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Damit dem den Telekom

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Da stolziert vorhin so ein Fuzzy in unser Büro, der schon vom Äußeren her eher so aussah, als habe er die Nacht eher unter, als auf einer Parkbank verbracht. Er komme von der Telekom und wolle „dem Geschäftsführer“ sprechen. Normalerweise behelligen mich meine Leute mit solchen Besuchern nicht, aber ich kam zufällig des Weges und hörte, wie Sandy gerade mit ihm herumdiskutierte. Nein, wir hätten keine Störungen, meine sie, aber er beharrte darauf: „Hier in der Nachbarschaft haben alle Störungen und ich bin beauftragt, bei Ihnen die Störungen abzustellen.“ Dabei tippt er auf seine kunstlederne Schreibmappe.

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Ich mische mich ein, als Chef darf ich das nämlich, und frage den Experten von der Telekom, wie er denn gedenke, uns seine Hilfe angedeihen zu lassen. Seine Antwort: „Häh?“ Ich formuliere einfacher: „Was wollen Sie machen?“ Ja, er wolle ‚den‘ Dose prüfen.
Nun, das soll ja kein Problem sein, denke ich und lasse ihn auf allen Vieren unter Sandys Tisch krabbeln, da geht es nämlich rechts in einen Winkel, wo sich so ungefähr zwölf dieser lustigen Dosen versammeln und wo auch die Telefonanlage hängt. Unter dem Tisch keucht es hervor: „Ich sehe schon, da müssen wir was machen.“
„Ach, und das sehen Sie einfach so?“
„Ja.“
„So ganz ohne Messgerät, ohne Schraubenzieher, ohne was?“

„Ja, ich bin da Fachmann.“
„Ah ja. Und was wollen Sie jetzt machen?“
„Ich habe das jetzt überprüft“, meint unser freundlicher Parkbankschläfer und rutscht wieder unter dem Tisch hervor, keucht abermals und lässt beiläufig ins Gespräch einfließen, er habe es im Rücken, um mir dann zu eröffnen, er bräuchte jetzt mal ‚unseren‘ Telekomkundennummer. Ich sage ihm einfach irgendeine erfundene Nummer aus dem Kopf. Nee, so ginge das nicht, er müsse mal eine Telefonrechnung sehen, weil nur die Kundennummer reiche nicht, er bräuchte auch die Buchungsnummer. „Ach, das ist kein Problem, die kenne ich auch auswendig.“
„Ja, aber besser ist das, wenn ich ‚dem‘ korrekt abschreibe.“
„Sie können sich die Nummer doch auch aufschreiben, wenn ich Ihnen die aus dem Kopf sage, oder?“
Wenn er nur eben einen winzigen Blick auf ‚den‘ letzten Telefonrechnung werfen könne, meint er, klappt seine Schreibmappe auf und fängt ganz wichtig an, etwas einzutragen. „Haben Sie ‚einem‘ Stempel?“
„’nen Stempel? Wofür?“ frage ich.
„Wegen der Adresse.“
„Sie wissen nicht, an welcher Adresse Sie sich befinden?“
„Aber doch, natürlich, sicher.“
„Ja dann brauchen Sie doch auch keinen Stempel.“
„Doch, wegen ‚dem‘ Firma.“
„Sie wissen nicht, bei welcher Firma Sie gerade sind?“
„Doch, aber das muss doch seine Ordnung haben, wegen ‚den‘ Störung.“
Sandy mischt sich ein: „Wir haben aber doch gar keine Störung.“
Der Fachmann strahlt: „Sehen Sie, wie gut das war, damit ich gekommen bin!“

Ach nee, nicht genug damit daß er offenbar zu lange die Zwiebelfisch-Kolumne gelesen hat und nun hinsichtlich der Verwendung von ‚den‘ und ‚dem‘ vollkommen verunsichert ist, nein, er ist auch noch ein ‚damit-Sager‘. Diese Leute, von denen ich den Eindruck habe, daß es in der Eifel ganz besonders viele davon gibt, sagen anstelle von ‚daß‘ meistens ‚damit‘. Sie sagen also nicht: ‚Wie gut, daß es heute nicht regnet.‘, sondern sie sagen: ‚Wie gut, damit es heute nicht regnet.‘

Unabhängig davon frage ich ihn aber nochmals, wie er sich denn jetzt seine Hilfe vorstelle.
Ja, das sei ganz einfach, er bräuchte nur die beiden erbetenen Nummern, die er sich aber unbedingt selbst von der Telefonrechnung abschreiben müsse, es ginge aber auch ein Kontoauszug und dann bräuchte er noch ‚dem‘ Stempel, weil das doch so Vorschrift sei und eine Unterschrift.

„Geben Sie das doch mal her!“ sage ich zu ihm und tippe auf sein schönes buntes Formular.

Nein, nein, nein, das sei gegen die Vorschrift und er könne das nicht einfach so hergeben, weil nur so sichergestellt sei ‚damit‘ da keiner ‚Schindmähren‘ (sic!) mit treibt. Langsam wird der mir zu blöd und weil ich erstens einen Kopf größer bin als der und zweitens ja noch meine drei Bürofrauen anwesend sind, bin ich mutig und wage einen Schritt in Richtung Gewalttätigkeit und reiße ihm einfach das oberste Blatt von seinem Block.

Er lamentiert mit weinerlicher Stimme und während ich von unten auf das hochgehaltene Blatt schiele, umhüpft mich der Parkbank-Fachmann und will seinen Zettel wieder haben.

„Halt’s Maul!“ sage ich zu ihm und irgendwie ist das offensichtlich die Sprache, die er versteht. Einfach so zu jemandem ‚Halt’s Maul‘ zu sagen, ist normalerweise nicht meine Art. Auch wenn ich meistens so rede, wie mir der Schnabel gewachsen ist und mir auch schon mal politisch so inkorrekte Wörter wie Schäuble, Neger, schwul, geil, Zigeuner (Letztere vor allem im Zusammenhang mit Baronen und Schnitzeln) über die Lippen kommen, befleißige ich mich doch meistens einer eher gewählten und höflichen Ausdrucksweise.
Aber dieser Typ hat es nicht anders verdient, denn was ich da in Händen halte, das erkenne ich auf den ersten Blick, ist ein Vertrag mit der Firma 1XXXXXX im Westerwald der mich meinen Telefonanschluss inklusive DSL zu eben diesem Unternehmen wechseln ließe.

Noch einmal begehrt der Damit-Sager kurz auf, indem er schmollend einwendet, das sei ein internes Formular.
„Aha“, sage ich: „Und Sie kommen also wirklich von der Telekom?“ Und während ich das sage, nehme ich mein Handy aus der Tasche, auf das der Parkbankmann jetzt doch recht ängstlich schielt. „Ja, aber mit ‚C‘!“

„Wie? Mit ‚C‘?“ erkundige ich mich.

„Ja, eben Telecom mit C, nicht die Deutsche Telekom, das habe ich nie gesagt.“

Ich tue so, als ob ich eine Nummer ins Handy tippen will und frage: „Und wie war das mit der Störung?“

„Ich habe nur gesagt, ‚damit‘ Sie keine Störung mehr haben werden, wenn ich sie beraten tu.“

Ich stecke das Handy wieder weg, knülle seinen Scheißzettel zusammen und lege ihm nahe, ganz schnell zu verschwinden und sollte ich hören, daß er bei irgendeinem in der Nachbarschaft diese Nummer nochmals abzieht, würde ich ihn suchen und finden und dann würde ich höchstpersönlich mal seine Dose auswechseln.

Bildquelle: pixel io.de, Fotograf: Ernst Rose


Peter Wilhelm 10. Dezember 2014

51 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. lol!

    Menno, immer haben die anderen so ein Glück. Bitte, bitte, schick' mir dem auch vorbei – ich will mit den Fachberater auch mal meinem Spaß haben! 😉

  2. Och, ich hätte das mit der Nachbarschaft etwas präziser formuliert und ihn direkt zu “Pietät Eichenlaub” geschickt – die hätten da andauernd Störungen, sogar so schlimm, dass die das Büro kaum mehr nutzen könnten. Da würde er sicher fündig werden – er müsse nur hartnäckig bleiben…

    pfeiff… 😀

  3. Göttlich,

    Total Genial. Bei mir stand so einer zum Glück noch nicht auf der Matte ich glaube den hätte ich Geschüttelt bis er aus seinen Sachen gefallen wäre und dann hätte ich die Polizei gerufen um den Betrugsvorwurf zu klären und für ne Anzeige wegen unlauterem Wettbewerb die Personalien feststellen zu lassen.

  4. Bei solchen Leuten sollte man aber wirklich die Polizei rufen. Seine faulen Ausreden lassen darauf schließen, dass er eine entsprechende "Schulung" genossen hat und sowas regelmäßig macht. Der hat vielleicht schon viele, vorzugsweise ältere Leute, mit seiner Amtsmasche betrogen, die nun alle auf einem überteuerten Telefonvertrag samt unbenötigtem DSL sitzen.

  5. Hallo,

    bestens! Solche Geister hatte ich auch schon, leider nur am Telefon. Wenn ich denen dann sage, das ich mich schon seit 1987 mit Telekommunikation beschäftige und sie bitte aufhören sollen mich zu verarschen, ist Ruhe :-).

    An deiner Stelle haette ich den mal in den Sarg-Muster-Raum gebracht und probeliegen lassen ;-).

    Gruss Woody

  6. "dann würde ich höchstpersönlich mal seine Dose auswechseln."

    LOL.

    An meine Dose hätte ich ihn gar nicht erst rangelassen,

    wer weiß, was solche Leute da anstellen.

  7. Juristisch nicht angreifbar, höchstns versuchter Betrug. Da hilft nur Öffentlichkeitsarbeit.

    Manchmal wär eine versteckte Kamera mit diskretem Auslöser gut.

    Also die Reaktion war Klasse.

  8. Also bei der Grammatik 'tut' es mir eiskalt den Rücken runterlaufen 😉

    So ein Verhalten kenn ich normalerweise nur von Arcor. Aber gut gemacht!

  9. Für solche Fälle hab ich immer eine "Argumentationshilfe" hinter der Tür stehen. Speziell für Vertreter, GEZ-Sherrifs und Zeugen jehovas (wer sich damit nun Angegriffen fühlt: Schon mal morgens um 8 an einem Sonntag nach nur 2 Stunden Schlaf geweckt worden?)

    Hier mal ein Bild…
    http://www.geschenkkorb.at/shop2/images/rep_617_g

  10. Der Typ ist ja auch nur so ein armes Schwein – ziemlich blöde und schlecht von der Firma ausgebildet. Die eigentlichen Täter sind die Firmen, die solche Leute auf die Menschheit loslassen.

  11. Nunja, was soll ich sagen. Ich hätte ihm tatsächlich abgenommen, dass er bei der Telekom arbeitet… was besseres haben die doch dort auch nicht 😀

    Bei uns drohte man mal einen längst gekündigten Telefonanschluss, der nicht mehr existierte, zu kappen, weil wir die Rechnung dafür nicht gezahlt hatten. Es endete [s]dass[/s] damit, dass wir a) das nicht überwiesene Geld zurück bekamen und es uns b) auf den anderen Rechnungen abgezogen wurde. Nunja, mir soll's egal sein *g*, doch letztendlich sagt das doch schon alles.

  12. Juristisch nicht angreifbar, höchstns versuchter Betrug.

    Und warum ist versuchter Betrug juristisch nicht angreifbar? Vom unlauteren Wettbewerb mal abgesehen.

  13. […] noch an unseren verhinderten Trickbetrüger. Nun lese ich gerade mal wieder drüben beim Bestatter mit und muß doch feststellen, die rennen wohl überall rum! Immerhin weiß ich jetzt, […]

  14. Göttlich.

    Aber "versuchter Betrug" gibt es nicht. 😉

    Entweder es ist Betrug oder nicht.

    Das was hier ablief würde ich eher in die Katagorie arglistige Täuschung stecken 😉

    Wäre es zu einem Vertragsschluß gekommen, wäre es Betrug, eventuell.

  15. Aber “versuchter Betrug” gibt es nicht.

    Wieso nicht?

    Wäre es zu einem Vertragsschluß gekommen, wäre es Betrug, eventuell.Wäre es zu einem Vertragsschluß gekommen, wäre es Betrug, eventuell.

    Also wenn das keine Täuschung zur Irrtumserregung usw. war, was dann? Leider hat man aber nunmal die Neigung, das alles unter "Ist ja nichts passiert" abzuhaken…

  16. So eine linke Masche ist wirklich heftig. Ich habe dienstlich ja auch immer wieder mit solchen Dingen zu tun. Meistens sind die aber nicht ganz so kackdreist. Die faseln halt was von weniger Gebühren und so. Aber die Masche hier war ja wirklich geil. Der soll mal an meiner Tür klingeln. Seine Zementschuhe warten schon auf ihn….

    Meine Erfahrung mit Zeugen Jehovas:

    Als sie mich das erste mal morgens nach einem Nachtdienst weckten, war ich freundlich und meinte, das ich nie wieder von ihnen belästigt werden möchte. Das müssen sie als Einladung gesehen haben, denn eine Woche später standen wieder welche vor der Tür. Ich war nun etwas angesäuert und das muß man mir auch angesehen habe. Ich habe also gefrat, ob sie was zu schreibe dabei hätten. Das wurde bejat. Also sagte ich folgendes: "Notieren sie sich diesen Namn auf dem klingelschild und geben sie ihn an all ihre Jünger weiter. Sollte noch jemand von ihnen wagen hier zu klingeln töte ich ihn."

    Das war ganz sicher nicht die feine englische aber es hat gewirkt. Ich hatte für immer Ruhe vor denen!

  17. So ein Kandidat (selber Firmenname) war mal bei uns im Club. Ich hatte allerdings keine Lust, erst langwierig Staatsapparate in Bewegung zu setzen. Ich hatte ja "dem" Brecheisen. Ein paar mal in der Luft rumfuchteln und "dem" Problem hat sich gegessen. Aber immerwieder ganz schön dreist, was die Schweine abziehen. Schön reagiert 🙂

  18. So nen Vogel hatt ich bei mir auch mal, unglaublich witzig. War irgendwann eingeschnappt, weil ich sein "supertolles Angebot" nicht annehmen wollte und stattdessen lieber viel mehr zahle als alle meine Nachbarn. Ja ne, is klar… Gut, dass er gleich beim Nachbarn vorbei is, der studiert Jura und hat ihm erst mal ordentlich was erzählt… ^^

  19. Moin,

    das ist ja schon fast kriminell.

    Im zweiten Absatz dachte ich noch es waere ein arbeitsscheuer Tagedieb der sich auf diese Art und Weise einen Stempel bei dir erschleichen wollte um diesen dann spaeter dem Arbeitsamt zu praesentieren. Aber das die Geschichte dann so ausgeht haette ich mir beim besten Willen nicht traeumen lassen………

  20. Das ist nicht fast kriminell, sondern das istz kriminell.

    Das ist ein versuchter Betrug, und selbstverständlich ist der strafbar: § 263 Abs. 1, 2 i.V.m. §§ 22, 23 StGB.

    Zum Nachschlagen der Vorschriften empfehle ich http://dejure.org

  21. Nette Geschichte. Allerdings besundere ich wieder, wie du damit umgegangen bist. Ich hätte den wahrscheinlich in hohem Bogen rausgeworfen. Wäre er weietrhin so aufdringlich gewesen, hätte ich die Polizei gerufen. Sowas hinterhältiges, betrügendes… Die Telecom müsste man sofort dicht machen!

  22. jaja, und immer war's dann die Telekom! ich bin auch beim echten "T" beschäftigt. Diese Vögel behaupten frech, von der teleckom/com/komm zu kommen und dann beschweren sich die Kunden bei uns, was wir doch für dreiste Außendienstler haben. Die Geister verschwinden immer, wenn ich meinen Hausausweis raushole, komisch, das. Selbst meine Schwiegerma ist da schon aufgesessen. "Aber die ham doch gesagt, sie sind von der T." … Grmpft

  23. Witzig, besonders wie hartnäckig der Typ ist und sich rauszureden versucht. Was dir alles passiert – zum beömmeln.

  24. Heutzutage muß man wirklich überall aufpassen… die Kriminalpolizei warnt schon immer wieder über moderne Ganoven und ihre immer besseren Tricks, egal ob Handwerker, Beamte, falsche Sanitäter, falsche Opfer, manipulierte EC-Automaten, sogar Geistliche müssen nicht echt sein… Gerade alte Menschen fallen allzu leicht darauf rein… Die sind sogar so dreist und geben sich als angebliche Enkel aus!!! Die Senioren denken, ach was bin ich vergesslich und "leihen" dem falschen Enkel viel Geld… und es ward nicht mehr gesehen…

  25. ne, marco, das ist noch kein versuchter betrug, teilverwirklichung und damit unmittelbares ansetzen iSd. §22 StGB liegt bei mehreren täuschungshandlungen erst vor, sobald er die (letzte) täuschungshandlung, die dann auch kausal fuer den irrtum und die daraus resultierende vermögensverfügung werden soll, getätigt hat. damit handelt es sich hier, was den betrug angeht, wohl leider nur um straflose vorbereitungshandlungen. dass in dem höchst amüsant geschilderten sachverhalt natürlich zu keinem zeitpunkt ein irrtum vorliegt, tut insoweit nichts zur sache, vielleicht waere es aber schlau gewesen, das grammatik – genie bis zum ende fertig "täuschen" zu lassen… naja, spaß genug wird er ja gehabt haben 😉

  26. Man sollte, nein muß eigentlich bei sowas die Polizei verständigen. Wieviele ältere Leutchen werden bei sowas wohl locker "dem" Störungsformular unterschreiben "tun"? Allerdings muß ich zugeben, daß ich wahrscheinlich ähnlich gehandelt hätte, und auch keine behördliche Stelle darüber informiert hätte.

    Bei uns ging sowas übrigens auch kürzlich durch die Lokalpresse. Da war es ein Werber der Fa. "Freinetz", der auch eine Telekom-Identität angegeben hat, allerdings der Kundin auch die Mühe mit der Unterschrift auf der Bestellung abgenommen hat. Ist nur stressig, dann alles wieder auf alten Stand zu bekommen.

    BTW: Klar ist er nur eine arme Sau. Aber eine miese dazu.

  27. Das ist leider manchmal das traurige Resultat, wenn man jedem x-beliebigen Menschen eine Provision für neue Verträge zahlt. Dann passiert es eben gerne mal, dass Personen plötzlich mit Methoden auftreten, die man eigentlich lieber nicht mit dem eigenen Unternehmen verbunden sehen will.

    Eine klassische Lose-Lose-Situation: Das Unternehmen verliert, weil sein Ruf leidet, der "Vermittler" verliert, weil er nie auf einen grünen Zweig kommen wird, und der Kunde verliert, weil er möglicherweise einen Vertrag aufgedrückt bekommt, den er gar nicht haben will, und viel Ärger und Aufwand hat, um das dann wieder richtigzustellen.

  28. Arcor, oder? *seufz*

    Hatten wir auch schon. "Ich komm von der Telekom. Ihr seid doch Kunden bei uns, ne? Wir prüfen, ob Ihr Vertrag nicht günstiger geht."

    Ja, ne, is klar. Die Telekom macht sich die Mühe, am Samstag (!) Mitarbeiter persönlich an Haustüren zu schicken, um zu prüfen, ob sie nicht weniger Geld an uns verdienen kann. *grmpf*

  29. @Louffi:

    1telecom meint er wohl: http://www.1telecom.de – so hab ichs aus dem Text verstanden.

    Arcor zieht sowas zwar auch ab, aber als Arcor-Kunde muss ich ehrlich sagen, dass das diese ominösen Zwischenhändler von denen sind, da hat das Unternehmen meist nix zu tun (auch wenn sie das tolerieren, leider).

    Die Telekom (mit K ^^) kommt nur, wenn man sie anruft, von alleine kommt da eh niemand 😉

  30. Die werden auch immer dreister! Krass!

    BTW ist Zigeuner auch politisch korrekt, die nennen sich selber so und werden auch so in polizeilicher Fachsprache genannt.

  31. §22 StGB liegt bei mehreren täuschungshandlungen erst vor, sobald er die (letzte) täuschungshandlung (…) getätigt hat.

    Aber doch nur, wenn von vornherein ein bestimmter "Täuschungshorizont" geplant ist. Wenn es dem Täter aber um den Vertragsabschluß per se geht und er auf den Weg dahin immer eine neue Lüge drauflegt, wenn die vorherige noch nicht funktioniert hat, dann ist ein unmittelbares Ansetzes meinesachtens gegeben.

  32. wir hatten mal zwei von freenet da. die wollten auch die telekomrechnung sehen.

    auf unsere nachfrage (WG in Konstanz) nach buero / kontaktdaten wurde uns mehrfach mitgeteilt dass sie aus stuttgart kaemen und das das eine einmalige promotion sei

    (ja, klar, keine adressdaten rausruecken aber nen vertrag druecken wollen)

    wir haben denen dann einfach die tuer vor der nase zugeschlagen, hehe.

    was anderes blieb bei solchen "serioesen" anbietern auch nicht uebrig….

  33. Das seh ich anders: Der "Betrüger" versucht ja nicht, durch jede einzelne "neue Lüge" auf einen Vertragsschluss (also die Vermögensverfügung) hinzuwirken, die ersten Täuschungshandlungen dienen zunächst nur dazu, das Vertrauen des Täuschungsopfers zu gewinnen. Anders als ein normaler Klinkenputzer, Telefonterrorvertreter o.ä. listet er nicht eine Reihe Argumente auf, durch die er dann den erhofften zukünftigen Kunden überzeugen will (da hier ja der Vertragsschluss von Anfang an das offen oder zumindest konkludent erklärte Ziel ist), sondern verheimlicht, dass er von einem anderen Unternehmen ausgesandt wurde und plant, dann mit einer bestimmten Täuschung zum Vertragsschluss/der Vermögensverfügung zu kommen. Im Gegensatz zum Totschlag liegt dann auch wohl keine Kurzschlussreaktion vor, Betrug im Affekt ist eher unwahrscheinlich, so dass in jedem Fall zum Zeitpunkt dieses letzten Täuschens auch ein Tatplan bzgl. des konkreten Täuschungserfolges existiert, der Täter also gerade hiermit zum für die Selbstschädigung kausalen Irrtum kommen will…

    Würde man deiner Argumentation folgt, wäre dann schon bei Irrtum/Nicht-Irrtum über den Angestelltenstatus bei der Deutschen Telekom unmittelbares Ansetzen zum Betrugsversuch zu bejahen, oder wo liegt da die Grenze?

    Hier liegt ja auch das Problem beim Enkeltrick, erst die Frage nach dem Geld und nicht schon das Vorstellen als Enkel führt zur Versuchsstrafbarkeit, in diesen Fällen improvisieren die Täter auch mit nur grob gefasstem Plan im Vorfeld…

    Sorry für diesen doch recht unübersichtlichen Post…

  34. Wir bekommen in unserer Firma auch ständig solche Besucher oder Anrufe. Ich lasse die Leute immer schön ausreden und weise dann darauf hin, dass ich selbst offizieller Vertriebspartner eines grossen dt. Anbieters bin und ihm selber einen viel besseren Tarif anbieten kann! Wenn er nicht möchte, dann versuche ich ihm wenigstens ein Laptop oder irgendwas anderes aufzuquatschen 😉

    Die meissten verp….. sich dann gleich.

  35. @ Christoph

    Ich gebe dir Recht bzgl. des unmittelbaren Ansetzens. Mist, ist Strafrecht Allgemeiner Teil denn tatsächlich schon so lange her?!?

  36. Ein guter Tipp, wenn das Beratungsgespräch am Telefon kein Ende nehmen will: Ich weise darauf hin, dass ich da erst mal meinen Bewährungshelfer fragen muß, oder dass ich das Angebot zwar schon toll finde, aber mein Sohn dann immer mit mir schimpft und das Telefon wegnehmen will, wenn er schon wieder wegen mir so viele Schreibereien wegen des Widerrufs hat.Aber schön, dass sie angerufen haben, wissen sie – es ist sooooo einsam hier.

  37. Der Hammer!

    Naja ich kenn die Spielchen zu genüge, habe auch eine Weile Verträge für das große T am Telefon verkauft. Es endete wie es enden musste, ich wurde entlassen. Nicht etwa weil ich solche Aktionen wie unser (ich nehme mal an es handelt sich um folgende Firma) Mr. C*lt T*l*c*m G*bH (s.o.) gebracht habe, sondern weil ich es nicht einsah einer Oma ne Flatrate zu verkaufen (geschweige denn DSL). Einige meiner ehem. "Kollegen" haben dort Aktionen gebracht, das hält man net aus. Einer hatte ne Verkaufsquote von 100%, wie geht das? Ganz einfach! In dem man die Kundendaten aufruft, nen Bekannten anruft und während dem Smalltalk mit diesem, dem Kd nen schönes Komplettpaket einrichtet. Schön ist das wenn man aussschließlich für Firmenkunden da ist und die auf einmal kein ISDN, sondern nur noch nen Analoganschluss mit 1.Nummer und einem Privattarif (keine Entschädigungspflicht viel Spaß vor Gericht usw.) haben (Meist kam dann die Auftragsbesätigung erst nach der Umstellung). Das krasse ist, dass viele Leute vom ArschAmt zu einem solchen Job genötigt werden. Ich bereuhe mein Verhalten in diesem Saftladen keineswegs und hoffe dass sie an mir mehr Verlust als Gewinn gemacht haben.

  38. Dem Herren hätte ich an Deiner Stelle erklärt, daß er in einem Bestattungsinstitut ist, und daß er, wenn er so ne Nummer nochmal abzieht ganz fix unter der Erde verschwunden ist, wo ihn keiner mehr finden wird.

    Kann man den wegen sowas eigentlich nicht anzeigen?

  39. Wenn einer von euch Probleme mit den Zeugen oder sonstigen lästigen Besuchern hat der wändet sich an mich!

    Mein Sohn hat sich vor ein Paar tagen so´ne Mega Softgun

    gekauft!

  40. Alternative: Jetzt verschwinden sie oder muss ich ihnen erst zeigen wie es sich anfühlt unfreiwillig Kunde irgendwo zu werden…

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