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Metallsarg in der Gruft

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Ich wiederhole eine Frage, die schon mal da war: Wieso Metallsarg? Ich dachte, der technische Vorteil einer Gruft ist, dass der Leichnam samt (Holz)Sarg schneller verwesen kann.

Wer das Weblog gelesen hat, dem sind beide Varianten schon einmal begegnet. Einmal möchten die Familien gerne einen Metallsarg verwenden und können das nur, wenn sie dann auch eine Gruft nehmen. Ein anderes Mal möchte eine Familie gerne eine Gruft und kann das nur, wenn sie dann auch Metallsärge bzw. Särge mit Metalleinsatz verwendet.

Doch warum ist das so?

Grüfte befindet sich u.a. oft auch im Kellerbereich von Burgen, Schlössern und Kirchen, sie sind vielfach auch begehbar oder weiterer baulicher Bestandteil von Gebäuden. Dadurch daß weder Sarg, noch Leichnam direkt von Erdreich umgeben sind, können die dort befindlichen Mikroorganismen nicht ihr zersetzendes Werk tun. Es käme in einem Holzsarg, der nie ganz dicht sein kann, zu einem Verfaulen mit entsprechender Geruchs- und vermutlich auch Ungezieferbelästigung. Ohne die schützende Erdschicht könnte -je nach Vorerkrankung des Verstorbenen- auch ggfs. eine Infektionsgefahr vom Sarg und den möglicherweise austretenden Flüssigkeiten ausgehen.

Deshalb müssen Verstorbene die so trocken beigesetzt werden, also ohne direkten Erdkontakt, in luft- und flüssigkeitsdichten Särgen bestattet werden. Sie sind dann eher einem Mumifizierungsprozess unterzogen. Derartig bestattete Leichen können oft noch nach hunderten von Jahren in mumifiziertem Zustand erhalten sein. Einige solcher Gruftmumien sind derzeit in der Mumienausstellung im Mannheimer Reiß-Museum zu besichtigen. (Stand Nov. 2007)


Peter Wilhelm 28. Mai 2012

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