufzuarbeiten, die tränen, die sich irgendwo ganz hinten gesammelt haben, loszulassen. man fühlt sich durch manche hier geschilderten geschichten nicht mehr „dumm“ oder „verrückt“ bei so manchen gedankengängen die man selber in solchen situationen hatte.
    und dafür bin ich wirklich dankbar.
    denn … selbst wenn einem freunde oder familie sagen, dass das tun und denken, das verdrängen oder zulassen oder was auch immer, dass das normal sei… irgendwie glaubt man das erst, wenn man es von wildfremden leuten hört (oder liest).

  46. mensch leute. habt ihr nix anderes zu tun als hier rum zu streiten in welcher form auch immer… der inhaber des blogs kann doch machen was er für richtig hält. wir sind leser und wer es nicht lesen will soll es sein lassen.ende.jeder mensch ist anders und nimmt dinge anders war, geht anders mit ihnen um und das sollte man akzeptieren. ich denke wir sind auch aus dem alter der krabbelgruppe raus oder? und wer etwas anders machen möchte- gut. soll seinen eigenen blog eröffnen. ich finde ihn gut und natürlich lach ich auch mal- aber so sind menschen eben. das heisst nicht das ich mir die erzählungen wie ne billig soap reinziehe…leute ehrlich. manchmal denk ich- hallo- an welchen punkt stehn wir eigentlich grade?

  47. Deswegen mag ich den Tom, denn da ist er gestrickt wie ich. Ich finde es gut, dass die Menschen so unterschiedlich denken. Daher lässt er so sehr verschiedene Meinungen stehen. Alles andere wäre Hofhaltung. Unterscheiden wir aber zwischen Meinung und Ansichten. Manche Leute haben Ansichten, da sind hoffentlich nicht mehr Leute dieser Meinung. Sagen dürfen sie es, doch hoffentlich finden sie keine Gleichgesinnten. Manchmal rollt es einem die Zehnägel nach hinten wenn man so hört, was andere denken.
    Nur: das Zitat
    „Du bist ein schwulen Sacklutscher. Eigebildeten Fazke“ hätte ich an seiner Stelle gelöscht.

    Ich denke mal, dass der Schreiber da ausnahmsweise nicht mehr ganz nüchtern war, eher schon etwas unnüchtern und es ihm leid tut, dass er das noch immer lesen muß. (Strafe muß sein) Auch der Schreibstil und die Tippfehler sind nicht sonst sein Stil. Sehen wir es ihm also nach, dass er an diesen unglückseligen Tag einfach nicht gut drauf war. Vielleicht hat ihn jemand persönlich veletzt.
    Wer also Vielfalt will braucht Toleranz. Und die hat er, unser Tom. Das war ein gutes Beispiel dafür.

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