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Sehr hohe Bestatterrechnung

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Sehr geehrte Damen und Herren.
Ich habe nach der Beerdigung meines Vaters nun die Bestatterrechnung erhalten und wäre fast umgefallen. Fast 4700 Euro.
Kleine einfache schlichte Urnenbestattung im engsten Familienkreis.
Mir kommen einige Positionen doch sehr hoch vor, wie z.B. die Überführung vom Krankenhaus zum Krematorium (38 km / 30 Minuten) zusammengefasst 940 Euro Netto. Einfachster Sarg mit einfachster Ausstattung 750 Euro Netto… usw.
Ich wäre überaus dankbar, wenn da mal jemand drüberschauen könnte. Ich muss leider zugeben, versäumt zu haben,
mir vorher ein Angebot machen zu lassen. Vielen Dank und …

Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen. Gerne können Sie mir die Rechnung als Foto oder Scan zusenden.
Ich kann mir aber jetzt schon denken, was Sache ist.

Grundsätzlich sind Bestattungsunternehmen kaufmännische Betriebe, die auf eine Gewinnerzielung ausgerichtet sind.

Die Preise kalkuliert jeder Bestatter selbst. Es steht ihm frei, wie er die Preise für seine Waren und Dienstleistungen ansetzt.
In den seltensten Fällen berechnen Bestatter hohe Einzelpositionen. Die hohen Rechnungspositionen sind meist die Überführungen und der Sarg.
Alles andere sind Preise im überschaubaren Bereich. Diese summieren sich aber zu hohen Gesamtbeträgen.

Den Auftraggebern ist es aufgrund der besonderen Situation oft nicht möglich, Vergleiche anzustellen und Angebote einzuholen.
Auch versäumen es die meisten, sich am Ende der ersten Besprechung eine Kostenaufstellung mitgeben zu lassen.
Es muss nicht sein, kann aber sein, dass hinterher anders abgerechnet wird, als mündlich besprochen; es liegt dann aber kein Schriftstück vor.

In der Trauer bestellt und beauftragt man leicht das eine oder andere, das zunächst einen erträglichen Preis zu haben scheint, der dann aber mit zu einer dicken Endrechnung führt. Der Volksmund sagt: Viel Klein, ergibt auch ein Groß.

Der von Ihnen angesprochene Preis von 750,- Euro für einen schlichten Sarg ist branchenüblich.
Sie schreiben, das sei der Nettopreis. Hier muss ich darauf hinweisen, dass Bestatter verpflichtet sind, im Umgang mit Endkunden Bruttopreise zu nennen.
Das sollte auch beim Verkauf des Sarges so gewesen sein. Der Bestatter darf Ihnen gegenüber nicht einen Preis von 750,- Euro nennen und dann später noch Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) berechnen.

Die heftigsten Preise rufen nahezu alle Bestatter für die Überführungen auf.
Da sind für Fahrten innerhalb der Stadt sogar Beträge wie 1.400 Euro keine Seltenheit. Mit 940 Euro liegt dieser Bestatter aber schon ziemlich hoch.
Berücksichtigen Sie aber, dass ein Spezialfahrzeug eingesetzt wurde, eine Desinfektion des Fahrzeuges durchgeführt werden musste und meist zwei Personen bezahlt werden müssen. Zuschläge für abends, am Wochenende oder an Feiertagen kommen ebenfalls hinzu.
Ich persönlich fände einen Überführungspreis (innerhalb derselben Stadt, zu üblichen Bürozeiten, ohne Erschwernis) von 500 Euro angemessen.

Wie Sie schon schreiben, haben Sie sich kein Angebot machen lassen. Sie wissen es, das war ein Versäumnis.
Ich fruchte, dass Sie gegen die Rechnung nichts machen können.

Ernsthafte Einwendungen sind immer dann möglich, wenn Waren oder Dienstleistungen nicht geliefert oder erbracht wurden, aber auf der Rechnung stehen.
Auch wenn es in der Abwicklung grobe Fehler gegeben hat, die die Trauer empfindlich gestört haben, kann man mit dem Bestatter über einen Preisnachlass reden.

Es wird Ihnen nicht helfen, aber 4700 Euro ist zwar hoch, aber ich kenne unzählige Rechnungen für einfache Urnenbeisetzungen für mehr als 7.000 Euro.

Sollten Sie Fragen oder Klärungsbedarf haben, scheuen Sie sich bitte nicht, mir zu schreiben.


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