Sarg für Gruftbestattung

Frage: Welcher Sarg ist für eine Gruft Bestattung geeignet?

Unter einer Gruftbestattung versteht man eine Beisetzung des Sarges in einer unter- oder überirdischen gemauerten oder betonierten Kammer. Der Sarg hat keinen direkten Kontakt mit dem Erdreich und steht weitestgehend trocken und oft auch belüftet.
Das kann in einem entsprechenden Grab auf einem Friedhof erfolgen oder in einer Nische im Keller einer Kirche (Krypta) oder in entsprechenden Gemäuern vor allem adeliger Familiensitze (Stichwort: Familiengruft).

Während man sich bei Erdbestattungen, bei denen der Sarg dem Erdreich und dem versickernden Wasser ausgesetzt ist, eher Gedanken um die Beschaffenheit des Sarges machen muß, kommt es bei Gruftbestattungen sicherlich weniger darauf an. Solange der Sarg ruhig stehen kann und keiner mechanischen Beanspruchung ausgesetzt ist, spielt es kaum eine Rolle welchen Sarg man nimmt.
Soll allerdings der Gedanke verfolgt werden, daß der Sarg möglichst „für alle Ewigkeit“ Bestand haben soll, würde man wohl eher einen Hartholzsarg, z. B. aus Eiche, nehmen.

So herum gesehen, ist die Frage nach der Beschaffenheit des Sarges also eher zweitrangig.

Betrachtet man die Sache andersherum, also von der Beschaffenheit des Sarges aus, so sind die Gräber und Grablaufzeiten auf den meisten Friedhöfen darauf ausgerichtet, daß Sarg und Leichnam irgendwann vergangen sind. Will man also einen Sarg verwenden, der nicht vergehen kann, z. B. einen Holzsarg mit einem Innensarg aus Metall oder einen reinen Metallsarg, so bleibt einem in den meisten Fällen nichts anderes übrig, als statt des Erdgrabes eine gemauerte Gruft zu nehmen.

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  • Veröffentlicht am: 19. Februar 2008
  • 8 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
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Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

8 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Ich hätte im Zusammenhang mit Bestattungen in der Gruft noch eine Zusatzfrage: Wie verhält sich das mit den hier schon mehrfach angesprochenen Geruchsemissionen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein über der Erde gelagerter Holzsarg so dicht ist, dass man nichts riecht.

  2. Als ich die Überschrift las, musste ich an „Groovebestattung“ denken. ;-)

    Zu dem Thema scheint mir dieser Spiegelartikel ist recht interessant:

    http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=55231887&aref=image036/2007/12/29/ROSP200800101220123.PDF&thumb=false

  3. Meine Oma ist jetzt letzten Freitag beigesetzt worden und zwar bei meinen Eltern im Garten, da wir die Erlaubnis haben, dort Urnenbestattungen zu machen. Das genze war an bestimmte Bedingungen geknüpft (Familienbesitz, min5 Meter entfernt vom nächsten Haus, Grundwasser, ect…).
    Als der Bestatter das kleine Loch für die Erde zuschütten wollte, begann er mit den Worten; „Nun schließe ich die Gruft.“ Ich wollt nichts sagen, hatte aber das Gefühl, daß das die falsche Bezeichnung dafür sei…. und das lese ich oben so auch raus.
    Wie heoßt denn eine Grabstelle in der mehrere Urnen beigesetzt sind?

  4. Und wie funktioniert das in den Südländern wo alles nur in Wänden eingemauert wird??? Liegen da nur Mumien drin?? Da kommt ja garkeine Luft dran.

  5. werden die särge dann nicht hermetisch abgedichtet und irgendwie verplompt? oder ist das nur dann der fall, wenn ein leichnam ins ausland transportiert wird (viel mir noch spontan zu mirallas kommentar ein bzgl. geruchbildung)…??

  6. In der Burg Hohenzollern gab es einen Sarg, der wie mir schien ganz aus Blei und komplett dicht war. Er wurde inzwischen nach Potsdam überführt.
    Bleibt das für immer und ewig so, also bis zum Jüngsten Tag?

  7. Für mich hat eine Gruft etwas grusliges. Särge, die so offen zugänglich „parkiert“ werden… Und wenn ich mir dann noch vorstelle, dass da eine Leiche darin liegt… Brrrr, Heinrich, mir graut vor Dir :D

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