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Raswadin Naldurin gestorben

Von

„Hey Tom, Raswadin Naldurin ist tot. Vielleicht ne Erwähnung im Blog wert?“

Solche und ähnliche Mails erreichen mich bald täglich.
Ohne weiteren Hinweis, meist auch ohne Link.
Manchmal kenne ich den Namen des Verstorbenen, kontrolliere dann in den üblichen Quellen, ob die Todesnachricht stimmt und wenn ich der Meinung bin, daß die Meldung von allgemeinem Interesse ist, veröffentliche ich sie.

Aber manchmal kann ich mit dem Namen nichts anfangen und wenn dann nicht einmal ein Link dabei ist, habe ich oft auch keine Lust weiter zu recherchieren.
Ist aber ein Link dabei, dann handelt es sich bei dem „großen Max Schallerbüh“ oder der „bekannten Rita Protzmottel“ oder eben bei „Raswadin Naldurin“ um „den großen Förderer der Kulturhalle Broxenhagen“ oder „die liebevolle Mentorin von Anneliese Hüppelstahl“ oder „einen nicaraguanischen Freiheitsdichter“, die nun wirklich keine Sau kennt. Okay, Sau ist etwas hart formuliert, denn offenbar scheint der Einsender die betreffende Person ja zu kennen.

Dennoch sollte man sich vor einer solchen Einsendung an mich doch wenigstens mal kurz Gedanken darüber machen, ob es außer einem selbst und ein paar eingefleischten Kennern der Szene überhaupt jemanden gibt, den dieser Todesfall interessiert.

Am besten überlegt man sich folgendes: Wenn ich meinen Nachbarn auf der Straße treffe und ihm sage, daß Raswadin Naldurin tot ist, würde er ihn kennen?

Und wenn man schon einen weithin unbekannten Namen meldet, sollte man wenigstens dazuschreiben, was das denn für einer war und wofür er bekannt gewesen sein soll.
Vielleicht ist es ja der Erfinder des Bleistiftanspitzers, dessen Namen kennt nämlich wirklich niemand.

Trotzdem: Ich freue mich über jede Meldung von aktuellen Todesfällen bekannter Persönlichkeiten. Das ist vor allem dann so, wenn die Todesmeldung in der allgemeinen Berichterstattung etwas untergegangen ist.

© 2015

Peter Wilhelm 27. Januar 2021


13 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Also der Erfinder des Bleistiftanspitzer war Bernard Lassimone, das muss man doch wissen, sowas ist wichtig. ebenso muss man natürlich alle römischen Senatoren, Kaiser und deren Kammerzofen sowie die Vornamen der Vettern 3. Grades all jener kennnen.

    Man glaubt es nicht, wir waren dereinst ein Kulturvolk, und heute?

    ACHTUNG! WARNUNG! Obiger Beitrag könnte spuren von Ironie enthalten.

    • Ich bezweifle seit jeher, daß Bernard Lassimore der Erfinder des Bleistiftanspitzers ist.
      Wie Wikipedia richtig schreibt, hat Lassimore eine Vorrichtung entwickelt, mit der man so etwas ähnliches tun konnte, sie war aber nicht praktikabel und hat mit den Anspitzern wie wir sie heute kennen, nichts zu tun.

      Für die modernen Anspitzer, die ja so modern auch nicht sind, weil sie seit den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts belegbar sind, werden in der Literatur zwei Erfinder genannt.
      Es sind dies der Deutsche Theodor Paul Möbius aus Erlangen und der Franzose Thierry des Estivaux.

      Aber jetzt kommt’s: Armin von den Lach- und Sachgeschichten sagt in der Bibliothek der Sachgeschichten zum Buchstaben B bei Bleistiftsanspitzer, daß der Erfinder des Anspitzers unbekannt ist. Und wenn Armin das sagt…

      • Gut, also Armin kann ich wirklich nicht wiedersprechen, was aber die eklatante Wissenslücke zur Person von Raswadin Naldurin noch nicht entschuldigt 😀

  2. Lieber Tom, wenn ich mir ein nächstes Buchthema wünschen dürfte, dann wäre es eine Auflistung all der schönen Namen, die so im Laufe deiner Geschichten entstanden sind. Das hätte Loriot nicht besser machen können 😀

  3. Und kürzlich verstorbenen Goshima Matubu aus Kenia, der ganz vielen Leuten Millionen von kenianischen Schillingen vererbt hat hast Du auch nicht erwähnt. Ach was werde ich seine Mails mit dem Schenkungsangeboten vermissen.

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