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Gröfaz-Teller

Daß Kunden ab und zu mal kleine Geschenke vorbeibringen, ist nichts Ungewöhnliches. Manche ältere Damen bringen Kuchen, ältere Herren gerne mal irgendeinen braunen Schnaps oder auch schon mal ein Buch. Herr Siegfried-Wotan zu Braunschuh von Gestern ist adelig, sehr pingelig und als er unvermittelt hier bei uns auftauchte, rechnete ich eigentlich damit, daß er wegen der neulich an ihn abgesandten Rechnung etwas zu bemängeln hätte.

Doch es kam ganz anders.

Herr von Braunschuh zu Gestern bedankte sich in epischer Breite für die geleisteten Dienste und sprach insbesondere das geschmackvolle Ambiente unseres Hauses an. „Da habe ich Ihnen als kleine Anerkennung etwas Passendes mitgebracht“, sagte er und überreichte mir feierlich ein kleines Päckchen aus braunem Packpapier.
Um mich gleich anständig bedanken zu können, wollte ich es sofort auspacken, doch er legte seine behandschuhte Hand auf das Päckchen und sagte: „Machen Sie es später in Ruhe auf, vielleicht wenn ihre liebe Frau dabei ist, es ist etwas ganz Besonderes.“

Wenig später hat sich das mit dem geheimnisvollen Päckchen im ganzen Haus herumgesprochen.
„Das Ding ist schwer, sehr schwer sogar“, sagt Frau Büser und wiegt es in der Hand.
Sandy nimmt es ihr ab, tastet durch das Packpapier hindurch und stellt fest: „Es ist was Rundes, ganz eindeutig, was Rundes.“
Meine Frau meckert, als ich das Päckchen aufreißen will: „Mußt Du das Papier jetzt zerreißen? Das hätte man doch noch nehmen können.“
Die halbe Firma steht um mich herum, als ich endlich das Packpapier zerrissen habe und was kommt zum Vorschein?

Es ist ein Bronzeteller von etwa 20 cm Durchmesser, etwa 1 Kilo schwer, mit einem Portrait und einem Sinnspruch.
„Ah, Charly Chaplin!“ ruft Toni und Manni tippt sich an die Stirn.

Abgebildet ist „der Führer“ und der Sinnspruch lautet: „Solange ich lebe, gehöre ich Euch!“

Mal sehen, was es beim Altmetallhändler für 1 Kilo Bronze gibt.

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Peter Wilhelm 22. Februar 2014


46 Kommentare von 141207.

  1. Ja, so eine Pointe war bei dem Namen zu erwarten :)

    Ich würde statt „der Führer“ lieber „bekannte Persönlichkeit antimarxistischer Weltpolitik“ schreiben, sonst hast du wie Esso gleich die ganze Horde vom Zentralrat der Juden am Hals…

  2. was machst du gleich?
    opa aus dem knast holen
    was zum teufel?
    polizeikontrolle, die erste in seinem leben ueberhaupt und dann hat er seinen alten wehrmachtsfuehrerschein rausgeholt
    festgenommen,…
    eeek

  3. Naja, in den USA gibt es reichlich Gröfatz Sammler die dafür bis zu 1000$ zahlen würden, wenn es echt ist…

    Aber besser ist einschmelzen und daraus eine Sandy-Auspark-Gedenkplakette für eure Lagerausfahrt gießen zu lassen *ggg*

  4. Ich würde es ja an ein Museum oder eine entsprechende Ausstellung spenden. Wenn sich da ein Abnehmer findet ist das immer noch besser als Altmetall und noch viel besser als es irgendwelchen amerikanischen Nazis zur Verfügung zu stellen. ;)

  5. Solange kein Hakenkreuz drauf ist, würde ich durchaus erwägen, das Objekt auf dem Sammlermarkt feil zu bieten… ist eins drauf: Ab in die Schmelze.

  6. Sieht mir eher nach einem einfachen Relief als nach einem Teller aus
    Also Suppe kann man daraus jedenfalls nicht essen

    Ist denn auf der Rückseite noch etwas graviert?

  7. Ich bin nicht Rechts, aber mir wäre neu das Bilder vom Führer verboten sind. Ich würd mal rumfragen welcher Sammler es haben will und wieviel er bietet.

  8. Bevor so ein Teil in der Schmelze landet, würde ich mal bei diversen Dauerausstellungen zu dem Thema anfragen, ob die nicht sowas brauchen könnten. Immerhin ein gutes Beispiel für selbstverliebten Größenwahn.

  9. Charly Chaplin, hahahaha
    Sooo hoch musss der Rasen wachsen!
    Ich würd auch bei einem Museum nachfragen. Ich finde nichts schlimmer, als wenn dieser dunkle Teil unserer Geschichte einfach verteufelt und verschwiegen wird. Dadurch fördert man nur die Dummerheit derjenigen, die noch heute (USA usw) diesem Herren folgen.

  10. @16:
    Was soll das dein? Logik?
    Bei Bronzeteller kommt nicht einfach nut das wort „Teller“ vor, sondern es handelt sich dabei wirklich um Teller aus Bronze

  11. „solange ich lebe, gehöre ich euch“ ? na prima… abgesehen davon, dass das historische schmuckstück wohl zu keiner moderne(re)n einrichtung passen wird, finde ich auch den spruch dezent fehlplatziert… in ein bestattungsinstitut „gehört“ man erst übergangsweise, wenn man eben nicht mehr lebt. ganz klar falsche wortwahl. daher ist die museums-idee nicht schlecht. aus anderen gründen definitiv auch nicht. so.

  12. ich bin mir noch immer uschlüssig, was jetzt die genaue Intention des Schenkers darstellen soll? Ein sehr eigenartiges Geschenk….

  13. Vielleicht sollst du es ja für ihn auch irgendwo begraben ;-9.

    Zum Auspixeln:
    Abbildung, Zeichnungen und Kunstgegenstände die das Gesicht von A. Hitler zeigen sind im übrigen nicht verboten. Selbst wenn ein Hakenkreuz auf dem Objekt wäre ist der Besitz nicht strafbar, dann wäre nur eine Veröffentlichung (ohne entsprechen historischen Kontext z.b. im Rahmen einer Dokumentation) nicht möglich.

    Was man sich selbst in die Wohnung stellt, darf noch jeder für sich selbst entscheiden. Es darf nur von außen nicht einsehbar sein.

  14. @24
    Sandy ist eine fiktionale Figur.
    Sämtliche Übereinstimmungen mit lebenden Personen sind rein zufällig. Also auch Witze, die diese Figur betreffen.

    Wir wissen weder ob Sandy ein echtes Pendant hat, ob das Pendant in der Gegenwart aktuell ist, oder ob sie eine Zusammenfassung mehrerer Personen darstellt.
    Is ja auch nicht wichtig, Sandy ist eine Person aus Toms Geschichten. Und wird sich wahrscheinlich nicht auf den Schlips getreten fühlen.

  15. @alle die hier irgendwelchen scheiß wegen dem parkrempler sagen
    schon mal dran gedacht dass sandy hier eventuell mitliest???

    ich denke das ist schwer genug für sie also asst solche komentare bitte

  16. Einschmelzen würde ich es nicht lassen. Hat immerhin einen geschichtlichen Bezug. Wir graben ja heute auch nach Nero und sonstigen Tyrannen und stellen das Zeug dann ins Museum. Ich weiß sogar, wo der Reisenachttopf von Napoleon aufbewahrt wird.

  17. @24: Ich erinner mich an die Sprueche, die ich mit anhoeren durfte, als ich ein Firmen-KFZ (so ein hohes mit blauen Lampem auf dem Dach) beim Rangieren verbeult habe.
    Sandy wirds ueberleben, sonst ist sie ja auch nicht auf den Mund gefallen…

  18. @26: Sandy wurde hier schon mit kleinen Bildern abgebildet, somit sollte sie real sein, auch wenn sie vermutlich nicht Sandy heißt.

    Noch mal zum Teller: verschenken, oder verkaufen. Wenns 100€ odr so gibt fließen die ins Hosting für diese Seite. Nen Museeum nimmt das doch sicherlich gerne.

  19. @24: Wenn Sandy damit langfristig ein Problem hätte und/oder mitläse, läge der Fehler ja wohl eher in der Veröffentlichung der Geschichte durch Tom und nicht in den anschliessenden Kommentaren
    =>also wird es damit wohl eher kein Problem geben

    @26: Tom hat vermutlich drei kurzbeinige Angestellte, aus denen er eine langbeinige Sandy macht

  20. An alle, die es an „Sammler“ verkauft sehen wollen: Es darf gekauft werden, wenn derjenige 50 Seiten „Mein Kampf“ am Stück vorliest, ohne, daß ihm von diesem auf Papier festgehaltenen Sprechdurchfall übel wird. ;)

  21. Der Spruch auf dem Teller ist aber nicht komplett.

    So lautet der Satz komplett: „Solange ich lebe, gehöre ich Euch und Ihr gehört mir.“

    Das hat er irgendwann 1932 gesagt.

  22. Da wird hie rimmer gemeckert über politische Unkorrektheit und all die faux pas, aber wenn dann mal so ne Art Statement durchscheint, isses auch nicht recht. Wenn es auch nicht Schwerter zu Pflugscharen ist, aber Führer zu Schlagzeugbecken kommt dem schon nahe.

  23. Wieso wollen eigentlich alle Leute Sachen aus dem 3ten Reich verbieten?
    Jeder der meint, das solche Sachen, auch wenn 50 Hakenkreuze drauf sind, zerstört werden sollen, den sollte man 60Jahre in die Vergangenheit schicken. Die würden super zur Bücherverbrennung passen -.-

    Leute, das ist halt unsere Geschichte. Und nur weil dort schlimme sachen passiert sind, muß man doch nicht gleich alles vernichten.

  24. Ich glaube wir können alle froh sein dass Tom und nicht Björn den Teller von einem Kunden bekommen hat – was da wieder beim Shopblooger los gewesen wäre…

  25. Was für einen Schatten dieser Mann (Adolf H.) wirft, ist unfassbar (im schlechtesten denkbaren aller Sinne).

    Am besten ist es denke ich sich einfach nurnoch über die Täter (und ich stelle mal deutlich klar: nicht über die Opfer!) lustig zu machen.

    Davon mal ab:
    Tom, kann es sein, dass du meine Fragen irgendwie nicht ernst nimmst die ich dir schicke (an die letzte kann ich mich garnichtmehr erinnern)?

    Ich meinte jede bislang tatsächlich ernst. Daher bitte ich auch eine eventuelle Flapsigkeit (ich rede meist so wie mir der Schnabel gewachsen ist) zu entschuldigen.
    Dies soll vielmehr Hinweis als Schelte sein.

  26. Liebe Leute, nur zur Info: Es heißt Gröfaz – nicht Gröfatz.

    Es soll nach dem Frankreichfeldzug als ironische/sarkastische Abkürzung für „Größter Feldherr aller Zeiten“ aufgekommen sein.

  27. /Klugscheißmodus an

    Es handelt sich eher nicht um Bronze (außer antürlich, das Foto ist nicht farbecht) Bronze ist eher dunkelbraun/kupfer von der Farbe her. Das dunkle Grau spricht eher für Zinn.

    /Klugscheißmodus aus

  28. @39: Jepp, passender gehts wirklich nicht.

    Ich frage mich, ob Tom die Selbstbeherrschung behalten hätte, wenn er das Geschenk im Beisein von Siegfried-Wotan hätte offnen ‚müssen‘. Interessante Vorstellung.

  29. Und überhaupt hat Mao zehnmal so viele Menschen umgebracht, und sein Götzenbild wird trotzdem noch regelmäßig erneuert…
    Naja, nichts gegen Mao. Wir wollen ja nicht, dass Bestatterweblog.de in Zukunft von China zensiert wird :D

    Für alle, die sich humorvoll mit Adolf auseinandersetzen möchten: Ich empfehle Serdar Somuncu. Seine Mein Kampf-Analyse ist göttlich.

  30. @ Micha:

    Kann ich nur unterschreiben.

    Sehr empfehlenswert von Serdar Somuncu ist auch sein Programm mit dem Titel »Diese Stunde der Idiotie«*, in dem er höchst vergnüglich und aufwühlend die Sportpalast-Rede von Joseph Goebbels auseinandernimmt. Sehr empfehlenswert. Somuncu kann was.

    * Den Ausspruch soll Goebbels nach der Rede an einen Mitarbeiter gerichtet haben.

  31. Oh mein Gott, ich dachte zumindest hier von diesem übertrieben geheuchelten „oh wir böse deutschen“ verschont zu bleiben…

    meine güte, da ist nunmal AH drauf, ja war kein rühmliches Kapitel und ich will das auch nicht gutheisen, aber es ist nunmal ein Stück deutsche Geschichte.

    Und ich kann mir vorstellen das das Ding für ein Museum oder Sammler sicherlich einigen Wert hat, und sei es nicht unbedingt finanziell sondern einfach historisch…

    Ich kann mir garnicht vorstellen, dass man sich besser fühlt wenn man dann sagt…. „Ha seht her, ich habe dieses evtl. historische Gut einfach weggeworfen, seht wie ich den bösen AH nicht leiden kann“…

    Und für die ganzen Gutmenschen da draußen, nein ich bin nicht rechts o_O

  32. Nun isser ja tot, der kleine österreischische Anstreicher und gehört uns zum Glück nicht mehr.

    Ich würd das Ding auch nem Museum vermachen!

  33. Eine mögliche Erklärung währe, dass der Herr von und zu einen sehr schwarzen Humor hatt und mit diesem „Geschenk“ seinen Missmut über die von dir erbrachte Leistung kunt tun wollte. Oder er ist ein Altnazi der immer noch in den 30’ern des letzten Jahrtausends residiert, Geistig gesehen.

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