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Der Reinfall

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Da fliegst Du durch die ganze Republik, schlägst Dir zwei Tage um die Ohren und hast Dich noch weitere zwei Tage vorher im Büro sorgfältig für Deinen Vortrag vorbereitet.
Ich reise nicht gerne, ich mag es nicht aus dem Koffer zu leben, ich mag es nicht, in Hotels schlafen zu müssen und kein eigenes Auto vor der Tür zu haben, sondern auf Taxis angewiesen zu sein.
Aber man macht das, weil die Fans und Leser es verdient haben, daß man zu Lesungen, Vorträgen und Auftritten kommt; und weil man meistens dabei auch etwas verdient.

Nun bin ich also weit gereist und halte an einem Tag drei Vorträge über den Beruf des Bestatters. Ich tue das im Auftrag einer, nennen wir es mal so, Consulting-Firma, die ein größeres Unternehmen betreut.
Vereinbart ist eine feste Summe für den kompletten Auftritt zuzüglich Spesen.

Ich habe ein schönes Hotel, treffe mich mit den Leuten von der Consulting-Firma zum Abendessen, die Stimmung ist ausgezeichnet. Am nächsten Tag spreche ich beim Kunden dieser Consulting-Firma vor drei größeren Gruppen und ernte viel Beifall.
Schon zwischendurch wird mir begeistert berichtet, der „Flurfunk“ habe gezeigt, wie angetan die Zuhörer von meinem Vortrag sind.
Entsprechend motiviert und locker gehen mir die weiteren Vorträge von der Hand bzw.über die Lippen.

„Nein, Sie müssen nicht die ganze Zeit über Ihren Beruf sprechen, Sie sollen authentisch als Autor rüberkommen, lesen Sie ruhig auch ein Kapitel aus einem Ihrer Bücher“, hatte es geheißen.

Ich habe das nicht gemacht, ich hatte einfach viel zu viel zu erzählen und die Zuhörer waren viel zu interessiert und stellten viele Fragen, sodaß für eine kleine Zwischendurchlesung keine Zeit blieb.

Was ich denn anziehen solle, hatte ich vorher gefragt, man weiß ja nicht, was dieser Kunde denn eigentlich erwartet.
„Was Sie wollen! Sie sollen authentisch sein!“

Na ja, ich entschied mich für einen neues, dunkelgraues Polohemd von Boss (nicht weil ich diese Marke schätze, sondern um hier jetzt zu zeigen, daß das kein Krempel vom Wühltisch war). Dazu eine neue, gebügelte (!) schwarze Jeans und ein maßgeschneidertes mittelgraues Sakko.
Timberland-Schuhe trage ich bei solchen Anlässen, auch auf Reisen, immer sehr gerne, sie sind eine gute Mischung aus elegant und sportlich-bequem.
Die Haare frisch geschnitten, den Bart gestutzt und von einem umwerfend guten Rasierwasser umnebelt, bin ich bei diesem Auftritt sehr gut angekommen, so wurde mir immer wieder und das von etlichen Leuten versichert.

Doch dann kam, nachdem ich wieder zu Hause war, das Warten auf das Honorar. Meistens halte ich es so, daß ich mir das Geld direkt vor dem Auftritt geben lasse, wenn die Abendkasse geschlossen wird. Das machen viele Künstler so, denn hinterher ist der, der eigentlich immer dafür zuständig ist, auf einmal nicht mehr da oder dem Veranstalter fällt ein, daß er von den Einnahmen ja noch ganz was anderes bezahlen wollte… Nee, Künstler wissen das. Ohne Moos nix los, als Geld her und ich singe.

In diesem Fall ging das aber nicht und ich stellte eine ordentliche Rechnung, wartete auf mein Honorar und das kam und kam nicht.

Stattdessen rief mich der Veranstalter an und freute sich, mir mitteilen zu können, daß er gleich drei weitere Einsätze für mich hätte. Das habe allerdings einen kleinen Haken, ich müsse auf rund 30% meines Honorars verzichten, dafür seien das aber eben auch drei tolle Termine.
Na ja, immerhin. Ich sagte zu und flog gleich drei Tage später wieder durch die Republik.

Dieses Mal war alles ein wenig anders. Irgendwie herrschte am Veranstaltungsort schon eine miese Stimmung als ich ankam. Der Mensch, der mich dort betreuen sollte, ließ es an guten Manieren mangeln und statt einer freundlichen Begrüßung wurde ich mit den Worten empfangen: „Sie sind aber reichlich früh!“

Reichlich früh? Die Veranstaltung sollte um 8.30 Uhr losgehen und ich war um 7.50 Uhr gekommen. Ich muß ja auch noch in den entsprechenden Saal gehen, mich dort etwas ausbreiten und mich ein paar Minuten besinnen.

Weil der vorherige Auftritt so gut geklappt hatte, hatte ich am Konzept meines Vortrags nichts geändert. Auch bei der Kleidung hatte ich mich wieder für das gleiche Outfit entschieden; bei einem neuen Publikum ja kein Problem. Mein Jackett und die Hose hatte ich extra abends vorher nochmals aufbügeln lassen.

Doch der Tag verlief, ich möchte es mal so formulieren, suboptimal.
Das Publikum, es sind immer drei Gruppen die einen anderthalbstündigen Vortrag hören, bei dem sie Fragen stellen können, war schon etwas kühler als beim vorherigen Termin, aber es gelang mir, die Leute aufzulockern und freundlicher zu stimmen.
Aber trotzdem, die Leute schienen mir von der Sorte zu sein, die zum Lachen in den Keller geht. Eine Dame fragte gleich zu Anfang: „Werfen Sie irgendwas an die Wand?“
Sie wollte eigentlich wissen, ob ich eine Leinwand benötigen würde.
Ich fing den unfreiwilligen Spielball auf und antwortete lächelnd: „Nein, ich werden nichts und niemanden an die Wand werfen, Sie brauchen also keine Angst zu haben. Im Gegenteil, ich werde mich auch nicht auf dem Boden herumwälzen.“

Nee, die lachten nicht, die waren beleidigt, schien es mir…

Nun gut, ich zog die drei Termine an diesem Tag durch und stellte mich dann der abschließenden Endbesprechung mit einem Abteilungsleiter und einem Personalentwickler.
Äh, unwohler habe ich mich selten gefühlt.
In fast schon unverschämter Weise wurde mir klar gemacht, daß ich gar keine neuen Impulse und Strategien eingebracht hätte.
Das aber war gar nicht meine Aufgabe. Meine Aufgabe bestand im weitesten Sinne darin, den Beruf des Bestatters und seine Arbeitsweisen vorzustellen. Und das kann ich 1a und supergut, eloquent und unterhaltsam. Das weiß ich, weil ich das a) schon oft genug gemacht habe und b) mir immer ein ganz tolles Feedback gegeben wurde, egal wo und von wem.

Im Übrigen schrieb ich schon über den letzten der drei Auftritte an diesem Tag und zwar in der Geschichte mit dem roten Pavianhintern vor ein paar Tagen.

Mit einem schlechten Gefühl im Bauch flog ich wieder heim. Noch vom Flughafen aus sandte ich einem der Consulting-Leute eine SMS und vermittelte ihm meine negativen Gefühle bezüglich des Auftritts.

Ich muß jetzt noch erzählen, daß ich vor diesem zweiten Auftritt die Consulting-Firma darum gebeten hatte, dieses Mal wenigstens die Flüge und das Hotel vorab zu bezahlen, da ich immer noch auf das Honorar und die ausgelegten, also quasi dieser Firma geliehenen, Spesen wartete.
Das mit dem Flug hatte geklappt, im Hotel stellte sich dann heraus, daß ich doch meine Kreditkarte zücken mußte, weil man es versäumt hatte, die notwendige Kostenübernahmeerklärung zu schicken.

Das Honorar mit den Spesen vom ersten Auftritt war dann inzwischen angekommen. Ich kann mir auch nicht mal eben einen halben oder ganzen Tausender aus den Rippen schneiden, wer kann das schon?

So und nun wartete und wartete ich auf die Begleichung meiner Rechnung für den zweiten Auftritt.
Aber es ging kein Geld ein. Was macht man da? Man ruft da an und fragt.
Ja, es kam dann eine Mail. Man zeigte sich total betroffen und leitete mir eine Mail vom Kunden weiter, in der der sich darüber beschwert, daß in meinem Vortrag keine weltbewegend neuen Erkenntnisse für seine Mitarbeiter enthalten waren (wie auch?) und weil ich so unsympathisch und vor allem „sehr ungepflegt“ gewirkt hätte.
Hallo? Mehr als saubere und fast neue Klamotten anziehen, sich duschen, rasieren und kämmen kann man kaum machen. Schöner werde ich auch nicht, wenn ich mich dreimal dusche und viermal rasiere. (Ach so, für die, die mich vorher erlebt haben: Ich trage inzwischen keinen Bart mehr.)

Aber selbstverständlich sei das eine bodenlose Unverschämtheit von diesem Kunden, vor allem weil der Beschwerdeführer am betreffenden Tag gar nicht im Hause gewesen, sondern auf einer Motorradtour gewesen sei.
Und genauso selbstverständlich bekomme ich das Honorar und die Spesen, das stehe ja wohl völlig außer Frage.
Also zumindest mal die Hälfte vom Geld, vom Honorar…

Langer Rede kurzer Sinn: Die Consulting-Firma zahlt nicht.
Die lassen mich für sich arbeiten, buchen mich für zwei ganze Tage, stehlen mir Zeit und Energie und lassen mich jetzt auf der offenen Honorarforderung und den für sie verauslagten Spesen sitzen.

Um welche Firma es sich da handelt, schreibe ich noch, da spreche ich aber nochmals mit dem Anwalt, der das jetzt bearbeitet.

Was lerne ich daraus?
Drei Dinge.
Erstens: Ich werde so etwas (auf keinen Fall für diese Firma) in Zukunft nur noch machen, wenn 50% vom Honorar vorher auf dem Konto sind und sämtliche Spesen vorher abgedeckt sind.
Zweitens: Ich werde vor dem Seminar kleine Fragekärtchen an die Teilnehmer verteilen, auf denen sie ankreuzen können, ob es/ich ihnen gefallen habe und die sammle ich noch während der Veranstaltung wieder ein. So bin ich sicher, daß keiner mehr umschwenkt und alles scheiße findet, weil der Pavian den roten Hintern zeigt.
Drittens: Ich werde jetzt immer ein Stativ mit Videokamera hinten aufstellen und die Veranstaltung mitschneiden.

Ich habe gut abgeliefert, das ist 100% sicher. Wenn dem Kunden von der Consultingfirma etwas anderes versprochen wurde oder der Kunde falsche Vorstellungen hat, dann ist das nicht mein Problem. Man darf sich keinen Buchautor einladen, wenn man ein Managementseminar haben will, man kann sich auch keinen Jongleur einladen, wenn man eigentlich einen Clown oder Zauberer haben will.

Gut 2.000 Euro in den Wind geschrieben, einiges dazu gelernt, aber unterm Strich teures Lehrgeld bezahlt.


Veröffentlicht von

Hier veröffentlicht der Publizist Peter Wilhelm Informationen und Geschichten rund um den Bestatterberuf.
Mehr über den an Allerheiligen geborenen Autor finden Sie u.a. hier und hier.
Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Texte rein zur Unterhaltung. Keine Rechts-, Steuer- oder Medizinberatung!


    



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Peter Wilhelm 8. Juni 2013

25 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Es ist echt nicht zu fassen. Wahrscheinlich läuft das bei der Consultingfirma unter „Verschlankung durch Ausgabenreduktion“.

  2. Zu 1.: Ich finde das fair, warum sollen Auftretende das Risiko komplett alleine tragen?

    Zu 2.: Kärtchen sind eine gute Idee. Man könnte das sogar ausweiten und anonyme Fragestellung ermöglichen. So inmitten on tratschenden Kollegen oder nachbarschaftlichen Scheronien ist manche Frage vielleicht zu peinlich, so könnte sie dennoch gestellt und beantwortet werden. Du brauchst dringend eine Sandy, die sie zwischen Vortrag und Fragerunde einsammelt. 🙂

    Zu 3.: Mir wär der Aufwand zu blöd. Ich verstehe das Ansinnen aber finds zum Kotzen, dass sowas nötig scheint. Die Moral daran, bzw. der Verfall derselben ist echt bitter. 🙁

    • Und er hat ein Türentrauma: „Ich habe die Schnauze nach 15 Jahren Rumstehen vor nicht markierten Türen voll.“

    • Die Formulierungen bestätigen mich doch sehr in meiner Einschätzung des Herrn Benecke…

      Salat

      • Ich hab jahrelang auf Veranstalterseite gearbeitet – nein, Benecke hat sowohl mit den Formulierungen als auch mit den Punkten an sich völlig recht.

        Es gibt viele (und das meine ich nicht persönlich, sondern als Fakt) Veranstalter, die „mal was machen wollen“ – sei es aus „Charity“-Gründen, aus wirklichem Interesse oder eben aus Publicity-Gründen. Das ist alles legitim, aber viele dieser Veranstalter haben die Professionalität nicht wirklich erfunden.

        Das Türen stehen zum Beispiel: Das, was Mark Benecke da sagt, ist keine Satire sondern reine Realität. Ich hab selbst Erzählungen hochbezahlter (!) Künstler mitbekommen, die tatsächlich dann vor Ort vor verschlossenen Türen standen. Ganz ehrlich: Es mögen keine Könige sein, aber wenn ich die Kohle ausgebe, um einen teuren Künstler einfliegen zu lassen, dann kümmer ich mich auch um den. Schlicht und ergreifend. Und dann einfach zu sagen: Haus Nr. soundso und dann steht selber vor einem Haufen Türen, die alle gleich aussehen und auf Rückfrage hört man: „Also da steht sonst *immer*“ oder was anderes, ist einfach nur frustrierend.

        – Vertragsänderungen: Ich kann auch nicht mehr aufzählen, wie oft ich mitbekommen habe, dass ein Künstler wieder Ärger hatte, weil der Veranstalter irgendwas von „das war doch telefonisch alles ganz anders vereinbart“ faselte und dann war eben weder Catering da noch eine gescheite Garderobe und von der vereinbarten PA reden wir an der Stelle nicht. Dass vorher im Vertrag was anderes stand, interessierte nicht, der Veranstalter bestand drauf, dass das „mit dem Management so abgesprochen war“ – doof, wenn das Management der Künstler selbst ist.

        Ich kanns nachvollziehen. Diese Liste ist ein ellenlanger Ausdruck des Frustes. Und zwar ist der durchaus beidseitig, denn der Veranstalter, für den ich gearbeitet habe *ist* professionell, was im Vertrag steht, wird erfüllt. Inklusive Bezahlung des Künstlers hinterher.

        Und solche Rider, die erstellt werden, weil teilweise auch echt die Künstler krank geworden sind (International auftretende Bands haben inzwischen Klauseln drin, dass Wasserflaschen nur mit unverletzten Siegeln akzeptiert werden – und das hat Gründe), die sind auch für die professionell agierenden Veranstalter echt tierisch ermüdend.

        Aber nachvollziehen kann das wirklich jeder. Und ich kann auch die Formulierungen nachvollziehen.

  3. Ich muss mich mal als Fan outen. Bislang war ich bei drei Veranstaltungen von Peter Wilhelm und habe ihn immer als ganz angenehmen und sehr ruhigen, lieben Herrn kennen gelernt. Keine Allüren, kein Gehabe.
    Bestätigen kann ich, wie gepflegt und gut riechend er ist. Als ich wegen eines Autogramms angestanden habe, hat eine ältere Dame vor mir in der Schlange gesagt, wie gut der riecht.
    Das Publikum, beim zweiten Mal waren das fast 300 Leute, hat gerast und geklatscht vor Begeisterung.

    • Nur fürs gut riechen haben 300 Leute gerast und geklatscht vor Begeisterung? Mensch, was muss da erst beim Vortrag los gewesen sein!

      • Ja genau. Das Publikum raste…aus dem Saal. 😉 😉
        Deutsche Sprache issich nich leicht zu lernen tun. 😉

  4. Ist doch klar. Der erste Termin ist gut angekommen und ab dann hat man versucht, deinen Preis zu drücken um dann am Ende gar nicht zu zahlen.
    Ich habe aber schon eine Ahnung um welche „Firma“ es sich da handelt.

  5. Das mit den Fragekärtchen ist eine gute Idee. Hat so was von Evaluierung.

    Das mit der Videokamera halte ich jedoch für kritisch.

    Vielleicht könntest Du aber bei der Kontaktaufnahme mit dem Veranstalter und während der Absprachen zu Termin, Umfang, Kosten etc. einen Fragebogen schicken, auf dem der Veranstalter eine Liste abarbeitet und das Gewünschte entsprechend ankreuzt.
    Also etwa:
    Dauer der gesamten Veranstaltung ( ) 1h; ( ) 1,5h; ( ) 2h
    anteilige Dauer des Buchlesens ( ) 1/3; ( ) 2/3; ( ) auschließlich
    anteilige Dauer der freien Rede ( ) 1/3; ( ) 2/3; ( ) auschließlich
    anteilige Dauer der Fragenrunde ( ) 1/3; ( ) 2/3; ( ) auschließlich
    Art des Vortrages ( ) motivierend; ( ) belehrend; ( ) beschaulich
    überwiegende Zusammensetzung des Publikums
    ( ) Schüler/Sudenten/Azubis; ( ) Hausfrauen über 50; ( ) Heißluftgebläse aus der Marketingabteilung
    etc. etc.
    Das sind zwar alles Sachen, die Du bisher schon mündlich geklärt hast, so hättest Du es aber ’schwarz auf weiß‘.

    Den eigentlichen Sachverhalt betreffend: Du gehörst vermutlich nicht in den ihr Netzwerk bzw. wirst als Außenstehender und nicht gleichwertig betrachtet. Da wird es wohl als nicht so schlimm angesehen, mit der Bezahlung etwas sehr in Verzug zu kommen, bzw. sich mit vorgeschobenen Argumenten drücken zu wollen.

  6. Die Fragekärtchen könnten auch für dich praktisch sein um Ideen zu sammeln, was eventuell noch besser ankäme. Aber ich sehe da gerade keinen Grund: entweder sie buchen dich für die Bestatternummer, dann kriegen sie die oder sie buchen dich für eine Lesung, dann können sie sicherlich auch die kriegen, oder?

  7. Ja wirklich,eine sauerei!!
    Man glaubt immer alle sind ehrlich und korrekt und dann sowas….
    Ist echt traurig wie sich manche Verhalten und fühlen sich noch im Recht..

  8. Tom, du bist zu gut für diese Welt.

    Eine Consultingfirma sollte schon zahlen können, oder?

    • Das ist eine Unsitte, die ganz schlimm um sich greift. Mit „bezahlen können“ hat das nichts zu tun, sondern mit „bezahlen wollen“.

      Da gibt es dann die abenteuerlichsten Erklärungen, warum man gerade nicht zahlen kann. Das machen auch namhafte Institutionen, da käme man nicht drauf, wenn man das nicht selbst alles schon erlebt hätte.

      Resultat ist eine Atmosphäre, wo man keinem mehr vertrauen kann. Was viele Menschen mittlerweile als sehr schade empfinden, denn so macht die eigentliche „Kernarbeit“ ja nicht wirklich Spaß, wenn man sich mit dem ganzen „drumherum“ mehr beschäftigen muss.

      Ehrbares Kaufmannsgebaren gab es früher einmal…. Ich habe das Gefühl, das Gegenteil ist heute normal. Das ist so schade, denn es könnte alles so einfach sein.

      Ich hoffe, Dein Anwalt Tom ist ein guter Beißer. Die Ausrede der Firma hat für mich ein Niveau erreicht, das ja an Beleidigung grenzt.

      • Ralph Ruthe bekommt auch öfter solche Anfragen (kannst du mal…, aber wir können/wollen dir nichts zahlen), und hat diese mal musikalisch verarbeitet:

  9. DAS ist ja dreist…….ich hoffe, Du bekommst Dein Geld noch.
    Vor vielen Jahren war ich mit einem Profi-Musiker zusammen, der gelegentlich auch in Bars auftrat, dort war es immer üblich, dass nach „erbrachter“ Leistung am Ende des Abends die Gage bar bezahlt wurde.
    LG Mona

  10. Ich würd ja, wenn alles nichts bringt, einen Gerichtsvollzieher mit dem Eintreiben der offenen Forderung beauftragen. Ist bestimmt ein Heidenspaß in der Consulting-Firma, wenn der Gerichtsvollzieher vor den Augen wichtiger Geschäftskunden seine Pfandsiegel anbringt.

  11. Viel lustiger ist es, wenn der Gerichtsvollieher mit dem Pfändungs- und Überweisungsbeschluss die Konten der tollen Consulting-Firma dicht macht. Stehen ja in der Regelm alle auf dem Briefpapier drauf…
    Aber bis man beim Gerichtsvollzieher ist, muss man ja erst mal das gerichtliche Mahnverfahren durchlaufen, das könnte also noch etwas dauern…
    Anwalt oder Inkassounternehmen sind in solchen Fällen eine gute Wahl.

  12. Habe ich in ähnlicher Konstellation – Schulung im grafischen Bereich – auch schon erlebt. Aber da ich als ehemalig selbständigerwerbender dieses Geschäftsgebaren leider nur zu gut kannte, habe ich meinen Leitsatz angewendet:

    «Ich wende für das Inkasso die selbe Energie und Zeit auf, die ich in den Auftrag gesteckt habe.» Da kommt bei Dir aber sauber was zusammen!

    Bei mir hat es so geendet, dass ich an einem 23. Dezember einen Anruf vom Gericht bekam, ich soll meine Kontonummer durchgeben – und habe den vollen Betrag zuzüglich der Unkosten erstattet bekommen. Der andere wurde auf Konkurs („Insolvenz“ in Deutschland?) betrieben.

    Zudem habe ich gelernt, auf mein Bauchgefühl zu vertrauen! Wenn mir etwas seltsam vorkommt, irgendetwas nicht stimmt, dann verlange ich zumindest eine Teilzahlung im voraus. Diejenigen, die dann den Schwanz einziehen, hatten sowieso nicht vor zu bezahlen. Bei soliden Geschäftspartnern und wenn die Chemie stimmt, ist das gar kein Problem.

    Mein zweiter Leitsatz übrigens: «Nur ein faires Geschäft ist ein gutes Geschäft.» Und das gilt für beiden Seiten.

  13. Also bei Consulting-Firmen wäre ich von Haus aus skeptisch… das ist echt doof gelaufen

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