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Kein Behandlungsraum, was tun?

Von

sandy08112013smHallo Kollege, ich war neulich im Fränkischen und habe eine Verstorbene aus einem Heim abgeholt und sollte sie zum Friedhof bringen.
Weder im Heim, noch am Friedhof gab es eine geeignete räumliche Möglichkeit, die Verstorbene herzurichten.
Ich kenne das von unseren Friedhöfen nicht anders, als daß es da immer einen Raum zur Waschung der Leichen gibt. Bei uns hat das kein Bestatter.
Ist das wirklich regional so unterschiedlich?

Ja, das ist es.
Es gibt tatsächlich viele Friedhöfe, Altenheime und auch Krankenhäuser und Krematorien, die Behandlungsräume bereithalten, damit der Bestatter dort seine notwendige Arbeit verrichten kann.
Und es gibt noch viel mehr solcher Einrichtungen, die das eben nicht haben. Nicht immer kann man mit dem Verstorbenen in die eigenen Räume zurückfahren, weil die Entfernung zu groß ist.
(Nehmen wir an, die Familie lebt in Hamburg, dort soll später auch die Urne hin, vorher soll aber die in Bayern Verstorbene ebenda eine Trauerfeier für ehemalige Nachbarn und die Einäscherung bekommen.)

Kommt man nun als ortsfremder Bestatter von außerhalb in eine solche Gegend, steht man oft vor dem Problem, daß man keine geeigneten Räumlichkeiten vorfindet.
Man muß sich dann auch in der Not zu helfen wissen.
Entweder man hat so ein ausgeklügeltes Equipment dabei, daß man selbst zurande kommt oder aber man versichert sich der Hilfe eines Kollegen.

Wir hatten ein paar mal ein ähnliches Problem und einmal hat uns ein Kollege für sage und schreibe 80 € Gebühr einen Abstellraum zur Verfügung gestellt, in dem wir umbetten konnten.
Wenigstens gab es einen Wasseranschluß und ein Waschbecken.
Das obige Bild zeigt Sandy mit der Verstorbenen. Ich habe das Bild damals aufgenommen, um zu dokumentieren, was man uns da als „Präparationsraum“ in Rechnung gestellt hatte.
Zwischen einem Müllsack und einem Metallwagen konnten wir gerade den Sarg abstellen.
Immerhin hat Sandy es hinbekommen, daß die Dame hinterher ganz anständig im Sarg lag.

Peter Wilhelm 8. November 2013


11 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ein Foto von Sandy! Na, wenn das die Jungs spitz kriegen, da warten ja einige schon länger drauf. Und lässt auch noch Raum für Phantasie : O)

  2. 80 Euro für diesen top Präp-Raum? Das ist doch völlig normal! Viele nette Bestatter bieten doch zu solchen günstigen Discount-Preisen immer gerne ihren auswärtigen Kollegen ihre „kollegiale Hilfe“ an. Bei Bestattern wird Kollegialität doch ganz GROß geschrieben. Und die sind sogar zu uns anderen Menschen (wie Personal von Friedhöfen,Gärtnern,Steinmetzen und Pflegeheimen) immer besonders höflich und nett. Meine langjährige Branchenerfahrung! Nun ein nicht ironischer Tip: Viele Bestatter sollten ‚mal mit etwas Selbstkritik anfangen und zumindest ihr Benehmen hinterfragen! Und dann hoffentlich überlegen,wie sie ihre Arbeit richtig machen.

  3. Die Dame liegt tatsächlich noch ganz manierlich in ihrem Sarg.
    Sandy kann zufrieden sein.

    Was ist das unter dem Kinn, ein Kragen oder soll damit der Unterkiefer fixiert werden, zum schließen des Mundes ?

    • Das ist eine Papiermanschette, die hinterher entfernt wird. Sie wird den Verstorbenen angelegt, damit beim Schminken die Totenwäsche nicht befleckt wird.
      Hier ist sie hochgeklappt, um kurz darauf entfernt zu werden.

      • Danke, erkannt.
        Ich weiß, das dafür sonst diese Papierlätzchen, wie man sie vom Zahnarzt kennt oder sogar Frisierumhänge genommen werden.

  4. Ich bin seit 2 Jahren Bestatter und habe keinen eigenen Versorgungsraum.

    Auch in unserer Stadt und Nachbargemeinden gibt es keinen Versorgungsraum noch nichteinmal im Altenheim oder Krankenhaus.

    Ob es Pietätvoll ist wenn man einen Verstorbenen Nackt auf eine Edelstahlbahre legt, darüber streiten sich Menschen.

    Ich finde man kann einen Verstorbenen auch ohne Versorgungsraum gut Aussehen lassen.

    Und ob man einen Thanatologen an einen Verstorbenen ranlassen sollte ist auch noch so eine Sache, für mich ist das Störung der Totenruhe wenn das eigene Blut rausgepumpt wird oder der Verstorbene Obduziert wird.

  5. oh, genau so hab ich damals in meinem Sarg auch gelegen und ausgesehen 🙂
    nur die Umgebung war anders, aber ja…..erkannt.

  6. Wir hatten damals auch keinen Raum, dann haben wir die Kleidung zur Not im Sarglager angezogen.
    Meistens aber auf dem Friedhof, in unserer Stadt waren die Kabinen groß genug. Wenn ich heute sehe, das der vom Fachverband angebotene Koffer für die hygienische Versorgung über 700 Euro kostet, muss ich staunen, das wir mit Sachen für circa 30 Euro gute Ergebnisse hin bekommen haben! Auch der Trend das jeder Dorftischler bald einen Sektionstisch hat, kommt mir übertrieben vor!
    Liebe Grüße!

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