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Gräber von bekannten Persönlichkeiten

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In einem Kommentar schrieb jemand:

(das) lässt mich darüber grübeln, ob diese „Regelungen“ auch für Promi-Gräber gelten. Wird in 20 Jahren dann auch das Grab von Moshammer (beispielsweise) neu belegt?
Die Gräber von den ganz Großen (z.B. hohe Politiker oder internationale Stars) werden doch bestimmt nie ablaufen, oder?

Etwas über den Ablauf von Gräbern und Promis findet man im Bestatterweblog zum Beispiel hier.

Man kann diese Frage nicht pauschal beantworten. Zunächst einmal hat jedermann im Rahmen der vor Ort geltenden Friedhofsordnung auch die Möglichkeit, sich ein Grab zu kaufen, das für eine besonders lange Laufzeit gedacht ist. Nur wird dann jemand für die Kosten über die gesamte Laufzeit aufkommen.
Wie das nun bei Prominenten ist, ist durchaus verschieden.

Es gibt sicher auch solche Menschen, die eine so große Bedeutung haben/hatten, daß die Gemeinde in der der Friedhof mit deren Grab liegt dieses Grab als sogenanntes Ehrengrab über Generationen hinweg erhalten und pflegen wird.
Bei anderen bekannten Persönlichkeiten kümmert sich eine Stiftung oder ein Freundeskreis um die Erhaltung des Grabes; aber es gibt auch durchaus Leute die einmal sehr bekannt waren, deren Grab aber schnell in Vergessenheit gerät. Oftmals wendet sich dann nach Jahren ein Bürger an die Kommune und weist darauf hin, daß das Grab von diesem oder jenem ungepflegt aussieht und dann stehen Stadt- und Gemeinderäte oft vor der Frage, was denn nun mit dieser Grabstätte geschehen soll.

Daraus ergeben sich dann hin und wieder auch monatelang auch in Zeitungen geführte Diskussionen. Die einen sehen beispielsweise in dem einen Verstorbenen fast schon einen Widerstandskämpfer gegen das Naziregime, den anderen hat er dann doch nicht genügend Juden im Keller versteckt um als historische Persönlichkeit zu gelten und wieder andere wissen sogar, daß der Vater dieser Person sogar ‚in der Partei‘ gewesen sein soll.
Es kommt auch mal vor, daß ein längst vergessenes Grab nach einer solchen Wiederentdeckung durch einen besorgten Bürger dann überhaupt nicht die gewünschte Fortpflege durch die Kommune erfährt sondern nach Ablauf sang- und klanglos verschwindet.

Eine Idee hatte vor geraumer Zeit einmal ein Steinmetz, der den Prominenten und Möchtegern-Prominenten und den Friedhofsbetreibern einen durchaus nicht dummen Vorschlag machte.
Er schlug vor, auf den Friedhöfen Gedenkwände zu schaffen, auf denen sich jedermann gegen eine gewisse Gebühr mit eingemeisseltem Namen und seinen Lebensdaten, sowie einem Zusatz wie z.B. „Architekt“ oder „Baumeister“ etc. verewigen lassen kann.
Wer will, der kann, keiner muß und wer will, der kann dann dafür etwas bezahlen.


Peter Wilhelm 28. Mai 2012


4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Für alles Mögliche existieren gemeinnützige Vereine.
    Warum nicht so einen gründen, der mit städtischen Zuschüssen, Spenden, Mitgliedsbeiträgen, lokale Geschichtsvorträge in der VHS oder Broschüren über die die Personen, deren Gräber sie pflegen ihre Mittel bekommen?

  2. Hast Du schon mal in einem gemeinnützigen Verein mitgearbeitet?

    Weist Du eigentlich wieviel Arbeit das ist?

    Städtische Zuschüße –> Wenn die Stadt etwas machen wollte, könnte sie es auch direkt tun.

    Spenden –> Eigentlich wird hier ein Sponsoring gebraucht (regelmäßig) und keine Spenden (einmalig).
    Nehmen wir mal an Du brauchst pro Jahr 5.000 Euro, dann schätze ich mal, dass Du ca. 400-500 Spender brauchst.

    Das ist eine Menge.

    Für eine Spende von einer Firma musst Du ca. 5-10 Firmen anschreiben. Und zwar keinen einfachen Serienbrief.
    Du musst direkte Ansprechpartner ermitteln, (die sich dauernd ändern) musst Gründe finden, warum es grade für diese Firma interessant ist sich hier zu engagieren, etc.

    –> Mitgliedsbeiträge klar, du findest ein paar Mitglieder, grade ältere, die einem Bankeinzug nicht zustimmen. Also Rechnungen schreiben, eintreiben, Spendenquittungen schreiben, etc. Deine Büroausgaben, kannst Du damit decken.

    –> lokale Geschichtsvorträge in VHS, klar, außer Deiner Arbeit spendest Du deinen Lohn noch dem Verein.

    –> Schon mal schöne Broschüren drucken lassen? Willst Du sie verschenken oder verkaufen? In diesen kleinen Stückzahlen lohnt sich das nicht wirklich,

    Ja ich finde es toll wenn sich Leute für soetwas einsetzen. Allerdings habe ich in den letzten Jahren Erfahrungen gesammelt und ES IST NICHT SO EINFACH WIE ES AUSSIEHT!!!

    Wenn die Stadt die Gräber Ihrer alten Oberbürgermeister zu Ehrengräbern erklärt, dann sollen sie verdammt nochmal dafür auch bezahlen.

    Diese Einstellung, die Aufgaben der Gemeinschaft (dafür zahle ich Steuern und gehe wählen) an private Bürger abzudrücken finde ich unter aller Sau!!!

    Inzwischen hat fast jede Schule und Kindergarten einen Förderverein. Ohne die sähe es sehr mau aus.

    Im Kindergarten war im Außengelände fast alles vom Förderverein, da sich die Kirche und die Stadt zurückzieht, da es ja auch so läuft.

    Meine Partnerin hat mehrere Jahre den Förderverein des Kindergarten geleitet und war auch im Vorstand des Fördervereins der Kinderklinik.

    Ich weiß also wovon ich rede.

    Wir haben im Monat zuhause 5-40 Stunden für die Vereine gearbeitet, im Monat waren Abends noch mehrere Sitzungen, 3-4 WE gingen im Jahr auch noch drauf.

  3. Hallo Klaus: Deinen Ausführungen stimme ich voll zu. Verrückte Ehrenamtliche gibt es überall zur genüge. Ich bin auch so ein gemeiner Nütziger.
    Kassier war ich auch schon.
    Alles was Du oben aufzählst ist mir nicht fremd. Ich trete jetzt ein wenig kürzer. Trotzdem gehen bei mir jeden Monat 80-120 Stunden drauf. Die angeknabberten oder versauten Wochenenden versuche ich auf unter 20 zu drücken.
    Was die OB’s betrifft: da sich für jede Stadt sehr viele mit den Jahren ansammeln, ist es vielleicht nur Sinnvoll, nur diejenigen mit Dauergräbern zu versehen, die wirklich unschlagber was drauf hatten, die den Namen und das Bild der Stadt für immer geprägt haben. Für die anderen tut es auch eine Strasse oder eine Sackgasse.

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