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Schaut ein Arzt regelmäßig nach den Toten?

Hallo, ich lese den Blog schon seit Jahren. Vielen Dank für die vielen Infos!
Jetzt habe ich allerdings auch mal eine Frage (die auch gerne im Blog erscheinen darf).
Unsere Oma ist im Krankenhaus nach vielen verschiedenen Krankheiten und in hohem Alter verstorben. Stunden danach, als viele Verwandten da waren, erzählte die Schwester, dass ein Arzt alle 2 Stunden noch einmal nach ihr schauen würde.
Warum machen die das? Wenn jetzt jemand zu Hause verstirbt macht das der Arzt doch auch relativ schnell und geht wieder.
Liebe Grüße

Das ist mir neu. Von einer solchen Maßnahme eines Krankenhausarztes habe ich noch nie etwas gehört. Vielleicht weiß einer der Mitleser etwas Näheres darüber.

Ich meine, was will der Arzt da feststellen? Ist es eventuell ein noch ganz unerfahrener Arzt, der sichergehen will, dass seine Todesfeststellung richtig war? Gehört er einer seltsamen Religionsgemeinschaft an und hofft darauf, dass die alte Dame doch noch erwacht?

Ich habe echt keine Erklärung dafür.

Das Einzige, das mir einfällt: Wenn die Verstorbene so viele verschiedene Krankheiten hatte, könnte sich der Arzt aus einer regelmäßigen Beobachtung der Verstorbenen Aufschlüsse darüber versprechen, was letztendlich todesursächlich war. Bekanntermaßen zeigen Verstorbene ja gewisse Merkmale, die auf auf die Todesart hindeuten können. Es kann durchaus sein, dass einige davon erst nach einer gewissen Zeit erkennbar werden.

Das ist aber nur eine Mutmaßung und basiert nicht auf Wissen.

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Peter Wilhelm25. Juli 2019

6 Kommentare von 140574.

  1. Hallo,
    Ich selbst habe schon di Erfahrung gemacht, dass ein Verstorbener erst zwei Stunden nach Feststellung des Todes zur Pathologie gebracht wurde und die Abholung erlogen durfte. War in diesem Krankenhaus so Standard.
    Liebe Grüße

  2. Hallo, ich arbeite in einem Hospiz. Es ist vorgeschrieben, das frühestens 2 Stunden nach dem Versterben ein Arzt die 1. Leichenschau durchführt, und dann den Totenschein ausstellt. Wenn es später eine Feuerbestattung wird, findet unmittelbar vor der Einäscherung eine 2. Leichenschau statt.

  3. Ich bin Krankenschwester. Auch bei uns darf der Arzt erst 2 Stunden nach dem Feststellen des Todes die Bescheinigungen ausfüllen und die Leiche damit freigeben.
    Wenn der Verstorbene starke Schmerzmittel oder Beruhigungsmittel im Sterbenprozess erhalten hat dann sogar erst nach 4 oder 6 Stunden (ganz genau weiß ich die Intervalle in diesem Fall nicht), da durch diese Medikamente eine sehr flache Atmung möglich ist und evtl falsch diagnostiziert wird.
    Da geht man einfach auf Nummer sicher. So lange darf der Verstorbene auch nicht in die Leichenkammer oder Kühlung gebracht werden.

  4. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass man sich verhört hat.Der Arzt meinte sicher er schaut in zwei Stunden nochmal vorbei.Solang muss meist gewartet werden um den Totenschein auszustellen. In der Ambulanz kommt selbst der Hausarzt frühestens nach zwei Stunden.

    • flache Atmung….total egal.
      Es geht um sichere Todeszeichen (wozu „keine Atmung“ definitiv nicht gehört), und diese sind halt manchmal erst nach Stunden festzustellen.
      Deshalb warten Ärzte gerne etwas mit der Leichenschau bzw. der einfachheit halber macht man daraus eine betriebsinterne Vorschrift ala : Erst 2 Stunden nach dem Eintreten des Todes wird die Leichenschau durchgeführt.

      Mit 2 Stunden ist also 1x in 2 Stunden gucken und Leichenschau machen und nicht alle 2 Stunden gucken gemeint.

  5. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass jemand von den „vielen Verwandten“ irgendwelche Bedenken geäußert hat, und es sich bei der Aussage der Schwester um eine Notlüge zur Beruhigung der/des* Angehörigen gehandelt hat.

    *: Ja, die Reihenfolge ist bewusst gewählt.

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