Versenkautomat für Urnen

Neulich sprachen wir ja hier im Bestatterweblog über den Versenker für Särge.
Ein Apparat, der Särge schön langsam im Grab versinken läßt. Eine Idee, die mir ganz gut gefällt.

Nun gibt es auch eine Alternative für Urnen:

Das ist ganz schön umgesetzt, allerdings erschließt sich mir persönlich der Nutzen nicht so ganz.
Als technikverliebtes Dreibein steht mein Sinn natürlich nach allem, das irgendwie mit Strom geht, Geräusche macht und eventuell noch verführerisch blinkt.
Und wahrscheinlich hätte ich so einen Apparat auch, wenn ich noch als Bestatter aktiv wäre und einen Bedarf hätte.

Aber ob man das Ding wirklich benötigt?

Ein Loch muß so oder so gegraben werden. Und dann die Urne in einem Netz oder an den zwei Bändchen ins Loch zu stellen, sollte auch jedem Friedhofsmitarbeiter oder Bestatter würdevoll möglich sein.

Das Schlimme an allen Bestattergerätschaften ist natürlich der üblicherweise immens hohe Preis.
Die Gegenstände sollen lange halten und viele Einsätze überstehen.
Deshalb ist dieser Preis bei so manchem Artikel auch durchaus gerechtfertigt. Oft werden sie nur in kleiner Stückzahl von Spezialunternehmen gefertigt.

Aber diese Preishaltung überträgt sich auf die gesamte Zulieferbranche.
Bestatter sollen generell für alles, was sie beziehen, hohe Preise bezahlen.
So will jeder, auch am Anfang der „Nahrungskette“ von den angeblich so hohen Bestatterpreisen profitieren.
Aber die Bestatterpreise sind trotz ihrer Höhe meist gerechtfertigt und dem Umstand angepasst.
Ein Spezialjob mit einem hohen Grad an Fachwissen und Verantwortung, der 365 Tage im Jahr ausgeübt wird, muss ordentlich bezahlt werden.

Ich habe jetzt nicht recherchiert was der Urnenversenker kostet, so es ihn denn zu kaufen gibt.
Falls jemand das Gerät kennt oder vielleicht sogar im Einsatz hat, mag er mir gerne dazu etwas in die Kommentare schreiben.

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  • Veröffentlicht am: 24. August 2016
  • 7 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Fundstücke

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

7 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Männer und Technik,alles was man irgendwie komplizierter machen kann wird auch umgesetzt………….

    Da ich Technik nie verstehen werde hat meine weibliche Seite das sagen :D

  2. Ich finde es würdevoller und persönlicher, wenn ein Sarg, oder Urne von Menschen und nicht von einer Apparatur eingesenkt werden.

    • @Der Boandlkramer:
      Der Meinung bin ich auch.
      Allerdings haben wir hier bei uns das Problem, dass hier immer weniger Leute bereit sind diese Tätigkeit auszuführen (Sargträger im Speziellen). Unregelmäßige Arbeitszeiten und immer weniger Erdbestattungen tun ihr übriges.

  3. Der “ Versenker “ kostet zusammen mit einer Lautsprecheranlage und Musikanlage ca. 2500 Euro.

    Benutzen will ich das Ding bei mir nicht, ist unpersönlich… und bei normalen Erdgräbern, z.B. Familiengräber kann es zu Komplikationen bei der Aufstellung geben…
    Das Ding ist eigentlich hauptsächlich für Urnengräber entwickelt worden..

  4. Gut, eine Urne ist kein Problem von Hand zu versenken, selbst wenn man eine Marmorurne
    mal absenken soll. (die wiegt ja stolze 22 kg, was dann mit Würde nicht wirklich passiert )
    aber bei einer Erdbestattung versenkt meine Firma seit über 60 Jahren mit Versenkmaschine
    mit Überfahrschlitten ( damit ist die Gefahr gebannt, sich gegenseitig in das Grab zu ziehen.)
    und weder die Angehörigen oder sonst noch jemand hat jemals daran Anstoss genommen,
    das dies unwürdig sein soll. Im Gegenteil, dadurch ist gewährleistet, das die Versenkung
    gleichmässig und für die Angehörigen sichtbar erfolgt, bei Seilversenkung stehen da ja
    immerhin 4 oder bei schweren Särgen auch 6 Männer um den Sarg und verdecken alles,
    ausserdem lassen wir den Sarg auch nur Bodentief ins Grab, so können die Angehörigen
    und Beerdigungsgäste in Ruhe vom Verstorbenen Abschied nehmen, weil sie ihn noch
    sehen und nicht in 2 m tiefes Loch starren müssen.
    Ich besuche auch immer wieder andere Friedhöfe, mein Sohn ist noch auf einem Friedhof
    der mit Seilen versenkt und er ist froh, nächstes Jahr in den elterlichen Betrieb einzutreten
    um diese Art der anstrengenden Versenkung hinter sich zu haben.

  5. Mich würde mal interessieren, ob nicht nach der Zeremonie, also wenn die Angehörigen weg sind, die gesamte Apparatur mit samt der Urne wieder hochgeholt werden muss um den eigentlich Apparat mitnehmen zu können.
    Denn die Urne hängt ja nicht an einem Seil oder Band, was man von oben kappen könnte, sondern steht auf einem Tischchen, wenn sie nach unten fährt.
    Wie soll also der Apparat mit Tischchen, aber ohne daß die Urne nochmals hochgeholt wird, abtransportiert werden?

    • @Coffin Corner: Schau das Video mal ab Minute 1:26.
      Da siehst Du, daß keine Apparatur mit ins Loch fährt. Die „Bodenplatte“ mit dem Blumenschmuck hat ein Loch in der Mitte und bleibt oben auf dem Erdreich liegen. Die Urne wird über das kranartige Gestell von oben durch das Loch herabgelassen, offenbar an einer Schnur.

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