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Die Dunkelkrankheit – offene Worte über Depression

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Viele fragen sich, was mit mir los ist. Hier in den sozialen Medien und in meinem geliebten Bestatterweblog ist derzeit selten was von mir zu lesen. Ich schrieb vor Monaten bereits über meine Depressionserkrankung. Es ist halt immer noch ein Kreuz mit der Depression. Menno, ich bin ein großer starker Mann und habe immer das Kommando. Nicht, weil ich immer Chef sein will, sondern weil sich jeder in meiner Umgebung darauf verlässt, dass ich das schon regeln werde oder mich da auskenne…

Und dann sitzt Du auf der Bettkante oder dem Sofa und kriegst den Arsch nicht hoch.

Düstere Gedanken durchfluten das Gehirn, Sünden aus längst vergangener Zeit lasten wie Felsbrocken auf Deiner Seele und selbst kleinste Äußerungen anderer werden als böse, niederträchtig und intrigant empfunden.

Ich rege mich nicht auf.

Ich rege mich nie auf. Ich fresse immer alles in mich hinein. Da wird es dann an manchen Tagen immer schwärzer und schwerer.

Hinzu kommt die Angst.

Die panische Angst, wenn das Telefon klingelt. Die Panik, wenn jemand vor der Tür steht. Die Angst, wenn jemand zu Besuch kommt. Angst wovor? Das weiß ich doch nicht!!! Sie ist da, eine riesengroße Angst ohne Auslöser, ohne Grund im Hier und Jetzt, ohne Begründung. Stell Dir vor, es gäbe da etwas, vor dem Du panische Angst hast: Sind es Schlangen? Spinnen? Überfall und Vergewaltigung? Ja, kennst Du? Okay: Nimm diese Angst mal zehn.
Diese Angst befällt mich völlig grundlos, wenn hier beispielsweise einer klingelt.

Ich hasse diese Panikattacken. Ich habe normalerweise keine Angst vor Leuten oder dem Türklingeln. Ich habe gerne Besuch (na ja). Aber dennoch bringt mich dieses Gefühl fast um. Herzrasen, Atemnot, Schwindel und Schweißausbrüche, gepaart mit schwärzester Laune und Weinerlichkeit.

Die Therapie mit meinem Lieblingsdoc hilft. Es gibt auch wunderbare Mittel, die einen selig machen. Sie mildern das ab, helfen mir, trotz allem lustig und spontan sein zu können und verschaffen mir die notwendige Luft, um wenigstens stundenweise ins Büro zu gehen.

Arbeiten? Ja, klasse… Schon mal was von der Kunst des Verdrängens und Verschiebens, der Prokrastination gehört?

Okay, der Meister der Prokrastination verschiebt sogar die Prokrastination auf morgen!

Es gibt Dinge, die mir Spaß machen. Seit längerer Zeit arbeite ich an meinen Hörgeräte-Blog https://hörgeräte-info.net. Keine Ahnung, warum es mir leicht fällt, da täglich Arbeit reinzustecken. Bestatterweblog hingegen geht gar nicht.

Ich arbeite als Redakteur für eine niederländische Zeitschrift, die hier in D erscheint. Der wirklich liebe und extrem höfliche Herausgeber versorgt mich mit Aufträgen für schöne Artikel. Ich habe Bock darauf, Lust, viele Ideen und bin voller Tatendrang. Dann kommt ein Schreibauftrag von ihm – und schon legt sich eine Faust um meinen Hals und drückt zu. Ich bekomme es nicht hin. Es geht einfach nicht.
Zeit ist da, Kraft ist da, Ideen sind da… Aber es ist als ob ein Messer im Rückenmark steckt und mich daran hindert, mich in dieser Angelegenheit irgendwie zu rühren.

Es muss erst der allerletzte Tag der gesetzten Frist kommen, bis auf einmal der Knoten aufgeht und ich die Arbeit sehr gut erledigen kann. Das bedeutet dann natürlich Eile, Stress und unnötige Anstrengung.

Mal eben einkaufen gehen? Pustekuchen. Diese vielen Menschen, das funktioniert nicht. Überhaupt nicht. Da wird Amazon Dein bester Freund. Auftritte vor anderen Menschen? Lustig sein, aber ehrlich lustig und humorvoll sein? Ja! Das geht! Völlig problemlos. Ich kann ohne irgendein depressives Symptom von jetzt auf gleich hinterm Vorhang herkommen und ohne jegliches Lampenfieber einen ganzen Saal unterhalten. Das ist wie Balsam für meine Seele.
Aber, ach ja, wir haben Corona und es gibt keine Engagements, Scheiße.

Liebe Freundinnen und Freunde, laßt Euch von diesen Zeilen nicht runterziehen. Ich will auch auf gar keinen Fall um Mitleid heischen, ganz bestimmt nicht.

Aber eine Depression zu haben ist etwas völlig anderes, als mal depressiv = schlecht drauf zu sein. Und viele, ganz viele Menschen leiden darunter, sagen aber nichts. Sie werden mißverstanden, falsch eingeschätzt und vorschnell mit dem Makel „geisteskrank“ behaftet.

Nein, eine Depression ist eine ganz normale Krankheit, die jeder kriegen kann, die auch Du kriegen kannst. Und damit Du weißt, wie es mir mit dieser Krankheit geht, schreibe ich das hier heute auf.

Gehabt Euch wohl und bleibt gesund!

Lasst Euch nicht verarschen: Mundschutz, Abstand und Händehygiene sind immer noch wichtig.

P.S. Und wenn ich wieder kann, dann schreibe ich hier auch wieder!

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Peter Wilhelm 21. Juli 2020


27 Kommentare von 141366.

  1. Oh, das habe ich gar nicht mitbekommen! Fühl Dich ganz lieb gedrückt.
    Danke für Deine offenen Worte zu denen gewiss viel Mut gehört.

  2. Hut ab, Meister!

    Über so ein schwieriges Thema so offen zu schreiben, das wagen nicht viele. Jammerblogs habe ich schon gelesen, aber so ein mutiges Statement voller Depression und gleichzeitig so vieler Kraft. Alle Achtung.

    P.S. Bin und bleibe ein echter Fan!

    • Seit dem Tod meines Vaters kann ich keine Lyrik mehr schreiben, meine Schreibblockade hält an.
      Ich sende Dir eine dicke Umarmung!

      Llu Regenkatse

  3. Lieber Peter,

    ich wünsche dir für deinen weiteren Weg alles Gute und das dort auf diesem langen Weg auch viel Licht und Sonnenschein auf dich wartet.
    Mit einer Depression und Panikattacken zu leben ist nicht einfach, mein Mann ist auch betroffen, daher kann ich gut nachfühlen, wie es dir und auch deiner Familie damit geht. Danke für deine offenen Worte und deinen Mut, die Dinge so auszusprechen wie sie sind, ohne irgendwas davon schönreden zu wollen.

    Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft.

  4. Gute Besserung. Es wird vielleicht lange dauern, aber es wird. Wir sind da und freuen uns schon auf deine Rückkehr.

  5. Oh, ich kann Dich so gut verstehen. In manchen Sätzen finde ich mich wieder.

    Keine Ahnung, was man jemandem mit Depressionen wünschen soll. Gute Besserung? Ich sag: pass auf Dich auf

  6. Egal wie tief und lang das Tal auch sei, es geht irgendwann auch wieder hinauf. Auch wenn der Weg zurück auf den Gipfel des Lebens nun mal etwas holprig ist, so wirst Du auch irgendwann wieder dort oben stehen und auf das Dunkel der Vergangenheit blicken. Ich wünsche Dir dazu sehr viel eigene Kraft und Geduld, als auch die ebenso notwendige Kraft, Unterstützung, sowie ebensolche Geduld der Familie und eventuell engen Freunde.

  7. Hallo,
    ich wünsch dir alles gute und würde mich sehr freuen auch hier wieder mehr von dir zu lesen. Aber so ist es manchmal im Leben, gibt Dinge die einfach wichtiger sind. Ich habe wie viele andere sicherlich auch meine schweren und dunklen Stunden/Minuten gehabt, aber die gingen vorbei, wofür ich sehr dankbar bin. Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es ist in solchen Momenten/Gemütslagen gefangen zu sein.
    Ich hoffe du findest deinen Weg aus diesem irrationalen Gefängnis auszubrechen.

  8. Es wurde hier schon alles geschrieben. Beste Wünsche auss’m Pott.
    Glückauf Thomas

  9. Hallo,

    es ist zu schaffen, ein ganzes Stück weit.
    Ich kann wieder arbeiten, vielleicht nicht mit dem gleichen Elan und auch auf 80% reduziert.
    Ich kann wieder einkaufen gehen, ohne schweißnasse Hände und zitternden Beinen, mich krampfhaft am Einkaufswagen festhaltend.
    Ich brauche auch keine Medis mehr.

    Aber ich zucke immer noch heftig zusammen, wenn es an der Tür klingelt. Unangemeldet geht hier nix. Da mache ich halt nicht die Tür auf.
    Ich prokrastiniere immer noch bis zur letzten Sekunde. Und Menschenmassen sind ein echtes Gräuel.
    Kann hier auch mal sitzen und mir laufen einfach so die Tränen.
    Aber zumindest das geht wieder. Selbst da war ich mal eingefroren.

    Und bei allem hilft am wenigsten!!: „Krieg doch mal den Arsch hoch!“

    Meine Hochphase war 2008 – 2009. Irgendwas bleibt hängen und wird nicht mehr so, wie es mal war.
    Aber es wird besser und wieder lebenswert. (Wobei das mit dem Leben zum Glück nie eine Frage für mich war.)

    Und gerade das wünsche ich Dir auch! Das die Frage nach dem Leben einfach keine Frage sein sollte!

    Alles Gute!

  10. Danke für die offenen Worte-fühle dich lieb umarmt und lasse Dir alle Zeit der Welt!
    Liebe Grüße
    Sabine

  11. Lieber Peter,
    ich kenne die Angst vor dem Klingeln, vor anderen Menschen gut. Bei mir ist es häufig die Angst, dass sie merken könnten, wie schlecht es mir geht und dass, wenn sie dieses merken, die düsteren Gefühle freien Lauf nehmen, wo sie doch so schon, so kurz unter der Oberfläche, kaum zu ertragen sind.
    Und das, was ich an Dunkelheit auf dem Herzen trage, ist so offensichtlich, dass jeder Mensch, jede Begegnung zur Gefahr wird. Wie fremd es sich anfühlt, im Laden „guten Tag“ und „dankeschön“ zu sagen, gerade so als würde ich nicht jeden Moment auseinanderbrechen und meinen Schmerz hinausschreien. ALs hätte ich nicht die Bilder im Kopf, von Gedärmen, die aus meinem Körper ragen, und die für einen kurzen Moment Erleichterung versprechen, gerade so, als würde ich die immerwährende Last tief in meiner Brust hinausschneiden und mich so von ihr befreien.
    Aber das kann ich natürlich nicht sagen, kann nicht mal schreien, weil meine Kehle zugeschnürrt ist. Stattdessen sehe ich mich selber – scheinbar von außen – im Laden irgendwelche Höfflichkeiten austauschen, als wäre es jemand anders, der dort Konversation betreibt, als gäbe es mich nicht.
    Und dieser Gedanke, als gäbe es mich nicht, scheint die einzige Zuflucht zu sein. Ich bin weit weg, zurückgezogen, spüre mich nicht, spüre nichts um mich, bin isoliert in mir selbst. Nur zusammengehalten von einem dumpfen Schmerz, einer immerwährenden Traurigkeit. Der Schmerz bin ich und ich bin die Dunkelheit. Nähme man mir den Schmerz und die Dunkelheit, es bliebe nichts mehr von mir übrig. Es ist eine fragile Symbiose, die mich zerbrechen lässt, wenn das zerstörrerische Gleichgewicht von Schmerz und Aushalten ins Wanken gerät. Mehr Dunkelheit wäre unerträglich, jedes bisschen Glück schafft freien Raum, in dem der düstere Begleiter augenblicklich hineinströmen kann, um zu allem Guten die Gewissheit hinzuzufügen, dass das Gute keinen Bestand hat – nicht in einer Welt in der jeder Schritt, jeder Atemzug, jeder Gedanke die Last eines Mühlensteines mittragen muss. Jede Veränderung, jede Irritation, jede Begegnung bring diesen Zustand der zugleich unerträglich ist, aber zumindest Stabilität verspricht, aus dem Gleichgewicht. Jetzt bloß kein Anruf, bloß kein Brief in der Post. Keine Mahnung, die mich runterzieht, keine Urlaubsgrüße, die in so derbem Kontrast zu meinem eigenen Erleben stehen und die mich traurig werden lassen, weil ich weiß, dass ich nicht die Kraft habe darauf zu antworten. Bloß kein irgendwas. Lasst mich einfach. Lasst mich, denn ich schaffe es nicht, euch wahrzunehmen. Lasst mich, damit ich im Spiegel eurer Augen nicht sehen muss, wie schlecht es mir geht. Lasst mich, denn ich will nicht, dass ihr mich so seht. Lasst mich, bis ich wieder der sein kann, der ich einmal wahr, damit die Freundschaft zwischen und bis dahin nicht von meinem düsteren Begleiter aufgefressen wird. Lasst mich, und wenn es Wochen, Monate oder Jahre dauert. Dort in meiner Dunkelheit, spielt Zeit ohnehin keine Rolle. Gestern, heute und morgen sind nur belanglose Kategorien jener Welt, zu der ich nur begrenzt Zugang habe. Nicht weil ich nicht will, sondern weil ich nicht kann. Hier, in meiner Dunkelheit, weit weg von allem was mir gefährlich werden kann, da fühle ich mich zumindest sicher. Hinter einer Milchglasscheibe. Mit meinem Schmerz. Mit meiner Dunkeltheit. Mit mir allein.

    Ich habe die Depression mittlerweile hinter mir gelassen, sonst könnte ich nicht so darüber schreiben. Ich kenne das Gefühl, genau zu wissen, was als nächstes zu tun ist, und ohnmächtig dabei zuzusehen, wie eine unsichtbare Kraft einen umschlingt und es unmöglicht macht, den nächsten, doch eigentlich offensichtlichen Schritt zu tun. Es ist ein schreckliches Gefühl und auch wenn die hier geschilderten Erfahrungen meine sind und von deinen abweichen können, so fühle ich doch mit dir. Vielleicht hilft es dir, zu wissen, dass ich eine ähnliche Phase durchlebt und schließlich überwunden habe. Ich wünsche es dir von Herzem.

  12. Naja, daß es einem mit trüben Gedanken leichter fällt, über Hörgeräte als über Beerdigungen zu schreiben, ist jetzt eigentlich nicht verwunderlich.

    Vielleicht hattest Du in Deinem Leben einfach schon zuviel dunkle Aufgaben (beruflich). Und Corona hilft da auch nicht gerade, auch wenn man sowieso nicht raus will.

    Ansonsten ist es eine Krankheit wie jede andere, nur weniger „gesellschaftsfähig“ und es gibt weniger Abhilfe dagegen.

    Ich habe Dir ja schon vor längerer Zeit direkt geschrieben, deshalb hier öffentlich jetzt so kurz. Die Kollegen haben schon genug Gutes geschrieben. Und wir sind weiter für Dich da.

  13. Nein, es ist keine Krankheit wie jede andere, es ist eine Krankheit, die die Seele im tiefsten innersten Kern trifft und angreift, und verstehen kann dies eigentlich nur, wer es selber mitgemacht hat. Mir hat ein Satz manchmal geholfen, der da lautet: Alles ändert sich und nichts bleibt wie es ist..Auch .nicht im Schlimmen . Ich wünsche Dir ganz viel Kraft auf ‚Deinem Weg nachleben, und egal wie lange er dauert, er beginnt mit dem ersten kleinen Schritt. Alles Liebe und mögest du hilfreiche Menschen an Deiner Site haben.

    • Erica, das war anders gemeint. Viele Krankheiten können einen im Innersten treffen, und es ist nichts Harmloses. Ich meine, daß es eben eine Krankheit ist und nicht etwas, was einen abwertet. Und es sehr gut ist, wenn Peter den Mut hat, darüber zu reden wie über eine andere Krankheit.

  14. Wenn sie einen einmal hat, ist es schwer, sie wieder loszuwerden, di schwarze Dame, oder wie immer das Bild aussieht, das man von der Depression hat. Man kennt all die Werkzeuge, und Dinge, die gut tun. Und man kann sie doch nicht anwenden, weil.es.eben.einfach.nicht.geht!
    Das ist für andere schwer oder auch gar nicht zu begreifen, es ist ja slesbt für mich schwer, auch wenn ich mit Hilfe der Therapie die Mechanismen immer mehr durchschaue. Und alle haben kluge Ratschläge. Ich weiß doch, wie klug die sind, ich kann aber nun mal nicht. Und alle warnen vor den bösen Psychpharmaka. Ohne mein Antidepressivum wäre ich überhaupt nicht in der Lage auch nur irgendwas zu tun, gschweige denn irgendwie von der Psychotherapie zu profitieren.
    Lieber Peter, lass es Dir gut gehen, wann immer es Dir möglich ist. Und hoffentlich lässt sie dich irgendwann ganz los.

  15. Wie sehr ich dich und alle anderen hier verstehe…
    Danke euch für die offenen Worte.
    Wir sind alle (fast) am gleichen Ort.
    Coronabedingt darf ich Anfang August endlich in meine Reha.
    Verspreche mir viel davon.

    Gruß von Tom an Tom und euch allen

  16. Lieber Peter und liebe Mitschreibende!

    Ich wünsche Euch alles Gute und ein bisschen Sonne für die Seele!

    Liebe Grüße aus Kärnten,

    M., ebenfalls chronisch depressiv

  17. Danke für deine Worte, ich leide an der selben scheiße und muss immer auf ein neues mein „Schild“ aufstellen.

    Liege Grüße und natürlich ales Gute!!!

  18. Lieber Tom,

    Seit 15 Jahren lese ich Deinen Blog – die letzten Jahre nur sehr sporadisch.
    Mir gehts seit einiger Zeit genau so.
    Bleib senkrecht. Eine Therapie in Angriff zu nehmen ist bereits ein Erfolg. Möge er Früchte tragen!

  19. Lieber Peter, ich habe ja oben als auch Betroffener kommentiert.
    Nun folgendes: seit 2 Monaten habe ich große körperliche Probleme.
    Aber: ich habe heute vor der Tür in der Sonne gesessen und konnte das ehrlich genießen, ich habe Vögel wahrgenommen und den Garten gerochen. Ich habe nachgedacht, und es ist beim Nachdenken geblieben und nicht zum Grübeln mit Kopfkarusell geworden. So geht es mir zunehmend seit ca. 3 Wochen. Das sind wohl für die meisten nicht Betroffenen völlig normale Dinge. Für mich waren sie in den letzten Jahren nicht normal. Etwas ohne schlechtes Gewissen genießen? Hatte ich das überhaupt verdient?
    Jetzt fühlt es sich immer noch ein wenig neu an aber sehr, sehr heilsam. Ob es auch Heilung bedeutet, muss die Zeit zeigen. Jedenfalls wollte ich dir sagen, dass es möglich ist.
    Wenn sich das stabilisiert, werde ich wohl meinem Psychiater vorschlagen die Dosierung des doch sehr heftigen Antidepressivums vorsichtig zu verringern oder auf das vorherige, nicht ganz so anspruchsvolle zurück zu gehen.
    Vor Jahren, kurz nach meiner Krebsdiagnose sagte mir eine Psychonkologin, das wichtigste überhaupt sei, die Hoffnung aufrecht zu erhalten.
    Wie du siehst, ist auch bei unserer dunklen Krankheit Licht möglich. Mögest die Hoffnung auf Besserung und Heilung aufrecht erhalten. Ich weiß jetzt, dass es möglich ist.

    Alles Gute für Dich

  20. Alles, alles Gute für Dich und alle, die diese Gefühle und Ängste gut kennen. Viel, viel Kraft!

  21. Fühl Dich gedrückt. Ich finde es großartig, dass Du so offen und ehrlich über Deine Depression sprichst.
    Alles Liebe und Gute.

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