Zucker im Kaffee

„Tässchen Kaffee?“ fragt mich die nette alte Dame, bei der ich wegen einer Vorsorge zu Hause bin.

„Gerne, ja.“

„Milch und Zucker?“

„Nein, ich trinke den schwarz.“

„Ganz schwarz?“

„Ja, bitte.“

„Auch keine Milch?“

„Nein, ganz schwarz, ohne Milch und Zucker.“

„Ach was, auch kein Zucker?“

„Nee.“

„Ah, da will wohl jemand schöner werden, hehehe.“

„Mir schmeckt er so am besten.“

„Ein oder zwei Löffel Zucker?“

„ICH MÖCHTE GAR KEINEN ZUCKER!“

„Junger Mann, schreien Sie doch nicht so, ich bin doch nicht taub!“ sagt sie und schüttet mir ein halbes Kännchen Milch in den Kaffee.

Jetzt bloß nicht auch noch Zucker!

„Aber bitte, keinen Zucker.“

„Das sagten Sie doch bereits, Sie möchten ihn schwarz.“

„Ja, so ist er für mich am besten.“

Und was macht die Frau? Sie schaufelt mir vier große Löffel Zucker in die Tasse. Sach ma, is die doof? Jetzt muß ich ihr das doch aber mal erklären:

„Ich wollte doch meinen Kaffee schwarz…“

„Ja und, Sie bekommen doch auch schwarzen Kaffee, diese Tasse hier ist für mich, wenn Sie gestatten.“

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  • Veröffentlicht am: 3. Juni 2008
  • 16 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

16 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. *lacht*

    Das war SOWAS von klar ^,^
    Mich hätte dein Gesicht in diesem Moment interessiert… *g*

  2. Ich fühl mich so an Loriots „Das Ei ist hart“ erinnert…*gg*

    Gruss
    S.

  3. [img]http://www.impressionen-frankfurt.de/Bilder/hehe.jpg[/img]

    Mist, das geht ja garnicht mehr ab vom Tisch…

  4. Tja, da geht man von den alten Benimmregeln aus – der Gast zuerst und dann wird man
    kurz und trocken kaltgestellt. Peinlickeitsfaktor ++, aber das wäre mir wahrscheinlich
    genauso passiert!

    Ein gewisses Maß an *scnr* kann ich mir aber nicht verkneifen!

  5. *wieher*
    Mein Schwiegervater hat mich beim ersten Zusammentreffen gezwungen, Zucker in den Kaffee zu nehmen („Iste bäste Kaffee därr Welt, musste du trinken mit Zuckerrr!“)Gegenargumente ließ er nicht gelten :o)
    Schöne Grüße!

  6. …aber das sind Dinge, die mir auch schon passiert sind.

  7. Gnihihi, ist mir auch schon passiert. Allerdings beim Dönerladen um die Ecke. („Äh, warte. Andere Kollege sitzt da drüben.“) Hochnotpeinlich sowas.

  8. …ja und, Sie bekommen doch auch schwarzen Kaffe, diese Tasse hier ist für mich, wenn Sie BEstatten.

    Hehehe…sorry, Flachwitz.

  9. Erinnert mich an Douglas Adams‘ „Kekse“-Geschichte
    www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,244231-2,00.html

  10. Die Kekse-Geschichte gibt’s sogar als Kurzfilm, gesehen während „going underground“ (www.goingunderground.de, 2008 Platz 5) :)

  11. Ich brauch morgen früh wieder einen Eimer Kaffee, schwarz mit nix. So schwarz wie meine Füße bitte.

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