Home Kontakt Impressum/Datenschutz Service-Portal Shop

Ist da eine Leiche in unserem Haus?

leichenfund

Fliegen und muffiger Geruch. Soll ich die Polizei rufen?

Schon seit ca. 3 Wochen tauchen in meiner Wohnung kleine Fliegen verschiedener Sorten auf.
Im Eingangsbereich meiner Wohnung ist ein muffiger Geruch wahrnehmbar.
Ich habe mich gewundert und zuerst daran gedacht, dass vielleicht ein Stück Obst vergammelt oder eine Maus verendet ist…
Nun habe ich den in Verdacht kommenden Schrank mal ausgeräumt und weggerückt, alles schön sauber gemacht und im Anschluss mithilfe einer Taschenlampe auch die eigentliche Quelle entdeckt:
Hinter einer hölzernen Zwischenwand, wo all die Rohre und Leitungen verlaufen, kamen Fliegen und Geruch unten aus einem Kabelschacht.
Und da sich das schon mindestens zwei Wochen hinzog, schließe ich eine verendete Maus mal aus.
Ich vermute, der Geruch kommt durch diesen Schacht aus einer anderen Wohnung.

Auch der Briefkasten der entsprechenden Person ist randvoll, die Fenster verdunkelt.
Nun mal nur aus praktischen Erwägungen: Wird für Sie als Bestatter die Bergung und Beseitigung mit noch längerer Liegezeit einfacher oder eher schlimmer?
So oder so werde ich mich morgen wohl mal an die Polizei wenden müssen.

Ich würde da auch mal jemanden anrufen. Normal ist so ein Insektenbefall um diese Jahreszeit nicht.

Ja, für alle Beteiligten wird die Situation umso schlimmer, je länger eine verstorbene Person liegt.

Die Autolyse, also die Selbstzersetzung, sorgt dafür, daß der Körper zunehmend instabil wird.
Festes verwandelt sich in weniger Festes, bis hin zum flüssigen Stadium.
Das ist in Wirklichkeit immer etwas anders, als es uns im Fernsehen gezeigt wird.

Wenn aber Jahre vergangen sind und der Leichnam nahezu ausgetrocknet ist, wird die Sache dann wieder etwas einfacher.
Aber grundsätzlich sind Bestattern sehr alte, friedlich im Bett verstorbene Menschen, die kurz nach dem Sterben abgeholt werden können, am liebsten.

Beste Grüße

Peter Wilhelm

PDF erzeugen
Peter Wilhelm 2. März 2017


8 Kommentare von 141202.

  1. Zwei gelesene Sachen kamen mir sofort in Erinnerung:

    aus einer Zeitschrift erfuhr ich – habe leider die Seiten später weggeworfen, las sich alles sehr makaber! – ein Mann wohnte allein in seiner Wohnung,war Diabetiker und starb in seiner Wohnung.Keinem Menschen fiel das Fehlen dieser Person sofort auf, man räumte Post und Zeitung weg, Miete usw.das lief ja automatisch vom Konto hin,anderes automatisch vom Konto weg.Irgendwann war eben das Problem mit den Fliegen da,Wohnung wurde geöffnet und was war übrig geblieben:Spinnengewebe, schon tote Insekten usw.,die eben nix mehr zu fressen fanden,Skelett oder mumifizierter Körper war wohl das Letzte. Das Schlimmste aber: im Ausland erfuhr man aus dem TV, in Deutschland hätte man nach Monaten diesen toten Menschen entdeckt.Verwandte konnten nicht fassen,dass andere Menschen so gleichgültig miteinander umgehen,so sehr,dass man sogar Fliegen und Geruch ignoriert.Man darf das nicht ignorieren und die Polizei wird oft wegen Unwichtigkeiten gerufen..

    2.Fall, nicht weniger schlimm, eher noch furchtbarer:Buch über die Verbrechen des Jeffrey Dahmer, der in seiner Wohnung in USA junge Männer und Jugendliche umbrachte, die toten Körper wegbringen konnte oder auch in der eigenen Wohnung lagerte, bis auch das wegen des Geruchs auffiel.Der clevere Mörder verstand es aber, andere Mieter zu beruhigen und nur wegen eines Opfers, welches entwischen konnte, wurde das Ganze aufgedeckt.Geruch und Fliegen sind wohl das erste Anzeichen im Haus, das da mehr sein muß als eine tote Maus usw…Polizei kann auch per Internetwache informiert werden, wenn man den direkten Kontakt scheut, habe das selbst mal probiert.

    Ich vermute mal, in Deutschland, wsl.ab Wende besonders (?) hat die Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen leider zugenommen. Kümmern wir uns um den Mieter im Haus? Oft sind wir froh,wenn wir nicht „belästigt“ werden, so kommt es mir vor,sehr traurig..Das alles soll keineswegs ein Vorwurf darstellen! Die Menschen nehmen sich Gewohnheiten an, entweder aus gewissen Ängsten oder Befürchtungen. Gutmütige werden ausgenutzt,helfen einmal und nicht wieder und andere Leute merken: sie haben gar keine Freunde, weil ihr Wesen eben so ist.Alles auch eine Frage des Charakters. Ich würde den Umgang mit der Polizei nicht scheuen.

    • @mesie: Gutmütige werden ausgenutzt,helfen einmal und nicht wieder

      Moin,

      Dann ist man nicht gutmütig. Hilfe wird nicht immer angenommen oder gar mit Dank vergolten. Gutmütig ist man, wenn man das verträgt und weiter unbeirrt gutmütig handelt. Am Ende wird man dann doch belohnt und sei es nur durch das gute Gefühl, gut gehandelt zu haben.

      Meine Fresse, hab ich das gerade geschrieben?
      Scheinbar ja. Ich versuche danach zu leben und es funktioniert ganz gut.

      Gruß,
      Norbert

  2. Hmm, irgendwie wirkt die Frage etwas wie eine Anfrage in einer VW-Fangruppe bei Facebook der Art: „Bin gerade im Wald bei einem VW-Golf vorbei gekommen, der einen Baum gerammt hat, da kommen so komische stöhnende Geräusche raus. Kann das darin liegen, dass der Motor beim Aufprall Schaden genommen hat, oder soll ich mal nachschauen, ob noch jemand drin ist?“

  3. Moin,

    Ist schon gut 25 Jahre her: Hier in HH lag ein Mann ca. 5 Jahre in der Wohnung. Gestorben ist er wohl im Dezember (hat man anhand der aufgeschlagenen Seite der Fernsehzeitung vermutet) und wurde durch die trockene Heizungsluft mumifiziert.
    Das war in meinem Wohnblock, allerdings anderer Eingang.
    Ich erinnere mich noch, daß wir uns immer drüber lustig gemacht haben, daß da jahrelang die Weihnachtsdeko im Fenster stand. Das ganze Jahr natürlich.
    Die Mutter von dem Kerl hatte keinen Kontakt mehr aber die Miete bezahlt. Der war nicht sonderlich alt.
    Entdeckt wurde das erst, als Kabelfernsehen verlegt werden sollte und da mussten sie durch alle unteren Wohnungen durch, um 1. OG und höher damit zu versorgen.
    Alle Ablesungen der Heizungen und was weiss ich sind wohl irgendwie anders gelöst worden.
    Das ging so dermassen durch die Medien, daß ein paar Holländer auf dem Campingplatz in Prag sich daran erinnerten, als ich ihnen meine Adresse gab. Sie hatten das Strassenschild im Fernsehen in dem Bericht gesehen.
    Die Wohnung war danach natürlich nicht mehr vermietbar. Die wurde mit der Nachbarwohnung zusammengelegt, Wände raus, Grundriss anders usw…
    Mittlerweile ist das ganze Gebäude abgerissen und ich wohne wieder in dem Nachfolgeneubau.
    Jetzt wäre zumindest hier sowas kaum noch möglich, da die Hausgemeinschaft recht gut ist.

    Negatives Karma verspüre ich hier nicht, auch wenn ich ca. 20m vom Ort des Geschehens wohne.

    Gruß,
    Norbert

  4. Wenn jemand bestimmte Küchenabfälle (besonders beliebt: Fisch) nicht entsorgt und dann längere Zeit in die Ferien geht, kann das Erscheinungs-„Bild“ ähnlich sein.

    Soziale Netzwerke sind gut – gerade, wenn sie die physisch vorhandenen Nachbarn betreffen.

  5. Vor etwa 25 Jahren war ich mit meinem damaligen Lebensgefährten auf der Suche nach einer neuen Wohnung; etliche Makler, -zig Wohnungen, preistreibende Vormieter für Schrottabnahme – alles war dabei. Aber auch ein Erlebnis, an das ich nach diesem Beitrag sofort wieder denken musste: in einer noch vollmöblierten Wohnung – man konnte an Details (Häkeldeckchen als Couchschoner, Alter und Art der Möbel, Gemälde und Nippes u.a.) erkennen, dass hier vermutlich eine ältere Person gewohnt haben musste – fiel mir ein unangenehmer Geruch auf, den ich nicht deuten konnte und irgend etwas störte mich definitiv auch an der Möblierung. Erst viele Stunden später fiel mir ein, was mich irritiert hatte: da war im Schlafzimmer kein Bett gestanden, ansonsten aber war alles noch vorhanden – selbst Bilder auf den Nachtkästchen. Sofort kamen mir entsprechende Vorstellungen in den Kopf …

  6. Eigentlich ist es ganz einfach.

    Ich habe die Leutz schon selbst ein paar mal wegen Zeug angerufen, wo ich mir nicht sicher war, ob es Nichtigkeiten sind. Aber die können auch selber denken. Wenn du dort angerufen hast und erzählt hast, was dir da komisch vorgekommen ist, ist der Druck weg und die Aufgabe, zu handeln, jetzt auf einen anderen übertragen.

    Ja, ich scheue mich auch, die Polizei mit Nichtigkeiten zu belästigen.
    Beruflich stelle ich schon mal Falschgeld und gefälschte Ausweise sicher, gelegentlich auch Fundsachen.Täter hauen ab, es bleiben ggf. noch Zeugen. Solche „friedlichen Kleinigkeiten“ werden dann oft von jüngeren Teams bearbeitet, auch gern mit einem Anwärter dabei. Es ist jetzt nicht wirklich so, dass da Leute blockiert werden, die besser gerade eine Kneipenschlägerei trennen sollten. Und die kommen auch in der Regel erst so nach 20 Minuten vorbei. Eilt ja nicht.

    Vor einiger Zeit habe ich mal einen Tipp bekommen, wie man das handhaben sollte: „Wenn du *dreimal* drüber nachgedacht hast, ob du die Polizei rufen sollst – – DANN RUF DIE POLIZEI !“

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Nutzungsbedingungen | Trollhilfe | Kommentar fehlt? | So gehen Abstände! | Smileys