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Können wir gemeinsam in eine Urne?

Von

Liebes Bestatterweblog.de Team,

erst einmal großes Danke für Ihre sehr Informative Seite! Selten habe ich mehr und informativere Sachen bezüglich Bestattungen gelesen und ich habe bei Ihnen auch den Fall mit dem Ehepaar gelesen, dessen Mann in einem Sarg bestattet werden wollte und seine Frau ggf. mit der Urne in dessen Sarg mit begraben werden sollte.

Mein Mann und ich haben den Wunsch eingeäschert zu werden. Leider fanden wir keine Antwort auf die Frage, ob unsere Asche in eine Urne (ggf. Extraanfertigung) gegeben und begraben werden darf. Wir stehen uns wirklich sehr nah und möchten auch im Tod beisammen sein. Ist dies möglich? Wenn man ungefähr Zeitgleich stirbt oder sogar in dem Fall, dass man nachträglich die Asche in eine gemeinsame Urne umbetten muss?

Wir würden uns über eine Antwort sehr freuen! Es würde uns nämlich doch sehr enttäuschen, wenn uns dieser letzte Wille nicht gewehrt werden könnte. Dass unsere Urnen „nur“ nebeneinander wären, würde uns leider nicht ganz reichen.

Liebe Grüße
Ehepaar P.

Zunächst einmal in eigener Sache:
Es gibt kein „Bestatterweblog.de-Team“. Ich mache das hier echt und tatsächlich alles ganz alleine. Da schreibt keine Redaktion, kein Team.

Sehr dankbar bin ich für die intensive Mithilfe des „Kommentarhausmeisters“, der tagtäglich unermüdlich durch die Kommentare pflügt und die Spreu vom Weizen trennt.
Sehr hilfreich ist auch der Rechtschreibe-Papst, der mich immer mit wertvollen Hinweisen auf Tippfehler versorgt.
Außerdem gibt es noch eine nette junge Dame, die die eingehenden Mails vorsortiert und dafür sorgt, daß ich mich nur um die wirklich wichtigen Sachen kümmern muß.

Aber das sind Helfer, die im Umfeld tätig sind, jedoch nicht redaktionell an den Texten arbeiten.

Nun zu Eurer Frage:
Ich würde mal antworten, daß das nicht geht.
Es wird, wenn überhaupt, nur unter ganz großen Schwierigkeiten möglich sein, Euren Wunsch zu erfüllen, gemeinsam in einer Urne bestattet zu werden.
Die Landesbestattungsgesetze machen hier ganz genaue Vorgaben und mir ist kein Bundesland bekannt, wo man von der Eine-Person-pro-Urne-Regel abweichen könnte.
Man müßte also schon lange im Vorfeld mit der Friedhofsverwaltung vor Ort klären, ob ggfs. eine Sondergenehmigung erteilt wird. Mir ist allerdings kein solcher Fall bekannt.

Möglich wäre noch der Umweg über das Ausland. D.h. die Asche würde dann offiziell zur Beisetzung ins benachbarte Ausland geschickt, dort dann aber in Wirklichkeit nicht beigesetzt, sondern an die Angehörigen zurückgesandt. Wie diese dann mit der Asche verfahren, ist weitestgehend den Angehörigen überlassen.
Auf diesem Weg wäre das also eventuell doch möglich.

Zu bedenken ist aber natürlich, daß es eher unwahrscheinlich ist, daß ein Ehepaar gemeinsam stirbt.
Es wäre also bei einer herkömmlichen Urnenbeisetzung eine Ausgrabung der Urne des Vorverstorbenen vor Ablauf der Ruhezeit notwendig, was ebenfalls in den seltensten Fällen genehmigt wird.
Desweiteren sind Urnen in doppelter Größe nicht ohne weiteres verfügbar.

Abgesehen von der Möglichkeit, den Umweg über das Ausland zu machen, sehe ich wenig Chancen für Euer Vorhaben.
Aber selbst wenn man den „Umweg“ in Kauf nähme, müßte jemand von den Hinterbliebenen die Umfüllung der Asche, die Aufbewahrung der Urne und alles weitere in die Hand nehmen.

Nachtrag/Ergänzung:
Meine Ausführungen beziehen sich auf die Frage, ob die Asche zweier Personen gemeinsam in eine Urne, sprich Aschenkapsel, kommen kann.
Selbstverständlich finden sich viele Wege und Möglichkeiten, zwei Aschenkapseln z.B. in einer Urnennische oder einer gemeinsamen speziellen Doppel-Überurne aufzubewahren.

Peter Wilhelm 1. Juni 2012


18 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Naja, der hinterbliebene Ehepartner hebt den vorverstorbenen auf… dann müssen die Verwandten später nur die zweite Urne auf den gewünschten Weg schicken.
    Man kann den Vorverstorbenen ja auch in einem Holzkästchen zur Verbrennung mitschicken (Grabbeigabe), dann sollte das sowieso „von allein“ flutschen.

    Nur so gedacht,
    Salat

    • Hallo auch ich ( Olli ) und meine Frau haben den wunsch das wenn einer von uns Stierbt dann wird der andere von uns auch einen Weg finden , noch am gleichen Tage zu sterben. Meine Frage ist es denn möglich zwei Urnen in einen Grab Zu beerdigen? Ich finde es ist doch alles Geldmacherei es ist sehr teuer und leider haben wir nicht viel Punkt eigene Kinder haben wir auch nicht nur einen Stiefsohn und ich glaube nicht dass er finanziell in der Lage wäre 2 Gräber zu bezahlen. Theoretisch müsste es doch möglich sein oder nicht ? Denn wenn einer eventuell beispielsweise 1.monat später stierbt kann der doch auch zu seinem Partner ins gleiche grab . Ich weiß nicht ob ich jetzt die Frage korrekt gestellt habe aber ich würde mich sehr über eine Antwort freuen lieben Gruß Olli

  2. [code]Desweiteren sind Urnen in doppelter Größe nicht ohne weiteres verfügbar.[/code]

    Hier in den Niederlanden gibt es diese Doppelurnen (dubbele urn) oder Duo-Urnen (duo urn) in allen Farben, Formen und Materialien. Es gibt die normalen, vorgefertigten Doppelurnen, aber auch viele Moeglichkeiten, kuenstlerisch gestaltete Doppelurnen anfertigen zu lassen.

    Sehr schoene Modelle fuer Doppelurnen findet man zB hier: http://www.duo-urn.nl/duournen.htm

  3. Die Bestattung in einer „Doppelurne“ ist unter Umständen in einem Kolumbarium möglich. Eine solche Doppelurne ist eine in der Regel aus Marmor (oder einem anderen Stein) gefertigte Über- bzw. Schmuckurne und so hoch, dass zwei Aschekapseln hineinpassen. Die zweite Aschekapsel kann auch problemlos zu einem späteren Zeitpunkt in die Überurne gegeben werden.

    Eine solch hohe Urne passt natürlich nicht in ein normales Wandfach. Inwiefern die gemeinsame Bestattung in einer Urne möglich ist, hängt deshalb von den jeweiligen lokalen Gegebenheiten ab. Hierüber sollten ein kompetenter Bestatter vor Ort Auskunft geben können.

    In Berlin sind mir mindestens zwei Friedhöfe bekannt, auf denen entsprechend hohe Wandfächer angeboten werden.

  4. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass eine größere Urne genommen wird, in dir zwei Aschekapseln hineinpassen. Da müste doch die spätere Beigabe einer weiteren (ordnungsgemäß allein verbrannten) Aschekapsel kein Problem machen.
    Dann sind die beiden – so nahe wie eben geht – beisammen.

  5. In Hamburg wurde gerade das Ehepaar Mues (Dietmar Mues war Schauspieler) bestattet. Beide kamen bei einem Unfall zeitgleich ums Leben.
    Die beiden haben eine gemeinsame Urne. Diese war größer als Einzelmodelle.
    Möglich war dies auf dem bekannten, großen Ohlsdorfer Friedhof.

  6. Diese Doppelurnen habe ich schon in einigen Wohnzimmern in den Niederlanden stehen sehen- und ich dachte, dass seien Dekokunstobjekte oder seltsame Vasen.

    Die Frage, die ich mir stelle-reichen dem fragestellenden Ehepaar 2 Aschekapsel in einer Doppelurne oder soll die Asche direkt zusammengegeben werden?
    Der Umweg über das Ausland ist interessant, aber es ist schwierig, diese Sache über einen Hinterbliebenen umzusetzen, der es auch wirklich macht, vermute ich. Der müßte ja auch beide überleben…

    Wie wäre es mit einer gemeinsamen Stelle, wo beide verstreut werden? Das könnte man über einen Bestatter regeln lassen. So haben es meine Großeltern gemacht. Die beiden waren auch ein Herz und eine Seele.

  7. [quote]Die Landesbestattungsgesetze machen hier ganz genaue Vorgaben und mir ist kein Bundesland bekannt, wo man von der Eine-Person-pro-Urne-Regel abweichen könnte.[/quote]

    Hat außer mir noch jemand den Eindruck, es gäbe zu viele Gesetze?

    • Das wäre eine tolle Sache! ich meine ich weiß das man es so oder so nicht mehr merkt ob man nah oder fern bestattet ist. Mir geht es nur bzw. auch um die kosten den nach mir und meiner Frau kommt eigentlich nichts mehr der sich drum kümmern würde. ich meine ich bin erst 44. und meine Frau 54 aber ich bin schwer krank und wenn sie vor mir geht habe ich keine Lust im Pflegeheim zu versauern . Darum werde ich noch am gleichen Tag einen Weg finden ihr zu folgen. und dann würde eventuell die Möglichkeit bestehen das wir in einer Doppelkapsel oder wie sich das nennt zu bestatten . würde den Stadt oder keine Ahnung doch sicher günstiger kommen . Grüße aus Ostfriesland

  8. Die strengen Regelungen in Bestattungsgesetzen und Friedhofsverordnungen sind zweifellos ein Beispiel für ausufernde Bürokratie und Regulierungswut. Es gibt keinen vernünftigen Grund, weshalb eurem Wunsch nicht entsprochen werden sollte.

    Auf zwischenmenschlicher und spiritueller Ebene erscheint mir euer Anliegen hingegen zweifelhaft. Bei allem Respekt vor eurer Verbundenheit: Wenn’s um eure Beisetzung geht, seid ihr tot. Und nahestehen können sich nunmal Persönlichkeiten, Seelen, wie auch immer man es formulieren möchte, aber doch keine ausgeglühten Knochenreste. Die Wendung „bis dass der Tod euch scheidet“ hat ihre Berechtigung — was auch immer danach kommt, ist für uns nicht fass- und verfügbar. Das Aufbewahren der Asche des Partners in Erwartung des eigenen Todes, um sich dann auf immer mit ihm zu vereinen, mag zwar romantisch erscheinen, beschränkt aber das Weiterleben im Diesseits. Und auch bei einem (annähernd) gleichen Todeszeitpunkt reduziert man symbolisch das vergangene Leben auf den Aspekt der Partnerschaft, womit man ihm hoffentlich nicht gerecht wird. Bei der oben vorgeschlagenen Ascheverstreuung an einem gemeinsamen Ort sieht das schon ganz anders aus — da fehlt nämlich die exklusive Zweisamkeit.

  9. Moin!

    Wir könnten hier eine Urne bis zu 12 Monate aufbewahren, wenn ich beim Ordnungsamt einen Antrag stelle, auch noch länger. Dann könnte man eine Doppelurne (siehe zbsp. http://www.voelsing.de) nehmen und beide zusammen beisetzen. Es gäbe auch die Möglichkeit, eine entsprechend große Urne von einem Töpfer, Tischler usw. sich anfertigen zu lassen. In Schleswig-Holstein wäre es ohne großen Umstand möglich.

  10. Wer schreibt eigentlich vor, welches Behältnis eine Urne ist und welches Behältnis nicht? Muß man denn überhaupt eine „offizielle Urne“ vom Bestatter kaufen oder könnte man nicht die Asche nach der Kremierung in ein selbst beschafftes oder selbst hergestelltes geeignetes Behältnis umfüllen?

    Mal ein vielleicht nicht ganz passendes Beispiel aus eigener Erfahrung: Ich habe meine verstorbene Katze kremieren lassen. Da ich keine der angebotenen Urnen mitbestellt habe, kam die Asche in einer sogenannten „Transporturne“ zurück. Diese Verpackung des Krematoriums bestand aus einem verblombten durchsichtigen Kunststoffbeutel aus einem Material, das sich mit der Zeit selbst zersetzt, daran ein Etikett mit den Daten des kremierten Tieres, und das ganze dann in einer schmucken Pappschachtel mit dem Aufdruck des Krematoriums. Nichtkaufen der offiziell angebotenen Urnen und Umfüllen in ein eigenes Behältnis also kein Problem.

  11. Diese Frage erinnert mich an einen gemeinsam geplanten Suizid eines Ehepaares.Beide hatten einen starken Medimix eingenommen,der Mann benutzte noch zusätzlich eine Tüte und verstarb.die Frau wurde „gerettet“und erhängte sich später.

  12. Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt bezüglich meiner alten Herrschaften, sollten die gleichzeitig sterben.

  13. ich glaube hier verwechseln einige etwas.

    Wenn ich Toms Beiträge richtig verstanden habe ist es doch so:
    – das was üblicherweise als „Urne“ angesehen (und auch so verkauft wird von den bestattern) ist eigentlich nur eine Schmuckverkleidung („Überurne“)
    – die eigentliche Urne ist die „Aschenkapsel“

    Zwei Aschenkapseln in eine gemeinsame Überurne dürfte noch das geringere Problem sein (Kolumbarium, evtl. extrabreites Loch im Urnenfeld). Zumindest im Fall der Erdbestattung der Urne gibt es dann nur das Problem, dass eine „Graböffnung“ notwendig wäre, um den „Nachgestorbenen“ in dieselbe Überurne zu geben und diese müsste stabil genug sein, bis dahin nicht zerfallen zu sein.

    Was hier aber vermutlich gefragt war, ist beide Verstorbene in dieselbe Aschenkapsel zu geben („Dass unsere Urnen „nur“ nebeneinander wären, würde uns leider nicht ganz reichen.“)
    Das dürfte ganz einfach daran scheitern, dass es keine Aschekapseln der entsprechenden Größe gibt und im Krematorium immer 1 Sarg –> 1 Kapsel ergibt (schon wegen Nachverfolgbarkeit, Nummer im Sarg, …).
    Mit genug Aufwand (und damit Kosten) wäre dies alles sicher nicht ganz unmöglich, aber im Falle des Falles dann das auch durchzuziehen und alle Beteiligten dazu zu bekommen, das auch korrekt zu machen… vermutlich wäre zweimal Truhe Adenauer billiger.

    Zumal das ja nur geht, wenn beide Partner gleichzeitig oder zumindest sehr sehr zeitnah (Abstand maximal ein, zwei Tage) versterben. Also gemeinsamer Unfall (aber wehe einer wird dann ncoh vier Wochen beatmet), Doppelsuizid oder Suizid des Überlebenden unmittelbar nach dem Ableben des Ersten. Ein „zufälliges“ gleichzeitiges versterben ist vermutlich zu unsicher, um extra dafür etwas zu planen…

  14. Überaus interessante Meinungen.

    Ich habe diversen Paaren eine solche Möglichkeit schon an die Hand gegeben. Ebenso wie einigen älteren Damen, die schon ein eingeäschertes Tier haben und sich sorgen, was passiert, wenn sie selbst einmal nicht mehr sind.

    Die Möglichkeit über die Niederlande das zu realisieren ist recht einfach und auch kostengünstig.

    Meistens sterben eben doch nicht beide zur selben Zeit.
    Der erste der geht, der bekommt erst einmal die Asche des Partners. Der 2. kann dann entweder über Angehörige bzw. auch über einen Vorsorgevertrag mit einem Bestatter den Rest regeln.

    Alles hier genau auszuführen würde den Rahmen sprengen.

    Mehr Info unter (REKLAME ENTFERNT) auch gerne per Telefon!

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